Uni-Thread

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Fine Arts ist eigentlich der Ueberbegriff der "Visual Arts", also Malerei, Bildhauerei und den ganzen Kram und "Performing Arts" also Musik, Theater zusammenschliesst, als Studiengang heisst das ganze dann Bachelor of Arts in Fine Arts und idR sucht man sich halt einen der beiden Schwerpunkte aus ;)

Kommt uebrigens aus den USA und ist in Europa aber noch nicht so verbreitet, also dieses interdiszplinaere, oft ist es noch konservativ BA in Music usw. Aber auch in GB gibt es immer mehr Fine Arts Programme.

Diese Unterscheidung gibt es in Irland auch mehr und mehr vermehrt; da aber ein BA auch ein Ingenieur ist, wurden die Geisteswissenschaften in Galway früher so abgetrennt; mittlerweile ist man auf das Diploma für Ingenieure umgestiegen und die Geisteswissenschaftler machen einen klassischen Bachelor of Arts; zu meiner Zeit war das noch anders, der Jahrgang nach mir aber hatte schon diese Umstellung.
 
@loozy: Für Absolventen pädagogischer Studiengängen, die sowohl an Unis als auch an FHs studierbar sind (Pädagogik, Sozialpädagogik) bahnt sich eine unerfreuliche Tendenz an. Arbeitgeber setzen verstärkt auf Fachhochschulpersonal, weil die weniger kosten und zudem mehr Praxisbezug vorzuweisen haben (selbst, wenn es nur deren Ruf ist). Dabei dürfen sie rein gesetzlich schon nicht anhand absolvierter Hochschule bevorzugen.


Edit: Pädagogik lernt man in der Praxis. Pädagogik ist mMn auch nur pure Praxis. Wie vermittelt man ein praktisches Thema also theoretisch? Theoretisches Hintergrundwissen ist wichtig, wird von vielen oft unterschätzt. MMn ist die Theorie aber eher erziehungswissenschaftlich.
Ich hole mir die Praxis selber, sowohl neben, v.a. aber schon vor dem Studium.
 
Diese Unterscheidung gibt es in Irland auch mehr und mehr vermehrt; da aber ein BA auch ein Ingenieur ist, wurden die Geisteswissenschaften in Galway früher so abgetrennt; mittlerweile ist man auf das Diploma für Ingenieure umgestiegen und die Geisteswissenschaftler machen einen klassischen Bachelor of Arts; zu meiner Zeit war das noch anders, der Jahrgang nach mir aber hatte schon diese Umstellung.

Aah ok :) Trotzdem finde ich das Humbug, irgendwann ist auch mal gut mit der Trennerei. Zumal Englisch und Geschichte einfach keine Fine Arts sind.

Ich ueberlege gerade, was hier Ingeneure sind. Auf jeden Fall Master, Bachelor gibts hier ja fuer viele Natuerwissenschaften schon gar nicht mehr. Ich glaube aber auch MA, aber sie sind bei den Science Faechern untergebracht (zumindest gedanklich und raeumlich :lol: )
 
@loozy: Für Absolventen pädagogischer Studiengängen, die sowohl an Unis als auch an FHs studierbar sind (Pädagogik, Sozialpädagogik) bahnt sich eine unerfreuliche Tendenz an. Arbeitgeber setzen verstärkt auf Fachhochschulpersonal, weil die weniger kosten und zudem mehr Praxisbezug vorzuweisen haben (selbst, wenn es nur deren Ruf ist). Dabei dürfen sie rein gesetzlich schon nicht anhand absolvierter Hochschule bevorzugen.

Das ist richtig mies, aber wenn die Unis nicht mehr so verknöchert wären was die Praxsierfahrung für Lehramt angeht, dann könnte man dieser unerfreulichen Tendenz entegegensteuern (ich kenn mich mit Soz- Päd nicht so aus, nur mit Lehramt, muss ich zu meiner Schande gestehen).
 
Das ist richtig mies, aber wenn die Unis nicht mehr so verknöchert wären was die Praxsierfahrung für Lehramt angeht, dann könnte man dieser unerfreulichen Tendenz entegegensteuern (ich kenn mich mit Soz- Päd nicht so aus, nur mit Lehramt, muss ich zu meiner Schande gestehen).

Wie gesagt: Die Vorstellung, dass die FH soviel mehr Praxisbezug haben, ist bis zum Anerkennungsjahr oftmals falsch.
 
