Allgemeiner Politik Thread

(...)
Um die Einkommen von Haushalten unterschiedlicher Größe miteinander vergleichen zu kön- nen, ist eine Äquivalenzskala erforderlich. Herangezogen werden die „Alte OECD-Skala“ (1. Person im Haushalt: Gewicht 1, weitere Haushaltsmitglieder ab 15 Jahren: Gewicht 0,7 und Jugendliche unter 15 Jahre: Gewicht 0,5) und die „Neue OECD-Skala“ (1. Person im Haushalt: Gewicht 1, weitere Haushaltsmitglieder ab 15 Jahren: Gewicht 0,5 und Jugendliche unter 15 Jahren: Gewicht 0,3). Beide Äquivalenzskalen werden in der empirischen Sozialforschung häufig verwendet. Bei der Alten OECD-Skala werden die Haushaltsersparnisse vergleichsweise niedrig eingeschätzt, bei der Neuen OECD-Skala relativ hoch. Daraus resultiert bei der Alten OECD-Skala ein niedrigeres durchschnittliches Nettoäquivalenzeinkommen für die Gesamtbe- völkerung als bei der Neuen OECD-Skala. Die Armutsgrenzen für Mehrpersonenhaushalte liegen bei der Alten OECD-Skala höher als bei der Neuen OECD-Skala. (...)

Quelle: Seite 9


Nochmal. Selbst wenn du davon absiehst, dass die Vergleichsgröße unterschiedlich ermittel werden kann. Ändert es eben nichts daran, dass die Vergleichsgröße eben allein davon abhängt, was du miteinander vergleichst.
Wenn du ein Land hast in dem nur Millionäre und Milliardäre leben würden, dann wären selbst einige Millionäre "arm" nach der angewendetet Armutsdefinition. Und genau da liegt der Fehler wenn man von "Kinderarmut" redet. Deswegen redet man wenn überhaupt auch von relativer Armut.
Interesant ist auch, dass Unicef beispielsweise Personen als bereits als "arm" bezeichnet, die nach anderer Definition als "armutsgefährdet" gelten.
Wie gesagt du kannst mit Statistiken in dieser Frage soviel rumhantieren wie du willst. Sie haben Null Aussagekraft.

In Deutschland hat jedes Kind den Zugang zu Bildung, Zugang zu einer anständigen Gesundheitsversorgung, kann mehr als ausreichend ernährt und gekleidet werden, braucht nicht ohne Dach über dem Kopf leben oder frieren.
 
Quelle: Seite 9


Nochmal. Selbst wenn du davon absiehst, dass die Vergleichsgröße unterschiedlich ermittel werden kann. Ändert es eben nichts daran, dass die Vergleichsgröße eben allein davon abhängt, was du miteinander vergleichst.
Wenn du ein Land hast in dem nur Millionäre und Milliardäre leben würden, dann wären selbst einige Millionäre "arm" nach der angewendetet Armutsdefinition. Und genau da liegt der Fehler wenn man von "Kinderarmut" redet. Deswegen redet man wenn überhaupt auch von relativer Armut.
Interesant ist auch, dass Unicef beispielsweise Personen als bereits als "arm" bezeichnet, die nach anderer Definition als "armutsgefährdet" gelten.
Wie gesagt du kannst mit Statistiken in dieser Frage soviel rumhantieren wie du willst. Sie haben Null Aussagekraft.

In Deutschland hat jedes Kind den Zugang zu Bildung, Zugang zu einer anständigen Gesundheitsversorgung, kann mehr als ausreichend ernährt und gekleidet werden, braucht nicht ohne Dach über dem Kopf leben oder frieren.

:thumb:
 
Wenn das Fakt ist, dann müssen die Mitarbeiter des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ja ziemlich inkompetente Vollidioten sein, denn die haben in einer in 2010 veröffentlichen Studie festgestellt, daß die Mittelschicht schrumpft. Nachzulesen u.a. in der "FAZ" oder "Die Welt".

Auf Deinen Beweis für das, was Du als Fakt darstellst, bin ich gespannt.

Gerne, hatte es u.a. aus der WAMS

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article12356101/Altes-
reiches-Single-Deutschland.html

und ebenfalls der FAZ - suche ich noch raus.
 
In meinen Augen bleibt da eben das Bürgergeldmodell (weiterenetwickelt) als Lösungsansatz. Es garantiert ein Grundeinkommen und ermöglicht, so lang man denn was tun möchte, zudem noch etwas dazu zu verdienen, ohne dass dies angerechnet werden würde.

