Morgen Werderaner,
diese Saison geht mir wirklich alles mögliche auf die Nerven, aber nicht nur Werders Leistung, sondern vor allem auch das sinkende Niveau von Fans und Medien. Sicher, wir erleben eine Seuchen-Saison und es wurden Fehler gemacht, aber muss man deswegen gleich alles in Frage stellen und die Köpfe von KATS und Spielern fordern? Es ist dummerweise nicht immer alles schwarz oder weiß. Leider sind die Medien in dieser Hinsicht mal wieder kein Vorbild. Statt mal einen wohlüberlegten Artikel zu verfassen, der Werders Probleme mal differenziert beleuchtet, wird lieber auf den allgemeinen Meckerzug aufgesprungen und Stammtischweisheiten verbreitet. Das alles mit der Kernaussage "Mannschaft schlecht = Verantwortliche raus". Auf den ersten Blick mag man ja immer auf diesen Gedanken kommen. Darüber hab ich auch schon öfter nachgedacht. Vielleicht ist es auch wirklich die Schuld von Klaus Allofs und Thomas Schaaf, aber beurteilen können das weder die Medien noch wir. Wir können uns nur unsere Gedanken dazu machen. Meine Gedanken dazu will ich in diesem Thread mal kurz schildern.
Transfers:
Eine der Kernaussagen von Medien und Fans ist derzeit, dass KA falsch einkauft. Ist das wirklich so? Ich denke nicht, jedenfalls nicht ganz. Über lange Zeit haben wir nach einem gescheiten LV gesucht und viele wünschten sich einen erfahrenen Mann, der mal ein wenig Stabilität reinbringt. Im Sommer haben auch KATS dies eingesehen und Silvestre geholt, was der überwiegende Teil der Fans sehr begrüßte. Aufgrund fehlender Spielpraxis, Fitness und Vorbereitung floppte er schnell und wurde schnell zum Sündenbock. Dennoch war der Transfer für mich richtig und nachvollziehbar. Derzeit ist er noch einer der besseren in einer völlig verunsicherten Mannschaft. Die andere Schwachstelle war die Lücke, die Özil hinterlassen hatte. KATS waren der Meinung, dass man die Lücke mit Hunt und Marin schließen könnte, was auch ich nachwievor so sehe, aber wohl eher daran lag, dass man keinen geeigneten Spielmacher finden konnte, bzw. diese viel zu teuer waren. Ich denke sogar, dass man es sehr wohl bei Diego versucht hat. Es hat nicht funktioniert, was aber nicht unbedingt daran lag, dass KATS mit ihrer Einschätzung falsch lagen. Die Mannschaft hat von vornherein hinten wie ein Absteiger gespielt. Das war schon im ersten Spiel ersichtlich und daran hätte auch ein Spielmacher nichts geändert. Wo die Gründe liegen, dazu komm ich gleich noch. Warum jetzt im Winter nicht nachgebessert wurde und Almeida verkauft wurde, ist ebenfalls zu erklären. Almeida wollte partout nicht verlängern und KATS hatten die Nase voll von ihm(Rote Karte, schwankende Leistungen...). Die Frage warum im Winter nicht nachgebessert wird, ist eigentlich sehr einfach zu beantworten: Die Wunschspieler sind nicht zu bekommen und irgendwen kaufen, das hilft nicht weiter. Noch dazu fehlt das Geld für teure Transfers.
