Psychische Erkrankungen im Profifußball

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Kannst du gerne machen, musst dich aber nicht wundern, wenn du für diese dämliche Ansicht mal ordentlich Contra bekommst!

Ach weißt du, da kann ich mit leben. Es gibt weitaus schlimmere/ernsthaftere Dinge im Leben außerhalb eines Forums (wie Contra zu bekommen). Von daher bin ich da ganz ruhig.
Ich denke Werder Fans sind wir hier alle, aber alles was danach kommt ist wie schon gesagt ansichtssache.

Ich sag mal 'back to topic' um hier wieder ein bisschen 'Ruhe' reinzubringen.
 
Ach weißt du, da kann ich mit leben. Es gibt weitaus schlimmere/ernsthaftere Dinge im Leben außerhalb eines Forums (wie Contra zu bekommen). Von daher bin ich da ganz ruhig.
Ich denke Werder Fans sind wir hier alle, aber alles was danach kommt ist wie schon gesagt ansichtssache.

Ich sag mal 'back to topic' um hier wieder ein bisschen 'Ruhe' reinzubringen.

Da würde es helfen wenn sich Leute äussern die auch halbwegs ne Ahung haben wovon sie reden.
 
Ach weißt du, da kann ich mit leben. Es gibt weitaus schlimmere/ernsthaftere Dinge im Leben außerhalb eines Forums (wie Contra zu bekommen). Von daher bin ich da ganz ruhig.
Ich denke Werder Fans sind wir hier alle, aber alles was danach kommt ist wie schon gesagt ansichtssache.

Ich sag mal 'back to topic' um hier wieder ein bisschen 'Ruhe' reinzubringen.

Auch dank Deines Statements sind wir gewissermaßen bereits wieder "in topic", sprich: gesellschaftliche Anerkennung von psychischen Krankheiten und Enttabuisierung.
Auch wenn ich inhaltlich Deine Sicht auf das Thema ablehne, trotzdem vielen Dank :cool:

Edit: Wurde hier im Thread glaube ich noch gar nicht benannt: Christian Stoll, als Stolli einer unserer Stadionsprecher, ist ebenfalls betroffen.
 
Vor allem muss man sich mal überlegen, was ein Depressiver seinen Angehörigen mit einem Suizid antut. Dass Depression "eine Krankheit sei, bei der es zum Suizid kommen kann", ist keine grundsätzlich falsche Aussage, aber eine, die die Verantwortung des Depressiven durchstreicht. Letztendlich ist er es selbst, der die Entscheidung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, in eine Klinik zu gehen etc. pp. ablehnt und den Suizid begeht. Von dieser eigenverantwortlichen Tat kann ihn niemand freisprechen.

Zwei gute Freundinnen von mir haben im Kindesalter durch Suizid nahe Angehörige verloren. Die eine als kleines Kind den Vater, die andere hat ihren großen Bruder erhängt in seinem Zimmer gefunden. Man kann sich schon ausmalen, was das bedeutet. Und von dieser Verantwortung kann niemand den Selbstmörder freisprechen, sondern da empfinde ich eine gewisse Wut. Und die Berichterstattung und die Welle des Mitleids, die über Selbstmörder und versuchte Selbstmörder hereinbricht, verführt zu Nachahmungstaten.
 
Genau das ist hier Thema, denn bei Depressionen kann es eben auch zum Suizid kommen, wenn die Krankheit nicht erkannt/behandelt wird. Man muss sich eben nur bewusst werden, dass es sich um eine Krankheit handelt (was du offensichtlich nicht tust)!

Aus einer Sicht, die keine Ahnung hat(also meine): Du sagst es! Wenn die Krankheit nicht erkannt/behandelt wird, kann es natürlich zum Suizid kommen. Das ließt man im Nachhinein ja öfters mal, dass die betroffene Person 'alleine(!)' war, keine Hilfe bekommen hat, mit keinem Reden konnte etc. Bei ihm hätte ich mir allerdings doch gewünscht, dass er das Problem mit seiner Frau (als starker Rückhalt) irgendwie lösen kann. Vielleicht wollte er es lieber alleine lösen und keinen damit 'belästigen'. Ist natürlich nicht der richtige Weg, aber dann sollte man sich mal in die Lage der Familie hineindenken, wenn auf einmal ein Brief mit dieser Nachricht aufen Tisch liegt.
 
Vor allem muss man sich mal überlegen, was ein Depressiver seinen Angehörigen mit einem Suizid antut. Dass Depression "eine Krankheit sei, bei der es zum Suizid kommen kann", ist keine grundsätzlich falsche Aussage, aber eine, die die Verantwortung des Depressiven durchstreicht. Letztendlich ist er es selbst, der die Entscheidung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, in eine Klinik zu gehen etc. pp. ablehnt und den Suizid begeht. Von dieser eigenverantwortlichen Tat kann ihn niemand freisprechen.

