Im Ergebnis sehe ich den Abstieg als unausweichlich an - und zwar als Tabellenletzter, mit Abstand zum Vorletzten. Sollte tatsächlich die Relegation erreicht werden, wäre das für mich eine große (positive) Überraschung. Mag man mir übertriebene Jammerei vorwerfen - ich sehe das als realistisch an. Ich habe mich auch - ganz ehrlich - bereits mit dem Abstieg abgefunden.
Da halte ich mal dagegen und sehe es umgekehrt. Ich denke, dass wir den Klassenerhalt schaffen, wenn nicht sicher, dann mindestens über die Relegation.
Da der Großteil der Werder-Fans, wie ich vermute, Abstiegskampf nicht kennt und das obere Tabellendrittel gewohnt ist, sind die teils panischen Reaktionen verständlich. Da unten ist es aber nun mal so, dass solche Niederlagen wie in Hamburg dazugehören, damit muss man sich abfinden. Ebenso sind Mitniederlagen der Konkurrenz Gold wert sowie eigene Siege. Punktverluste hingegen normal. Es kommt nur darauf an, diese realistisch einzuordnen. Das ist für den relativ erfolgsverwöhnten Werder-Fan natürlich schwierig, da für ihn wie in den anderen Jahren jede Niederlage einen schlimmen Punktverlust darstellt. Hier hilft aber nur ein reines Schauen von Spieltag zu Spieltag sowie das Hoffen, dass die Abstände zu gesicherten Plätzen nicht grösser werden und damit auch auf die Konkurrenz, da man vieles nicht mehr selbst beeinflussen kann. Auch das ist mitnichten zu ändern. Das Problem, welches ich in vielen Reaktionen hier sehe ist, dass immer noch dieses "optimale-Punktezahl-Denken" vorhanden ist, welches sich beim stetigen Spiel um obere Plätze eingebrannt hat und im Umkehrschluß in den Meinungen eben sofort dramatisch niederschlägt. Das müssen neben den Fans natürlich auch Mannschaft und Trainer lernen. Und hier sehe ich den grössten Knackpunkt.
Dennoch halte ich allen Unkenrufen zum Trotz und bei aller berechtigten Kritik an der derzeitigen Spielweise die Qualität im Kader auf jeden Fall für hoch genug, um Platz 15 abzusichern. Selbst unter Berücksichtigung, dass die "Qualitäten nicht zusammenpassen", kann man das nicht ernsthaft anzweifeln. Die Frage ist nur, warum TS es einfach nicht mehr rauskitzeln kann. Doch in den letzten Jahren ist Werder letztlich immer so in die Rückrunde gestartet und hat später gezeigt, dass die Mannschaft da ist, wenn es drauf ankommt. Warum sollte das diesmal nicht wenigstens so gelingen, dass es zum Klassenerhalt reicht?
Zum 0:1: Schmidt hat genug Zeit, sich zum Gegner zu stellen, lässt ihn aber sogar ca. 1,5m entwischen. Zumal Silvestre den Ball erstmal wegbekommt, so dass der Gegner erst einen zweiten Anlauf starten muss. Schon dadurch ist die angebliche Überraschung in "2 Sekunden" bestenfalls noch theoretischer Natur. Das als "geringere Mitschuld" zu werten bei gleichzeitigem entscheidenden "Blackout" eines anderen (der ganz nebenbei gesagt, den Steilpass zunächst abfängt), ist mir dann doch viel zu einseitig - und faktisch in keinster Weise gerechtfertigt. Und wenn ich mir das Verhalten von Prödl anschaue.... nicht Fisch, nicht Fleisch. Wie war das noch mit der Passivität, die PM immer angekreidet wird?