Finanzen:
Eine der großen Fragen derzeit ist "Wo ist das Geld geblieben?" und auch das ist eigentlich keine große Sache, denn es ist noch da. Jetzt kann man fragen, warum es nicht ausgegeben wird, aber auch darauf gibt es eine Antwort. Werders Finanzpolitik - und die kommt nicht von KA - schreibt vor, gewisse Reserven zu halten, falls die gesteckten Ziele einmal nicht erreicht werden, wie z.B. in dieser Saison, um den Kader auch über 1-2 Saisons ohne CL halten zu können. Das machen andere Vereine nicht, die gehen eher Risiken ein. Werder lebt aber gerne risikofrei. Hinzukommt, dass Vereine wie Schalke, Hamburg oder auch Stuttgart wesentlich mehr Möglichkeiten haben, spontan Finanzspritzen aufzutreiben und damit meine ich nicht den Stadionnamen. Werder hat weder die enorme Fanbase, noch haben die Fans eine so große Identifikation mit dem Verein. In Bremen wird es nicht passieren, dass eine Firma sich in Spielertransfers einmischt mit Finanzspritzen und ich bin sicher, dass das auch gar nicht gewollt wäre. Aber durch solche Sachen erhalten manch andere Clubs eben deutlich mehr Geld als Werder. Werder ist so zwar nicht so konkurrenzfähig, dafür aber erheblich stabiler als die Konkurrenz, dessen Überleben um einiges abhängiger ist von sportlichen Erfolgen. Über diese Finanzpolitik kann man sicher geteilter Meinung sein. Fakt ist jedoch, dass es keine falsche Politik ist, sondern nur eine mögliche, die von vielen Experten als vorbildlich angesehen wird. Fakt ist auch, dass nicht KA dafür verantwortlich ist, jedenfalls nicht allein.
Fans:
Was von den Fans diese und auch die letzten Saisons kommt, ist einfach lächerlich. Im Stadion herrscht Totenstille, es sei denn, es geht darum, mal wieder einen eigenen Spieler auszupfeifen und zu beschimpfen. Ist das Unterstützung der Mannschaft? Beim Stand von 1:0 wird die Meisterschaft gefeiert, fünf Minuten später ist wieder Stille und beim Stand von 1:1 wird gnadenlos gepfiffen. Ich habe kein Problem damit, wenn zur Halbzeit oder nach dem Spiel gepfiffen wird, aber während des Spiels soll die Mannschaft angefeuert und nicht verunsichert werden, schon gar nicht einzelne Spieler. Sowas ist nicht hilfreich. Genauso wenig wie Boykottaktionen in Krisenzeiten. Ich kann ja verstehen, wenn man sich über Ticketpreise aufregt(auch wenn ich sie noch immer angemessen finde), aber deswegen dauerhaft aufhören, die Mannschaft zu unterstützen? Hätten da kurzfristige Aktionen nicht ausgereicht, wie 10 Minuten vor der Halbzeit geschlossen den Block zu verlassen? Und jetzt wird schon wieder zum Boykott aufgerufen. Leute, die Mannschaft braucht unsere Unterstützung und nicht unsere Ablehnung.
Mögliche Ursachen:
Nun, woran liegt es, dass wir plötzlich im Abstiegskampf stecken, wo wir die Jahre zuvor meist meilenweit von entfernt waren? Die allgemeine Meinung sagt, es liege an fehlender Qualität und Einstellungsproblemen. Das mag zum Teil stimmen, aber so einfach ist es vermutlich eher nicht. Nachwievor haben wir einen der stärksten Kader der Bundesliga(~Top5-6), der normalerweise auf jeden Fall für die EL ausreichen sollte. Offensichtlich sind zwei Dinge:
1. Kreativlosigkeit vorne
-Özil hat eine Lücke hinterlassen, daran gibt es keinen Zweifel. Hunt und Marin sind noch nicht so weit, diese Lücke auszufüllen, bzw. bei Hunt bin ich mir nicht einmal sicher, ob er das irgendwann sein wird. Dafür sind seine Leistungen schon immer zu schwankend gewesen. Das ist aber nicht der einzige Grund. Viel schwerwiegender ist für mich, dass im Mittelfeld quasi kaum ein Luftzweikampf gewonnen wird(Größe der Spieler) und Bälle unpräzise gespielt werden, bzw. grottig angenommen werden. So können keine Kombinationen entstehen und hohe Bälle landen quasi immer beim Gegner. Wir sind also auf tödliche Pässe angewiesen, die kaum einer schlagen kann. Würde man diese Probleme abstellen, bräuchten wir mMn auch keinen Spielmacher.
