Ja, in den 7 Jahren fast noch schlimmer als unter Kohl. Aber in dem Punkt stimme ich Dir zu, es ist von der Bundesregierung schwieriger zu beeinflussen.
Und Integrationspolitik ist wohl wahrlich nichts, was man an Rot-Grün kritisieren .... kann.
Warum nicht? Angefangen von ihren ersten Schritten damals mit der doppelten Staatsbürgerschaft, ohne zu dem Zeitpunkt über die Konsequenzen nachzudenken, sowie den folgenden (Pseudo-) Reformen, erreicht wurde in den 7 Jahren gar nichts. Im Gegenteil, das Ganze uferte am Ende aus. Beispiele wie die Rütli-Schule waren in beidem, in Sachen Bildungs- sowie Integrationspolitik nur ein kleiner Teil des Problems, deckten sich aber massiv mit meinen Beobachtungen. Am Ende von sieben Jahre rot-grüner Politik. Allein mit Polemik und Wahlkampf hat sich noch nichts nachhaltig verändert.
Politik ohne auf die Konsequenzen zu achten, ist übrigens typisch, als weiteres kleines Beispiel haben wir alternative Energiequellen in Form von zahlreichen Windparks, die sich nicht rechnen, weil sowohl schon die Erstellung, als auch Energiezufuhr und Erhaltung zu kostenintensiv sind und da im Umkehrschluß nicht nur (Steuer-)Gelder verbrennen, sondern auch die Umwelt eher mehr belastet als entlastet.
Dazu passt auch die alte Atomausstieg-Debatte. Als dieser einst beschlossen, wurden die möglichen Folgen unterschätzt bzw. völlig falsch eingeschätzt. Wenn bspw. eigene AKW`s abgeschaltet und dafür Strom aus anderen Ländern importiert werden muss, dann wird dadurch nicht das Primärziel erreicht, dass AKW`s unwichtiger und dafür Alternativen wichtiger werden, sondern es geschieht das Gegenteil. Denn wenn sich Marktanteile, gerade in der Branche der Energieversorgung, noch mehr konzentrieren können, dann haben sie auch mehr Einfluss auf die Preispolitik. Das bedeutet, dass es noch leichter wird, alternative Energiequellen auszustechen. Zumal diese ja auch erst mal Energiezufuhr benötigen, um welche erzeugen zu können. Wir haben eine Gesellschaft, die vom Kapital regiert wird, daher kommt es in dieser darauf an, dem Spiel des Kapitals seinen Lauf zu lassen. Dem entgegenwirken zu wollen, bspw. durch mehr politischen Einfluss, ist eine pauschale Ideologie, die mehr zur Einschränkung von natürlichem Konkurrenzkampf als Basis dieser Gesellschaft führt, aber nichts gegen das Kapitalverhältnis ausrichtet (Stammtischparolen wie "Politik für die Pharmaindustrie" sind auch solche Beispiele, die das missachten). Und AKW`s werden erst dann immer unwichtiger, wenn sich alternative Energiequellen neben ihnen bewähren und sie damit zunehmend überflüssig machen, d.h. das Eine billiger und das andere in Beschaffung und Erhalt zu teuer wird. Indem AKW`s einfach abgeschaltet werden, wird der normale Lauf der Kapitalentwicklung und Akkumulation nicht abgeschaltet. Eher müssen Solarzellen oder Windräder effizienter genutzt werden können. Umweltschutz definiert sich auch nicht über Ängste schürendem Populismus a la Trittin, sondern er muss in das Bewusstsein der Leute als Lehre aus Vorgängen und eigenen Erkenntnissen. Dass das jetzt mit so einer Katastrophe geschieht, ändert nichts daran, dass bspw. die Grünen in ihrer Denkweise nicht weitsichtig sind oder waren, sondern Aktionismus (was das angeht, gab auch unsere jetzige Regierung in den letzten zwei Wochen ein erbärmliches Bild ab) einfordern, ohne Konsequenz und schlüssiger Transparenz. Aber trotzdem jetzt enorm profitieren. Paradox das Ganze.
Zu der Schuldebatte mit dem gemeinsamen Lernen: Die DDR hat das übrigens einst vorgemacht. Dadurch gab es zwar mehr Chancen für schwächere Schüler, dazuzulernen (mal abgesehen davon, dass diese in gewisser Weise auch mitgezogen werden mussten), auch mehr Allgemeinbildung für Alle, aber keine gezielte Förderung von Talenten, Fähigkeiten und Interessen. Was heutzutage als "Turbo-Abitur" bezeichnet wird, war da Gang und Gäbe, unter schwierigeren Voraussetzungen. Das Ergebnis aber alles andere als "optimal".
@Felissilvestris
Du weisst aber schon, wen ich in dem Beitrag meinte?