Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Das Problem ist doch, dass bestimmte Verhaltensweisen sich bei unseren Spielern immer wieder zeigen. Und da reden wir ja nicht nur von Spielen in dieser Saison.

Wenn die Verantwortlichen nicht in der Lage sind eine Lösung für die Probleme zu finden, dann muss man doch Zweifel daran haben, ob sie dazu in der Lage sind.

Für mich kommen da einige Dinge zusammen, daher gibt es keine einfache Lösung aber dennoch denke ich, dass es sie gibt. Erstens muss man endlich zu der Einsicht kommen, dass man die Qualität einiger Spieler sowohl fussballerisch als auch charakterlich massiv überschätzt hat. Zweitens fehlt es in der Schlüsselposition eines Spielmachers überhaupt an einem fähigen Mann auf dem Platz.

Was die charakterlichen Schwächen angeht: Erwarte ich konsequentes durchgreifen. Hier muss gehandelt werden. Bestimmten Spielern muss deutlich gemacht werden, dass sie es schlicht nicht Wert sind auch nur das Trainingstrikot von Werder überzustreifen, wenn sie sich so präsentieren wie gestern.

:tnx: für den gesamten Beitrag.

DAS ist ein wichtiger Fakt.

Zitat von Karlotto
Nur ändern Aussagen der sportlichen Leitung, so oder so nichts an dem Auftreten der Mannschaft.

Wie sollen sie es auch, wenn man der Mannschaft permanent irgendwo ein Alibi gibt ?
 
:tnx:

Ob in Kombination mit einem fitten Wesley, alles besser wird, ist die Frage. Zumindest wäre es eine Alternative, die Druck ausübt. Wir müssen endlich davon wegkommen, dass sich die Mannschaft angesichts der Personalnot, mehr oder weniger von selbst aufstellt. Dass man eventuelle Ausfälle, seien es sportliche Totalausfälle oder verletzungsbedingte Ausfälle, nicht einkalkuliert hat, scheint offensichtlich. Die Personaldecke ist zu dünn, quantitativ und qualitativ erst recht. Daniel Jensen scheint keine wirkliche Alternative mehr zu sein, Pasanen nicht, Sandro Wagner nicht usw.

Wesley kann sicherlich ein Spiel beleben. Aber er ist dafür noch zu unerfahren, um hier eine Leaderrolle zu übernehmen. Der Kader ist in der breite qualitativ einfach zu schlecht besetzt. Das wird in dieser Saison überdeutlich. Deutete sich aber schon in den vergangenen zwei Saisons immer wieder an. Hier hätte man frühzeitig reagieren müssen.



Das ist genau der Punkt, wo ich denke, dass es Probleme gibt. Wie gesagt, die Mannschaft wirkte noch mehr hilflos als lustlos. Ob weitere Restriktionen und Strafmaßnahmen was bewirken...? Ich weiß nicht.

Zur Qualität eines Spielers gehört für mich einfach auch, dass ich in Momenten wo es mal spielerisch nicht so läuft man einfach mal kämpferisch über die Schmerzgrenze gehen muss. Verfolge ja den Asian Cup wegen meiner jordanischen Abstammung sehr intensiv. Wenn ich wieder gesehen wie sich die jordanische Mannschaft die ausschließlich aus Amateuren und einem Halbprofi (Odai Al Saify) besteht gekämpft und geackert und so Japan fast geschlagen hat und sich in der Gruppe gegen die favourisierten Syrer und Saudis durchgesetzt hat, dann vermisse ich diese Kämpfermentalität einfach bei den meisten unserer Spieler. Da Spielen Spieler mit nem Krampf im Oberschenkel weiter und beißen sich noch in jeden Zweikampf rein. Und so etwas fehlt mir in unserer Mannschaft bei so einigen Spielern. Und in meinen Augen ist schlicht der Zeitpunkt gekommen, wo man Spielern, die nicht bereit sind über die Schmerzgrenze hinaus zu kämpfen die "Rote Karte" zeigt und sagt hier ist jetzt Schluss für dich. Der VfB Oldenburg hatte vor zwei Jahren mal ne geniale Werbekampagne für den Verein auf den Weg gebracht die unter dem Motto "Die Wahrheit liegt auf dem Platz" lief. Unter anderem gab es ein Plakat mit folgender Aufschrift: "205 Regentage im Jahr. Kein Wunder, dass in Oldenburg keine Schönwetterfussballer spielen" oder "Wer Samba will, der soll in die Tanzschule" gehen.
 
