Das war nicht als Vorwurf an dich gedacht, sondern eine allgemeine Anmerkung zu Literatur-Debatten, in denen das Etikett Trivialliteratur ein Synonym ist für minderwertig. Oftmals reicht in solchen Debatten schon der bloße Verdacht, dass man am Lesen eines Buches Spaß haben könnte, um es zusammen mit seinem Autor zu verdammen.
Achso, dann ist gut. Ich hatte das jetzt auf mich bezogen. Ja es mag sein, dass das Wort sehr negativ besetzt ist, ich hatte es hier aber nur mangels eines Ersatzes benutzt. Unterhaltungsliteratur trifft es aber auch ganz gut und ist etwas wertungsneutraler. Fuer mich persoenlich ist das naemlich wie gesagt nichts schlimmes, weil ich solche Literatur auch gerne mal lese und dazu stehe.
Nur in Deutschland gibt es eine kategorie wie "Trivialliteratur"
Naja, im englischen gibt es die in gewissem Sinne schon, ist aber komplizierter auszudruecken. Es gaebe halt trash, was sehr negativ ist, oder popular fiction (nicht nur im woertlichen Sinne, sondern durchaus auch als Begriff), das aber deutlich positiver klingt.
und in die Pakte man dann eben die angeblich "banalen" Schreiber hinein, so auch simmel und Konsalik von denen die Kritik neuerdings sagt, daß sie wahrscheinlich die beiden Sprachbegabtesten Romanciers Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg waren. Das ist also eben auch der Mode unterworfen.
Ich hab noch nie Konsalik gelesen, aber der ist ja mittlerweile auch synonym fuer ein wertloses Buch, das keiner mehr haben will....
Ich gebe dir, la mariposa, recht das es bestimmt genügend unentdeckte Lyriker und hierzulande unbekannte gibt. Vielleicht wird denen ja noch das zu Teil was Poe widerfuhr:
Ich glaube nicht dass Leute wie Dickinson, Whitman und Eliot noch ihr revival hier erfahren, das liegt aber vielleicht auch daran, dass Deutschland genuegend eigene Poeten hat und ich gerade Lyrik oft schwer zu uebersetzen finde.
Allerdings ging es ja auch um die amerikanische Dichtung, und das beudetet fuer mich in erster Linie im englischsprachigen Raum und da tut die Uebersetzung oder der Bekanntsheitsgrad in Deutschland nichts zur Sache.
Eine Entdeckung erst nach seinem Tode(Ihremn Tode. Vorher galt er (Poe) als trivial wenn nicht als pulp = Schund. Er konnte glaube ich nur 1 - 5 seiner Erzählungen/Gedichte an Zeitungen verkaufen. Hauptsächlich verdiente er sich sein Geld mit dem Abfassen von Kritiken. Da er aufgrund von Krankheit und Trunksucht zu steter Arbeit nicht fähig war, ist er auch mit realtiv jungen Jahren in die ewigen Jagdgründe gegangen.
So geht es leider vielen Kuenstlern
Er erfand das Genre des Detektivromans, den phantastischen Roman, den Horroroman
Dafuer, dass er nur einen Roman geschrieben hat, ist das ne Menge

