Der "Realität" angepasst hört sich gut an.
Es geht immer noch darum anzuerkennen, dass Totalverbote nicht funktionieren.
Man mag ja vieles kritisieren im globalen Wirtschaftssystem und aber es ja nun nicht so, dass beispielsweise eine "Pflicht" besteht kostenpflichtige Produkte, beispielsweise in der Musikindustrie, oder eben bestimmte gut vermarktete Gruppen oder Künstler zu "konsumieren".
Da besteht der "Fehler", den ihr sehr bei den Konsumenten, der das Angebot durchaus durch sein Nachfrageverhalten steuern kann.
Jaja, was war zu erst da? Huhn oder Ei? Die Milliarden an Werbegeldern werden eingesetzt um die potentiellen Konumenten zu interessieren. Das tun sie dann auch. Aber ich will hier nicht noch eine Diskussion über den Einfluß von Werbung auf den Einzelnen eröffnen. Fakt ist: als soziale Wesen streben wir nach Teilhabe an der Gesellschaft, darauf können wir uns sicher einigen. Das meint auch Teilhabe an der Kultur. Alles weitere ist auch hier bereits besprochen worden. Wenn du zweiflst: sag mir, wie viel Werbung du täglich unfreiwillig siehst.
Mal ein ganz anderes Beispiel. (...)
So lange Konsumenten nicht selbständig ihre Marktmacht nutzen, so lange bringt die ganze Diskussion nichts.
Ich weiss nicht worauf du dich hier hinaus willst, aber ich tippe mal, dass die Frage mit dem Huhn auch hier von Bedeutung ist.
Will man mündige Bürger haben, muss man ihnen den dazu nötigen Lernprozess gestatten. Die Bereitschaft dazu war in BRD bisher nicht besonders ausgeprägt. Eher wird argumentiert, die Deutschen wollen sich führen lassen. Auch Gabriel und C. Montgomery Merkel erzählen mir das.
Will man informierte Kunden haben, muss man ihnen die nötigen Infokanäle und Alternativen (er-)öffnen.
Genau das ist eigentlich Thema der FDP - gewesen. Da hat man sich leider zu selten engagiert. Eine Leuth.-Schn muß sich einige Kritik anhören, dabei hält sie momentan fast als Einzige die Werte der FDP (Bürgerrechte, schlanker Staat) hoch.
Die Piraten entern das polit. Parkett auch an dieser Stelle: Es werden nicht 2% mehr von diesem oder 3Monate weniger von jenem versprochen,
es soll an Prinzipien der Politikgestaltung gedreht werden, um den Wählern mehr Einfluß, den Konsumenten mehr Rechte und Sachargumenten mehr Gewicht zu geben. Daher ist mir auch schnurz, ob die Piraten für liberal oder links gehalten werden: wir sind pragmatisch veranlagt. In der Presse heisst das dann "technikaffin". Vermutlich vermissen einige Journalisten die einfache links-rechts-Verortung und sind daher skeptisch.
Ich sage: habe Vertrauen, junger Padavan -
die Macht wird mit dir sein.
Die Piraten machen meines erachtens den gleichen Fehler wie die Grünen. Sie meinen zu wissen, was der Konsument will und versuchen dies durch staatliche Regelungen ("Anpassung an die (vermeintliche) Realität") zu steuern. Am Ende des Tages ist es staatliche Bevormundung.
Du verdrehst die Umstände. Das macht mich echt traurig, dass gerade von dir
so ein Spruch kommt. Es geht nicht um mehr Gesetze, wie, sagen wir mal, das Apothekenmonopol, die Förderung von irgendwas mit möglichst hohem bürokratischen Aufwand, (...)
es geht um
Entscheidungsfreiheit. Wie gerade DU als FDPler das verkennen kannst, ist mir unklar.
Im Übrigen ist schon witzig, dass gerade aus Reihen politisch Aktiver massenweise Tipps kommen, wie man dies und das machen kann, und das man das und jenes keinesfalls tun kann...

Warum gibt es die Piraten?
Weil es die etablierten Parteien bisher so super hinbekommen haben, Bürger- und Konsumentenrechte zu schützen?
