Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Ich vermisse Doppelpässe, schnelles Umschalten im Mittelfeld, Durchgehen bis zur Grundlinie mit Flanken in den Rücken der Abwehr. Ich möchte das Rausbolzen aus der Abwehr nicht mehr sehen.Und immer wieder durch die Mitte. Darüber habe ich mich fast jedes Spiel aufgeregt. Wir haben noch kein sehr gutes Spiel abgeliefert. Läuferisch und kämpferisch kann ich der Mannschaft kaum einen Vorwurf machen. Wir haben 29 Punkte nach der Hinrunde. Das ist wirklich nicht schlecht. Aber spielerisch...
Tja mecker mecker.
Dieser One-Touch-Football ist halt in meinem Gehirn. Dieser geniale Fußball, den wir mal gespielt haben. Wobei ich damals schon ahnte, dass der nicht ewig gespielt wird.
Jammern auf höchstem Niveau wie mein Kaiserslauterner Kumpel sagt.
Das wird mir vorallem seit gestern erst richtig wieder bewußt.
Weil nächstes Jahr können wir nun definitiv 25 Jahre H?V ohne Titel feiern.
Hoffen wir mal, dass wir nächstes Jahr international spielen.
Sonst werden wir hier noch ganz aners jammern.

Welch genialer Trainer hat den denn damals einüben lassen?:eek:

Manchmal schadet es nicht, die Dinge mit Abstand und Realitätssinn
zu betrachten, wie der Kumpel aus Kaiserslautern! ;)

Unabhängig von Deinem post wird hier viel zu viel gejammert und gemotzt!
 
Zur Zeit läuft eine große Werbekampagne auf riesigen Plakaten. Zu sehen ist dort ein alter Apothekerschrank mit vielen Schubladen. Darauf stehen diverse "Zielgruppen". Eine Schublade steht offen und darunter steht, nicht alle lassen sich in eine Schublade stecken. Diesen Spruch sollte sich der ein oder andere Schreiber mal inne gehen lassen.

:thumb:

@PaulT: wenn du ein wenig weniger selektiv lesen würdest, dann wäre dir auf gefallen, dass sich ziemlich viele Leute aus diesem Thread zurück gezogen haben - unabhängig davon, ob sie Schaaf kritisiert haben oder nicht. Aber das passt natürlich nicht so gut ins eigene Bild, scheint mir.
 
Positive Entwicklung? Dass man sich schon wieder 31 Gegentore gefangen hat oder wie? Mir scheint es so, dass hier einige immer nur die Ausschnitte von Spielen sehen...

Einige sind Computerspieler, andere gucken sich im Stadion eben nur Ausschnitte an ...

Positive Entwicklung heißt übrigens nicht, dass automatisch alles gut ist oder jeder Fehler abgestellt wurde. Dass man aber in jedem Heimspiel die bessere Mannschaft war, dass man oftmals Moral bewiesen hat und nen Rückstand in einen Sieg umgewandelt hat, dass man nach der letzten Hinrunde auf dem 14. Platz stand und nach dieser Hinrunde auf dem 5. Platz sind eindeutig positive Entwicklungen.

Dass wir auswärts teilweise katastrophale Leistungen zeigen, dass dort das Wort Moral oftmals ein Fremdwort ist und dass wir dort zu viele Punkte (vor allem gegen den Konkurrenten) liegen lassen, das muss abgestellt werden. Vollkommen klar. Nur weiß ich nicht, warum man deswegen die positiven Dinge absichtlich übersieht.
 
Positive Entwicklung heißt übrigens nicht, dass automatisch alles gut ist oder jeder Fehler abgestellt wurde. Dass man aber in jedem Heimspiel die bessere Mannschaft war, dass man oftmals Moral bewiesen hat und nen Rückstand in einen Sieg umgewandelt hat, dass man nach der letzten Hinrunde auf dem 14. Platz stand und nach dieser Hinrunde auf dem 5. Platz sind eindeutig positive Entwicklungen.

Dass wir auswärts teilweise katastrophale Leistungen zeigen, dass dort das Wort Moral oftmals ein Fremdwort ist und dass wir dort zu viele Punkte (vor allem gegen den Konkurrenten) liegen lassen, das muss abgestellt werden. Vollkommen klar. Nur weiß ich nicht, warum man deswegen die positiven Dinge absichtlich übersieht.

Naja, den Eindruck bekommt man hier bei einigen aber als ob alles gut ist, weil hier jegliche sachliche Kritik abgeschmettert wird... Ich finde das mit der Auswärtsschwäche hört sich jedenfalls immer so an, als ob wir in unseren Heimspielen total überzeugt haben. Wer die Spiele gegen Freiburg, Köln und Hertha gesehen hat, wird mir zustimmen, dass das alles andere als überzeugend war und am Ende extrem glücklich ausgegangen ist, mehr aber auch nicht. Gegen Köln und Hertha haben wir im Grunde gegen 9!!! Leute gespielt und nur dank der Klasse eines Pizarros gewonnen.
 
Ich finde das mit der Auswärtsschwäche hört sich jedenfalls immer so an, als ob wir in unseren Heimspielen total überzeugt haben. Wer die Spiele gegen Freiburg, Köln und Hertha gesehen hat, wird mir zustimmen, dass das alles andere als überzeugend war und am Ende extrem glücklich ausgegangen ist, mehr aber auch nicht. Gegen Köln und Hertha haben wir im Grunde gegen 9!!! Leute gespielt und nur dank der Klasse eines Pizarros gewonnen.

Auswärtsschwäche heißt, dass wir auswärts schlecht spielen und wenig Punkte holen. Das hat nichts mit den Heimspielen zu tun, wo ich weiterhin anderer Meinung bin als du, da wir normal jedes Heimspiel hätten gewinnen müssen, wenn man konsequenter vor dem Tor agieret hätte. Die Spiele wurden jedoch witzigerweise immer dann schwieriger, sobald wir gegen 10 oder 9 Mann spielen mussten, denn dann stand der Gegner nur noch hinten drin. Das liegt uns anscheinend nicht, da wir eben anfällig für Konter sind und vorne nicht wissen, wie wir durch so ein Bollwerk durchkommen.

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben, wenn man die letzte Saison sieht. Und das darf man nicht vergessen, bevor man mit einer übertriebenen Erwartungshaltung in die Spiele geht. Ich finde nämlich, dass das momentan alles etwas nach Jammern auf hohem Niveau klingt.
 
Auswärtsschwäche heißt, dass wir auswärts schlecht spielen und wenig Punkte holen. Das hat nichts mit den Heimspielen zu tun, wo ich weiterhin anderer Meinung bin als du, da wir normal jedes Heimspiel hätten gewinnen müssen, wenn man konsequenter vor dem Tor agieret hätte. Die Spiele wurden jedoch witzigerweise immer dann schwieriger, sobald wir gegen 10 oder 9 Mann spielen mussten, denn dann stand der Gegner nur noch hinten drin. Das liegt uns anscheinend nicht, da wir eben anfällig für Konter sind und vorne nicht wissen, wie wir durch so ein Bollwerk durchkommen.

