Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Pingy
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Ich habe da wohl ein komplett anderes Spiel gesehen. Endlich mal wieder one-touch, schnelles Umschalten und Überbrücken des Mittelfeldes, dazu eine sichere Defensive, die aus dem Spiel heraus kaum eine Chance zugelassen hat (die Chancen der Hammelburger resultierten hauptsächlich aus (zugegebenermaßen teils schönen) Distanzschüssen und Freistößen). Insgesamt eine Leistung, die sehr viel Hoffnung macht für kommende Aufgaben, wenn TS denn diese Marschroute beibehält. Auch ich fand Rosi gestern ganz ordentlich, leider versagen ihm im entscheidenden Moment immer die Nerven, was man von Arno in den letzten beiden Spielen eben nicht behaupten kann. Daher: Pro Arno in der Startelf, hat er sich mal wieder verdient. auswechseln geht dann immer noch. GWG, mezzo

:tnx:

Sehe ich ähnlich. Jeder weiß, dass ich TS doch eher kritisch gegenüberstehe.
Aber gestern, wenn auch noch lange nicht alles Gold ist was glänzte, hat man ansatzweise das gesehen, was ich irgendwie erwarte. Eine Mannschaft die gut auf den Gegner eingestellt war. Hinzu kamen zum Teil sogar sehr schön anzusehende Spielzüge. Schnelles Spiel nach vorne. Gute Pässe in die freien Räume mit entsprechen abgestimmte Laufwegen des Passempfängers.
Kritisch bleibt, dass auch gestern manchmal das Umschalten eben dann doch zu langsam ging. Eine Szene ist mir in Richtung Offensive in Erinnerung als Rosi plötzlich völlig alleine und eben ohne Unterstützungen 10 Meter in der Hamburger Hälfte stand und er den Ball dann gegen drei oder vier Hamburger verlor. In der Rückwärtsbewegung ist mir eine Szene in Erinnerung, als wir plötzlich wieder drei gegen drei standen.
Hinzukommt weiterhin ein nicht konsequentes Verteidigen bei Standards. Die Hamburger kamen dabei viel zu häufig zum Torabschluss.

Wenn man das Spiel an wirklichen Torchancen miss, dann hätte das Ding 5:2 für uns enden können. Ansonsten ist es nun mal so, dass wir mit Wiese einen der besten, vielleicht sogar den Besten, Keeper der Liga auf der Linie haben. Seine Schwächen sind halt andere. Das gehört dazu.

Sagte ja gestern schon, dass es irgendwie ein Spiel mit vertauschten Rollen war und gerade das gefiel mir eigentlich ganz gut. Viel Ballbesitz zu haben bring einem nichts, wenn man aus dem Spiel heraus keine Tormöglichkeiten kreiert. Das erinnerte doch gestern stark an unsere Heimpartie gegen Dortmund. Nur waren wir da die Mannschaft die mehr Ballbesitz hatte, bis 10 Meter vor den gegnerischen 16ern anrannten, es nicht schafften die Torchancen herauszuspielen und uns dann in schnellen und präzisen Kontern der Dortmunder die Gegentore fingen.
 
:tnx:

Sehe ich ähnlich. Jeder weiß, dass ich TS doch eher kritisch gegenüberstehe.
Aber gestern, wenn auch noch lange nicht alles Gold ist was glänzte, hat man ansatzweise das gesehen, was ich irgendwie erwarte. Eine Mannschaft die gut auf den Gegner eingestellt war. Hinzu kamen zum Teil sogar sehr schön anzusehende Spielzüge. Schnelles Spiel nach vorne. Gute Pässe in die freien Räume mit entsprechen abgestimmte Laufwegen des Passempfängers.
Kritisch bleibt, dass auch gestern manchmal das Umschalten eben dann doch zu langsam ging. Eine Szene ist mir in Richtung Offensive in Erinnerung als Rosi plötzlich völlig alleine und eben ohne Unterstützungen 10 Meter in der Hamburger Hälfte stand und er den Ball dann gegen drei oder vier Hamburger verlor. In der Rückwärtsbewegung ist mir eine Szene in Erinnerung, als wir plötzlich wieder drei gegen drei standen.
Hinzukommt weiterhin ein nicht konsequentes Verteidigen bei Standards. Die Hamburger kamen dabei viel zu häufig zum Torabschluss.

