Es ist aber doch bezeichnend, was Theresa Enke gesagt hat im Zusammenhang mit Robert Enkes Tod. Dass eben Enke sich nicht in die Klinik einweisen lassen wollte, dass er dachte, so verliert er alles und so weiter. Er hat also zu Zeitpunkten, als er noch in der Lage war, zu entscheiden, abgeblockt. Ich habe auch kein Mitleid mit Robert Enke, mich interessiert Theresa. Das ist eine Person, die sich wirklich aufgeopfert hat und alles versucht hat. Und der das alles vor die Füße zu schmeißen und sich vom Zug vollkommen zerfetzen zu lassen, ist eine Bösartigkeit. Denn Robert enke mag einiges gewesen sein, aber nicht allein.
Depression ist sicherlich eine Krnakheit, für die man nicht verantwortlich ist. Aber sich in die Depression zu ergeben und im Selbstmitleid zu baden, bis es nicht mehr weiter geht, das ist eben ein Verhalten, das nicht alle Depresionskranken an den Tag legen, sondern nur einige. Viele andere ziehen die Notbremse, steigen aus ihrem Leben, das sie kaputtmacht, aus. Diese Perspektive muss man ihnen aufzeigen. Enke hätte sein Leben als unter massivem Druck stehender PRofitorwart nicht weiterführen müssen. Es gab andere Optionen. Und sie wurden ihm aufgezeigt, von Angehörigen, Partnerin, Therapeuten. Aber er hat diese Optionen nicht wahrgenommen, sich verbarrikadiert, bis zum point of no return. Das liegt eben nicht nur an der Krankheit.