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass wir einen Schritt nach vorne gemacht haben, wenn man die letzte Saison sieht. Und das darf man nicht vergessen, bevor man mit einer übertriebenen Erwartungshaltung in die Spiele geht. Ich finde nämlich, dass das momentan alles etwas nach Jammern auf hohem Niveau klingt.

Da sind wir dann unterschiedlicher Meinung. In Sachen Defensive und bzgl. der spielerischen Armut hat sich für mich nach wie vor nicht viel verbessert. Wir haben derzeit wieder mal viel zu viel Gegentore gefangen (gerade mal 4 weniger als letztes Jahr). Den aktuellen Tabellenplatz haben wir meiner Meinung nach nur einem super aufgelegten Pizza zu verdanken. Er war an fast 20 Toren von uns beteiligt, was im Grunde alles aussagt...
 
Naja, den Eindruck bekommt man hier bei einigen aber als ob alles gut ist, weil hier jegliche sachliche Kritik abgeschmettert wird...

Es geht nicht um Kritik, mir zumindest nicht. Ich sehe ja selbst die Fehler von TS und diskutiere sie auch gar nicht weg. Trotzdem denke ich, dass er weiterhin der richtige Trainer ist. Es geht doch vielmehr darum, aus der jetzigen Situation zu mutmaßen, dass es mit TS nie mehr besser werden kann und dass wir unter seiner Leitung nie mehr Titel holen werden. Das ist nämlich auch in der einen oder anderen "differentierten" Kritik zwischen den Zeilen zu lesen (oder wird von einigen Leuten direkt so gesagt). Da werden alte Fehler von TS rausgekramt, die Gegentorstatistik dagegen gehalten und der Schluss gezogen: Das wird nie mehr besser. Wenn TS-Verteidiger hier sagen, sie könnten durchaus erkennen, dass TS auch an diesen Fehlern arbeitet und dass Verbesserungen zu erkennen sind (bei seinen alten Fehlern, sicher nicht bei den Gegentoren), wird das entweder ignoriert oder die Kritiker haben halt ne andere Wahrnehmung. Dass ist ja auch ok, wenn man etwas anders wahr nimmt, nur dann stehen wir vor dem Problem, dass wir hier entweder noch bis zum Weltuntergang nächstes Jahr und darüber hinaus die gleichen kreisrunden Diskussionen haben werden, oder dass man den Thread eigentlich dicht machen kann, weil alles mehr oder weniger gesagt ist. Ich will gar nicht den Sinn und Zweck dieses Forums in Frage stellen, es sollen ja auch alle zu Wort kommen und ihre Meinung posten. Es wäre aber einfach mal schön, wenn einige hier (auf beiden Seiten) einen oder zwei Gänge runterschalten könnten und wenigstens bis zum Beginn der Rückrunde ein wenig die Füße stillhalten würden.. Amen. :D

.. und nochmal :tnx: an waechter für die letzten Beiträge.
 
@Stonecold: Dazu zitiere ich mich aus einem alten Beitrag: Ich glaube das Problem ist einfach, dass es hier oft 2 extreme Positionen. Die einen sind zu kritisch und bei Anderen hat TS Gottstatus. Ich denke aber, dass man hier nicht immer in der Vergangenheit leben/schwelgen sollte, was hier einige tun - Was nützen uns denn die Erfolge in der aktuellen Situation?! Gar nix... Dann kommt hier bsp. oft das Argument, dass wir 6 mal in der CL waren - Schön und gut, aber glaubt einer ernsthaft, dass wir mit der aktuellen Spielweise wieder regelmäßig in der CL vertreten sind? Ich denke nicht. Was eben bedenklich ist, dass wir uns nach wie vor dieselben Kontertore fangen und da leider überhaupt keine Weiterentwicklung stattfindet (und das mit wechselndem Personal). Aus diesem Grund stehe ich der Vertragsverlängerung von TS skeptisch gegenüber, weil ich inzwischen bezweifle, ob das TS wirklich nochmal in den Griff bekommt. Durch den Qualitätsverlust (Abgänge von Leistungsträgern) über die Jahre sind wir leider auch nicht mehr in der Lage immer 1 Tor mehr als der Gegner zu schiessen und so hieß früher oft die Devise. Bsp. schafft es Favre innerhalb eines Jahres aus einer Schiessbude eine kompakte Defensive zu formen (und das mit einer etwas schwächeren Mannschaft). TS gelingt das mittlerweile über Jahre nicht mehr... Darüber sollte man sich eben auch mal Gedanken machen.
 
@ StoneCold

Danke :tnx:

Aber man sieht ja das es trotzdem gleich so weiter geht :D

Hier wiederholt sich wirklich alles in einer Endlosschleife weil immer entweder die eine oder andere Seite scheinbar nicht akzeptieren kann, dass man die aktuelle Situation und Entwicklung durchaus unterschiedlich betrachten und einschätzen kann.
 
Hab' gerade mal nachgesehen, ob es hier noch Werder-Anhänger gibt, die Bock drauf haben, sich mit den Anti-Trainer-Ergüssen auseinanderzusetzen.

Wenn man pauschale Rhetorikekeulen nicht von sachlicher Kritik unterscheiden kann/will und/oder, wie es Meister_Propper2 es umschrieb, Thomas Schaaf einen Gottstatus hat, dann wohl nicht - oder man bedient eben selbst einer pauschale Rhetorikekeulen und diffarmiert auch sachliche Kritik mit "Anti-Trainer-Ergüsse".
 
Bsp. schafft es Favre innerhalb eines Jahres aus einer Schiessbude eine kompakte Defensive zu formen (und das mit einer etwas schwächeren Mannschaft). TS gelingt das mittlerweile über Jahre nicht mehr... Darüber sollte man sich eben auch mal Gedanken machen.

Grundsätzlich gebe ich Dir recht, denn es ist nur schwierig nachvollziehbar, warum ein in Grunde genommen so kompetenter Trainer wie Thomas Schaaf die Schwächen im Defensivverhalten schon über Jahre nicht in den Griff bekommt und da ist das bis dato sehr respektable Ergebnis von Favre in Mönchengladbach ein Finger in unserer ohnehin schon schmerzhaften Wunde. Allerdings sind Favre und seine Mannschaft noch in der Aufbauphase und ohne deren Leistung schmälern zu wollen, ist es auch möglich, daß viele Gegner die Borussia wegen dem knapp vermiedenen Abstieg im Vorjahr unterschätzt haben (unsere Truppe vllt auch), so daß man beim Vergleich von Schaaf mit Werder und Favre mit Gladbach noch ein wenig vorsichtig agieren sollte. In der Rückrunde werden die Fohlen aber wohl nicht mehr bzw. weniger unterschätzt werden, und je länger sie ihr Leistunslevel dann immer noch halten können, desto mehr wird es ein Spiegel, den man Schaaf vorhalten kann.
 