Wenn man das Spiel an wirklichen Torchancen miss, dann hätte das Ding 5:2 für uns enden können. Ansonsten ist es nun mal so, dass wir mit Wiese einen der besten, vielleicht sogar den Besten, Keeper der Liga auf der Linie haben. Seine Schwächen sind halt andere. Das gehört dazu.

Sagte ja gestern schon, dass es irgendwie ein Spiel mit vertauschten Rollen war und gerade das gefiel mir eigentlich ganz gut. Viel Ballbesitz zu haben bring einem nichts, wenn man aus dem Spiel heraus keine Tormöglichkeiten kreiert. Das erinnerte doch gestern stark an unsere Heimpartie gegen Dortmund. Nur waren wir da die Mannschaft die mehr Ballbesitz hatte, bis 10 Meter vor den gegnerischen 16ern anrannten, es nicht schafften die Torchancen herauszuspielen und uns dann in schnellen und präzisen Kontern der Dortmunder die Gegentore fingen.

Zwei Dumme, ein Gedanke?! Siehe oben:tnx:
 
Auch ich stehe Schaaf eher kritisch gegenüber, aber das Spiel gestern hat mir gefallen. Natürlich gibt es noch einiges zu verbessern. Die Marschroute, den Gegner kommen zu lassen und durch geschicktes Verschieben die Räume eng zu machen, gefällt mir. Anstatt wie früher über Ballbesitz zum Erfolg zu kommen, haben wir gestern gezielt Nadelstiche gesetzt. Die gesamte Mannschaft hat gestern gut nach hinten gearbeitet und, was mir am Besten gefallen hat, sehr sehr gut umgeschaltet und gekontert.
Endlich sind wir aufgetreten, wie man auswärts auftreten muss. So muss es weiter gehen. :thumb:
 
:tnx:

Auch ich frage mich schon des Längeren, wann die Mannschaft (vor allem bei diesem eigentlich idealen Spielermaterial) so spielen kann. Der Hurra-Fussball nach vorne, der Werder Anfang des Jahrtausends den Erfolg gebracht hat, kann nicht mehr das einzige Mittel sein.
Und auch ich habe TS lange Zeit dafür kritisiert, zu unflexibel zu sein. Jetzt sieht man, das war zumindest in dem Anspruch der Endgültigkeit mancher Kritiker nicht berechtigt.
Flexibel sein kann man auch mit nur zwei grundlegenden Spielansätzen, aber die müssen beherrscht werden. Und gerade die Raute von TS war eigentlich dafür immer sehr gut geeignet, es ist nur irgendwie nie passiert.
Hoffen wir, dass es jetzt so verbessert weitergeht.
 
Ich hatte gestern im Noten-Thread geschrieben, daß dies für mich das beste Werder-Spiel der Saison war. Dazu stehe ich, vor allem weil die gesamte Mannschaft läuferisch und kämpferisch überzeugt hat, auch heute.

Für unsere Verhältnisse standen wir gestern hinten sehr sicher. Mit einem Sokatris als Turm in der Schlacht hat unsere Defensive inkl. im MF für unsere Verhältnisse ordentlich abgeräumt und über Wiese bräuchte man eigentlich kein Wort mehr zu verlieren, denn wenn wir 34 Saisonspiele gegen den HSV betreiten würden, wäre uns alleine durch ihn der Meistertitel fast schon schon sicher, so geil und leistungsfördernd ist es für ihn, gegen St. Ellingen zu spielen. Und nach vorne hin wußten wir zumindest in der 1. HZ mit gelungenem Paßspiel zu überzeugen und wir haben den HSV so ausgekontert, wie es uns zu häufig widerfährt.

Aber bei dem in dieser Saison gebotenem war das auch keine all zu große Kunst, das die gestrige Partie zum besten Saisonspiel wurde. Ich schrieb im vorherigen Absatz "für unsere Verhältnisse" und damit bin ich auch beim springenden Punkt, denn einiges von dem, was in der 1. HZ sehr gut funktionierte, klappte in der 2. HZ nur eingeschränkt, denn dort haben wir uns hinten einlullen lassen. Das war mal wieder typsch für unser Spiel, weil absolut überflüssig, denn dazu konnte es nur kommen, weil wir a) mit dem Versemmeln einer 100%igen eine frühe Vorentscheidung verpaßt b) zu wenige Offensiv-Entlastungen aus dem Mittelfeld für die Defensive gezeigt und c) nicht gerade wenige unvermeidbare Ballverluste (Fehlpässe, bei Ballbesitz nicht ausreichende Unterstützung durch Mitspieler) einen großen Beitrag dazu geleistet haben, daß der HSV uns im 2. Durchgang überhaupt so unter Druck setzen konnte.

