Das ist, wie Karlotto bereits sagte, so nicht richtig. Spätestens nach der EM 2004 war Deutschland raus aus dem Kreis der großen Favoriten, und als Klinsmann 2004 davon sprach, bei der WM den Titel anzupeilen, wurde er auch und vor allem in Deutschland von den meisten belächelt. Was nutzt es dem jeweils aktuellen Team, wenn seine Vorgänger sieben Mal in Finals gestanden haben?? Nüschte! Oder ist Nürnberg heute noch ständiger Anwärter auf die Meisterschaft, weil sie vor 780 Jahren neun mal Deutscher Meister waren? Was Klinsmann oder die Mannschaft 2006 erreicht haben, war aller Ehren wert, insbesondere wenn man die Art und Weise, wie sie Fußball gespielt haben, hinzuzieht.
Seine System-Versuche bei Bayern fand ich in jedem Fall legitim. Er wurde nicht dafür geholt, um Hitzfelds Erbe zu verwalten, dann müsste man ihm nicht das 3 bis 5fache von Hitzfeld zahlen (je nachdem, welchen Zahlen man glaubt). Hitzfeld war in seiner zweiten Amtszeit bei Bayern m.M.n. auch nicht mehr das, was er bei seiner ersten war. Erstens ständig auf dem Absprung bereits seit Amtsantritt, und für die CL hätt's wohl auch nicht mehr wirklich gereicht. Ob das Klinsmann anders wird, bleibt abzuwarten, bin ich auch nicht unbedingt von überzeugt. Aber dass die Bayern was tun mussten, war lag nun mal auf der Hand.