@Stonecold: Dazu zitiere ich mich aus einem alten Beitrag: Ich glaube das Problem ist einfach, dass es hier oft 2 extreme Positionen. Die einen sind zu kritisch und bei Anderen hat TS
Gottstatus.

Mag sein. Vielleicht sollte man Beiträge, die in diese beiden Extreme ausarten, einfach auch mal ignorieren.

Ich denke aber, dass man hier nicht immer in der Vergangenheit leben/schwelgen sollte, was hier einige tun - Was nützen uns denn die Erfolge in der aktuellen Situation?! Gar nix...

Im Prinzip erstmal richtig, sie nützen uns jetzt gar nichts. Aber wenn die Kritiker Fehler von TS anführen um zu mutmaßen (und mehr als eine Mutmaßung kann es nicht sein), dass es nie wieder besser werden kann, verstehe ich nicht, warum man nicht auch Erfolge, die es gegeben hat (auch nach 2007), dazu verwenden darf um zu spekulieren, dass es eben doch wieder besser werden kann. Wenn man dann zusätztlich z.B. anführt, dass die aktuelle Transferpolitk andeutet, dass es in eine Richtung gehen könnte, die früher schon erfolgreich war, dann sehe ich nicht, dass das irgendwie eine unlogische Argumentation wäre.

Dann kommt hier bsp. oft das Argument, dass wir 6 mal in der CL waren - Schön und gut, aber glaubt einer ernsthaft, dass wir mit der aktuellen Spielweise wieder regelmäßig in der CL vertreten sind? Ich denke nicht.

Sagen wir es mal so: Wir könnten durchaus die Quali schaffen, hätten aber mit unseren derzeitigen Problemen, an denen noch zu arbeiten ist, nächstes Jahr noch nichts wieder in der CL verloren. Aber das sagen ja auch die TS-Befürworter: Es gibt noch viel zu tun.

Was eben bedenklich ist, dass wir uns nach wie vor dieselben Kontertore fangen und da leider überhaupt keine Weiterentwicklung stattfindet (und das mit wechselndem Personal). Aus diesem Grund stehe ich der Vertragsverlängerung von TS skeptisch gegenüber, weil ich inzwischen bezweifle, ob das TS wirklich nochmal in den Griff bekommt.

Und hier gehts wieder los: Wenn wir zu Hause gegen Freiburg drei Gegentore bekommen, dann erinnert das zugegebenermaßen an "alte Zeiten", aber das ist in meinen Augen auch das einzige Spiel diese Saison nach diesem Muster gewesen. Gegen Köln gab es auch zwei Buden, nur darf man nicht ausser Acht lassen, wo Köln derzeit steht und dass uns ein individuell starker Spieler diese Gegentore "verpasst" hat, der schon gegen ganz andere Teams getroffen bzw. vorbereitet hat. Und man muss beachten, dass wir letztendlich diese Spiele gewonnen haben. Ich sehe da zumindest nicht "die selben Kontergegentore" wie noch zu den Zeiten, in denen wir ständig mit der gesamten Mannschaft zu offensiv standen und die Gegner nur mauern und kontern mussten. Wie gesagt: Es ist noch nicht alles optimal, aber ich sehe uns da ehrlich gesagt auf einem besseren Weg als noch vor zwei, drei Jahren.

Bsp. schafft es Favre innerhalb eines Jahres aus einer Schiessbude eine kompakte Defensive zu formen (und das mit einer etwas schwächeren Mannschaft). TS gelingt das mittlerweile über Jahre nicht mehr... Darüber sollte man sich eben auch mal Gedanken machen.

Der fett markierte Satz ist schon mal falsch. TS hat es auch in den letzten Jahren geschafft, der Mannschaft eine kompakte Defensive zu verpassen. Dass das leider manchmal wieder von der Mannschaft oder auch vom Trainer "vergessen" wurde, bzw. dass man das teilweise nur in einzelnen Spielen sieht, ist ärgerlich, aber ich sage ja: Ich diskutiere keine Fehler weg und sage weiterhin: Es gibt noch viel zu tun. Und diese Vergleiche mit anderen sind Tinnef. Erstens kann ich Favres Arbeit überhaupt nicht bewerten, da ich weder den Gladbacher Kader gut kenne, noch die Rahmenbedingungen, unter denen Favre da arbeiten kann. Zweitens kann ich dann auch wieder das Argument rausholen, dass noch kein anderer Trainer in den vergangenen Jahren konstante Erfolge wie TS erreicht hat. Beide Vergleiche sind mehr oder weniger Blödsinn, da erstens wohl kein Trainer in der Bundesliga so ein ruhiges Umfeld hat wie TS hier, man aber auf der anderen Seite die kurzfristigen Erfolge anderer bei ihren Vereinen nicht 1:1 auf Werder übertragen kann. Ein Favre könnte mit unserem Kader genauso gut gegen den Abstieg spielen. Diese Spekulationen sind allesamt Quatsch. Und TS kann nichts dafür, dass andere auch mal was richtig machen. ;)
 
Ihr solltet wirklich aufhören andere Mannschaften als Vergleich heranzuziehen...das macht keinen Sinn da die Variabeln ins unmessbare geht. Stonecold ich würde dir empfehlen deine Thesen auf denen du deine Argumente aufbaust zu überdenken da ist viel Falsches dabei...
 
Einige sind Computerspieler, andere gucken sich im Stadion eben nur Ausschnitte an ...

Positive Entwicklung heißt übrigens nicht, dass automatisch alles gut ist oder jeder Fehler abgestellt wurde. Dass man aber in jedem Heimspiel die bessere Mannschaft war, dass man oftmals Moral bewiesen hat und nen Rückstand in einen Sieg umgewandelt hat, dass man nach der letzten Hinrunde auf dem 14. Platz stand und nach dieser Hinrunde auf dem 5. Platz sind eindeutig positive Entwicklungen.

Dass wir auswärts teilweise katastrophale Leistungen zeigen, dass dort das Wort Moral oftmals ein Fremdwort ist und dass wir dort zu viele Punkte (vor allem gegen den Konkurrenten) liegen lassen, das muss abgestellt werden. Vollkommen klar. Nur weiß ich nicht, warum man deswegen die positiven Dinge absichtlich übersieht.