Die Frage ist doch die, warum tut sich ein T.S. das weiter an:confused:
In der Vorrunde "gut trainiert" und im Spiel "das besprochene" nicht umgesetzt.
Im Trainingslager "gut trainiert" und "das besprochene" nicht umgesetzt.
Zur Vorbereitung zum Köln-Spiel "gut trainiert" und im Spiel "das besprochene" nicht umgesetzt.
"Und täglich grüßt das Murmeltier" !!!!!!!

T.S. , ist mir da ein Rätsel?
 
Die Frage ist doch die, warum tut sich ein T.S. das weiter an:confused:
In der Vorrunde "gut trainiert" und im Spiel "das besprochene" nicht umgesetzt.
Im Trainingslager "gut trainiert" und "das besprochene" nicht umgesetzt.
Zur Vorbereitung zum Köln-Spiel "gut trainiert" und im Spiel "das besprochene" nicht umgesetzt.
"Und täglich grüßt das Murmeltier" !!!!!!!

T.S. , ist mir da ein Rätsel?

Weil ihm am Verein was liegt. Sonst wäre er schon längst in Wolfsburg, wo er das Doppelte verdienen und auf dem Transfermarkt Monopoly spielen könnte.
 
Och, es ist auch eine Frage, ob TS überhaupt zu einem anderen Verein von der Mentalität her passen würde. Allerdings gibt es doch nur zwei Möglichkeiten. Entweder man trifft schnell einschneidende Maßnahmen bei der Mannschaft oder eben bei der sportlichen Leitung. Weiter so zu verfahren wie bisher, ist nicht sehr Erfolg versprechend.

Bei der sportlichen Leitung muss auch langsam bezweifelt werden, dass sie das Spielerpotenzial richtig einschätzen kann.
 
Leid tut er mir auch, so einen Abgang hätte er nicht verdient. Aber langsam aber sicher muß man auch an den Club denken und nicht nur aus Sympathie an Leuten festhalten. Das der Trainer in solch einer Phase gewechselt wird, ist im Fußball nun mal so. Und ich denke auch Werder sollte ernsthaft darüber nachdenken.
 