2. Scheunentor hinten
-Unser großes Problem seit Jahren. Aber liegt es wirklich nur an den Spielern? Ich denke nicht. Ein Mertesacker gehört nachwievor zu den besten Innenverteidigern der Liga und Prödl ist nicht viel schlechter, nur unerfahrener. Ein Fritz hat eigentlich sogar wieder in die Spur gefunden, was seine Spritzigkeit angeht und ist ein durchaus solider Rechtsverteidiger. Auch Silvestre hat sich durchaus stabilisiert. Dennoch fangen wir immer wieder dieselben Gegentore - durch flach geschlagene Bälle von den Außen oder Distanzschüsse aus zentraler Position. Die Kontergegentore finde ich gar nicht mal so dramatisch. Ich denke einfach, dass unsere Abwehr zwei große Probleme hat. Da wäre einerseits die große Schwäche von Prödl und Merte, nämlich flache Bälle und schnelles Kombinationsspiel. Dafür sind beide zu hüftsteif. Die beiden ergänzen sich nicht, sie sind in ihrer Spielweise und ihren Fehlern beinahe identisch. Hier fehlt eindeutig ein Naldo, der genau diese Schwächen immer ausgeglichen hat. Ein Pasanen kann dies aufgrund mangelnder Leistungen nicht ausgleichen. Andererseits sind wir im defensiven Mittelfeld und auf den Außen viel zu langsam besetzt. Ein schneller Sprint oder Pass und es brennt lichterloh. Frings, Silvestre und auch Fritz gelegentlich sind schlichtweg zu langsam. Pasanen diese Saison ohnehin. So passieren genau diese flachen Hereingaben und Distanzschüsse.
Diese Dinge kann man durch große Laufbereitschaft und Kampf vielleicht über eine Saison ausgleichen, aber mittlerweile ist das Selbstvertrauen der Mannschaft so niedrig, dass sie vermutlich sogar gegen Fünftligisten verlieren würde, wenn diese engagiert auftreten. Waren es am Anfang der Saison noch Schlurigkeit und Lustlosigkeit, so ist es nun ein Problem des Selbstvertrauens. Die Mannschaft ist total verunsichert und verängstigt. Man hat es gegen Köln wieder gesehen. Niemand wollte den Ball lange haben. Er wurde meist direkt lang nach vorne oder zum Nebenmann gegeben, meist verbunden mit sinnlosen Ballverlusten. Die Angst vor Fehlern verursacht zwangsläufig genau diese.
Können hier ein Trainerwechsel oder neue Stars helfen? Wohl eher nicht. Die Mannschaft muss sich durch Leistung aus diesem Loch kämpfen. Erst wenn sie sich wieder einigermaßen stabilisiert hat, kann man über neue Spieler reden. Hier sind aber wie schon gesagt auch wir Fans gefordert. Wir müssen die Mannschaft nach vorne peitschen, sodass sie an sich glaubt. Was glaubt ihr, was die jedes mal denken, wenn sie ins Weser-Stadion einlaufen und die gegnerischen Fans die Stimmung machen, während unsere Fans sich entweder mit Galeerengesängen selbst feiern oder mit Bratwurst und Bier dasitzen und meckern? Dem Selbstvertrauen hilft das nun nicht gerade.
Ich sage nicht, dass KATS keine Fehler gemacht haben oder dass man sie nicht rauswerfen soll, sondern lediglich, dass man nicht überstürzt Dinge fordern sollte, die man vielleicht später bereut.
Just my 2 cents. Die Meinung muss keiner teilen, aber zumindest mal überdenken, denn es ist wie gesagt nicht alles schwarz oder weiß.