:tnx:
Genau meine Einstellung solange die Fehler angenommen werden(auch wenn es langsam ist) und das Team sich entwickelt bin ich zufrieden.Ich denke wir werden eine bärenstarke Rückrunde spielen und da müssen unsere Konkurrenten zu UNS ;)
 
Da werden alte Fehler von TS raus gekramt, die Gegentorstatistik dagegen gehalten und der Schluss gezogen: Das wird nie mehr besser. Wenn TS-Verteidiger hier sagen, sie könnten durchaus erkennen, dass TS auch an diesen Fehlern arbeitet und dass Verbesserungen zu erkennen sind (bei seinen alten Fehlern, sicher nicht bei den Gegentoren), wird das entweder ignoriert oder die Kritiker haben halt ne andere Wahrnehmung.
Nur weiß ich nicht, warum man deswegen die positiven Dinge absichtlich übersieht.
Wer macht das? Ich hab mich seit Samstag hier relativ zurückgehalten, denn wenn ich Samstag hier geschrieben hätte, wäre ich jetzt wahrscheinlich gesperrt.

Es steht doch außer Frage, dass Schaaf eine großartige Idee vom Fussball hat, die eigentlich sehr nahe am Fussball der Zukunft ist. Viel mehr, als es Klopp` s relativ starres System- und Positionsspiel jemals sein kann (was den BVB in der CL scheitern ließ und in der Liga mehr Remis bringt, als es denen lieb sein kann), weil das allein auf immensem Kraftaufwand, aber weniger auf Flexibilität basiert. Schaaf hingegen will genau das, was er schon immer wollte – Effizienz in hohem Pressing, gleichzeitig Ballkontrolle und schnelles, vertikales Direktspiel und kreatives Chaos. Zudem ist offensives Pressing und ausgewogenes Ballbesitzspiel im Optimalfall immer auch wesentlicher Teil einer Defensivstrategie.

In der Liga fallen mir zuvorderst zwei Trainer auf, die offenbar eine ähnliche Sichtweise wie Schaaf vom Fussball haben und daher mMn (scheinbar) zukunftsorientiert denken – Dutt und Solbakken. Bei letzterem fußt es allerdings in erster Linie auf Kreativität in der Defensive, Dutt will möglichst beides hinkriegen. Interessanterweise haben beide ähnliche Probleme wie Schaaf. Doch während es bei Dutt oder Solbakken mit dem schwierigen ersten Halbjahr zu erklären wäre, wofür sie Zeit brauchen (wahrscheinlich aber nicht bekommen werden), hat Schaaf diese Zeit viele Jahre gehabt. Und in den Anfangsjahren auch gut genutzt. Der denkende Werderfan hatte das Gefühl, dass da was Großes heranwächst und wurde bestätigt.

Schauen wir uns die ersten Saisonpartien an. In Hoffenheim und gegen den HSV hat Werder viele Elemente eingebracht, die es Werder mit diesem Kader ermöglicht, um erfolgreich Fussball spielen zu können. Es wurde tatsächlich auf Abstände geachtet, die Truppe agierte kompakt. Auch die Spielstrategie stimmte, Werder erlangte im Verlauf die Spielkontrolle, wurde auf dieser Basis spielbestimmend und entschied die Spiele für sich. Mit Geduld! Mit ordentlich anzusehendem Fussball. Mit der nötigen Balance.
Auf ähnliche Weise haben wir 2008 im Schlussspurt noch den 2. Platz und 2010, ebenfalls im Schlussspurt, den 3. Platz gesichert.

Schaaf hat also auch das absolut drauf. Somit haben wir einen Trainer, der grundsätzlich ganz viel mitbringt, um ein guter, vielleicht hervorragender Trainer zu sein. Was andere Trainer nicht haben (bspw. ein tiefstehendes Konterspiel umzusetzen, das kann mit ein bisschen Disziplin und korrekter Einschätzung der Spieler im Grunde jeder Coach einigermaßen umsetzen). Das nützt Werder nur schon lange nicht mehr viel.

Ich sehe insbesondere drei Gründe, warum es Schaaf nicht (mehr) hinkriegt, seine (gute) Idee vom modernen Fussball effektiver umzusetzen.
Erstens überschätzt und überfordert er seine Spieler mit diesem System/ Ausrichtung ohne klar vorgegebene Richtlinien.

Zweitens ist Schaaf, so gerne er von der Idee her Variabilität und flexible Spieler sehen möchte, selbst zu wenig ein Tüftler und wirkt im Gegensatz zu seiner eigenen Idee viel zu sehr wie ein trocken- calvinistischer Pragmatiker. Auch wenn ich eine dünnhäutige Pfeife wie Tuchel nicht bei Werder sehen möchte, der ist in dieser Beziehung der genaue Gegenentwurf zu Schaaf. Der wechselt die Spielformation nach Stärken und Schwächen, Formtiefs der eigenen Spieler und den Stärken und Schwächen des Gegners, wechselt von gezieltem Ballbesitzspiel auf Scheinreagieren/ defensives Agieren. Man kann auch nicht die Raute, wenn Tuchel sie spielen lässt mit der Raute, wie Schaaf sie spielen lässt vergleichen. Weil Tuchel konsequent auf Systemfussball setzt, auf abgestimmte Laufwege oder Abstände. Dies ist in schlechten Phasen genauso anfällig, hat allerdings den Vorteil gegenüber TS und Werder, dass das System an sich keine vorrangige Bedeutung einnimmt. Hier würde Maddin` s These, die er gerne bei Werder anführt, aller meistens zutreffen. Nur halte ich diese in Bezug auf Werder und Schaaf für nicht richtig. Denn so flexibel die Positionstäusche usw. bei uns aussehen, so sehr ist das alles doch vom System Raute abhängig – Besetzung zentraler Positionen und damit wesentliche Anspielpunkte (Vertikale), Zuordnung der Defensive in Balleroberung/ Pressing (Horizontale).

Drittens gibt es mittlerweile einige Gegner mehr in der Liga, die a) nicht so dumm sind plus die Qualität haben und sich daher gegen dieses System zu wehren wissen und b) wir inzwischen von einer besonders extremen Auffassung des Fussballs überholt werden, die auf aggressive Weise System, Antizipation und Dauerlauf arbeitet und verinnerlicht.

Und hier liegt halt der Kardinalkritikpunkt an der Arbeit Schaaf`s. Natürlich ist es falsch zu behaupten, dass TS nicht an den Fehlern arbeiten würde. Es ist eben bloß ein Unterschied, ob man an Fehlern insofern arbeitet, dass versucht wird, diese einzugrenzen oder etwas unternimmt, um die Ursachen für immer wiederkehrende Fehler abzustellen. Die liegen wie oben beschrieben ziemlich klar auf der Hand.