Wie gesagt, die Mannschaft wirkte noch mehr hilflos als lustlos. Ob weitere Restriktionen und Strafmaßnahmen was bewirken...? Ich weiß nicht.
Hmm, für mich war es im Grunde eine Mischung aus beidem.
Wenn man von der ersten Min. an weder läuft, noch kämpft, dann ist der Eindruck der Lustlosigkeit nicht völlig von der Hand zu weisen.
Hilflosigkeit kam dann noch erschwerend dazu.
Wenn Einsatz und Leidenschaft zumindest zu Beginn erkennbar sind und dann, nach den ersten beiden Gegentoren quasi wegbrechen, kann man zumindest eine vernünftige Anfangseinstellung attestieren.
Das war leider am Sa. aber nicht der Fall, was mich umso besorgter macht. Es war von Anfang an im Grunde gar nichts. Keine Aufbruchstimmung, kein Aufbäumen - wehr- und lebloses Übersichergehenlassen von der ersten Min. an.
Ntürlich würde ich dann auch spontan gerne und in erster Linie den Spielern kräftig ins Gesäß treten, die dies hauptsächlich verdient hätten.
Auf der anderen Seite hat sich TS diese Spieler, diese Truppe, so nach seinen Wünschen ausgesucht und aufgestellt. Er muß nicht mit spielermaterial arbeiten, was ein Vorgänger ihm überlassen hat, sondern hat jeden Spieler aus eigenem Antrieb geholt und verwöhnt davon einige mit oftmals grenzenlosem Vertrauen.
Daher ist er natürlich keineswegs aus der Verantwortung zu nehmen, was diese von ihm kreierte Elf dort z.Zt. abliefert.
Ob diese Auftritte an dem generell fragwürdigen Charakter der Spieler liegt, oder evtl. daran, daß er diese nicht mehr erreicht, ist zunächst nebensächlich. Er ist als sportlicher Leiter nunmal für die Ergebnisse der Mannschaft verantwortlich und muss sich an denen messen lassen.
Auch wenn ich mich gerne der Werder-Romantik, wie "Werder-Oldie" sie hier vesprühte (TS trägt Werder in seinem Herzen...) anschließen möchte, weiß ich nicht, ob solche Betrachtungsweise bei einem Proficlub wirklich angebracht ist.
Sicher, auch ich kann mir ehrlich gesagt nur schwerlich vorstellen, daß dort nicht mehr TS auf der BAnk sitzt, allerdings konnte ich mir das seinerzeit bei Otto genauso wenig.
Auch wenn die Trainer danch zunächst verschlissen wurden, war das erst die Grundlage, daß TS hier sein Werk verrichten konnte. Im Grunde aus einem aus der Not geborenen Zufall.
Ich möchte auch nicht im Ansatz in Frage stellen, was TS hier über die Jahre großes geleistet hat, nur kann man sich für vergangenes leider in der Gegenwart und nahen zukunft nichts mehr kaufen und auch der daraus resultierende Kredit hält nicht ewig.
Wie auch immer, irgendwas muss ganz einfach spätestens zum Ende der Saison passieren, entweder ein substanzielles "Ausmisten" mit TS, oder der Versuch einer Grunderneuerung ohne TS. Ersteres würde mir emotional gesehen natürlich besser gefalllen, allerdings tritt auch hier der nüchterne Satz in Kraft, daß der Verein nicht nur größer (und wichtiger) als jeder Spieler ist, sondern auch als jeder Trainer oder Sportdirektor.
 
Zitat von nordgrünweiß;1554720:
Leid tut er mir auch, so einen Abgang hätte er nicht verdient. Aber langsam aber sicher muß man auch an den Club denken und nicht nur aus Sympathie an Leuten festhalten. Das der Trainer in solch einer Phase gewechselt wird, ist im Fußball nun mal so. Und ich denke auch Werder sollte ernsthaft darüber nachdenken.

Darüber nachdenken: Ja. Und dann den Gedanken ganz schnell wieder verwerfen. Glaubt jemand ernsthaft, ein anderer Trainer würde sich in dieser Phase durch 12 Jahre Struktur wühlen und diese Trauergestalten, die sich Mannschaft nennt, besser erreichen können? Ich vertraue eher darauf, dass TS und KA - auch nach einem eventuellen Abstieg - erfolgreich einen Neuaufbau mit einigen neuen Leuten gestalten, als dass die jetzigen Spieler unter einem anderen Trainer plötzlich das Spiel auf dem Platz erfolgreicher gestalten können.
 
Darüber nachdenken: Ja. Und dann den Gedanken ganz schnell wieder verwerfen. Glaubt jemand ernsthaft, ein anderer Trainer würde sich in dieser Phase durch 12 Jahre Struktur wühlen und diese Trauergestalten, die sich Mannschaft nennt, besser erreichen können? Ich vertraue eher darauf, dass TS und KA - auch nach einem eventuellen Abstieg - erfolgreich einen Neuaufbau mit einigen neuen Leuten gestalten, als dass die jetzigen Spieler unter einem anderen Trainer plötzlich das Spiel auf dem Platz erfolgreicher gestalten können.

Ich glaube das sogar sehr sehr ernsthaft und zwar aus folgendem Grund.
In meinen Augen ist TS zwar ein guter Fußballlehrer, aber keiner der Menschen führen kann. Wenn sich Bremen jetzt einen Trainer holen würde, der zu dem Fußballverstand auch noch Menschenführungs-Qualitäten hat, würde es aus meiner sicht besser laufen.
 