Für einen HSV in seiner gestrigen Verfassung hat es dennoch für uns gereicht, auch weil unser Nordrivale mit seinen Patzern (Ricon verdaddelt vor dem 0:1 den Ball, Marins Schuß war ebenso wie der Kopfball von Trybull zum 0:2 für HSV-Keeper Drobny nicht unhaltbar und der kollektive Blackout von Westermann/Rajkovic vor dem 1:3 wird wohl in dem einen oder anderen Saisonrückblick wieder zu sehen sein) einen großen Beitrag dazu geleistet hat, daß wir bei einer geringen Anzahl an Torchancen trotzdem zu 3 siegbringenden Auswärtstreffern gekommen sind. Und damit sind wir auch schon bei unserem nächsten Manko, der Effektivität. Gestern hat sie unter gütiger Mithilfe des Gegners auch gestimmt, bei unserem letzten Auswärtssieg in Mainz (ebenfalls 3:1) hat sie auch gestimmt, aber sonst? Sonst haben wir auch in den gewonnenen Spielen zu viele Tormöglichkeiten liegen lassen.

Es war gestern ein packendes, kampfbetontes Spiel, welches auch einem objektiven Beobachter gefallen haben muß. Aber wir müssen auch so objektiv sein, daß so schön sich ein Derbysieg vor allem auswärts auch anfühlt, wir trotz vieler postive Askpekte, die wir gesehen haben, noch längst nicht alles Gold ist, was glänzt. Es gilt jetzt, die positiven Aspekte aus dem gestrigen Spiel in die kommenden Partien nicht nur mitnehmen, sondern auch noch auszubauen.
 
Was mir sehr gut gefallen hat, war die taktische ausrichtung, die war unserem derzeitigen Können und dem Spiel in Hamburg absolut angemessen. Und auch wenn sicherlich nicht alles gold war, so war es ein wirklich guter Auftrag und exakt das, was wir derzeit können. Nicht mehr, aber eben vor allem auch nicht weniger. Das Glas ist dreiviertelvoll.

Interessant fand ich, wie Schaaf das Spiel angegangen ist. Man dachte ja, es sei eine Art Raute, die er spielt, aber stattdessen spielten wir teilweise ein ziemlich konsequentes 4-3-3 mit zwei Dreierreihen vor der viererkette, wodurch wir die Räume gut verengen konnten. Das Umschalten in beide richtungen sah phasenweise sehr gut aus und die Angst einer Niederlage stelle sich aus der Stadionperspektive zu keinem Zeitpunkt ein, da Werder zwar passiv/reaktiv agierte, aber bei weitem die bessere Spielanlage und die zwingenderen Angriffsaktionen zeigte. Insbesondere über Marin, der einmal mehr bewies, dass er vor allem ein sogenannter Transition-Spieler ist, also einer, der seine Stärken hat, wenn schnell umgeschaltet und nach vorne gespielt wird, und das relativ unabhängig von der Position. trotzdem kam es ihm, so denke ich, entgegen, dass er recht konsequent über die rechte Seite spielen konnte.
 
Ich war gestern das erste Mal seit sehr langer Zeit mit dem Spiel im Mittelfeld zufrieden. Nach zumindest 1 1/2 Jahren mit sehr vielen Fehlern, Ungenauigkeiten, Missverständnissen, unsicherem, behebigem Spiel und vielen unnötigen Ballverlusten, hat es die Mannschaft gestern mMn erstmals geschafft, über weite Strecken ein wirklich gutes, kreatives (Konter-)Spiel aufzuziehen. Zudem hat man es auch in schwierigen Phasen geschafft das Spiel zu ordnen, zu verlagern und den Ball geschickt in den eigenen Reihen zu halten.

Natürlich war noch nicht alles Gold, was glänzt (Wiese hat sehr gut gehalten, man hat von unglaublichen Fehlern des HSV profitiert und hatte beispielsweise beim Stangenschuss auch viel Glück).

Aber mMn hat sich jetzt in der Abwehr und im Mittelfeld eindeutig eine Stammformation herauskristalisiert und es gibt deutliche Anzeichen, dass da was entsteht. Der Umbruch scheint endlich geschafft zu sein.

Ich habe auch schon öfter Kritik an TS geübt, habe aber nie seine Ablöse gefordert und habe ihn gerade letztes als es schlecht lief, verteidigt, weil sich gerade in so schwierigen Zeiten der wahre Charakter eines Trainers zeigt und da hat TS wirklich Größe bewiesen.