Er scheint obige Punkte einfach zu ignorieren oder es als nicht zukunftsorientiert genug einzustufen, davon dauerhaft abzurücken. Denn sehr schnell kommt auf zuverlässige Weise Schaaf`s Saisonphase, in der er meint, seinen Fussball spielen lassen zu müssen und es ist ihm total egal, wie viele Punkte und Gegentore das kostet. Dummerweise kommt diese Phase der Rückfälle in alte, schlimme Muster mittlerweile immer früher, das wirkt ähnlich wie bei Suchtkranken, die nach dem ersten positiven Erlebnis oder nüchternem Tag meinen, sie hätten es überstanden. Und ähnlich wie bei Suchtkranken, die solange nicht verstehen, dass sie süchtig sind, bis sie erst ganz am Boden liegen, sehe ich es auch hier. Solange es so weiter geht wie bisher bzw. TS so weitermachen kann und darf, wird sich im Kern nichts daran ändern. Sondern es wird mal hier und mal dort an den Stellschräubchen ein wenig gedreht und verbessert, was die Leute hier im Forum abfeiern lässt, aber das notwendige Gesamtkonstrukt übersehen. Im Kontext kommen im Übrigen die Aussagen von Naldo oder Pizarro ob der korrekten Analysen für mich überhaupt nicht überraschend.
Zwei Vergleiche, die ganz gut taugen:
Dutt muss derzeit zum Rapport bei Völler & Co., um die Hinrunde zu erklären, es wird scharf analysiert trotz des CL-Achtelfinales. Bei Werder werden fröhlich Verträge verlängert und alles liegt sich in den Armen (wie die zahlreichen Schaaf-Jünger auf der Gegenseite überzeichne ich hier bewusst, denn es ist ja klar, dass man nicht alles weiss, was intern abläuft). Zitat PT „es ist repräsentativ“. Werder hatte mMn in der letzten wie in dieser Saison rein von den individuellen Qualitäten her einen Kader auf Augenhöhe mit Leverkusen.
In der Saison 2006/ 2007 verspielte Slomka mit Schalke ebenso die Meisterschaft als Zweiter wie Werder als Dritter. Allerdings hatte Werder den deutlich stärkeren Spielerkader und scheiterte (was recht leicht nach nachweisbar ist) an schlimmen taktischen und strategischen Defiziten. In der darauffolgenden Saison überflügelte Werder am 28. Spieltag Schalke mit einem 5:1-Sieg (übrigens einer von 2 Siegen der letzten 8 oder 10 Jahre gegen S04), auf Platz 2. Slomka wurde nach dieser Partie entlassen, obwohl er gerade das CL-Viertelfinale erreicht hatte (wo hingegen Werder kläglich in der Vorrunde ausgeschieden war). Schalke und Werder blieben am Ende souverän auf 2 und 3.

Wir hätten meiner Ansicht nach mit der Spielausrichtung wie in Hopp oder gegen den HSV niemals in Hannover verloren. Und wir sind auf Schalke nicht ausgekontert wurden, jedenfalls nicht bei den ersten Toren. Genau das zeigt aber unsere Defizite erst recht schonungslos auf. Wenn wir tiefer und kompakter stehen wollen, dann funktioniert das genauso wenig wie wenn wir selbiges in der Offensive versuchen. Schalke brauchte nur dem Pressing, welches die Dreiecke der Raute ausüben wollen, mit einer klugen Spielverlagerung oder einem gescheiten Seitenwechsel entrinnen, um Werder`s Seifenblase zum Platzen zu bringen. Weil Werder - und zwar seit vielen Jahren – eine Desorganisation und Unordnung im Raum offenbart, wie sie glaube ich bei keinem anderen Team der Liga zu finden ist. Alle Mann auf einer Seite oder gigantische Abstände zwischen den Mannschaftsteilen. Grauenhaft. Jetzt ist auch klar, warum der Trainer lieber das Heil in der Flucht nach vorne sucht.
Hab mir mal die Mühe gemacht und bei unseren angeblich guten Spielen gegen Stuttgart und WOB unsere Gegner angeschaut. Selbst die hatten nicht derartige Defizite in der Raumaufteilung wie wir. WOB hat lediglich den Fehler gemacht, dass sie es eng machen wollten und Höhe Mittellinie zu eng gemacht haben, so dass sie weder den Aufbau Werder`s in DM/ IV stören noch eine zu hohe Verschiebung ihrer Abseitslinie verhindern konnten. Hinzu kam eine nicht eingespielte Viererkette.

Abgesehen vom Image und der sportlichen Seite schadet der Trainer mit seinem verbitterten Festhalten an System und Spielausrichtung dem Verein seit einigen Jahren auch finanziell. Weniger, weil die CL mittlerweile immer öfter verpasst oder die Vorrunde dort nicht überstanden wird, sondern vor allem, weil sich auf diese Weise keine Spieler mehr weiterentwickeln. Ständig sind Spieler auf der einen Seite zu viel, auf der anderen Seite haben wir keine Akteure für die Raute.

Das ist aber kein Problem der Transferpolitik, denn es wäre ja grundfalsch, immer die selben Leute für ein unumstößliches System zu holen (mal abgesehen davon, dass das ohnehin immer schwerer wird), wenn man sich weiterentwickeln will. An dieser Stelle verstehe ich auch Allofs langsam nicht mehr. Warum er sich seine gute Arbeit vom Cheftrainer kontinuierlich kaputtmachen lässt. Schauen wir uns nur diese Sommertransfers an. Letzte Saison fehlten für die Umsetzung des Schaaf-Fussballs vor allem in der Zentrale die Spieler, die schnellen, direkten Fussball können, dazu die Gefährlichkeit bei Standards. Mit Ekici holte er einen Spieler, der schon im Bayern-Nachwuchs als intelligenter Akteur galt und flexibel auf Doppelsechs, hinter einem Stürmer oder auf Außenpositionen geschult wurde. Und diese Anlagen sowie die vorangegangene gute Ausbildung hat er in Nürnberg gleich im ersten BL-Jahr gezeigt – er kann Konter einleiten, hat den Blick für den Raum. Dann wundern wir uns, dass er bei uns irgendwie in eine Raute mit falscher (Offensiv-) Ausrichtung gezwängt wurde und sonderbarerweise nicht funktioniert. Es steckte doch eine Idee hinter der Trybull-Verpflichtung, der zeigt doch jede Woche, warum er perspektivisch geholt wurde. Es wurde Iggy verpflichtet, der defensiv flexibel einsetzbar und gut ausgebildet ist, was von Anfang an deutlich zu sehen war. Genauso wie bei Lukas Schmitz, den Magath nicht ohne Grund vor zwei Jahren zum BL-Spieler machte und auf LM, LV oder DM einsetzte und warum gleich noch Harthertz dazukam sowie Cimo Röcker Profi wurde (?). Im Moment ist Schaaf dabei, die AV` s wieder einmal sinnlos zu verheizen.
Aber Allofs scheint, wenn ich mir seine Statements in der Pressekonferenz so anhöre, schon viel zu lange das Bremische Klima samt gelebter Kontinuität inhaliert zu haben. Egal wie falsch das ist.