Ein Bürgergeldmodell der FDP ist ja im Prinzip nichts anderesm als eine andere Form von H4, mit hübscherem Namen. Die Frage bei solchen Modellen ist doch immer die, wie wird das finanziert. All diese Modelle vernachlässigen doch, dass der Missbrauch einer so noblen Idee nicht zu unterschätzen ist und die Eigeniniative zur Arbeitsaufnahme mindert - solche Modelle taugen m.M. alle nichts.
 
Wenn nicht genug Arbeit (sozialversicherungspflichtige Jobs, von denen die Arbeitnehmer auch leben können) vorhanden ist, kommt das System in Schieflage.. darunter leiden erstmal die, die sowieso schwach sind aufgrund mangelnder Ausbildung od. Motivation.. die Zeitarbeit, 400 und 1 EUR-Jobs sind Indikatoren für diese Schieflage. Ebenso die Überschuldung der Staaten, die "kreditgehemmten" Banken. Man kann es drehen und wenden wie man möchte.. es wird an den Symptomen herumgedoktert statt den Wählern "reinen Wein einzuschenken". Da kommt eine Partei wie die FDP und verspricht Steuern zu senken. Das haben sie auch gemacht, aber nicht für den "Otto-Normal-Bürger" sondern für die Wirtschaft.. und das über die letzen 30 Jahre. Klar, dass es da Missverständnisse geben kann ;)
 
All diese Modelle "Bürgerversicherung vs. Bürgergeld" werden niemals kommen, da es durch die Uebernahme der Schulden anderer Staaten keine Spielräume mehr geben wird. In diesem Zusammenhang wir Deutschland gerade nach unten harmonisiert, da wird auf Bedürftige weniger Rücksicht genommen werden können, will man die Steuerlast nicht ins Unerträgliche treiben. Umgekehrt wird ein Schuh draus, die Beweggründe in Deutschland bleiben zu wollen, wird für viele junge und / oder mobile Menschen gegen 0 tendieren.
 
Ein Bürgergeldmodell der FDP ist ja im Prinzip nichts anderesm als eine andere Form von H4, mit hübscherem Namen. Die Frage bei solchen Modellen ist doch immer die, wie wird das finanziert. All diese Modelle vernachlässigen doch, dass der Missbrauch einer so noblen Idee nicht zu unterschätzen ist und die Eigeniniative zur Arbeitsaufnahme mindert - solche Modelle taugen m.M. alle nichts.

Das Bürgeldmodell ist sicherlich nicht perfekt, aber soll ja genau den Effekt habten, dass die Arbeitsaufnahme wieder eher lohnt.
Das ideale Modell gibt es eben nicht. Und die Finanzierung ist in dem Bereich ohnehin schwierig.
 
Das Bürgeldmodell ist sicherlich nicht perfekt, aber soll ja genau den Effekt habten, dass die Arbeitsaufnahme wieder eher lohnt.
Das ideale Modell gibt es eben nicht. Und die Finanzierung ist in dem Bereich ohnehin schwierig.

Ja klar, aber die Dimension der Eurokrise macht die Angelegenheit unmöglich. Das heutige Urteil gibt den Freifahrtschein für ungezügelte Verschuldung unter Umgehung der Schuldenbremse.
 
Ja klar, aber die Dimension der Eurokrise macht die Angelegenheit unmöglich. Das heutige Urteil gibt den Freifahrtschein für ungezügelte Verschuldung unter Umgehung der Schuldenbremse.

Somit befinden sich nicht nur unsere Politiker "am Anus von Ackermann und Co." sondern auch UNSERE Rechtsprechung - und das im Namen der Demokratie... ach ja.. "so geht Bank heute" :rolleyes:
 
Somit befinden sich nicht nur unsere Politiker "am Anus von Ackermann und Co." sondern auch UNSERE Rechtsprechung - und das im Namen der Demokratie.

Frage mich immer wieder woran die Banken, denn in der Frage der überbordenden Staatsverschuldung die Hauptschuld trifft. Klar die haben ihre Bankenkrise ausgelöst. Aber die Staatsverschuldung war schon zuvor ein deutliches Problem. Genau den gleichen Schwachsinn hat heute auch Steinmeier geredet als er den "Märkten" die Schuld für Eurokrise gegeben hat. Die Märkte können nichts dafür, wenn Staaten über ihre Verhältnisse leben.
 
Frage mich immer wieder woran die Banken, denn in der Frage der überbordenden Staatsverschuldung die Hauptschuld trifft. Klar die haben ihre Bankenkrise ausgelöst. Aber die Staatsverschuldung war schon zuvor ein deutliches Problem. Genau den gleichen Schwachsinn hat heute auch Steinmeier geredet als er den "Märkten" die Schuld für Eurokrise gegeben hat. Die Märkte können nichts dafür, wenn Staaten über ihre Verhältnisse leben.

