So viel vorab: Ich bin 100% pro KATS.
Meine Denke:
- Werder Bremen ist ein Wirtschaftsunternehmen, ein Werbeträger, ein Fußballspiel ist eine Verkaufsveranstaltung für Marken (unsere Sponsoren). Und diese werden am besten über Emotionen verkauft. Diese wiederum sind auf/an eine Zielgruppe ausgerichtet. Um eben dies besser machen zu können, hat sich Werder ein gewisses Image gegeben, so wie andere Vereine auch, und will es erhalten oder besser: Das eigene Werder-Image (mMn von Lemke entwickelt) hat sich als Werbeträger bewährt und funktioniert.
Eben Teil dieses Images ist Kontinuität, eine gewisse mediale Zurückhaltung, Treue, hanseatisches Wirtschaften (billig kaufen, teuer verkaufen; objektive Risikoabschätzung; nachhaltiges Wirtschaften; ...).
Ein verkorkstes Trainerkarussell wäre der -vorübergehende- "Tod" dieses Hauses, erlebt in der post-Rehagel-prä-Schaaf-Ära, oder auch bei anderen Vereinen.
Gerade die Nachhaltigkeit ist doch also ein enges Anliegen der GF und des AR.
- Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Trainer auf diesem Planeten, die es genauso gut, vielleicht auch besser, machen können als TS.
Nur: Die muss Werder erstmal finden und bezahlen können/wollen. Gleichzeitig müssten eben jene Trainer auch noch nach Bremen kommen wollen, und zwar für eine für das Fußballgeschäft wirklich lange Zeit. Auch der Trainermarkt hat viele überstarke Akteure: Barca, Real, Inter, Milan, Juve, Bayern, Liverpool, ManC, ... Wie will man diese Toptrainer, die neben Geld auch noch Titel ergattern wollen, nach Bremen lotsen? Kann es denn der Anspruch von Werder sein,
jede Saison um die Meisterschaft, den Pokal und, wenn man es streng nimmt, um die CL mitzuspielen? Kann der Verein einem Trainer den finanziellen Rahmen eben hierfür bieten?
- Da Werder auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, da Werder berühmt-berüchtigt ist für seine ausgeglichenen Bilanzen, gehe ich fest davon aus, dass KATS nur dann einen neuen Vertrag bekommen würden, wenn sich dies auch "rechnen" würde. Die Zeichen der Zeit deuten auf genau diese Verlängerungen hin.
Haben also alle Verantwortungsträger jeglichen Fußballsachverstand, jeden
ökonomischen Sinn verloren? Glaubt ihr das wirklich?
- @Norge: Den von Dir zitierten Bremer Wahlspruch so auszulegen wie Du es getan hast, finde ich schlichtweg falsch. Denn natürlich
wagt der SV Werder etwas, nämlich einen anderen Weg als die Masse der Profivereine weltweit. Ob das jetzt zu konservativ oder zu progressiv ist, liegt im Auge des Betrachters. Ich für meinen Teil finde den eingeschlagenen Weg in einer schnelllebigen Zeit beides: Werder ist progressiv mit konservativen Mitteln.
- Mick:
Hier wird was von Ästhetik erzählt, aber wirklich starke Mannschaften spielen keine hohen Bälle.
Halte ich für falsch. MMn spielen wirklich starke Mannschaften den Ball, der in der jeweiligen Situation am erfolgversprechendsten ist. Sie sind in der Wahl ihrer Mittel flexibel.
Allerdings bezweifle ich, dass es taktisch von Werder gewollt war.
Also wenn Werder gegen einen Gegner untergeht (Gladbach), war das vom Trainer so gewollt, spielt Werder einen Ball, der auch Dir gefällt, dann war das ungewollt. Verstehe ich das richtig?
- @Schmolle:
Irgendwann wird TS nicht mehr Trainer von Werder Bremen sein. Das ist nun mal allein biologisch nicht zu ändern. Davon wird der SV Werder dann auch nicht untergehen. Aber solange (KA)TS einen Plan haben, der sicher auch dem AR bekannt ist und von diesem akzeptiert wurde, werden sie die erfolgreiche Arbeit weiterführen, mal mehr erfolgreich und auch mal wie letzte Saison.