Sicherlich ist die Vertragsverlängerung aus Werder-Sicht irgendwo nachvollziehbar und es war klar, dass das unabhängig von irgendwelchen Spielen oder Tabellenständen passiert. Tief im Inneren hatte ich trotzdem gehofft, dass der Spuk spätestens nach dieser Saison ein Ende findet. Innerlich hatte ich dabei an Schaaf selbst gedacht, sozusagen dass er selbst merkt, was er als Gegenleistung zur uneingeschränkten Treue seines Vereines seit 4 oder 5 Jahren für einen beschissenen Job macht. Aber diese (unsichtbare) Schranke vor seinem Kopf, die den Blick auf` s grosse Ganze öffnen könnte, wird wohl nicht mehr hochfahren, es ist viel mehr furchtbar festgefahren.

Dennoch macht Schaaf es clever. TS reizt vieles bis zum Erbrechen aus, aber er wird es niemals bis zum bitteren Ende durchziehen, so wie Skibbe bei Eintracht letzte Saison. Irgendwann findet er dann wieder die Kehrtwende, merkt, dass mal ein paar Spiele der einfache Fussball sinnig ist und prompt kommen die Ergebnisse. Ergebnisse, die am Ende für einen "respektablen" 8. Platz mit 68 Gegentoren sorgen, den man dann wie üblich mit dem "Standortnachteil" Werder`s :rolleyes:, einer Mannschaft im Aufbau oder was weiss ich sonst noch rechtfertigen und verklären kann.

Der Vertrag eines Fussballlehrers, der nicht einsieht, dass er mit seinem Stil und seinem System zwei Drittel der Truppe vielleicht sogar generell, mindestens aber so wie es ihnen vermittelt wird, völlig überfordert, gehört sofort gekündigt, nicht verlängert. Mit dieser Vertragsverlängerung demonstriert Werder Stärke, meinetwegen. Ich halte` s dennoch für fatal. Ganz abgesehen davon, dass es eine schallende Ohrfeige für die meisten lizensierten Fussballtrainer des Planeten ist, die sich mit den spieltaktischen Erfordernissen eines erfolgreichen Spiels auseinandersetzen und einen entsprechenden Leistungsnachweis erbringen müssen.

Mir persönlich wäre ein 10. Platz recht, wenn eine Entwicklung erkennbar ist, so wie am 4. und 5. Spieltag, nur eben dauerhaft und nicht nur dann, wenn sogar Schaaf gerade mal zwei, drei gute Ergebnisse bringen muss. Mir ist übrigens sehr wohl bewusst, dass obige Ansichten nicht "repräsentativ" sind, weil es generell nicht "repräsentativ" ist, sich detailliert mit Fussball auseinanderzusetzen oder zu hinterfragen.
 
Wer macht das? Ich hab mich seit Samstag hier relativ zurückgehalten, denn wenn ich Samstag hier geschrieben hätte, wäre ich jetzt wahrscheinlich gesperrt.

Es steht doch außer Frage, dass Schaaf eine großartige Idee vom Fussball hat, die eigentlich sehr nahe am Fussball der Zukunft ist. Viel mehr, als es Klopp` s relativ starres System- und Positionsspiel jemals sein kann (was den BVB in der CL scheitern ließ und in der Liga mehr Remis bringt, als es denen lieb sein kann), weil das allein auf immensem Kraftaufwand, aber weniger auf Flexibilität basiert. Schaaf hingegen will genau das, was er schon immer wollte – Effizienz in hohem Pressing, gleichzeitig Ballkontrolle und schnelles, vertikales Direktspiel und kreatives Chaos. Zudem ist offensives Pressing und ausgewogenes Ballbesitzspiel im Optimalfall immer auch wesentlicher Teil einer Defensivstrategie.

In der Liga fallen mir zuvorderst zwei Trainer auf, die offenbar eine ähnliche Sichtweise wie Schaaf vom Fussball haben und daher mMn (scheinbar) zukunftsorientiert denken – Dutt und Solbakken. Bei letzterem fußt es allerdings in erster Linie auf Kreativität in der Defensive, Dutt will möglichst beides hinkriegen. Interessanterweise haben beide ähnliche Probleme wie Schaaf. Doch während es bei Dutt oder Solbakken mit dem schwierigen ersten Halbjahr zu erklären wäre, wofür sie Zeit brauchen (wahrscheinlich aber nicht bekommen werden), hat Schaaf diese Zeit viele Jahre gehabt. Und in den Anfangsjahren auch gut genutzt. Der denkende Werderfan hatte das Gefühl, dass da was Großes heranwächst und wurde bestätigt.

Schauen wir uns die ersten Saisonpartien an. In Hoffenheim und gegen den HSV hat Werder viele Elemente eingebracht, die es Werder mit diesem Kader ermöglicht, um erfolgreich Fussball spielen zu können. Es wurde tatsächlich auf Abstände geachtet, die Truppe agierte kompakt. Auch die Spielstrategie stimmte, Werder erlangte im Verlauf die Spielkontrolle, wurde auf dieser Basis spielbestimmend und entschied die Spiele für sich. Mit Geduld! Mit ordentlich anzusehendem Fussball. Mit der nötigen Balance.
Auf ähnliche Weise haben wir 2008 im Schlussspurt noch den 2. Platz und 2010, ebenfalls im Schlussspurt, den 3. Platz gesichert.

Schaaf hat also auch das absolut drauf. Somit haben wir einen Trainer, der grundsätzlich ganz viel mitbringt, um ein guter, vielleicht hervorragender Trainer zu sein. Was andere Trainer nicht haben (bspw. ein tiefstehendes Konterspiel umzusetzen, das kann mit ein bisschen Disziplin und korrekter Einschätzung der Spieler im Grunde jeder Coach einigermaßen umsetzen). Das nützt Werder nur schon lange nicht mehr viel.

Ich sehe insbesondere drei Gründe, warum es Schaaf nicht (mehr) hinkriegt, seine (gute) Idee vom modernen Fussball effektiver umzusetzen.
Erstens überschätzt und überfordert er seine Spieler mit diesem System/ Ausrichtung ohne klar vorgegebene Richtlinien.