Was ich an TS mag, ist seine Geduld und Langfristigkeit. Als Fan schmeißt man schnell mal die Nerven weg, wenn ein Spieler bzw. ein System nicht funktioniert. Schaaf macht einfach weiter und lässt solche Sprüche los wie "der Spieler muss sich mehr einbringen", usw., die wir alle nicht mehr hören können. Aber mal ehrlich, welcher Trainer bringt soviel Geduld auf mit einem Spieler wie beispielsweise Arnautovic auf. Das scheint sich aber langfristig auszuzahlen.

Irgendwie ist es bei TS wie mit einem großen Dampfer, Richtungsänderungen gehen nur sehr langsam und extrem zäh von statten, dafür wenn sie einmal geschafft sind haben sie dafür Bestand und man hat über längere Zeiträume Erfolg.
 
Vorweg:

Das war ja nun kein Spiel, das Anlass zu solch - grundsätzlich - positiven Ergüssen liefern sollte, wie sie TS nach dem Spiel von sich gab.
Die wesentlichen Gründe für den Sieg des SV Werder heute (bzw. gestern ...) waren meiner Meinung nach:
1. Ein (endlich wieder) bärenstarker Tim Wiese
2. Großes Pech im Torabschluss der Hamburger
3. Großes Glück beim Einnetzen von Chancen, die eigentlich keine waren bzw. das gnadenlose Profitieren von Blackouts der HSV-IV (die einzigen schön herausgespielten Torchancen haben Rosenberg und Pizarro ja leider recht kläglich versemmelt ...).

1. Tim Wiese war stark, wurde aber fast nur durch Distanzschüsse geprüft. Warum? Weil eben nicht nur Tim maßgeblich verantwortlich dafür ist, dass wir gewonnen haben sondern eine sehr stabile Defensive insgesamt. Wie viele Chancen hat sich denn der HSV wirklich aus dem Spiel heraus erarbeitet? Der Pfostenschuss und die Direktabnahme von Petric direkt auf Wiese. Da haben wir DEUTLICH mehr Chancen erspielt, neben den Toren noch zwei 100%ige (die von Rosi und Pizza) sowie die hochkarätige von Rosi wo Drobny gerade noch so rettet und diverse weitere schöne Angriffe mit Torabschluss.

2. Siehe oben. Teilweise (Petric) in der Tat Pech. Umgekehrt hat er aber bei seinem Anschlusstor auch Glück gehabt. Aber all die anderen Schüsse waren nicht Pech sondern meist aus der Distanz geschossen. Ein wenig Glück hatten wir, dass die Kopfbälle meist nicht auf das Tor gekommen sind, hier muss dringend wieder an der Luftüberlegenheit im eigenen Strafraum gearbeitet werden.

3. Glück beim Einnetzen? Sag das mal Rosi :D Wir hatten viele gute Chancen, der HSV ein paar weniger und wir waren eben effektiv. Nichts wofür man sich entschuldigen sollte.

Summa summarum: Ich habe in letzer Zeit oft das Gefühl (geht jetzt nicht direkt an dich), dass manch einer versucht das Negative herauszustellen, wo es eigentlich viel mehr positives gibt. Wir gewinnen ja immer nur wegen Pizarro, sind von ihm abhängig. Aber was passiert wenn der Gegner Pizarro aus dem Spiel nimmt und doppelt? Richtig, Pizza steht nicht alleine auf dem Platz, dann ergeben sich Räume für die anderen und Marin und Rosenberg haben diese gestern genutzt. Nun sagst du nicht wir seien von Pizza abhängig, gestern war es zur Abwechslung mal wieder Wiese dem wir den Sieg zu verdanken haben....besser wäre es aber einmal daran zu denken, dass wir weiterhin ein ziemlich starkes Team beisammen haben, mit individuell starken Leuten die den Unterschied ausmachen können. Gestern haben Marin und Wiese den Unterschied ausgemacht, wir sollten uns freuen solche Spieler zu haben und nicht die vermeinliche Abhängigkeit von ihnen herausstellen.

Wenn ich hier lese (wie erwartet), nun müsse aber "der Iro" auf jeden Fall in die Startelf rücken, hoffe ich doch mal ganz stark, dass das nicht passieren wird. Markus Rosenberg hat zur Zeit einen guten Lauf (auch wenn die vergebene Chance heute wirklich weh tat ...). Er bewegt sich super, er sieht die Räume, er bietet sich an und sorgt für Gefahr. Er hatte die letzten Wochen einfach nur Pech mit dem Pfosten.

