Ich finde die Diskussion über und um TS ist eine der schwierigsten überhaupt. Oft genug endet sie leider entweder in "TS raus, wir brauchen neu Kleider", oder geht in die Richtung "Grenzenloses Vetrauen, egal was er macht, es wird schon richtig sein und das möglich noch auf ewig".
Irgendwie schwierig das Ganze, da es in fast alle Richtungen plausible und nachvollziehe Gründe und Argumente gibt.
Da wären zum einen die Spieler, die grade in der heutigen, schnellebigen Zeit immer schneller wechseln und für einen "Durchlauf " sorgen, der eine zu starke und einschläfernde Gewöhnung des Kaders zum Coach somit verhindern.
Auf der anderen Seite ist es wohl auch nicht von der Hand zu weisen, daß TS hier schon gewisse Dinge und Abläufe in all den Jahren mit einer evtl. nicht ungefährlichen Routine abwickelt. Sein Auto dürfte den Weg die Rampe am Osterdeich runter, mittlerweile schon alleine finden.
Das hat viel Gutes, kann aber auch u.Umständen zu einer gewissen Betriebsblindheit, zumindest in manchen Dingen, führen. Muß nicht, kann aber...
Ich persönlich habe auch noch recht gut die Zeiten der de Mos, Dörners, Sidkas, etc. in warnender Erinnerung. Diese Zustände waren seinerzeit alles ander als ideal und ich hoffe, sie in dieser Art nicht nochmal erleben zu müssen.
Auf der anderen Seite muß man sich auch im Klaren sein, daß wir hier mit TS eine Situation haben, die, ähnlich wie zu Zeiten Ottos, "besonders" und im Grunde einmalig ist, wenn man über den Bremer Tellerrand hinausschaut, wo Trainer teilweise schon als alte Hasen gepriesen werden, wenn sie die erste Saison tatsächlich überstanden haben...
Was bedeutet das für uns? Im Grunde erstmal gar nichts. So sehr man sich über da Vergangene auch freuen kann, gibt sie letztlich keinerlei Garantie dafür, daß es ewig so weitergehen wird. Und um ehrlich zu sein, wäre es auch fatal, wenn man davon ausgehen würde und einem Trainer, möge er noch so verdient sein, quasi einen Freifahrtsschein auf unbestimmte Zeit ausstellen würde.
Ebenso wie die Spieler, muß sich auch der Trainer immer wieder auf´s Neue "beweisen".
Wie gesagt, es ist generell nicht einfach, bei unserer "besonderen" Situation bzgl. des Coaches, über die Zukunft nachzudenken und abzuwägen. Und das nicht nur, weil es jetzt grade nicht läuft, was immer mal passieren kann und im Grunde auch (leider) von Jahr zu Jahr irgendwann in der Saison vorkommt, sondern generell.
Auch wenn ich selbst mir jetzt aktuell eine Trainerbank ohne TS nicht vorstellen kann, heißt dies nicht, daß es sie nie geben kann oder wird. Genauso wenig kann man jetzt bereits behaupten, daß diese dann neue Konstellation per se zum Scheitern verurteilt wäre und auf jeden Fall schlechter wäre. Möglich wärs natürlich.
Ich denke nur, es darf kein generelles und grundsätzliches "Tabuthema" sein, über den Coach zumindest nachzudenken. Es sollte sogar regelmäßig gemacht werden und ich bin mir auch sicher, daß TS seine Arbeit selbst regelmäßig hinterfragt.
Bis jetzt hat er es im Großen und Ganze immer sehr gut und teils eindrucksvoll geschafft, auch schwächere Zeiten zu überstehen und das Schiff immer wieder auf Kurs gebracht. Gleichzeitig gibt und gab es bei den Schächephasen aber auch wiederkehrende Fehler und Nachlässigkeiten, die er immer noch nicht in den Griff bekommen hat und auf die man sich fast einstellen kann, da sie zeitlich recht absehbar sind.
Ich bin gespannt, wie es bei uns weitergehen wird und bin persönlich ebenso davon entfernt, ihn zum Teufel zu wünschen, wie ich ihm eine General-Amnestie aufgrund der Vergangenheit ausstellen würde.