Zweitens ist Schaaf, so gerne er von der Idee her Variabilität und flexible Spieler sehen möchte, selbst zu wenig ein Tüftler und wirkt im Gegensatz zu seiner eigenen Idee viel zu sehr wie ein trocken- calvinistischer Pragmatiker. Auch wenn ich eine dünnhäutige Pfeife wie Tuchel nicht bei Werder sehen möchte, der ist in dieser Beziehung der genaue Gegenentwurf zu Schaaf. Der wechselt die Spielformation nach Stärken und Schwächen, Formtiefs der eigenen Spieler und den Stärken und Schwächen des Gegners, wechselt von gezieltem Ballbesitzspiel auf Scheinreagieren/ defensives Agieren. Man kann auch nicht die Raute, wenn Tuchel sie spielen lässt mit der Raute, wie Schaaf sie spielen lässt vergleichen. Weil Tuchel konsequent auf Systemfussball setzt, auf abgestimmte Laufwege oder Abstände. Dies ist in schlechten Phasen genauso anfällig, hat allerdings den Vorteil gegenüber TS und Werder, dass das System an sich keine vorrangige Bedeutung einnimmt. Hier würde Maddin` s These, die er gerne bei Werder anführt, aller meistens zutreffen. Nur halte ich diese in Bezug auf Werder und Schaaf für nicht richtig. Denn so flexibel die Positionstäusche usw. bei uns aussehen, so sehr ist das alles doch vom System Raute abhängig – Besetzung zentraler Positionen und damit wesentliche Anspielpunkte (Vertikale), Zuordnung der Defensive in Balleroberung/ Pressing (Horizontale).

Drittens gibt es mittlerweile einige Gegner mehr in der Liga, die a) nicht so dumm sind plus die Qualität haben und sich daher gegen dieses System zu wehren wissen und b) wir inzwischen von einer besonders extremen Auffassung des Fussballs überholt werden, die auf aggressive Weise System, Antizipation und Dauerlauf arbeitet und verinnerlicht.

Und hier liegt halt der Kardinalkritikpunkt an der Arbeit Schaaf`s. Natürlich ist es falsch zu behaupten, dass TS nicht an den Fehlern arbeiten würde. Es ist eben bloß ein Unterschied, ob man an Fehlern insofern arbeitet, dass versucht wird, diese einzugrenzen oder etwas unternimmt, um die Ursachen für immer wiederkehrende Fehler abzustellen. Die liegen wie oben beschrieben ziemlich klar auf der Hand.

Er scheint obige Punkte einfach zu ignorieren oder es als nicht zukunftsorientiert genug einzustufen, davon dauerhaft abzurücken. Denn sehr schnell kommt auf zuverlässige Weise Schaaf`s Saisonphase, in der er meint, seinen Fussball spielen lassen zu müssen und es ist ihm total egal, wie viele Punkte und Gegentore das kostet. Dummerweise kommt diese Phase der Rückfälle in alte, schlimme Muster mittlerweile immer früher, das wirkt ähnlich wie bei Suchtkranken, die nach dem ersten positiven Erlebnis oder nüchternem Tag meinen, sie hätten es überstanden. Und ähnlich wie bei Suchtkranken, die solange nicht verstehen, dass sie süchtig sind, bis sie erst ganz am Boden liegen, sehe ich es auch hier. Solange es so weiter geht wie bisher bzw. TS so weitermachen kann und darf, wird sich im Kern nichts daran ändern. Sondern es wird mal hier und mal dort an den Stellschräubchen ein wenig gedreht und verbessert, was die Leute hier im Forum abfeiern lässt, aber das notwendige Gesamtkonstrukt übersehen. Im Kontext kommen im Übrigen die Aussagen von Naldo oder Pizarro ob der korrekten Analysen für mich überhaupt nicht überraschend.
Zwei Vergleiche, die ganz gut taugen:
Dutt muss derzeit zum Rapport bei Völler & Co., um die Hinrunde zu erklären, es wird scharf analysiert trotz des CL-Achtelfinales. Bei Werder werden fröhlich Verträge verlängert und alles liegt sich in den Armen (wie die zahlreichen Schaaf-Jünger auf der Gegenseite überzeichne ich hier bewusst, denn es ist ja klar, dass man nicht alles weiss, was intern abläuft). Zitat PT „es ist repräsentativ“. Werder hatte mMn in der letzten wie in dieser Saison rein von den individuellen Qualitäten her einen Kader auf Augenhöhe mit Leverkusen.
In der Saison 2006/ 2007 verspielte Slomka mit Schalke ebenso die Meisterschaft als Zweiter wie Werder als Dritter. Allerdings hatte Werder den deutlich stärkeren Spielerkader und scheiterte (was recht leicht nach nachweisbar ist) an schlimmen taktischen und strategischen Defiziten. In der darauffolgenden Saison überflügelte Werder am 28. Spieltag Schalke mit einem 5:1-Sieg (übrigens einer von 2 Siegen der letzten 8 oder 10 Jahre gegen S04), auf Platz 2. Slomka wurde nach dieser Partie entlassen, obwohl er gerade das CL-Viertelfinale erreicht hatte (wo hingegen Werder kläglich in der Vorrunde ausgeschieden war). Schalke und Werder blieben am Ende souverän auf 2 und 3.

Wir hätten meiner Ansicht nach mit der Spielausrichtung wie in Hopp oder gegen den HSV niemals in Hannover verloren. Und wir sind auf Schalke nicht ausgekontert wurden, jedenfalls nicht bei den ersten Toren. Genau das zeigt aber unsere Defizite erst recht schonungslos auf. Wenn wir tiefer und kompakter stehen wollen, dann funktioniert das genauso wenig wie wenn wir selbiges in der Offensive versuchen. Schalke brauchte nur dem Pressing, welches die Dreiecke der Raute ausüben wollen, mit einer klugen Spielverlagerung oder einem gescheiten Seitenwechsel entrinnen, um Werder`s Seifenblase zum Platzen zu bringen. Weil Werder - und zwar seit vielen Jahren – eine Desorganisation und Unordnung im Raum offenbart, wie sie glaube ich bei keinem anderen Team der Liga zu finden ist. Alle Mann auf einer Seite oder gigantische Abstände zwischen den Mannschaftsteilen. Grauenhaft. Jetzt ist auch klar, warum der Trainer lieber das Heil in der Flucht nach vorne sucht.
Hab mir mal die Mühe gemacht und bei unseren angeblich guten Spielen gegen Stuttgart und WOB unsere Gegner angeschaut. Selbst die hatten nicht derartige Defizite in der Raumaufteilung wie wir. WOB hat lediglich den Fehler gemacht, dass sie es eng machen wollten und Höhe Mittellinie zu eng gemacht haben, so dass sie weder den Aufbau Werder`s in DM/ IV stören noch eine zu hohe Verschiebung ihrer Abseitslinie verhindern konnten. Hinzu kam eine nicht eingespielte Viererkette.