Arnautovic hat ebenso einen "Lauf". Ja, Rosenberg arbeitet gut, hat gestern wieder ein ordentliches Spiel hingelegt. Aber er trifft nicht und das ist nunmal das wesentliche. Man kann wohl guten Gewissens sagen, dass wir jetzt vier Punkte mehr auf dem Konto hätten, wenn Rosenberg in den ersten Spielen der Rückrunde nicht den Pfosten sondern das Tor getroffen hätte. Dies hat sich gestern wiederholt. Der einzige Grund weshalb man in der Zweiten Halbzeit Angst um Werder haben musste war, weil Rosenberg ein perfektes Zuspiel jämmerlich am Tor vorbei geschossen hat anstatt mit dem 3:0 den Sack zuzumachen. Und hier unterschiedet sich Arnautovic aktuell von Rosenberg: Er macht die Dinger rein, letzte Woche das unglaublich wichtige 1:1 und diese Woche ganz abgezockt mit dem 3:1 die Entscheidung herbeigeführt, dazu noch wunderbares Zusammenspiel mit Pizarro (nur dass der fast ebenso jämmerlich das 4:1 vergibt weil er Drobny mit einem Heber demütigen will). Der langen Rede kurzer Sinn: Arnautovic gehört klar wieder in die Startelf, wie es dann läuft muss man mal sehen aber es ist gut wieder einen anständigen Konkurrenzkampf um die Plätze im Sturm zu haben.
 
Ich habe mir das Spiel nochmal angesehen und dabei auf das System geachtet, da hier und im Worum ja überwiegend von einem 4-3-3 die Rede war.

In der ersten Halbzeit haben wir überwiegend eine glasklare Raute gespielt, mit Marin, der schematisch hinter den Spitzen blieb und offensiv gewohnt variabel auftrat. Der Trick dabei, der mir sehr gefiel, war, dass Marin beim gegnerischen Spielaufbau erstmal höher blieb um der Dreierkette der Hamburger zu begegnen und im Laufe des gegnerischen Angriffes Marin und einer der Stürmer zusammen auf einer Linie agiert haben. Also 4-3-2-1, auch bekannt als "Tannenbaumsystem". Diese Variante hat auch der AC Mailand am Mittwoch gezeigt und gefällt mir sehr.

In der zweiten Halbzeit ging Marin zunehmend auch in der defensive häufiger auf den rechten Flügel und blieb da manchmal, manchmal rückte er aber auch wieder ein. Hier könnte man tatsächlich von einer Art 4-3-3 sprechen, was ich aber nach wie vor nicht tun würde. Zum einen, weil es der Sinn der Raute ist, flexibel auf die Spielsituation zu reagieren und so situationsbedingt auch andere Systeme zu bilden. Zum anderen, weil nach wie vor mehr typische Mechanismen einer Raute als eines 4-3-3 erkennbar waren. Zumal die Halbpositionsspieler in der Defensive nach wie vor für die Doppelung der Außen zuständig waren und nicht die Flügelstürmer, wie in einem 4-3-3 mittlerweile eigentlich üblich.

Alles in allem, gefällt mir aber, wie Schaaf endlich gebrauch von anderen Verteidigungsmethoden gebrauch macht als dem stark anfälligen 4-3-1-2. Was mich am meisten gefreut hat, waren die scheinbar klarer als sonst definierten Aufgaben und Spielzüge und die konsequente Dreiecksbildung (zumindest in der ersten Halbzeit). Letztere habe ich bereits einige Male gefordert. Ein Netz aus Dreiecken ermöglicht Kontrolle im Raum, sicheres Kombinieren und bessere Möglichkeiten zur Ballrückeroberung nach Ballverlust.

Ich hoffe, wie gestern schon geschrieben, dass Schaaf an diese Ansätze jetzt konsequent anknüft und sie weiterentwickelt, auch mit einem stärkengerechteren Einsetzen mancher Spieler. So könnte sich tatsächlich etwas entwickeln und ich müsste meine Beiträge von letzter Woche doch noch mal revidieren. Aber abwarten. Es wäre nicht der erste Rückfall.
 
Ein lupenreines 4-3-3 war es nicht, aber es wurde teilweise recht klar 4-3-3 gespielt, wobei die drei vorne mehr gewechselt haben, wobei die hintere Reihe recht konsequent eine Dreierkette vor der Viererkette gebildet hat.
 