Aber ich weiss was du meinst er hat diese Genres entscheidend gepraegt, ohen Frage. Deshalb sehe ich Poe aber vielleicht auch eher als einen Prosaschreiber als einen Lyriker, auch wenn es sich bei The Raven natuerlich um Lyrik handelt. Er hat aber auf Prosagenres meiner Meinung nach deutlich mehr Einfluss gehabt, als auf die amerikanische Dichtung, wo ich nach wie vor andere Dichter weiter vorne sehe.
Kleist wird von der Kritik nicht zu den "Klassikern" gerechnet (obwohl er vielleicht nicht Goethe dennoch aber jeden anderen außer ihn übertrifft was Sprache und Duktus und Inhalt und Melodie übertrifft),
Mein Wissen ueber deutsche Literatur besteht ehrlich gesagt nur aus dem LK in der Schule, und da hatte ich nie das Gefuehl, Kleistb waere minderwertig, mag aber auch daran liegen, dass mein Lehrer ein grosser Fan war. Wir haben definitiv mehr Kleist gelesen und besprochen als Goethe!
Nietzsches Talent als Lyriker wird überhaupt nicht in Erwägung gezogen, Büchner müßte auch in den Kreise der "Klassiker" einbezogen werden,
siehe Kleist....
Fontane ist maßlos überschätzt (das sind wenn man es so will bestenfalls "lausbuben und lausmädchengeschichten" ala Enid Blyton oder Oliver hasselcamp).
:applaus::applaus:
Ja wegen Übersetzungen: Nein, ich glaube schon, daß die Übersetzung gut ist von "his dark materials" ohne das im Original gelesen zu haben. Das kann man auch erkennen. Wer umständlich übersetzt ist nicht "flüssig" lesbar.
Es gibt freilich große Unterschiede bei Übersetzungen. So wurde Kings "Turm-Zyklus" von Körber begonnen zu übersetzen - großartig. Die letzten drei Teile übersetze jemand anders - nicht großartig. Dito die Neuübersetzung von "Herr der Ringe".
Ich habe lustigerweise heute einen Artikel ueber Uebersetzungen fuer unsere Onlinezeitung geschrieben und da auch auf der Kregeuebersetzung von Herr der Ring rumgehackt.

Die ist aber auch furchtbar. Der Artikel war aber im uebrigen ein Kommentar fuer das Lesen von Uebersetzungen. Weil es manchmal halt nicht anders geht
Es gibt aber auch das Gegenteil. Paolinis Eragon ist im Original ne einzige Katastrophe, der größte Schrott sogar. In der Übersetzung aber ein Fantasy-Klassiker.
Ich hab nur den ersten Teil gelesen, auf Englisch. Mich hat er ziemlich genervt, weil ich das Gefuehl hatte, der Autor versucht mit aller Kraft ein Epos zu erschaffen, das den Charakter von Herr der Ringe hat, schafft das aber nicht. Das lag aber mMn nicht nur an der Sprache, kann mir also nur schwer vorstellen, dass die Uebersetzung besser ist...
Ich selber schere mich um "das Original" nicht viel. Wenns n Buch nur in English gibt dann muß ich das halt in English lesen, ansonsten würde ich immer zur Übersetzung greifen.
Die Werke die dies betrifft sind
"Ghost Rider", von Neill Peart und
"What a great idea 2.0", Chic Thomson
Daneben las ich früher mal Bücher auf English um "in der Sprache zu bleiben" alles in allem komme ich auf recht wenige Originale also.
Muss meiner Meinung nach auch jeder selber wissen. Generell ist es denke ich mal besser, eine Uebersetzung komplett zu verstehen, als das Original nur halb.

Da das bei mir aber nicht der Fall ist und englische Ausgaben billiger sind wuesste ich keinen Grund, wieso ich mir momentan ein Buch in der Uebersetzung holen sollte. Bei Werken in anderen Sprachen ueberlege ich vorher. Aus irgendeinem Grund finde ich z.B. russische Uebersetzungen auf deutsch schoener, waehrend ich Ibsen auf englisch bevorzuge. Objektiv begruenden kann ich das aber nicht.
Es gibt übrigens auch ein "unlesbares" Deutsches Buch: Grimmelnshausens "Abenteuerlicher Simplicissimus"
Mussten in der Schule ein Kapitel davon lesen, hat mir schon gereicht
Und das unlesbarste Buch der Welt ist das Voynich Manuskript (jüngster Stand der Ermittlungen: Wahrscheinlich Fake)
Ja, das war vor ein paar Monaten wieder mal in der Zeitung, weil irgendwer eine neue bekloppte Theorie hatte. Naja, mit irgendwas muessen die entsprechenden Forscher sich ja beschaeftigen