Abgesehen vom Image und der sportlichen Seite schadet der Trainer mit seinem verbitterten Festhalten an System und Spielausrichtung dem Verein seit einigen Jahren auch finanziell. Weniger, weil die CL mittlerweile immer öfter verpasst oder die Vorrunde dort nicht überstanden wird, sondern vor allem, weil sich auf diese Weise keine Spieler mehr weiterentwickeln. Ständig sind Spieler auf der einen Seite zu viel, auf der anderen Seite haben wir keine Akteure für die Raute.

Das ist aber kein Problem der Transferpolitik, denn es wäre ja grundfalsch, immer die selben Leute für ein unumstößliches System zu holen (mal abgesehen davon, dass das ohnehin immer schwerer wird), wenn man sich weiterentwickeln will. An dieser Stelle verstehe ich auch Allofs langsam nicht mehr. Warum er sich seine gute Arbeit vom Cheftrainer kontinuierlich kaputtmachen lässt. Schauen wir uns nur diese Sommertransfers an. Letzte Saison fehlten für die Umsetzung des Schaaf-Fussballs vor allem in der Zentrale die Spieler, die schnellen, direkten Fussball können, dazu die Gefährlichkeit bei Standards. Mit Ekici holte er einen Spieler, der schon im Bayern-Nachwuchs als intelligenter Akteur galt und flexibel auf Doppelsechs, hinter einem Stürmer oder auf Außenpositionen geschult wurde. Und diese Anlagen sowie die vorangegangene gute Ausbildung hat er in Nürnberg gleich im ersten BL-Jahr gezeigt – er kann Konter einleiten, hat den Blick für den Raum. Dann wundern wir uns, dass er bei uns irgendwie in eine Raute mit falscher (Offensiv-) Ausrichtung gezwängt wurde und sonderbarerweise nicht funktioniert. Es steckte doch eine Idee hinter der Trybull-Verpflichtung, der zeigt doch jede Woche, warum er perspektivisch geholt wurde. Es wurde Iggy verpflichtet, der defensiv flexibel einsetzbar und gut ausgebildet ist, was von Anfang an deutlich zu sehen war. Genauso wie bei Lukas Schmitz, den Magath nicht ohne Grund vor zwei Jahren zum BL-Spieler machte und auf LM, LV oder DM einsetzte und warum gleich noch Harthertz dazukam sowie Cimo Röcker Profi wurde (?). Im Moment ist Schaaf dabei, die AV` s wieder einmal sinnlos zu verheizen.
Aber Allofs scheint, wenn ich mir seine Statements in der Pressekonferenz so anhöre, schon viel zu lange das Bremische Klima samt gelebter Kontinuität inhaliert zu haben. Egal wie falsch das ist.

Sicherlich ist die Vertragsverlängerung aus Werder-Sicht irgendwo nachvollziehbar und es war klar, dass das unabhängig von irgendwelchen Spielen oder Tabellenständen passiert. Tief im Inneren hatte ich trotzdem gehofft, dass der Spuk spätestens nach dieser Saison ein Ende findet. Innerlich hatte ich dabei an Schaaf selbst gedacht, sozusagen dass er selbst merkt, was er als Gegenleistung zur uneingeschränkten Treue seines Vereines seit 4 oder 5 Jahren für einen beschissenen Job macht. Aber diese (unsichtbare) Schranke vor seinem Kopf, die den Blick auf` s grosse Ganze öffnen könnte, wird wohl nicht mehr hochfahren, es ist viel mehr furchtbar festgefahren.

Dennoch macht Schaaf es clever. TS reizt vieles bis zum Erbrechen aus, aber er wird es niemals bis zum bitteren Ende durchziehen, so wie Skibbe bei Eintracht letzte Saison. Irgendwann findet er dann wieder die Kehrtwende, merkt, dass mal ein paar Spiele der einfache Fussball sinnig ist und prompt kommen die Ergebnisse. Ergebnisse, die am Ende für einen "respektablen" 8. Platz mit 68 Gegentoren sorgen, den man dann wie üblich mit dem "Standortnachteil" Werder`s :rolleyes:, einer Mannschaft im Aufbau oder was weiss ich sonst noch rechtfertigen und verklären kann.

Der Vertrag eines Fussballlehrers, der nicht einsieht, dass er mit seinem Stil und seinem System zwei Drittel der Truppe vielleicht sogar generell, mindestens aber so wie es ihnen vermittelt wird, völlig überfordert, gehört sofort gekündigt, nicht verlängert. Mit dieser Vertragsverlängerung demonstriert Werder Stärke, meinetwegen. Ich halte` s dennoch für fatal. Ganz abgesehen davon, dass es eine schallende Ohrfeige für die meisten lizensierten Fussballtrainer des Planeten ist, die sich mit den spieltaktischen Erfordernissen eines erfolgreichen Spiels auseinandersetzen und einen entsprechenden Leistungsnachweis erbringen müssen.

Mir persönlich wäre ein 10. Platz recht, wenn eine Entwicklung erkennbar ist, so wie am 4. und 5. Spieltag, nur eben dauerhaft und nicht nur dann, wenn sogar Schaaf gerade mal zwei, drei gute Ergebnisse bringen muss. Mir ist übrigens sehr wohl bewusst, dass obige Ansichten nicht "repräsentativ" sind, weil es generell nicht "repräsentativ" ist, sich detailliert mit Fussball auseinanderzusetzen oder zu hinterfragen.

Sehr guter konstruktiver Bericht:tnx::thumb:
 
Sicherlich ist die Vertragsverlängerung aus Werder-Sicht irgendwo nachvollziehbar und es war klar, dass das unabhängig von irgendwelchen Spielen oder Tabellenständen passiert. Tief im Inneren hatte ich trotzdem gehofft, dass der Spuk spätestens nach dieser Saison ein Ende findet. Innerlich hatte ich dabei an Schaaf selbst gedacht, sozusagen dass er selbst merkt, was er als Gegenleistung zur uneingeschränkten Treue seines Vereines seit 4 oder 5 Jahren für einen beschissenen Job macht. Aber diese (unsichtbare) Schranke vor seinem Kopf, die den Blick auf` s grosse Ganze öffnen könnte, wird wohl nicht mehr hochfahren, es ist viel mehr furchtbar festgefahren.

Auch wenn vieles was du schreibst gut analysiert sein mag, das was du hier schreibst lässt mich wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln.

Egal wie viele Defizite ich selber auch sehen mag.
Aber "beschissener Job"?

Nun ja, da wird wohl einfach nicht auf einen Nenner zu kommen sein.
 
Was das Taktische bzw die taktischen Fehler angeht bin ich mit Mick ja einer Meinung, wie eine Mannschaft aber Zweiter und 2x Dritter in der Bundesliga wird, dazu im Finale der EL steht und den DFB-Pokal gewinnt, obwohl der Trainer einen beschissenen Job macht... das verstehe ich nicht.
 
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