Aah ok :) Trotzdem finde ich das Humbug, irgendwann ist auch mal gut mit der Trennerei. Zumal Englisch und Geschichte einfach keine Fine Arts sind.

Ich ueberlege gerade, was hier Ingeneure sind. Auf jeden Fall Master, Bachelor gibts hier ja fuer viele Natuerwissenschaften schon gar nicht mehr. Ich glaube aber auch MA, aber sie sind bei den Science Faechern untergebracht (zumindest gedanklich und raeumlich :lol: )

Ich muss mich korrigieren, habe gerade auf meinem Diplom nachgeschaut, da steht (auf Lateinisch :lol:) Bachelor of Arts; also war ich anscheinend der erste Jahrgang mit dieser Unterscheidung. Ich weiß aber noch, dass ich ein BFA als Erasmus- Studentin angefangen habe, das wurde uns dann nämlich extra noch erklärt und wir fanden das alle etwas bescheuert :p Wie peinlich :ugly:
 
Ich muss mich korrigieren, habe gerade auf meinem Diplom nachgeschaut, da steht (auf Lateinisch :lol:) Bachelor of Arts; also war ich anscheinend der erste Jahrgang mit dieser Unterscheidung. Ich weiß aber noch, dass ich ein BFA als Erasmus- Studentin angefangen habe, das wurde uns dann nämlich extra noch erklärt und wir fanden das alle etwas bescheuert :p Wie peinlich :ugly:

Naja, ganz ehrlich? Ich glaube das 'F' interessiert keinen, nur alles was hinter BA steht ist relevant :)
 
Die naturwissenschaftliche Praxis läuft aber anders als die pädagogische Praxis. Der Abruf des theoretischen Wissens geschieht anders, erschwerter, wenn lauter kleine Männeken vor dir sitzen.
 
Ein Student aus den Bereichen Ingenieurswesen, Maschinenbau, etc. findet in seinem Beruf Strukturen zu, die es ihm leichter machen, sich einzufinden. Nicht leicht, sondern leichter. Der kann sein Wissen über Maschinen leichter auf die Maschine vor ihm übertragen, während ein Lehrer nicht einfach sein theoretisches Wissen über Pädagogik auf die Kinder vor ihm/ihr übertragen kann, weil sie individuell zu unterschiedlich sind und er/sie es nicht (auch nicht theoretisch) gelernt hat, am Individuum zu arbeiten, während ein Ingenieur es (ohne Praktika, theoretisch) gelernt hat, an exakt diesem Objekt vor ihm zu arbeiten - oder zumindest, wie er es sich erschließen kann.

Der Praxisbezug im Job ist in den Bereichen einfach ein anderer. Notwendig ist er sowieso in beiden Bereichen.
 
Der Praxisbezug im Job ist in den Bereichen einfach ein anderer. Notwendig ist er sowieso in beiden Bereichen.

:tnx:

Was noch hinzu kommt, ist, dass manche Dozenten schon so lange nicht mehr unterrichtet haben, dass sie selber sehr verkalkt sind, was die praktische Umsetzung ihrer Methoden angeht; ich frag da immer meine Mutter, die Lehrerin ist, was sie von der Praxis der Theorie hält; klingt des öfteren ganz anders von dem, was die Dozenten sagen ;)
 
:tnx:

Was noch hinzu kommt, ist, dass manche Dozenten schon so lange nicht mehr unterrichtet haben, dass sie selber sehr verkalkt sind, was die praktische Umsetzung ihrer Methoden angeht; ich frag da immer meine Mutter, die Lehrerin ist, was sie von der Praxis der Theorie hält; klingt des öfteren ganz anders von dem, was die Dozenten sagen ;)

Und da sind wir bei Quantität und Qualität der Pädo-Ausbildung. Wie gesagt: Meiner Erfahrung nach klammern sich junge Lehrer + frische Referendare extrem an das im Studium und Referendariat Gelernte und übernehmen dies. Als Schüler geht dir die 5. Gruppenarbeit in der 6. Stunde aber irgendwann auch auf die Nerven - DAS ist nämlich die andere Seite der Medaillie, auf der immer dargestellt wird, die professoren wüssten, was Kindern+Jugendlichen gefällt.
Im Mittelpunkt vom Unterricht hat der Schüler als Individuum zu stehen. Nicht das Kollektiv, wie es die konservative Schule lehrt, und nicht die didaktische Wissenschaft, wie die verkalkte Schabracke aus dem Hörsaal zu wissen glaubt.
 
