....das sind Entwicklungen, die aus dem Sachzwang der Verwertungslogik entstehen und die sich ohne weiteres nicht abstellen lassen. Da ist es klar, dass die Ideologen des Bestehenden diesen gesellschaftlichen Fakt als "Mode" abtun und das alte "stell dich nicht so an" anstimmen.
Über Fettmarkiertes würde ich im Kontext gerne diskutieren. Du wirst das sicherlich besser beurteilen können, aber manchmal frage ich mich doch, ob an letzterem nicht was Wahres dran ist.
Wenn ich z. Bsp. diesen Begriff "Turbo-Abitur" höre. Als einer, der die brachiale Wendezeit in der Schule mitgemacht hat, 10 Jahre DDR-Schule bis 90 und danach zwei Jahre erst ein halbes Jahr EOS, dann "Umbenennung" in Gymnasium. Mit dem neuen Kurssystem kamen damals weder Lehrer noch Schüler wirklich zurecht.
Aber wir mussten uns da durchbeissen und haben noch alle Fächer (inkl. solchem Quark wie Musik und Zeichnen) ablegen müssen ohne abwählen und dergleichen was es kurze Zeit später alles so gab.
Es gab eine hohe Allgemeinbildung - ebenfalls in 12 Jahren, wobei wir von Mo. bis Sa. in die Schule gingen. Die spezifische Qualifikation in bestimmten Bereichen war dennoch gut, bei gleicher Flexibilität und nicht grundlos haben sich viele Unternehmen nach der Wende um DDR-Ingenieure gerissen.
Nun könnten wir davon ausgehen, dass die 12 Jahre zu kurz wären, da die Anforderungen extrem gestiegen sind. Doch wenn ich heute viele der Abiturienten oder gar Realschüler in Vorstellungsgesprächen erlebe, oder selbst neben dem Job, in der Freizeit. Also deren Ausbildung, obwohl im Fachbereich...

...da scheitert es an simplen Dingen, die früher auf der Mittelstufe Grundlage waren. Ich glaube, das DDR-Bildungssystem war um Längen besser.
Spezialisierung und doch weniger Wissen. Dennoch Forderung nach längerer Ausbildung. Da frage ich mich dann eben, ob dieser Begriff "Turbo-Abitur" gerne verbunden mit Wörtern wie "Stress", nicht irgendwo medial gekünstelt hervorgebracht wird. Erliegen die dem "Sachzwang der Verwertungslogik" und lernen deswegen nichts mehr? Würde zumindest einen gewissen Druck erklären, der allerdings keiner Logik unterworfen ist.
Mein Eindruck ist ein anderer, nämlich der der falschen inneren Einstellung zum Leben. Denen geht`s vielleicht viel zu gut.
Genau wie unsere 34-jährigen Studenten im 25ten Semester, die seit 10 Jahren jeden zweiten Tag nach dem Frühstück in der Kneipe Doppelkopf von 10.30 Uhr bis 15.00 Uhr spielen und ab 23.30 Uhr wieder zur Nachttour aufbrechen (überspitzt gesagt). Oder die vielen etwa 26-jährigen, die es bei der vierten Lehre dann endlich mal ins letzte Jahr bis zur Abschlussprüfung schaffen. Der Staat oder die Eltern sorgen vor.
Generell treten heute mMn viele Leute erst viel zu spät ins Berufsleben ein.
Wird daher die geringste Böe zum Orkan und erzeugt zu viel (Burnout-)Druck?
Ein anderes Beispiel sind Leute, deren Berufsleben/ Stress-/ Drucksituationen man recht gut einschätzen kann, die aber plötzlich an Burnout erkranken. Aber aus welchem Zwang oder Druck heraus entwickelt sich das denn bitte? Und die unterliegen ganz sicher nicht alle diesem "Ausgrenzungsgefühl" wie Eisbär.
Für mich persönlich stellt sich daher die Frage nach der Ursache in Bezug auf die "Modeerscheinung" sehr wohl. Es handelt sich sicherlich trotzdem um eine Krankheit bzw. wird irgendwie zu dieser.
Ich kann es letztlich nicht einschätzen, das können vermutlich nur Psychologen, aber interessieren würde mich doch mal, ob diese Eindrücke falsch sind.