Sie mag keine überragenden Qualitäten haben. Sie ist aber auch nicht so schlecht, wie gestern zu begutachten war. Dafür muss es Erklärungsansätze geben.
Natürlich gibt es die. Ich versuch`s mal.

Die Kernfrage, um die sich dieser und andere Threads permanent drehen, ist doch die nach der großen Wundertüte Werder.

Zunächst einmal hat @Werder-Oldie einen hochinteressanten Punkt aufgegriffen, auch wenn ich seiner Schlussfolgerung nicht ganz zustimmen kann. Nämlich den der "neuen" Spielergeneration und ihrer Identifikation mit dem Job als solchen. Dass jedes Spiel und jeder Gegner ein anderer ist, die Tagesform ständig eine andere, mag alles sein. Dann gelingt eben der ein oder andere einfache Pass nicht, dann kommst Du schlecht in die Zweikämpfe, antizipierst hin und wieder falsch. Aber dass ich weiß, wie ich mich im Zweikampf stellen muss, dass ich weiss, wie ein solider, sauberer Pass und vor allem wann und wohin der zu spielen ist, dass ich die richtigen Laufwege wähle und die korrekten Abstände zu den Mitspielern halte, das alles hat etwas mit fussballerischen Grundtugenden zu tun, die erlernbar sind.
Unsere Mannschaft kultiviert aber seit Jahren das genaue Gegenteil, sie macht im Wesentlichen die immer gleichen Fehler. Raumaufteilung und Staffelung stimmen nicht, so wird man auswärts billig ausgekontert, genaues und flüssiges Passspiel funktioniert nicht, stattdessen verlässt sich das Gros des Teams auf Einzelaktionen oder den langen, hohen Ball. Mangelndes gegenseitiges Helfen, rechtzeitiges Attackieren oder zumindest Zustellen eines Gegenspielers, wenn der Nebenmann mal zu spät kommt. Diese Symptome tauchen auf sehr verlässliche Weise immer und immer wieder auf. Das Spiel in Köln war praktisch die Kopie des Spiels in Gladbach voriges Jahr zur gleichen Zeit. Das 0:6 in Stuttgart die Kopie der 3:6 oder 1:4-Pleiten der Jahre vorher dort. Das 0:4 auf Schalke kam auf ähnlich Weise wie so oft in den Vorjahren an gleicher Stelle zustande. Der Unterschied: Wir schießen keine Tore mehr. Was deutlich darauf hinweist, dass das "sich-Verlassen auf individuelle Klasse" nach dem Motto: es wird schon reichen der vergangenen Jahre ein schwerer Fehler war.
Und das hat nichts mit Laufbereitschaft, Konzentration auf den Punkt usw. zu tun (auch wenn @Bremen das gebetsmühlenartig wiederholt ;)) sondern mit grundsätzlichem Willen und Bereitschaft jedes Einzelnen, an den eigenen Defiziten zu arbeiten. Doch die meisten Fußballer sind heutzutage scheinbar überhaupt nicht mehr bereit, sich konstruktiv und ausreichend selbstkritisch mit dem, was sie tun, auseinanderzusetzen. Sondern spulen ein uninspiriertes Pensum ab.

Da das also alles überbezahlte, verwöhnte, unreife Burschen mit ungesunder Berufsauffassung sind, stellt sich die entscheidende Frage, WIE es ihnen beigebracht werden kann. Ich sehe mehrere Gründe, warum das Werder seit geraumer Zeit nicht mehr schafft.

