Ich habe es doch erklärt: Die Wertung ist nur eine Pseudo-Rationalisierung. Es soll damit ein Grund gefunden werden, warum man für den deutschen Verein sein sollte. Erfunden haben das als gewichtiges Argument bezeichnenderweise die Bayern-Fans, die kamen zuerst immer damit. Dabei sind die es, die gar keine weiteren Plätze brauchen.
Das Argument dient als Platzhalter für den Vorwurf des Vaterlandsverräters, als Platzhalter dafür, es immer und grundsätzlich mit dem deutschen Sportler zu halten und nicht mit dem besten, sympathisten oder mit dem Underdog. Die Bayern-Fans wollten gern von ganz Deutschland geliebt werden und wollten ihre Europapokalerfolge gern von allen Deutschen Fans gewürdigt und gefeiert sehen als tolle Leistung für die Nationale Sache.
Nun halte ich es nicht mit der Nation, der Nationalen Sache und nicht mit den anderen Bundesligavereinen, schon gar nicht mit einer Jahreswertung. Beim Fußball halte ich nicht zu einer Wertung, sondern zu einer Mannschaft und zu Fußballspielern. Die Wertung ist kein Grund, sich über ein Tor zu freuen, sie ist ein Grund, sich nicht zu ärgern, wenn die Duselbayern Basel das unverdiente 2:1 reinmurmeln. Schließlich könnte es unter ganz vielen Eventualitäten passieren, dass Werder sogar irgendwann mal von diesem Tor profitiert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gegen 0 geht, dass das eintritt, passiert ist es in Werders Vereinsgeschichte wohl noch nie.
Es ist also mitnichten richtig, dass Werder unmittelbarer Nutznießer solcher Erfolge unsympathischer Haufen im Europapokal ist, und wenn sie Nutznießer sind, dann vollkommen unabhängig davon, dass ich zur sympathischeren Mannschaft FC Basel halte. Wie howie richtig sagt - das Argument wird, aus der Bayern-Ecke kommend, gegen die instrumentalisiert, die es mit der falschen, weil verräterischen, gegen die eigene Nation gerichteten Sache halten, es wird als Gesinnungsargument verwendet. Was uns allen nutzt, da muss man auch rückhaltlos dafür sein, Zweifler werden nicht geduldet und alle anderen sind vaterlandslose Gesellen.