Allgemeiner Politik Thread

Das System der Oberschulen ist grundsätzlich eine gute Idee. Die muss aber eben auch entsprechend umgesetzt werden. Und Bremen werden Schulen damit ziemlich allein gelassen von der senatorischen Behörde.

Wir haben Schulen im Stadtteil, in denen die Lehrer seit Jahren mit sehr viel Engagement, auch in ihrer Freizeit, beispielsweise an der Umsetzung zur Ganztagsschule arbeiten. Vom Senat wurde alles zugesagt. Eine Grundschule sollte bereits zu Beginn des laufenden Schuljahres Ganztagsschule werden, leider hat der Senat es nicht geschafft die Rahmenbedingungen, insbesondere baulich zu schaffen, folglich hat man den Start auf kommendes Schuljahr verschoben. Letzten Monat bekamen wir die Nachricht, dass man vor Frühjahr 2012 nicht mit den Baumaßnahmen beginnen könne. Also verschiebt sich es jetzt voraussichtlich um noch ein Jahr. Und so recht glaube ich noch nicht daran, dass wirs bis dahin schaffen. Der Frust in der Lehrerschaft ist zu recht sehr groß.

Wollte gerade die Kiste ausmachen, aber darauf muss ich dir antworten:
Sieht in Niedersachsen nicht anders aus. Hier gibt es viele Ganztagsschulen. Die Kommunen haben i. d. R. die baulichen Maßnahmen durchgeführt, nur leider hat die Landesregierung es vergessen, die Schulen mit MANPOWER (Stunden) auszustatten. So wurden Verträge mit außerschulischem Personal abgeschlossen. Diese waren dann sozialversicherungstechnisch leider rechtswidrig. Auch gut, gell?
 
Was er gerade wiederbei Anne Will eindrucksvoll unter Beweis stellt. Wenn solch, sachlich unsinniges Geschwätz populär ist, braucht man sich über Horizonte von Wählern nicht mehr zu unterhalten. Dann lieber unpopulär, aber diejenigen erreichen, die mit Verstand an die Sache gehen. Leider erreicht man so freilich keine Wahlergebnisse, das stimmt wohl.

Das Problem ist, dass Westerwelle aber unbedingt gefallen möchte, unbedingt schnellstmöglich Außenminister werden wollte und deswegen den stringenten Kurs der Vorjahre verlassen hat. Das hat schon mit den Koalitionsverhandlungen begonnen. Und damit hat er eben auch die paar Liberalen vergrault. Habe heute Abend mit einigen Parteifreunden verbracht und auch mit vielen telefoniert. Die Basis ist sauer. Und ich habe das schon mal bei dem Thema Eurorettung angesprochen. Alle unsere Finanzexperten haben genau von dem eingeschlagenen Weg abgeraten, weil er eben falsch ist. Und die Parteiführung macht das blind mit. Auch in der Steuer- und Finanzpolitik ganz allgemein lässt man sich von Schäuble seit gut zwei Jahren verar***. Stattdessen stimmt man der Ausweitung von Mindestlöhnen zu. Das ist alles völlig weg von der Parteiprogrammatik.
 
Wollte gerade die Kiste ausmachen, aber darauf muss ich dir antworten:
Sieht in Niedersachsen nicht anders aus. Hier gibt es viele Ganztagsschulen. Die Kommunen haben i. d. R. die baulichen Maßnahmen durchgeführt, nur leider hat die Landesregierung es vergessen, die Schulen mit MANPOWER (Stunden) auszustatten. So wurden Verträge mit außerschulischem Personal abgeschlossen. Diese waren dann sozialversicherungstechnisch leider rechtswidrig. Auch gut, gell?

Über Manpower haben wir in Bremen gar nicht angefangen zu reden. Die gibt es nämlich auch nicht. Auch ein Grund warum es an Plätzen für die "Inklusionskinder" fehlt.
Und deswegen bin ich auch dafür, dass man, und so haben wir es auch im Bürgerprogramm in Bremen festegelegt, den Schulen pro Kind ein Betrag zuweist und die Schulen sich selbst um ihr Personal und die Unterrichtsgestaltung kümmern. Damit genau so ein Mist nicht passiert.
 