Einer ist die vielzitierte Zusammensetzung des Kaders. Werders wirtschaftliche Zwänge sehen nun einmal vor, junge Spieler weiterzuentwickeln, um diese gewinnbringend verkaufen zu können. So wurde die Basis an Talenten (Prödl, Hunt, Marin, Schmidt, Kroos, Bargfrede, Arnautovic, Wesley) zwar geschaffen. Aber die "Routinierten", namentlich Wiese, Frings, Pasanen, Boro, Fritz, Jensen, Silvestre sind alles keine Führungsspieler mit der nötigen fussballerischen Intelligenz, die den Jungen auf dem Platz Orientierung geben könnten. Wenn ein Bargfrede sieht, wie ein Frings neben ihm im Pressing des Gegners noch mehr untergeht, als er selbst, wenn ein Hunt, der sich als ZM defensiv/offensiv entwickeln soll, sieht, wie ein Frings außerstande ist, die rechte Mischung im Umschaltspiel zu finden, Boro/Jensen/Fritz/Silvestre gar nicht oder zu spät in die Zweikämpfe kommen. Wenn die jungen Spieler sehen, wie unser Torhüter dauernd die Bälle ziellos lang bolzt oder die Abwürfe sinnlos verzögert, bis die Räume zu sind. Mertesacker hätte die Intelligenz, ist aber a) von der Mentalität her alles andere als eine Führungsfigur und befindet sich b) in einer veritablen, anhaltenden Formkrise. In Summe sind das alles keine Spieler, die einem talentierten Haufen den nötigen Halt geben können. Der einzige, der so eine Rolle auszufüllen inder Lage wäre, ist Pizarro und der war ständig verletzt.
Hier wurden mindestens in der Transferpolitik eklatante Fehler gemacht, als diejenigen, die das einst verkörperten wie Krstajic, Micoud, Ernst, Lisztes, Klasnic und zuletzt Baumann, nach und nach von Bord gingen und, was das angeht keinerlei gleichwertiger Ersatz verpflichtet wurde.
Rehhagel war cleverer. Er holte erfahrene Strategen (Fichtel, Pezzey) und abgezockte Schlitzohre (Burgsmüller, Kostedde, Allofs selbst) dazu oder setzte besonders auf solche Typen (Kutzop, Eilts, Votava) die für die nötige Stabilität im Team sorgten und den jüngeren Spielern die Erfordernisse erfolgreichen Spiels beibrachten. So waren die Grundlagen aus Passgenauigkeit und Raumaufteilung selten das Problem. Rehhagel hätte auch nicht gezögert und sofort versucht, Spieler wie van Bommel, Jones oder Peer Kluge, die plötzlich auf dem Markt waren, nach Bremen zu holen. Abgesehen davon weiss ich nicht, ob es für Werder seinerzeit möglich gewesen wäre, z. Bsp. die Bender-Zwillinge hierher zu holen.

Um mit einer Mannschaft in dieser Zusammensetzung, wie wir sie derzeit haben, erfolgreicher zu sein, braucht es klarste Anweisungen die unabdingbar einzuhalten sind, wie defensive Stabilität um jeden Preis, Algorithmen des einfachen Spiels, konzentrierten Systemfußball und konsequente Gegnerorientierung.
Womit wir beim nächsten Grund sind, den ich für die derzeitigen Misere sehe: Kann das unser Trainerstab vermitteln? Wenn Werder in der ersten Halbzeit in Köln 65% Ballbesitz hat, aber keinen Torschuss zustande bringt und stattdessen einige Kontergelegenheiten zulässt, spricht es - wiedermal – dagegen. So haben wir einen Trainer mit einer Fussball-Philosophie, die Spielern Raum für eigene Entscheidungen gibt, womit diese aber mangels Spielintelligenz nicht viel anfangen können. Eine gefährliche Mischung und ich bezweifle, dass wir mit dieser Art Fußballromantik im Verbund mit diesem Team im Abstiegskampf bestehen können. Ziel muss sein, diese Saison irgendwie schadlos zu überstehen und dann Schaaf eine Mannschaft zur Verfügung zu stellen, die für ihn auch wieder trainierbar wird.

Einen weiteren Grund für die derzeitigen Schwierigkeiten Werder` s sehe ich in der generellen Veränderung des Fussballs. Es geht immer mehr um oben genannte Dinge, um klare Struktur, aufbauend auf defensive Sicherheit, Schnelligkeit und Übersicht sowohl im Umkehrspiel nach Balleroberung als auch im Antizipieren von Situationen. Die Bedeutung des Teams ist noch wichtiger geworden. So wie Werder 2007/2008 spielte, würden wir heute nie und nimmer Zweiter werden. Da wurde ein Stück weit die Entwicklung verpasst. Auch und gerade in diesem Kontext stört die immer wiederkehrende Mär von der angeblichen "Schlüsselposition des Spielmachers", die ich für grandios überschätzt halte. Werder hat seit 5 Jahren keinen Spielmacher mehr, Dortmund, Leverkusen, Freiburg, Mainz, selbst die Bayern haben keinen Spielmacher. Jedenfalls nicht die Art "Spielmacher" die einigen hier offenbar vorschwebt. Der Fussball hat sich dahingehend längst elementar verändert.