Wenn es noch etwas zu verbessern gibt, dann dass wir zu viele Freistöße verschenkt haben. Manchmal muss man Foul spielen, völlig klar, aber da waren von Sokratis, Affolter und Bargfrede auch ein paar überflüssige Dinger dabei. Das war umso dümmer, als der HSV eigentlich nur durch Standards Gefahr ausstrahlte und Werder nur dort hin und wieder anfällig wirkte.
 
Ein lupenreines 4-3-3 war es nicht, aber es wurde teilweise recht klar 4-3-3 gespielt, wobei die drei vorne mehr gewechselt haben, wobei die hintere Reihe recht konsequent eine Dreierkette vor der Viererkette gebildet hat.

defensiv sind wir mit 2 3er reihen gestanden - das ganze spiel über. hin und wieder ist mal wer aus der "stürmerreihe" ausgebrochen um die gegnerischen verteidiger ein bisschen zu stören. das hat mir sehr gut gefallen.

offensiv ist es schwer von einem "bestimmten" system zu sprechen. vorne wurde quer durch rochiert und eine wirkliche positionstreue war da nicht gegeben unter marin rosi und pizarro. ob man das nun 4 3 3 oder 4 3 1 2 oder eben ein 4 4 2 als raute sehen will war sehr stark abhängig von den jeweiligen spielsituationen. das hat mir sehr gut gefallen weil wir weitaus unberechenbarer waren als zb. ggn. freiburg wo wir immer durch das zentrum gekommen sind. diese art zu spielen fällt aber schlicht unter modernes offensivspiel ob man das auf dem papier als raute, 4/3/3 oder 4/3/1/2 aufstellt ist da ziemlich egal und 100%ig "richtig" keines der genannten systeme.
 
Wenn es noch etwas zu verbessern gibt, dann dass wir zu viele Freistöße verschenkt haben. Manchmal muss man Foul spielen, völlig klar, aber da waren von Sokratis, Affolter und Bargfrede auch ein paar überflüssige Dinger dabei. Das war umso dümmer, als der HSV eigentlich nur durch Standards Gefahr ausstrahlte und Werder nur dort hin und wieder anfällig wirkte.

Schon, wobei manche Dinger stark provoziert waren und manches einfach nur Fehlentscheidungen. Aber generell hast du recht, zu viele Standards bei fehlender Kopfballhoheit im eigenen Strafraum sind eine üble Kombination. Der HSV ist ja diverse male zum Kopfball in unserem 16er gekommen, zum Glück dabei aber mit wenig Präzision.
 
Die Frage ist ja schon: Warum nicht öfter so? Stellt TS die Jungs selten so ein oder können es nicht umsetzen? Ich vermute TS will eher selten so defensiv spielen und stehen obwohl genau das uns gut tun würde. Siehe heute.
Versuch einer Antwort:

Zunächst mal fand ich, dass Werder nicht grundsätzlich anders agiert hat als in den letzten Monaten, die Kern-Defizite waren für mich auch in HH augenscheinlich und ich glaube es wird schwer, auf diese Weise gegen Nürnberg erfolgreich zu sein. Viel mehr als im spielerischen Bereich hakt es bei uns im strategischen Spielverständnis, im Raum und beim Verschieben. Wobei in der Hinsicht Trybull und Junuzovic mit ihrer offensichtlich guten Ausbildung echte Gewinne sind, jedenfalls macht es sich bezahlt, dort zwar nicht so kampfstarke, dafür aber "spielintelligentere" Akteure zu haben, als ein Mf-Duo Iggy/ Bargy oder Bargy/ Fritz in der HR. Und was uns ausserdem entgegenkam, ist dass Marin anders als Ekici zuletzt nicht so statisch das Zentrum hält, sondern besser mit dem Sturmduo zirkuliert. Kehrseite der Medaille: So hatten wir ein paar Schwierigkeiten in der Abstimmung mit Stürmern und Zehner, wodurch unsere Spitzen diesmal nicht so gut in`s Spiel kamen.

Deshalb ist mMn auch eine spielerische Entwicklung durchaus erkennbar, wie schon gegen Ende der Hoffenheim-Partie, es gibt mehr Jungs auf dem Rasen, die die Schaaf` sche Spielidee verstanden haben und einigermaßen umsetzen können. Zudem tritt die Truppe weiterhin als geschlossene Einheit auf, was schon in der Hinrunde DER Trumpf war.