Vermutlich habe ich noch einiges vergessen, aber ich denke, ich habe sowieso schon viel zu viel geschrieben.^^
@Mods
Falls das für einen eigenen Thread nicht reicht, sorry. Dann verschiebt es halt. Ich finde nur, dass es vor lauter Geheule und Gemecker woanders untergeht.
diese Saison geht mir wirklich alles mögliche auf die Nerven, aber nicht nur Werders Leistung, sondern vor allem auch das sinkende Niveau von Fans und Medien. Sicher, wir erleben eine Seuchen-Saison und es wurden Fehler gemacht, aber muss man deswegen gleich alles in Frage stellen und die Köpfe von KATS und Spielern fordern? Es ist dummerweise nicht immer alles schwarz oder weiß. Leider sind die Medien in dieser Hinsicht mal wieder kein Vorbild. Statt mal einen wohlüberlegten Artikel zu verfassen, der Werders Probleme mal differenziert beleuchtet, wird lieber auf den allgemeinen Meckerzug aufgesprungen und Stammtischweisheiten verbreitet. Das alles mit der Kernaussage "Mannschaft schlecht = Verantwortliche raus". Auf den ersten Blick mag man ja immer auf diesen Gedanken kommen. Darüber hab ich auch schon öfter nachgedacht. Vielleicht ist es auch wirklich die Schuld von Klaus Allofs und Thomas Schaaf, aber beurteilen können das weder die Medien noch wir. Wir können uns nur unsere Gedanken dazu machen. Meine Gedanken dazu will ich in diesem Thread mal kurz schildern.
Transfers:
Eine der Kernaussagen von Medien und Fans ist derzeit, dass KA falsch einkauft. Ist das wirklich so? Ich denke nicht, jedenfalls nicht ganz. Über lange Zeit haben wir nach einem gescheiten LV gesucht und viele wünschten sich einen erfahrenen Mann, der mal ein wenig Stabilität reinbringt. Im Sommer haben auch KATS dies eingesehen und Silvestre geholt, was der überwiegende Teil der Fans sehr begrüßte. Aufgrund fehlender Spielpraxis, Fitness und Vorbereitung floppte er schnell und wurde schnell zum Sündenbock. Dennoch war der Transfer für mich richtig und nachvollziehbar. Derzeit ist er noch einer der besseren in einer völlig verunsicherten Mannschaft. Die andere Schwachstelle war die Lücke, die Özil hinterlassen hatte. KATS waren der Meinung, dass man die Lücke mit Hunt und Marin schließen könnte, was auch ich nachwievor so sehe, aber wohl eher daran lag, dass man keinen geeigneten Spielmacher finden konnte, bzw. diese viel zu teuer waren. Ich denke sogar, dass man es sehr wohl bei Diego versucht hat. Es hat nicht funktioniert, was aber nicht unbedingt daran lag, dass KATS mit ihrer Einschätzung falsch lagen. Die Mannschaft hat von vornherein hinten wie ein Absteiger gespielt. Das war schon im ersten Spiel ersichtlich und daran hätte auch ein Spielmacher nichts geändert. Wo die Gründe liegen, dazu komm ich gleich noch. Warum jetzt im Winter nicht nachgebessert wurde und Almeida verkauft wurde, ist ebenfalls zu erklären. Almeida wollte partout nicht verlängern und KATS hatten die Nase voll von ihm(Rote Karte, schwankende Leistungen...). Die Frage warum im Winter nicht nachgebessert wird, ist eigentlich sehr einfach zu beantworten: Die Wunschspieler sind nicht zu bekommen und irgendwen kaufen, das hilft nicht weiter. Noch dazu fehlt das Geld für teure Transfers.