Aber so sehen wir logischerweise Woche für Woche eine Mannschaft, die sich als Wundertüte präsentiert, abhängig von wenig eigenen Ausfällen, Spielverlauf und Gegner zwar punkten kann, aber spätestens nach einem Rückstand regelmäßig hilflos wirkt.
 
Ich glaube das sogar sehr sehr ernsthaft und zwar aus folgendem Grund.
In meinen Augen ist TS zwar ein guter Fußballlehrer, aber keiner der Menschen führen kann. Wenn sich Bremen jetzt einen Trainer holen würde, der zu dem Fußballverstand auch noch Menschenführungs-Qualitäten hat, würde es aus meiner sicht besser laufen.

das ist mir ein bisschen zu stark reduziert und ich weiß auch nicht, wie du zu deiner Einschätzung kommst. Bist du so oft dabei, wenn Schaaf mit den Spielern zu tun hat? Was mich an der These aber eigentlich stört ist die Frage: Wenn Schaaf ein ausschließlich guter Fußballlehrer ist, der keine menschlichen Umgangsformen beherrscht - wieso brauchte die Mannschaft in den 11 Jahren zuvor dann keine Menschenführung?

edit: @mick666
Das ist eine gut geschrieben Analyse, in der aber doch einige Vergleiche hinken. Du schreibst selbst, dass ein Grund die grundlegende Veränderung des Fußballs ist, ziehst dann aber doch Vergleiche zur Transferpolitik Rehhagels. Der Punkt ist aber nicht, dass er cleverer war, was das anging, sondern dass das zu seiner Zeit ging. Ein Spieler wie van Bommel wird nicht umsonst bei einem Club wie Wolfsburg gehandelt und nicht Werder, da dieser Spieler nicht in unseren Gehaltssphären spielt, wie er das vielleicht vor 20 Jahren noch getan hätte, und er praktisch keinerlei Wiederverkaufswert hat. Im Falle Jermaine Jones ist das ganz ähnlich. Diese Spieler sind traurigerweise nicht bezahlbar. Bleibt also nur der Gang über das günstige Erwerben hoffnungsvoller Talente und deren späterer Weiterverkauf, so sie denn einschlagen.
 
Würde Schaaf Werder dart am "Herzen" liegen wie hier allgemein promulgiert wird, wäre er spätestens nach dem Köln Spiel zurückgetreten. Schlechter kann es definitiv mit einem neuen Trainier nicht laufen. Statt dessen kommt immer wieder die gleiche Sabbelei von "gut trainiert", "das Besprochene nicht umgesetzt", was (in Anbetracht der Leistung des Köln Spiels) schon an der Grenze zur Realitätsfremde anzusiedeln ist. Wobei die Argumentation und Begründung der peinlichen Leistung über "das Besprochene nicht umgesetzt" schon den Verweis auf den allgemeinen Klassiker des Nichtereichens der Mannschaft nahezulegen scheint!
 
das ist mir ein bisschen zu stark reduziert und ich weiß auch nicht, wie du zu deiner Einschätzung kommst. Bist du so oft dabei, wenn Schaaf mit den Spielern zu tun hat? Was mich an der These aber eigentlich stört ist die Frage: Wenn Schaaf ein ausschließlich guter Fußballlehrer ist, der keine menschlichen Umgangsformen beherrscht - wieso brauchte die Mannschaft in den 11 Jahren zuvor dann keine Menschenführung?