Gemeint waren vor allem Versuche, die darauf abzielen, die Kinder unter völliger Missachtung ihrer unterschiedlichen Talente und Fähigkeiten so lange wie irgend möglich gemeinsam einzupferchen in der wahnwitzigen Hoffnung, dass die Stärkeren die Schwächeren schon irgendwie mitziehen. Den Erfolg dieser irren Theorie hat man Anfang der neunziger Jahre in einer Studie über das Niveau von Gesamtschulen gemessen. Diese Studie fiel so vernichtend aus, dass sie jahrelang unter Verschluss gehalten wurde.

"Hoffnung" müßte man noch durch " Idee " ergänzen. Dann kann

man das mal über jede Grundschultafel pinnen.
 
nix zu feiern für die Konservativen in BW dieses Jahr. Heute Mappus abgewählt und nächste Woche wird der VfB in die 2.Liga geschossen :D
 
Am Stuttgarter Hauptbahnhof kommt es wohl derzeit zu schweren Ausschreitungen. Die Sicherheitskräfte haben sich zurückgezogen. Bezüglich S21 hat Kretschmann wohl schon einen Rückzug gemacht und gesagt, dass der Geißler Schlichterspruch zu 95 % der Meinung der Grünen entspräche. Haben ja lang gehalten die Wahlversprechen. Deswegen hat wohl auch Gangolf Stocker - Sprecher des Aktionsbündnisses Gegen S21 - heute schon das Handtuch geworfen.

Tante Edith hat noch diesen Twittereintrag von Kretschmann gefunden :lol:
 
Auch in der Steuer- und Finanzpolitik ganz allgemein lässt man sich von Schäuble seit gut zwei Jahren verar***. Stattdessen stimmt man der Ausweitung von Mindestlöhnen zu. Das ist alles völlig weg von der Parteiprogrammatik.

Und das ist nicht neu. Und die FDP ringt abermals um Profil.

Das Parteiprogramm ist unpopulär. Vertritt man dieses in Regierungs-

verantwortung aber nicht erkennbar und auch offensiv, schwinden

die Stammwähler. Ich zähle mich dazu.

Die Grünen machen das deutlich besser.
 
Und das ist nicht neu. Und die FDP ringt abermals um Profil.

Das Parteiprogramm ist unpopulär. Vertritt man dieses in Regierungs-

verantwortung aber nicht erkennbar und auch offensiv, schwinden

die Stammwähler. Ich zähle mich dazu.

Es geht nicht darum was populär ist. Habe das ja schon mal gesagt. Es geht darum was richtig ist. Und habe es schon so oft gesagt, wie einfach ich mir den Wahlkampf als "Linker" vorstellen muss. Man kann den Leuten das Blaue vom Himmel versprechen und gleichzeitig schön mit dem Neidgedanken kokettieren.
Die FDP hat hat eben nur eine Chance wenn man konsequent die programmatische Linie durchzieht. Und das haben wir vergeigt. Wir haben kleinere Erfolge erringen können, durch ein bisschen richtiges Handeln. Die Leute haben allerdings von uns einschneidende Reformen erwartet. Und dieses sind - bisher - ausgeblieben. Daher gilt es jetzt sich in der BReg neu aufzustellen.


Die Grünen haben halt viele mediale Fürsprecher. Die brechen ja ihre Wahlversprechen schon am Wahlabend, siehe Post über dir, und es wird in den Medien nicht wirklich diskutiert. Warum fragt eigentlich bei denen keiner nach, warum sie in der Zeit von 1998 - 2005 die AKW nicht abgeschlatet haben, und deren Laufzeit bis 2030 festgelegt haben und heute auf Demos für den sofortigen Ausstieg auf die Straße gehen.
 

Die Grünen haben sich in ihrer Regierungsbeteiligung schon immer der normativen Kraft des Faktischen hingegeben und dadurch häufig das Gegenteil von dem mitgetragen, was in ihrem Parteiprogramm steht. Dies wird aller Voraussicht nach auch bei Stuttgart 21 der Fall sein. Die vorhandenen Deformationen und Verstellungen bei den Grünen sind vor allem vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte auffällig, doch letztendlich nur ein weitere Hinweis für die Beschränktheit der Politik bei der Gestaltung unsere Gesellschaft.
 