Zwei gute Freundinnen von mir haben im Kindesalter durch Suizid nahe Angehörige verloren. Die eine als kleines Kind den Vater, die andere hat ihren großen Bruder erhängt in seinem Zimmer gefunden. Man kann sich schon ausmalen, was das bedeutet. Und von dieser Verantwortung kann niemand den Selbstmörder freisprechen, sondern da empfinde ich eine gewisse Wut. Und die Berichterstattung und die Welle des Mitleids, die über Selbstmörder und versuchte Selbstmörder hereinbricht, verführt zu Nachahmungstaten.

Wenn man keine Ahung hat und so.....
 
Was Du Dir ohne jede Ahnung so herausnimmst, ist bemerkenswert dreist.

interessant wie gut du mich zu kennen scheinst. Wenn du Ahung von der Sache hättest wüsstest du das es keine eigentverantwortlich Entscheidung ist. Du kennst die Sicht von den Hinterbliebenen, hast du aber irgendeine Ahung wie es zu dem Selbstmord gekommen. Scheinbar nämlich nicht, wenn es wirklich um Selbstmord durch Depressionen handelt ist Wut so ziemlich das unangebrachteste was man haben kann.
 
Du kannst vielleicht sagen, dass die Verantwortung des Depressiven und Suizidgefährdeten eingeschränkt ist. Aufgehoben ist sie noch lange nicht. Vor allem ist er verantwortlich dafür, dass er sich rechtzeitig helfen lässt, Hilfe annimmt und andere an sich heranlässt, anstatt ihnen ein Restleben mit quälenden Fragen zu hinterlassen. Und da ist Wut wie "warum hat Papa mich im Stich gelassen?!" gesünder als sich Schuldgefühle einzureden. Was meinst Du denn, was aus solchen Kindern oft wird? Richtig: Depressionskranke.
 
Vor allem ist er verantwortlich dafür, dass er sich rechtzeitig helfen lässt, Hilfe annimmt und andere an sich heranlässt, anstatt ihnen ein Restleben mit quälenden Fragen zu hinterlassen.

Wenn es so einfach wäre, würde es wohl jeder machen. Warum es trotzdem immer wieder zu dieser Verzweiflungstat kommt, sollte aber offensichtlich sein: man denkt eben nicht rational!
 
Umso wichtiger ist es, ihnen einen Ausweg anzuzeigen - auch indem man klarmacht, dass Suizid nicht nur ein falscher, sondern auch ein unverantwortlicher Weg ist, der anderen das Leid beschert, das man selbst loswird, insbesondere eben den engen Angehörigen. Der Suizid ist da eine egoistische Tat, die das Leid für andere und deren mögliche Depressionserkrankung komplett ignoriert.
 
Maddin hat insofern Recht, als dass bei Betroffenen psychischer Krankheiten im Speziellen, aber auch Fällen, mit denen in Psychatire, Krankenhäusern und Hilfseinrichtungen gearbeitet wird im Allgemeinen, die oberste Devise ist, die Wahlfreiheit des Klienten zu wahren. Solange der nicht sich selbst oder Andere gefährdet, hat er die Wahl, welche Angebote er annimmt. Wahlfreiheit heißt aber nicht nur das, sondern auch, dass im Umkehrschluss keine Autonomie zu wählen durch Krankheiten verloren geht.

Was hier an der Diskussion nicht passt, sind die Pauschalisierungen psychischer Erkrankungen auf beiden Seiten. Weder ist ein Suizid, der durch eine Depression bedingt ist (und das ist die Minderheit, jedoch sind das die, die uns durch Medien nahegebracht werden) immer von langer Hand geplant, so dass man annähernd davon sprechen könnte, dass der Betroffene seine Familie im Stich lässt, noch sind sie alle affektiv, so dass sich das definitiv ausschließen lassen könnte.

Zweitens: Aber selbst o.g. funktioniert nur unter der Prämisse, dass man davon ausgeht, der Betroffene hätte seine Familienpflicht vor seinem (moralischen?) Recht über sein Leben zu entscheiden anzusiedeln. Ist das denn so? Subjektiv ethische Frage. Problematisch.
 
Wenn es so einfach wäre, würde es wohl jeder machen. Warum es trotzdem immer wieder zu dieser Verzweiflungstat kommt, sollte aber offensichtlich sein: man denkt eben nicht rational!

:tnx: Und das richtige Wort ist auch Verzweiflungstat. Wenn derjenige sich der Folgen wirklich bewusst wäre, würde er es wahrscheinlich nicht tun. Aber ab einer bestimmten Schwere der Krankheit ist man nicht mehr in der Lage diese Dinge zu sehen.

@zoog das Problem ist, das man nicht mehr wirklich entscheidet. Man handelt aber entscheidet nicht wirklich darüber was man tut. Zumindest eben nicht bei klarem Verstand.
 