Weil Sie von den Typen her sogut zusammengestellt wurde, das Sie das nicht gebraucht hat und der Erfolg hat sein übriges getan. Das Problem ist jetzt aber das KATS es diesesmal nicht geschafft haben eine solche Truppe zusammenzustellen. Was auch z.B. am doch mittlerweile in die Jahre gekommenen Frings liegt oder das Festhalten an einem Hunt. Da wurden in meinen Augen die Fehler gemacht und jetzt ist ein TS nicht mehr in der Lage diese Fehler zu beheben.
 
Würde Schaaf Werder dart am "Herzen" liegen wie hier allgemein promulgiert wird, wäre er spätestens nach dem Köln Spiel zurückgetreten. Schlechter kann es definitiv mit einem neuen Trainier nicht laufen. Statt dessen kommt immer wieder die gleiche Sabbelei von "gut trainiert", "das Besprochene nicht umgesetzt", was (in Anbetracht der Leistung des Köln Spiels) schon an der Grenze zur Realitätsfremde anzusiedeln ist. Wobei die Argumentation und Begründung der peinlichen Leistung über "das Besprochene nicht umgesetzt" schon den Verweis auf den allgemeinen Klassiker des Nichtereichens der Mannschaft nahezulegen scheint!

Doch, es kann noch schlechter laufen. Bspw. indem überhaupt kein Sieg mehr eingefahren wird. Ein neuer Trainer heißt noch lange nicht, dass es dann automatisch läuft. Und, ohne dir zu nahe treten zu wollen, was soll denn "promulgiert" sein?
 
Die Frage, die sich mir einfach stellt ist, warum die Mannschaft jedesmal nach einem Sieg, wenn gerade wieder ein kleiner Funke Hoffnung aufkeimt, in der Woche darauf so gnadenlos versagt und alles wieder von vorne losgeht. Das ist mir einfach unbegreiflich. Es kann doch wohl nicht sein, dass nach so einer miserablen Saison, ein Sieg gegen das Not-Aufgebot von Hoffenheim ausreicht, dass die Spieler schon wieder glauben, es gehe von selbst aufwärts??? Hat die halbe Mannschaft da wirklich schon wieder vom Europapokal geträumt???
Und wenn dann in den ersten 10 Minuten wie gegen Köln nichts geht, bricht die Mannschaft völlig in sich zusammen und wehrt sich überhaupt nicht mehr. Woran liegt das?? Ich denke eigentlich nicht, dass sie gegen den Trainer spielen. Sind es psychologische Probleme, weil man Angst vor dem Abstieg hat oder sind es Motivationsprobleme, weil man keine Lust hat gegen den Abstieg zu spielen??? Was nutzen Standpauken nach jeder Niederlage, wenn es schon beim fünften oder sechsten Male nichts genutzt hat. Wieso wird nicht jeder Spieler mal in einem Einzelgespräch mit einem Psychologen befragt, was in seinem Kopf vorging während der 90 Minuten?? Warum er sich nicht gegen die Niederlage gestemmt hat ?? KATS müssen doch mal was anderes ausprobieren, wenn sich solche Spiele wie gegen Köln ständig wiederholen. Der Existenzkampf für Werder Bremen hat begonnen. Ist es nicht möglich, dass die Spieler zumindest die Einstellung eines Dominik Schmidt zeigen und jedem verorenen Ball nachsetzen und kämpfen bis zum Umfallen ?? Das ist doch das mindestes was ich als Fan erwarten darf. Doch was mich am allermeisten stört ist die Tatsache, dass sich ein Spieler nach einer solch katastrophalen Leistung hinstellt und sagt, dass es ein Einstellungsproblem war. Das ist doch die Bankrotterklärung einer jeden Mannschaft, wenn Spieler sowas über das eigene Team sagen und 90 Minuten nicht im Stande waren, etwas dagegen zu tun.

Die entscheidende Frage am Ende ist doch einfach, wer Schuld hat am Einstellungsproblem der Mannschaft?? Der Trainer oder die Spieler ?? Diese Frage muss schnellstmöglich beantwortet werden und dann muss gehandelt werden.
 