Und da sind wir bei Quantität und Qualität der Pädo-Ausbildung. Wie gesagt: Meiner Erfahrung nach klammern sich junge Lehrer + frische Referendare extrem an das im Studium und Referendariat Gelernte und übernehmen dies. Als Schüler geht dir die 5. Gruppenarbeit in der 6. Stunde aber irgendwann auch auf die Nerven - DAS ist nämlich die andere Seite der Medaillie, auf der immer dargestellt wird, die professoren wüssten, was Kindern+Jugendlichen gefällt.
Im Mittelpunkt vom Unterricht hat der Schüler als Individuum zu stehen. Nicht das Kollektiv, wie es die konservative Schule lehrt, und nicht die didaktische Wissenschaft, wie die verkalkte Schabracke aus dem Hörsaal zu wissen glaubt.

Deshalb geht der Trend immer mehr zum selbstgesteuerten Lernen; ich habe mein Blockpraktikum an einer Schule in Köln gemacht, die das praktiziert und war nach einer Woche Einegewöhnung überzeugt davon; da wird das Individuum gefördert, und nicht nur der Klassenverbund vorangetrieben.

Im Semesterpraktikum, das ich dieses Semester zu machen hatte, mussten wir in unserem ausführlichen Unterrichtsentwurf unsere didaktischen Ideen mit Modellen von Klafki und Haumichtot begründen; so ein Blödsinn, ganz ehrlich :stirn: Theorie klingt vielleicht gut auf dem Papier, aber in der Klasse musst Du es dann evtl anders umsetzen, weil die Klasse nicht so will, wie Du es willst.
 
Klafki ist so ein Kardinal der Didaktik (der Papsttitel ist an Meyer vergeben - Oldenburger Schule ;-)) und ein Freak der Emperie. Mir fehlt dabei oft die persönliche Komponente, wenn Lehrer solche Konzepte übernehmen. Genau diese Authentizität ist es aber, die Beziehungen aufrechterhält, was wiederum Lernen ermöglicht. Deswegen habe ich mir in der Jugendarbeit und im Zivildienst, sofern ich dort die Freiräume dazu hatte, stets eigene Sachen überlegt. Konzepte als Ideenpool und didaktischen Chemiebaukasten zu haben ist gar nicht verkehrt, ebenso wenig wie theoretisches Hintergrundwissen. Beides, sowie die Fähigkeit, pädagogisch wie psychologisch begründen zu können, warum man sich so entschieden hat, macht didaktische Kompetenz aus. Das besagt zumindest meine eigene Definition, die ich mir grade beim Verfassen dieses Postes ausgedacht habe, falls es wen interessiert.
 
Klafki ist so ein Kardinal der Didaktik (der Papsttitel ist an Meyer vergeben - Oldenburger Schule ;-)) und ein Freak der Emperie. Mir fehlt dabei oft die persönliche Komponente, wenn Lehrer solche Konzepte übernehmen. Genau diese Authentizität ist es aber, die Beziehungen aufrechterhält, was wiederum Lernen ermöglicht. Deswegen habe ich mir in der Jugendarbeit und im Zivildienst, sofern ich dort die Freiräume dazu hatte, stets eigene Sachen überlegt. Konzepte als Ideenpool und didaktischen Chemiebaukasten zu haben ist gar nicht verkehrt, ebenso wenig wie theoretisches Hintergrundwissen. Beides, sowie die Fähigkeit, pädagogisch wie psychologisch begründen zu können, warum man sich so entschieden hat, macht didaktische Kompetenz aus. Das besagt zumindest meine eigene Definition, die ich mir grade beim Verfassen dieses Postes ausgedacht habe, falls es wen interessiert.

Ich sehe das nicht groß anders als Du :beer:, werde mich aber mit diesem Thema, also meiner persönlichen Ansicht, etwas näher befassen, wenn ich nicht mehr so müde bin ;)
 
Dito, bei mir ist die Prüfung aber wohl erst später :)
Danach gehts ab in die Arbeitswelt :applaus:

Ein Leidgenosse! Viel Erfolg und Durchhaltevermögen (und Selbstdisziplin, dass man nicht zu viel im Werder-Forum rumhängt :p) wünsche ich dir.

Kennt hier noch jemand dieses :wall::lol:-Gefühl, wenn man in irgendwelchen Texten plötzlich auf die Namen "Sokratis" und "Schopenhauer" stößt? Mich wirft das jedesmal total raus :D

Edit: @ SVWAndi: Heißt das, du hast die MA-Arbeit schon hinter dir?
 
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