Das ist doch mal ein Wort. Natürlich gehe ich nicht so weit, solche Faktoren auszublenden. Aber mir geht diese andauernde Selbstzufriedenheit von KATS auf den Senkel. Ich wünsche mir mehr Selbstkritik und das Infragestellen eigener Entscheidungen. Stattdessen sah man Schaaf vor zwei Wochen wieder im Doppelpass, als wäre nichts geschehen. Nach dem Motto: "Achja, wir stecken im Abstiegskampf. Gibt's sonst noch was Neues?"
Den Auftritt von TS habe ich nicht gesehen, kann dazu also nichts sagen. Aber hat nicht KA als Gast im DoPA in der, bzw. kurz nach der Winterpause zugegeben, dass man sich bei der Personalie Aaron Hunt getäuscht hat? Dass Hunt bislang nicht die Erwartungen erfüllt hat? Und sah man nicht in der Bemühung, Kranjcar zu verpflichten den Versuch, diese Situation zu korrigieren? Ich denke schon, dass die von Dir gewünschte Selbstkritik da ist, sie aber nur nicht nach aussen kommuniziert wird. Und überhaupt: Welcher Trainer oder Manager stellt sich denn vor die Kamera und erzählt erstmal, was er alles falsch gemacht hat und wie er es verbessern will?
Solcher Optimismus wurde allzuoft enttäuscht. Ich möchte nicht wieder die vielen Brandherde aufzählen, die seit Jahren nicht bekämpft werden - sehenden Auges.
Welche Brandherde? Meinst Du die Positionen LV und OM? Ich denke, man hat voll auf die Kombination Boenisch/Pasanen für die linke Seite vertraut und musste eine Notlösung verpflichten, als wieder mal die Verletzungen zugeschlagen haben. Man hat im Sommer versucht, noch kurzfristig einen Özil-Nachfolger zu holen mit Ben Harfa, was nicht geklappt hat, man hat dies im Winter mit Kranjcar versucht. Man hat im Sommer einen Wesley dahingehend verpflichtet, das System vom "echten 10er" unabhängiger zu machen und aus der Defensive mehr Kreativität nach vorn zu bekommen. Klappte nicht, weil Wesley teilweise LV spielen musste, nur selten im DM zum Einsatz kam und sich dann verletzte. Es ist ja nun nicht so, dass nichts versucht wurde. Leider sitzen Spieler wie Micoud oder Diego nicht immer zum richtigen Zeitpunkt bei anderen Vereinen auf der Bank bzw. sind wechselwillig. Solche Transfers fehlten in der jüngeren Vergangenheit, das gebe ich gerne zu, aber das ist KA nicht unbedingt zum Vorwurf zu machen.
Das werden wir sehen. Wenn man die augenblickliche Situation heranzieht, mit zu wenigen Abgängen von Kaderleichen und den drohenden Abgängen von Leistungsträgern, muss man zumindest alarmiert sein. Die sportlichen Erfolge der Vergangenheit sind schön und gut, aber wo bitte spiegeln sie sich heute in unserem Kader wieder? Das ist es doch, was uns stören sollte und wofür ich KA kritisiere. Und was ist an Vergleichen mit anderen Vereinen falsch? Der sportliche Wettkampf besteht darin, sich mit anderen zu vergleichen. Vielleicht hat sich Werder allzu lange darin gefallen, eine Fußballphilosophie zu entwickeln, umzusetzen und vor-zu-leben, anstatt die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern.
Ist ja nicht falsch. Aber man darf auch nicht so tun, als würden wir jetzt für Jahre hinter Hannover, Mainz etc. hinterherhängen. Wir müssen mit den Tugenden, die uns in der Vergangenheit stark gemacht haben versuchen, wieder vorne ranzukommen und dabei nicht darauf achten, was die anderen machen, sondern unseren eigenen Weg gehen. Das meinte ich damit.
Zitat von silent:
Ich sage nur Özil Abgang und fehlender Ersatz......
Auf Hunt vertrauen
Du ziehst Dich immer an diesem einen Beispiel hoch, kann das sein? Erstens hat KA offen zugegeben, dass er sich in der Personalie Hunt geirrt hat, zweitens gab es durchaus Bemühungen, einen Ersatz zu holen. Dass dies vier Wochen vor Ende der Sommertransferperiode nicht geklappt hat, mache ich KA nicht zum Vorwurf. Du kannst Dir nicht, wenn sich ein Abgang nur andeutet, einen anderen Spieler mit solchen Qualitäten so lange warm halten, bis dann mal endlich Klarheit herrscht. Da zeigen Dir die Spieler den Vogel. Ausserdem hat man nach dem Özil-Abgang ja versucht, das System umzustellen und mit Wesley, Hunt, Arni und Marin eine offensive Spielweise ohne echten Spielmacher versucht zu etablieren. Dass das bisher nicht geklappt hat, ist
nicht nur Schuld der sportlichen Leitung.