Die Grünen haben sich in ihrer Regierungsbeteiligung schon immer der normativen Kraft des Faktischen hingegeben und dadurch häufig das Gegenteil von dem mitgetragen, was in ihrem Parteiprogramm steht. Dies wird aller Voraussicht nach auch bei Stuttgart 21 der Fall sein. Die vorhandenen Deformationen und Verstellungen bei den Grünen sind vor allem vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte auffällig, doch letztendlich nur ein weitere Hinweis für die Beschränktheit der Politik bei der Gestaltung unsere Gesellschaft.

Wir bräuchten einen König, den ich ernenne.
 
Ja, in den 7 Jahren fast noch schlimmer als unter Kohl. Aber in dem Punkt stimme ich Dir zu, es ist von der Bundesregierung schwieriger zu beeinflussen.
Und Integrationspolitik ist wohl wahrlich nichts, was man an Rot-Grün kritisieren .... kann.
Warum nicht? Angefangen von ihren ersten Schritten damals mit der doppelten Staatsbürgerschaft, ohne zu dem Zeitpunkt über die Konsequenzen nachzudenken, sowie den folgenden (Pseudo-) Reformen, erreicht wurde in den 7 Jahren gar nichts. Im Gegenteil, das Ganze uferte am Ende aus. Beispiele wie die Rütli-Schule waren in beidem, in Sachen Bildungs- sowie Integrationspolitik nur ein kleiner Teil des Problems, deckten sich aber massiv mit meinen Beobachtungen. Am Ende von sieben Jahre rot-grüner Politik. Allein mit Polemik und Wahlkampf hat sich noch nichts nachhaltig verändert.

Politik ohne auf die Konsequenzen zu achten, ist übrigens typisch, als weiteres kleines Beispiel haben wir alternative Energiequellen in Form von zahlreichen Windparks, die sich nicht rechnen, weil sowohl schon die Erstellung, als auch Energiezufuhr und Erhaltung zu kostenintensiv sind und da im Umkehrschluß nicht nur (Steuer-)Gelder verbrennen, sondern auch die Umwelt eher mehr belastet als entlastet.
Dazu passt auch die alte Atomausstieg-Debatte. Als dieser einst beschlossen, wurden die möglichen Folgen unterschätzt bzw. völlig falsch eingeschätzt. Wenn bspw. eigene AKW`s abgeschaltet und dafür Strom aus anderen Ländern importiert werden muss, dann wird dadurch nicht das Primärziel erreicht, dass AKW`s unwichtiger und dafür Alternativen wichtiger werden, sondern es geschieht das Gegenteil. Denn wenn sich Marktanteile, gerade in der Branche der Energieversorgung, noch mehr konzentrieren können, dann haben sie auch mehr Einfluss auf die Preispolitik. Das bedeutet, dass es noch leichter wird, alternative Energiequellen auszustechen. Zumal diese ja auch erst mal Energiezufuhr benötigen, um welche erzeugen zu können. Wir haben eine Gesellschaft, die vom Kapital regiert wird, daher kommt es in dieser darauf an, dem Spiel des Kapitals seinen Lauf zu lassen. Dem entgegenwirken zu wollen, bspw. durch mehr politischen Einfluss, ist eine pauschale Ideologie, die mehr zur Einschränkung von natürlichem Konkurrenzkampf als Basis dieser Gesellschaft führt, aber nichts gegen das Kapitalverhältnis ausrichtet (Stammtischparolen wie "Politik für die Pharmaindustrie" sind auch solche Beispiele, die das missachten). Und AKW`s werden erst dann immer unwichtiger, wenn sich alternative Energiequellen neben ihnen bewähren und sie damit zunehmend überflüssig machen, d.h. das Eine billiger und das andere in Beschaffung und Erhalt zu teuer wird. Indem AKW`s einfach abgeschaltet werden, wird der normale Lauf der Kapitalentwicklung und Akkumulation nicht abgeschaltet. Eher müssen Solarzellen oder Windräder effizienter genutzt werden können. Umweltschutz definiert sich auch nicht über Ängste schürendem Populismus a la Trittin, sondern er muss in das Bewusstsein der Leute als Lehre aus Vorgängen und eigenen Erkenntnissen. Dass das jetzt mit so einer Katastrophe geschieht, ändert nichts daran, dass bspw. die Grünen in ihrer Denkweise nicht weitsichtig sind oder waren, sondern Aktionismus (was das angeht, gab auch unsere jetzige Regierung in den letzten zwei Wochen ein erbärmliches Bild ab) einfordern, ohne Konsequenz und schlüssiger Transparenz. Aber trotzdem jetzt enorm profitieren. Paradox das Ganze.