Banken, die aufgrund nicht vorhandener od. mangelnder Sicherheiten Kredite vergeben.. die Beweggründe würde ich u. a. bei Provisionen, Beraterhonoraren etc. suchen, wer ist bspw. seitens der EU dafür verantwortlich zu machen, dass Griechenland überhaupt der EU beitreten durfte? Es wird oft genannt, dass die Griechen die EU mit ihren Zahlen getäuscht haben.. aber mal ehrlich.. wie können griechische Politiker die komplette EU mit all ihren Beratern aus "Finanz- und Wirtschaftsprofis", die aus aus der Bankenwirtschaft kommen "über's Ohr hauen"? Ich sag's mal sehr platt - Gier. Oder nehmen wir die sog. Immobilenkrise in den USA.. ist viel Stoff aber excellent aufgearbeitet: http://www.akad.de/fileadmin/akad.de/assets/PDF/WHL_Schriftenreihe/WHL_Schrift_Nr_25.pdf

Nicht die Banken an sich sind das Problem, sondern einige deren Manager und "gewisse Geschäftsmodelle".. die Manager, die persönlich involviert sind und in höchstem Masse finanziell profitiert haben und offensichtlich nicht haftbar zu machen sind. Nun haftet der Staat, der Steuerzahler.
 
Du vermischst zwei Dinge. Die Finanzkrise der Banken und die Verschuldungskrise der Staaten. Diese ist zwar durch Erstere für alle sichtbar geworden, aber es ist nicht deren Verantwortung.

Was Griechenland angeht. So werd ich jetzt mal politisch. FDP und Union haben Rot/Grün damals schon gewarnt Griechenland in den Euro aufzunehmen. Jeder wusste, dass die Griechen ihre Finanzen geschönt haben. Das war ja nicht unbekannt. Auch dem damaligen Finanzminister Eichel nicht. Grund war, dass rot/grün trotz immenser Steuererhöhungen es nicht geschafft hat die Stabilitätskriterien einzuhalten. Man hatte so mehr und einfachere Möglichkeit die Stabilitätskriterien aufzuweichen.
 
Du vermischst zwei Dinge. Die Finanzkrise der Banken und die Verschuldungskrise der Staaten..

Für mich ist das unter "Systemkrise" zusammen zu sehen.
Ich mag gar nicht parteipolitisch werden, denn die Parteien sind zum "stillen zusehen" verdonnert. Es gibt ein paar populistisch agierende "Schreihälse".. aber die können eben nur "schreien" und nicht das System reparieren.
 
Die Politik ist zu gar nichts verdonnert. Schon gar nicht zum zuschauen. Wenn da ein paar mehr nen Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) in der Hose hätten wie beispielsweise ein Frank Schäffler, dann würde man das ganz schnell wieder auf die Beine kriegen.
Im übrigen muss sich endlich mal von Etatismus entfernen. Den strikt verschlanken und auf seine Kernaufgaben zurückführen. Dann ist da noch was zu retten. Das gilt übrigens für alle Euroländer.
 
Die Politik ist zu gar nichts verdonnert. Schon gar nicht zum zuschauen. Wenn da ein paar mehr nen Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) in der Hose hätten wie beispielsweise ein Frank Schäffler, dann würde man das ganz schnell wieder auf die Beine kriegen.
Im übrigen muss sich endlich mal von Etatismus entfernen. Den strikt verschlanken und auf seine Kernaufgaben zurückführen. Dann ist da noch was zu retten. Das gilt übrigens für alle Euroländer.

Besteht der "reale Etatismus" nicht darin, dass der Staat, repektive die Steuerzahler nun für alle ausfallenden Kredite der Banken haftbar gemacht werden? "Dieser Etatismus" wurde nun fest verankert.

Über Herrn Schäffler muss ich mich erst schlau machen um das kommentieren zu können.. ich kann nur hoffen, dass er kein Doktorand ist :D , sorry, konnte nicht widerstehen bei seiner Zugehörigkeit zur FDP :lol:;)
 
Natürlich. Aus meiner Sicht war es ein riesen Fehler die Banken zu "retten". Das ist doch genau der Reinigungsprozess, den ein funktionierender Markt brauch. Gehen halt ein paar Banken über den Jordan. Ist völlig unerheblich.

Das ist nun einmal das Geschäftsrisiko, was einen auf der einen Seite gut verdienen lässt, wenn mans richtig macht und einen eben in den Abgrund zieht, wenn mans falsch macht. Das Problem an der Bankenrettung ist eben, dass die Gewinne mit höchsten Risiko schön eingestrichen werden konnten, aber eben die Verluste, dann schön auf andere abgeschoben werden.

Habe auch damals in einem Antrag gefordert, dass sich der Staat da bitte komplett heraus halten solle.
 
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