Weil wir Bürger uns bei Marktradikalen und Besitzstandswarern so gut aufgehoben fühlen?
Weil die Lobbyisten in Berlin und Brüssel so tolle Arbeit im Sinne des Allgemeinwohls leisten?
Im Übrigen ist es auch nicht verwerflich, wenn sich ein Anbieter eines Produktes, sei es ein Musiker, allein darauf ausrichtet kommerziell zu agieren. D. h. der Zweck seines Schaffens allein darauf ausgerichtet ist in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. Es ist dann eben am potentiellen Kunden zu entscheiden, ob das geschaffene Produkt die Qualität aufweist, die er sich wünscht und somit das Produkt kauft.
OMG! Habe ich etwas anderes behauptet!?
Deine und Niedersachses "Verteidigungs"strategie erinnert an Kavalerie vs. Sherman.
Ihr pickt euch hier Details aus den Erklärungen raus, mit denen ich versuche euch die Ziele der Piraten näher zu bringen. Erklärungen, die, wie ich gestern Abend schrieb, der Komplexität der Problematik auf Grund des hier zur Verfügung stehenden Rahmens unangemessen kurz sind.
Nochmal: Bürger sollen nicht bevormundet, der Markt nicht abgeschafft werden. Die ausschliesslich
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik seitens CDU/CSU/FDP ist ausgereizt.
Das Pendel schlägt um.
Wie lange Urheber- oder Patentrechte gelten müssen kann man diskutieren. Aber auch geerbtes Eigentum ist Eigentum. Man sollte nicht verkennen, dass hinter den Vermarktungsgesellschaften, die in erster Linie Dienstleister für die Inhaber der Rechte sind, eben genau diese Inhaber stehen. Und seien es eben die Kinder oder Kindeskinder von Musikern.
Und das von einem FDPler....... Diese Aussage ist so typisch deutsch....... Nun, um deinem nächsten Einwand vorzugreifen: das Erbrecht soll nicht abgeschafft werden, Oma ihr klein Häuschen bleibt in Familienbesitz.
Insbesondere liberale Theoretiker haben doch ellenlang darüber diskutiert, ab welcher Summe Erben von Vermögen/geldwerten Vorteilen wie Lizenzen, Grundbesitz... zu besteuern sind.
Erbschaftssteuer gibt es übrigends schon
In wie weit Erben durch div. Errungenschaften ihrer Ahnen bereits mit Vorteilen ins Leben gehen ist individuell sehr unterschiedlich. Ab einer gewissen Summe, die es zu diskutieren gilt, wie es im Zuge der letzten Erbrechtsreform ausgiebig getan wurde, ist eine Re-Vergemeinschaftung der zu vererbenden "Dinge" (bspw. durch Erbschaftssteuer) sinnvoll. Wie gesagt, insbesondere liberale Theoretiker haben darüber siniert, welchen Einfluß das Erbrecht auf die in Deutschland mangelhaft ausgeprägte gesellschaftliche Mobilität hat. Stichwort "Leistung muß sich lohnen".
Habe ich doch gesagt. Lies dir noch mal meinen Post durch. Ich halte es für absurd Privateigentum an den Gensequenzen in der Natur vorkommender Pflanzen oder Tieren zuzulassen.
Das habe ich auch verstanden. Mir ging es darum klar zu stellen, dass Eigentum - seien es Patente, Lizenzen oder ähnliches - obwohl sie rechtlich legitimiert sind und seitens der Exekutive geschützt werden, Unrecht sein können. Da sind wir uns dann wohl auch einig.
(Ist aber bezüglich unseres eigentlichen Diskussionsthemas eher nebensächlich.)
Das sehe ich auch nicht ganz so. Ich weiss jetzt nicht in wie vielen Kommunalparlamenten die Piraten bisher vertreten sind, aber sie sind zumindest Mitglied in einem Landesparlament. Und als Teil dieses Legislativorgans tragen sie schon Verantwortung. Auch als Nichtregierunsfraktion hat man eine Verantwortung. Die Mitgliedschaft in einem Parlament ist ja kein Selbszweck.