Der Verlauf kam uns natürlich entgegen, andererseits hat die Mannschaft von Beginn an gezeigt, dass sie unbedingt wollte. Es wurde kompromissloser als sonst vorgegangen, wenn nötig bzw. nicht anders möglich, der konsequente Schlag nach vorn oder auf die Ränge gewählt (was zu Lasten der Passquote ging, weil es wieder einmal an der nötigen Eingespielt- und Abgestimmtheit fehlte), hier und dort das wichtige Foul in den Zonen, wo es angebracht und richtig war. Damit kam der HSV anfangs überhaupt nicht zurecht, ich fand die 1:0-Führung folgerichtig.

MMn ebenso wichtig, dass die Raute mit der Führung im Rücken konsequenter im 4-3-1-2 bzw. teils im 4-3-3 interpretiert wurde, insbesondere Junuzovic/ Trybull verstanden es gut, gegen den Ball die Dreierlinie mit Bargfrede zu formieren. Das wiederrum war eine gute Antwort auf das HSV-Spiel.
Denn Hamburg hat wie kein anderer unserer bisherigen Gegner extrem versucht, das Spiel in die Breite zu ziehen, oftmals gar eine 5er Linie. Wobei Werder wie üblich die gesamte Raute stark auf die Seite des Spielgeschehens verschob, wodurch dann alles mit eigenen Spielern überladen war und die andere Seite oft mit zwei freien HSV-Spielern blank gelassen wurde. Aber die Hamburger schafften regelmäßig den Seitenwechsel nicht, und wenn doch einmal, viel zu langsam und umständlich. Jarolim – Ball am Fuss, tippel, tippel, tippel, um die Achse drehen, noch mal drauftreten, obwohl Werder vor der Viererkette immer wieder Raum ließ – als HSV-Fan hätte mich das an den Rande des Wahnsinns gebracht. Aber gut so…

Dadurch war der HSV selten bis nie in der Lage, Werder`s strategische Schwäche im Zentrum vor der Abwehr (Bargfrede) sowie beim wechselhaften Rausrücken der IV`s effizient zu nutzen. Gelang es doch mal, kamen sie sofort zu Tormöglichkeiten.

Wer wie ich dachte, dass Fink dieses Spiel liest und in der zweiten HZ systemisch umstellt, vertikaler und schneller nach vorn spielen lässt, wurde getäuscht, die haben zum Glück stupide so weiter gemacht. Danke dafür.

Hamburg hat das Spiel neben den Unzulänglichkeiten in der Viererkette – selten einen LV wie Aogo gesehen, der immer wieder falsch und zu hoch steht und zudem dermaßen schlecht mit den IV`s abgestimmt ist (schade, dass Werder da nicht noch effektiver war, indem sie öfter schneller steil gespielt bzw. sich besser bewegt hätten) – in der Engstirnigkeit auf der taktischen Ebene verloren. Hätte nicht gedacht, dass das mal einem gegnerischen Trainer eher als uns passiert. Rein spieltaktisch sehe ich einiges, was dort abläuft, nach wie vor kritisch, gerade auch das konsequente 2-Stürmer-Spiel und die Besetzung vor der Abwehr/ im DM. Ebenso zwiegespalten bin ich bei der Frage Harthertz/ Schmitz.

Deshalb sollten wir auch vorsichtig sein, dieses Spiel über zu bewerten. Somit zu Deiner Frage, -TS wird nie vorgeben, hinten Harakiri spielen zu lassen, nur hängt es eben von der systemischen Umsetzung, den Spielern die das tun sollen, zu einem kleinen Teil von deren Tagesform, und nicht zuletzt von der Flexibilität des Trainers ab. Inbesondere in letzterem Punkt sehe ich nur sehr geringfügige Verbesserungen.

Unabhängig davon war es ein schöner Nachmittag in einem schönen Stadion mit - natürlich – toller Stimmung bei uns im Block. :beer:
 
Die war in der Tat super!

Ich finde Deine Bewertung zu hart. Ich finde Schaaf oder die Mannschaft oder beide haben auf das breite Spiel der Hamburger durch das 4-3-3, das wir mit zunehmender Spieldauer immer konsequenter gespielt, obwohl wir zuerst mit der Raute angefangen haben, sehr flexibel und vor allem auch sehr gut reagiert. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren im Vergleich zu vorherigen Auswärtsspielen verbessert, weil die offensive Dreierreihe recht tief stand, wodurch die tiefe Abwehr nicht schaden konnte.