Zu der Schuldebatte mit dem gemeinsamen Lernen: Die DDR hat das übrigens einst vorgemacht. Dadurch gab es zwar mehr Chancen für schwächere Schüler, dazuzulernen (mal abgesehen davon, dass diese in gewisser Weise auch mitgezogen werden mussten), auch mehr Allgemeinbildung für Alle, aber keine gezielte Förderung von Talenten, Fähigkeiten und Interessen. Was heutzutage als "Turbo-Abitur" bezeichnet wird, war da Gang und Gäbe, unter schwierigeren Voraussetzungen. Das Ergebnis aber alles andere als "optimal".

@Felissilvestris
Du weisst aber schon, wen ich in dem Beitrag meinte?
 
Zitat von [Sportfreund];1656128:
Wunderbare Ergebnisse. Schade nur, dass die FDP in BW dringeblieben ist. Dann wäre es perfekt gewesen!

Gebe dir Recht :)

Ich verstehe die S21 Aufregung nicht. Die Gruenen und die Spd haben vor der Wahl gesagt, dass sie eine Volksabstimmung zu dem Thema machen wollen. Das ist mM die perfekte Loesung in dieser Frage. Mehr haben die Gruenen ja nicht versprochen.

Und @Fesi.. es hat nie wer gesagt dass die Gruenen den Sofortausstieg wollen. Es soll nur schneller gehen als der rot gruene Vertrag, Weil die Erwartungen Von Damals weit uebertroffen wurden in Sachen EE. Schwarz gelb hat nun die Laufzeiten verlaengert, was fuer den Wirtschaftsstandort Deutschland voellig kontraproduktiv ist. Nun kann wenigstens die EnBW regenerativ umgebaut werden.
 
Das ist nämlich nach Ansicht vieler Experten der entscheidende Faktor im schulischen Erfolg. Eine Lehre, die man aus dem PISA-Erfolg Finnlands hätte ziehen können, ist, wie bedeutsam die pädagogische Qualifikation des Lehrpersonals ist, und wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass diese Qualifikation größeren Einfluss auf den Erfolg der Kinder hat als die Schulform.

Dem kann ich voll zustimmen. Insbesondere bei meinen eigenen Kindern und deren Freunden kann ich noch einmal leidvoll „miterleben“ was es bedeutet, wenn Lehrer zwar fachlich gut sind, aber kaum pädagogische Qualifikationen bzw. Fähigkeiten aufweisen und dementsprechend häufig überfordert sind. Wie gut die Kinder im Unterricht lernen hängt eben nicht nur von der Schulform, sonder auch von den Qualifikationen und Eignungen des Lehrpersonals ab; dieser Punkt kommt in der öffentlichen Diskussion viel zu kurz.
 
Wir haben eine Gesellschaft, die vom Kapital regiert wird, daher kommt es in dieser darauf an, dem Spiel des Kapitals seinen Lauf zu lassen. Dem entgegenwirken zu wollen, bspw. durch mehr politischen Einfluss, ist eine pauschale Ideologie, die mehr zur Einschränkung von natürlichem Konkurrenzkampf als Basis dieser Gesellschaft führt, aber nichts gegen das Kapitalverhältnis ausrichtet

Der Ökonomismus ist auch nur eine Ideologie und es stellt sich schon die Frage nach der Legitimation politischer Steuerung…hierzu vielleicht mal zu einer anderen Uhrzeit mehr.
 
Back
Top