Finanzen:
Eine der großen Fragen derzeit ist "Wo ist das Geld geblieben?" und auch das ist eigentlich keine große Sache, denn es ist noch da. Jetzt kann man fragen, warum es nicht ausgegeben wird, aber auch darauf gibt es eine Antwort. Werders Finanzpolitik - und die kommt nicht von KA - schreibt vor, gewisse Reserven zu halten, falls die gesteckten Ziele einmal nicht erreicht werden, wie z.B. in dieser Saison, um den Kader auch über 1-2 Saisons ohne CL halten zu können. Das machen andere Vereine nicht, die gehen eher Risiken ein. Werder lebt aber gerne risikofrei. Hinzukommt, dass Vereine wie Schalke, Hamburg oder auch Stuttgart wesentlich mehr Möglichkeiten haben, spontan Finanzspritzen aufzutreiben und damit meine ich nicht den Stadionnamen. Werder hat weder die enorme Fanbase, noch haben die Fans eine so große Identifikation mit dem Verein. In Bremen wird es nicht passieren, dass eine Firma sich in Spielertransfers einmischt mit Finanzspritzen und ich bin sicher, dass das auch gar nicht gewollt wäre. Aber durch solche Sachen erhalten manch andere Clubs eben deutlich mehr Geld als Werder. Werder ist so zwar nicht so konkurrenzfähig, dafür aber erheblich stabiler als die Konkurrenz, dessen Überleben um einiges abhängiger ist von sportlichen Erfolgen. Über diese Finanzpolitik kann man sicher geteilter Meinung sein. Fakt ist jedoch, dass es keine falsche Politik ist, sondern nur eine mögliche, die von vielen Experten als vorbildlich angesehen wird. Fakt ist auch, dass nicht KA dafür verantwortlich ist, jedenfalls nicht allein.
Fans:
Was von den Fans diese und auch die letzten Saisons kommt, ist einfach lächerlich. Im Stadion herrscht Totenstille, es sei denn, es geht darum, mal wieder einen eigenen Spieler auszupfeifen und zu beschimpfen. Ist das Unterstützung der Mannschaft? Beim Stand von 1:0 wird die Meisterschaft gefeiert, fünf Minuten später ist wieder Stille und beim Stand von 1:1 wird gnadenlos gepfiffen. Ich habe kein Problem damit, wenn zur Halbzeit oder nach dem Spiel gepfiffen wird, aber während des Spiels soll die Mannschaft angefeuert und nicht verunsichert werden, schon gar nicht einzelne Spieler. Sowas ist nicht hilfreich. Genauso wenig wie Boykottaktionen in Krisenzeiten. Ich kann ja verstehen, wenn man sich über Ticketpreise aufregt(auch wenn ich sie noch immer angemessen finde), aber deswegen dauerhaft aufhören, die Mannschaft zu unterstützen? Hätten da kurzfristige Aktionen nicht ausgereicht, wie 10 Minuten vor der Halbzeit geschlossen den Block zu verlassen? Und jetzt wird schon wieder zum Boykott aufgerufen. Leute, die Mannschaft braucht unsere Unterstützung und nicht unsere Ablehnung.
Mögliche Ursachen:
Nun, woran liegt es, dass wir plötzlich im Abstiegskampf stecken, wo wir die Jahre zuvor meist meilenweit von entfernt waren? Die allgemeine Meinung sagt, es liege an fehlender Qualität und Einstellungsproblemen. Das mag zum Teil stimmen, aber so einfach ist es vermutlich eher nicht. Nachwievor haben wir einen der stärksten Kader der Bundesliga(~Top5-6), der normalerweise auf jeden Fall für die EL ausreichen sollte. Offensichtlich sind zwei Dinge:
1. Kreativlosigkeit vorne
-Özil hat eine Lücke hinterlassen, daran gibt es keinen Zweifel. Hunt und Marin sind noch nicht so weit, diese Lücke auszufüllen, bzw. bei Hunt bin ich mir nicht einmal sicher, ob er das irgendwann sein wird. Dafür sind seine Leistungen schon immer zu schwankend gewesen. Das ist aber nicht der einzige Grund. Viel schwerwiegender ist für mich, dass im Mittelfeld quasi kaum ein Luftzweikampf gewonnen wird(Größe der Spieler) und Bälle unpräzise gespielt werden, bzw. grottig angenommen werden. So können keine Kombinationen entstehen und hohe Bälle landen quasi immer beim Gegner. Wir sind also auf tödliche Pässe angewiesen, die kaum einer schlagen kann. Würde man diese Probleme abstellen, bräuchten wir mMn auch keinen Spielmacher.