Wo kann denn das Land Berlin Einfluß auf die -Krise nehmen?! Ich bitte dich! Selbst der Bundesrat ist in dieser Sache ziemlich ungefragt.
Nein, nein. Die Piraten sollten dem Affen nicht zu viel Zucker geben, das macht nämlich süchtig. Statt nun schon mit irgendwelchen Forderungen aufzutreten sollte die Entwicklung der nächsten Wchen und Monate beobachtet, kritisch begleitet und zum Wahlkampfauftakt mit Gegenvorschlägen konfrontiert werden. Sonst eiern wir wie der nette Herr Rösler von Woche zu Woche von einer wirtschaftspolitischen Richtung zur Anderen. Füllt die Zeitungen, bringt aber nur Verunsicherung.
Bis zur Veröffentlichung der Parteibeschlüsse kann man aus den Prinzipien der Piraten eine Tendenz herauslesen.
Das mag wohl zutreffen. Aber auch hier gilt es für dich als Verbraucher deine Marktmacht zu nutzen. Das kann man, wenn man sich ein bisschen damit auseinandersetzt.
(...)
Mag auch daran liegen, dass die Mehrkosten für ein bestimmtes Medikament zunächst mal nicht so ins Gewicht fallen.

Es liegt sicher auch an eingeübten Traditionen: sich Medikament X verschreiben lassen - für den Fall dass man krank wird ist dann schon was im Medizinschrank. Solche Patienten, seien wir ehrlich, sterben aus. Auch mit 30 Praxisgebühr sind diese Leute nicht zu Bewusstsein zu bringen.
Man vertraut den Ärzten blind. Ich erinnere mich immer mal wieder an die Zahnpasta-Werbung, wo es heisst: "Ich als
Zahnarzt-Frau empfehle ihnen..." Nicht Ärztin, Zahnarzt-Frau! Kann man nun auch seitenweise drüber philosophieren.
Die Information der Patienten ist in den letzten Jahren zumindest verbessert worden, Selbsthilfegruppen, Internet(!!!) usw... Rösler hat als Gesundheitsminister zumindest Ansätze erkennen lassen, dem Pharmakartell in BRD auf die Pelle zu rücken. Immerhin ein Anfang. Aber das gehört eben zur Nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik: den Konsumenten emanzipieren - und da muss man Möglichkeiten schaffen, diese nutzen muss der Konsument am Ende eben selber. Aber die
Diederich Heßlings sterben langsam aus. :applaus:
Grundsätzlich gilt es also den Verbraucher zu stärken.
Das geht aber eben nicht nicht durch staatlichen Intevntionismus auf dem Markt. Das ist der Fehler, den beispielsweise die Grünen machen, indem sie versuchen durch staatliche Einschränkungen am Markt den Verbraucher zu "schützen". Sie entmündigen dadurch nur den Verbraucher, der meint sich dann keine Gedanken machen zu müssen und dann in die Fallen tappt, die durch Gesetzeslücken weiterhin und immer vorhanden sein werden. Zudem sind wir aufgrund des EU-Binnenmarktes keine Insel in Deutschland.
:stirn:
Die pseudoliberale FDP schützt div. Marktsegmente entgegen aller wirtschaftlichen Vernunft und entgegen ihrer Prinzipien. Die CDU/CSU ist eine reine Besitzstandswahrer-Partei (geworden) --- aber wenn die Grünen den Energiemarkt liberalisieren wollen und zur Einführung von Alternativen zu der massiv staatlich geförderten Atomenergie
(
Hallo! Gedächtnis!)
neuen Marktteilnehmern den Marktzugang gesetzlich freischiessen muss, dann sind sie böse. Ja klar. Ehrlich, so wenig wirtschaftspolitischen Sachverstand hätte ich von einem FDP-Mitglied nicht erwartet.
(
Greenpeace zur Förderung der Atomenergie)
Presseartikel dazu
Aber die Grünen und nun auch die Piraten sind böse kommunistenähnliche Utopisten die das Abendland bedrohen...
...Expect us.