@mick666
schön nachzuvollziehend geschriebene Analyse, die die Gesamtsituation beschreibt.
Was ich nicht verstehe, ist das Ergebnis, was zustande gekommen ist, wenn man das Spiel gegen Hoffenheim mit dem Spiel gegen Köln vergleicht.
Da war doch Struktur da, Einsatz, Kampf, Laufbereitschaft und jeder kämpfte für den anderen. Eine Wo später nichts mehr davon zu sehen, Beispiel ein Pizzaro kann ein Ball nicht mehr stoppen...sowas kommt mir nicht in den Sinn
Unverständlich
 
Würde Schaaf Werder dart am "Herzen" liegen wie hier allgemein promulgiert wird, wäre er spätestens nach dem Köln Spiel zurückgetreten. Schlechter kann es definitiv mit einem neuen Trainier nicht laufen. Statt dessen kommt immer wieder die gleiche Sabbelei von "gut trainiert", "das Besprochene nicht umgesetzt", was (in Anbetracht der Leistung des Köln Spiels) schon an der Grenze zur Realitätsfremde anzusiedeln ist. Wobei die Argumentation und Begründung der peinlichen Leistung über "das Besprochene nicht umgesetzt" schon den Verweis auf den allgemeinen Klassiker des Nichtereichens der Mannschaft nahezulegen scheint!

Da ich mir nicht vorstellen kann, dass die MAnnschaft gegen den Trainer spielt, ist TS in meinen Augen der einzige dem was an Werder liegt. Er reißt sich den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) auf, ihm geht das alles sichtlich nahe. Und ich bin froh das er nicht einfach "flieht". Das würde in meinen Augen keine Stärke beweisen. Den Karren aus dem Dreck ziehen und ihn nich da stehen lassen, das ist das was er will. Und auch darum ist ein Mann wie er hier nicht schon 4 mal gekündigt worden.

Noch schlechter kann es mit einem Neuen nicht laufen? Ja gut, aber viel schlechter kann es unter Schaaf auch nicht mehr laufen. Wenn man am Boden ist, ist man am Boden.

Ein Verein ist auch eine Identität und steht für Werte. Für mich erfüllt diese aktuell eigentlich nur noch TS. Würde ein neuer Trainer kommen, steht keiner mehr dafür. Dann sind wir gesichtslos.

Auch wenn es eine Krise ist die ihres Gleichen sucht, Sowas von PRO Schaaf!

...Meine Meinung
 
edit: @mick666
Das ist eine gut geschrieben Analyse, in der aber doch einige Vergleiche hinken. Du schreibst selbst, dass ein Grund die grundlegende Veränderung des Fußballs ist, ziehst dann aber doch Vergleiche zur Transferpolitik Rehhagels. Der Punkt ist aber nicht, dass er cleverer war, was das anging, sondern dass das zu seiner Zeit ging. Ein Spieler wie van Bommel wird nicht umsonst bei einem Club wie Wolfsburg gehandelt und nicht Werder, da dieser Spieler nicht in unseren Gehaltssphären spielt, wie er das vielleicht vor 20 Jahren noch getan hätte, und er praktisch keinerlei Wiederverkaufswert hat.

Otto Rehhagel hätte an einem erfahrenen Spieler wie ihm sicher seine Freude gehabt, aber auch vor 20 Jahren hätte ein Spieler wie van Bommel den finanziellen Rahmen von Werder gesprengt, damals sogar noch mehr als heute, denn Willi Lemke hat je jeden Pfennig geröngt.
 
Otto Rehhagel hätte an einem erfahrenen Spieler wie ihm sicher seine Freude gehabt, aber auch vor 20 Jahren hätte ein Spieler wie van Bommel den finanziellen Rahmen von Werder gesprengt, damals sogar noch mehr als heute, denn Willi Lemke hat je jeden Pfennig geröngt.

Auch wahr. Was ich sagen wollte ist, dass es vor 20 Jahren nicht so exorbitante Unterschiede in den Spielergehältern und schon gar nicht solche wahnsinnigen Unsummen gab wie heute. Und dass ein "van Bommel" von vor 20 Jahren eventuell noch eher hätte machbar sein können.
 
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