Aus meiner Sicht als Erkrankter.

Meine Depressionen haben ich schon mindestens seit meinem 16 Lebensjahr. Das erste mal über das, was es für mich bedeutet habe ich erst gesprochen, als ich vielleicht 22, 23 oder so war. Zuvor habe ich da vieles auch Grundsätzlich nicht als Krankheitsbild wahrgenommen. Für mich war es eben so wie es ist, was eben auch daran lag, dass mir dieses Krankheitsbild weitestgehend Fremd war. Zudem mag man ja auch weniger zugeben, dass man nen "Dachschaden" hat.
Für mich wurde es erst so mit 24, 25 wirklich schlimm. Ich kann jetzt dirverse Symptome aufzählen. Antriebslosigkeit, vermeintliche Müdigkeit, aber das schlimmste waren häufige Panikattacken. Wie viele wissen bin ich ja politisch aktiv und für mich war es eigentlich nie ein Problem vor Menschen zu reden. Plötzlich setzte es ein, dass ich regelrechte Panikattacken selbst in kleinen Runden bekam. Das äußerte sich in unkontrollierten Schweißausbrüchen, Herzrasen, Unsicherheitsgefühlen, Blackouts.
Wenn meine Frau nicht an meiner Seite gewesen wäre, wüsste ich auch nicht, was mit mir passiert wäre. Ich bin dann, weil die Schwelle eben niedrig war, zur Psychologisch Therapeutischen Beratungsstelle der Uni gegangen und habe dort einen Termin vereinbart. Ich habe einen recht langes Gespräch geführt und erst da habe ich eigentlich eingesehen welche Schritte ich tatsächlich unternehmen muss. Dankbar muss ich tatsächlich sein, dass die Schwelle zur PTBS der Uni zu gehen im Vergleich zu einem Gang zu einem "normalen" Psychologen wesentlich einfacher war.

Das Problem ist häufig, dass selbst bei einem Eingeständnis der Krankheit man weiter vor Hürden steht. Ich habe meinen ersten Examensversuch in den Sand gesetzt. Reize jetzt die zwei Jahre aus, die ich habe um mich zu einem erneuten Versuch anzumelden, weil ich mir die Zeit geben wollte, das in aller Ruhe zu lernen. Habe immer ne Gewisse Angst da ne Frist versäumt zu haben. Dazu kommt, dass ich relativ alt bin und als Lanzeitstudent durchgehe. Das ist ein äußeres Erscheinungsbild, was einem das Leben auch nicht immer einfacher macht. Man stößt halt auf Ablehnung. Und jedem "Fremden" will man seine Erkranung bei den Vorurteilen, die ich ja auch hier aus einige Posts lese, auch nicht auf die Nase binden. Man tut sich auch mit entsprechender Hilfe und Behandlung im Leben schwer. Und manchmal sitzt ich auch da und denke einfach, dass ich am besten das Studium hinschmeiße, weil man auch Konzentrationschwierigkeiten hat und das eh keinen Sinn hat, man dann eben etwas anderes macht.
Ich hatte für meinen Teil noch keine Suizidgedanken, aber ich kann mir durchaus vorstellen wie schnell man an irgendeine Grenze stoßen kann, die einem scheinbar keinen Ausweg lässt. Und ganz ehrlich, man ist schweren depressiven Phasen auch so sehr mitsich selbst beschäftigt, dass man häufig an die Menschen in seinem Umfeld nicht denkt.
 
@zoog das Problem ist, das man nicht mehr wirklich entscheidet. Man handelt aber entscheidet nicht wirklich darüber was man tut. Zumindest eben nicht bei klarem Verstand.

Eben das ist nur in Teilen richtig. Das kann so sein, muss es aber nicht. Einzelfallabhängig. Der Betroffene bleibt trotzdem ein Subjekt und wird nicht zum Objekt seiner Depression. Frage ist, wie affektiv die Tat ist, oder inwiefern die Depressionen stattdessen auf diesen Punkt hin "zulaufen". Ferndiagnostiziere das mal bei einem Toten, den du nur aus den Medien kennst. Keine Chance.

Man macht es sich aber zu einfach, die Selbstmörder als Egoisten darzustellen. Letzten Endes leiden sie unter ihrer Erkrankung. Ihnen die Schuld zuzuweisen heißt, dass die auf's Hilfeholen verzichten, um ihr Leben zu beenden und dabei in Kauf nehmen, ihre Familie und Freunde "im Stich zu lassen". Das macht aber kein rational denkender Mensch, der als biologisches Wesen Interesse am Überleben hat. "Rational denkend" zeigt schon, dass da vor dem Suizid was nicht stimmt. Deswegen: Egoismus nein, aber Eigenverantwortungsloses Handeln dem Suizid vorauszusetzen ist auch nicht richtig.
 
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