Dass wir in der mittleren Dreierreihe jetzt nicht gerade weltklasse besetzt waren, macht die taktische Leistung meiner Meinung nach umso wertvoller. Wir haben das gemacht, was Du immer forderst: Mit klaren und einfachen Vorgaben das gespielt, was wir derzeit können und was dem Spiel angemessen war.

Sehr gut fand ich, wie Schaaf das auch im Interview nach dem Spiel analysiert hat. Er meinte, dass das teilweise schon sehr gut war, aber nicht über 90 Minuten. Er wird vor allem die Phase so ca. zwischen 50. und 65. Minute gemeint haben, da sind wir zu sehr unter Druck geraten. Das Tor selbst fiel dann, als wir das Spiel beruhigt hatten, durch Fehler von Affolter und Fritz, aber nach dem Gegentor sind wir ruhig geblieben. Das war wiederum sehr positiv, wie ich fand. Hatte eigentlich nie das Gefühl, dass wir da noch in die ganz großen Probleme geraten.

Insgesamt war das für eine so junge Truppe eine reife taktische Leistung und es war auch mal clever gespielt. Den einen oder anderen Konter besser ausgespielt, einen Pizarro in Topform, einen verbesserten Arnautovic und einen gesunden Hunt da rein, für die hohen Dinger Naldo - und das sähe bestimmt mal richtig nach Fußball aus.
 
bin zu faul für lange Posts von daher begrenze ich es auf das Minimum:

Wenn ich mir mal anschaue, wieviele Gegentore wir aus dem Spiel heraus in der RR bekommen haben, dann mein ich sind wir auf einem sehr guten Weg.
BIn zufrieden mit der Truppe und Verantwortlichen.
 
@ Mick

Was sagst du denn hierzu:

http://www.werder.de/de/profis/news/37796.php

...und damit meine ich nicht zu den übertriebenen Formuliereungen wie "Taktikfuchs" sondern vielmehr zu den doch sehr eindeutigen Aussagen der Spieler Marin und Pizarro.
Mir scheint als widerspräche allein das schon deiner Darstellung, man habe eigentlich größtenteils wie immer Stur sein Spiel gespielt, doch erheblich.
 
Ich finde Deine Bewertung zu hart. Ich finde Schaaf oder die Mannschaft oder beide haben auf das breite Spiel der Hamburger durch das 4-3-3, das wir mit zunehmender Spieldauer immer konsequenter gespielt, obwohl wir zuerst mit der Raute angefangen haben, sehr flexibel und vor allem auch sehr gut reagiert. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren im Vergleich zu vorherigen Auswärtsspielen verbessert, weil die offensive Dreierreihe recht tief stand, wodurch die tiefe Abwehr nicht schaden konnte.
Sehe ich doch aber ähnlich, wie oben beschrieben. Auch dass auffällig war, wie wir gerade nach der Führung sehr gut auf 4-3-1-2 geschoben und gehalten haben.

Bei dem mit der jungen, wenig eingespielten Truppe und der taktisch reifen Leistung würde ich anmerken, dass der HSV bei ersterem praktisch gleiche Voraussetzungen hatte. Und letztlich war es in manchen Szenen wieder viel zu einfach, für den Gegner dort zu Torchancen zu kommen, wo bei uns speziell zwischen der IV und dem 6er Stellungsspiel und Ordnung nicht passten. Das war in der HR mit Hunt und Naldo übrigens genauso.


@Blacki84
Aussagen von Spielern zur Partie kommentiere ich jetzt mal nicht, warum wurde öfters schon durchgekaut, ebenso zu "größtenteils wie immer Stur sein Spiel gespielt" (und empfehle genaueres Lesen).

Habe mir am Do. die Pressekonferenz zum Spiel zweimal angeschaut, da hat Schaaf glaub ich schon eindeutig durchblicken lassen, dass sie die Spiele der Hamburger gegen Bayern und in Köln analysiert haben.

Alles i. O., es muss nur mal beibehalten werden, denn das Problem ist doch, dass wir bei Schaaf nur zu gut wissen, wie schnell auf kurzfristigen Erfolg in solchen Spielen wie Sa. die üblichen Rückschläge folgen, und das dann langfristig.

Ausserdem wird interessant zu beobachten sein, ob wir es so wie in HH auch gegen eine routinierte Truppe wie bspw. Hannover durchziehen können. Die nächsten Wochen haben mMn mehr Aussagekraft als so ein Spiel gegen unbedarfte, zudem hochnervöse Hamburger, die obendrein reines Komödiantenstadl in der Deckung abgeliefert haben.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Back
Top