2. Scheunentor hinten
-Unser großes Problem seit Jahren. Aber liegt es wirklich nur an den Spielern? Ich denke nicht. Ein Mertesacker gehört nachwievor zu den besten Innenverteidigern der Liga und Prödl ist nicht viel schlechter, nur unerfahrener. Ein Fritz hat eigentlich sogar wieder in die Spur gefunden, was seine Spritzigkeit angeht und ist ein durchaus solider Rechtsverteidiger. Auch Silvestre hat sich durchaus stabilisiert. Dennoch fangen wir immer wieder dieselben Gegentore - durch flach geschlagene Bälle von den Außen oder Distanzschüsse aus zentraler Position. Die Kontergegentore finde ich gar nicht mal so dramatisch. Ich denke einfach, dass unsere Abwehr zwei große Probleme hat. Da wäre einerseits die große Schwäche von Prödl und Merte, nämlich flache Bälle und schnelles Kombinationsspiel. Dafür sind beide zu hüftsteif. Die beiden ergänzen sich nicht, sie sind in ihrer Spielweise und ihren Fehlern beinahe identisch. Hier fehlt eindeutig ein Naldo, der genau diese Schwächen immer ausgeglichen hat. Ein Pasanen kann dies aufgrund mangelnder Leistungen nicht ausgleichen. Andererseits sind wir im defensiven Mittelfeld und auf den Außen viel zu langsam besetzt. Ein schneller Sprint oder Pass und es brennt lichterloh. Frings, Silvestre und auch Fritz gelegentlich sind schlichtweg zu langsam. Pasanen diese Saison ohnehin. So passieren genau diese flachen Hereingaben und Distanzschüsse.
Diese Dinge kann man durch große Laufbereitschaft und Kampf vielleicht über eine Saison ausgleichen, aber mittlerweile ist das Selbstvertrauen der Mannschaft so niedrig, dass sie vermutlich sogar gegen Fünftligisten verlieren würde, wenn diese engagiert auftreten. Waren es am Anfang der Saison noch Schlurigkeit und Lustlosigkeit, so ist es nun ein Problem des Selbstvertrauens. Die Mannschaft ist total verunsichert und verängstigt. Man hat es gegen Köln wieder gesehen. Niemand wollte den Ball lange haben. Er wurde meist direkt lang nach vorne oder zum Nebenmann gegeben, meist verbunden mit sinnlosen Ballverlusten. Die Angst vor Fehlern verursacht zwangsläufig genau diese.
Können hier ein Trainerwechsel oder neue Stars helfen? Wohl eher nicht. Die Mannschaft muss sich durch Leistung aus diesem Loch kämpfen. Erst wenn sie sich wieder einigermaßen stabilisiert hat, kann man über neue Spieler reden. Hier sind aber wie schon gesagt auch wir Fans gefordert. Wir müssen die Mannschaft nach vorne peitschen, sodass sie an sich glaubt. Was glaubt ihr, was die jedes mal denken, wenn sie ins Weser-Stadion einlaufen und die gegnerischen Fans die Stimmung machen, während unsere Fans sich entweder mit Galeerengesängen selbst feiern oder mit Bratwurst und Bier dasitzen und meckern? Dem Selbstvertrauen hilft das nun nicht gerade.
Ich sage nicht, dass KATS keine Fehler gemacht haben oder dass man sie nicht rauswerfen soll, sondern lediglich, dass man nicht überstürzt Dinge fordern sollte, die man vielleicht später bereut.
Just my 2 cents. Die Meinung muss keiner teilen, aber zumindest mal überdenken, denn es ist wie gesagt nicht alles schwarz oder weiß.
Vermutlich habe ich noch einiges vergessen, aber ich denke, ich habe sowieso schon viel zu viel geschrieben.^^
@Mods
Falls das für einen eigenen Thread nicht reicht, sorry. Dann verschiebt es halt. Ich finde nur, dass es vor lauter Geheule und Gemecker woanders untergeht.



