Tatsächlich eine interessante Lektüre. Zum Beispiel die Bilanzen der letzten Jahren.
Da ja hier die verschiedenesten Zahlen durch den Raum geisterten:
Die Verbindlichkeiten betrugen am 31.12.09 rund 135 Mio, im Jahr 2009 hat man einen Jahresfehlbetrag von knapp 17 Mio gehabt.
Dennoch sieht man das Risiko einer Insolvenz offenbar vor allem dann, wenn man nicht mehr an der Bundeliga teilnimmt. Es wird allerdings eingeräumt, dass dies auch dann passieren kann, wenn man schlicht die entsprechende Lizenz nicht erhält.
Bereits abgetreten hat man eine Eigentümergrundschuld an der Veltins-Arena in Höhe von 70 Mio Euro. Auch alle gegenwärtigen und zukünftigen GmbH-Geschäftsanteile und Kommanditanteile, die der Verein unmittelbar oder mittelbar an seinen wesentlichen Tochtergesellschaften hält sowie die Bankkonten hat man verpfändet.
Zudem man hat gegenwärtige und zukünftige Forderungen aus dem Ticketverkauf, dem Sponsoring sowie aus weiteren bedeutenden Rechten abgetreten. Dies betrifft insbesondere Einnahmen aus dem Sponsorvertrag mit Gazprom und den Ausrüstervertrag mit adidas.
Man räumt ein, dass man möglicherweise Kredite braucht, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen oder um Liquiditätsengpässe zu überwinden - eine Aufnahme gestaltet sich aber unter Umständen schwierig, da man wesentliche Sicherheiten bereits verpfändet hat.
Die Lizenz für die laufende Spielzeit hat man ohne Bedingungen erhalten, man muss aber im Verlauf der Saison Auflagen erfüllen.
Es wird in der Tat ein Tanz auf der Rasierklinge. Nimmt man an der CL teil, ist alles in Ordnung, wenn nicht, wird es mittelfristig sehr, sehr eng. Aber selbst wenn man CL spielt, werden die Verbindlichkeiten wohl nur in sehr geringem Ausmaß abgebaut werden können. Das heißt also, man muss über viele Jahre CL spielen, um irgendwann annähernd schuldenfrei zu sein.
Zumindest dann, wenn sich auf der Ausgabenseite nicht etwas grundlegendes ändert, auf der Einnahmenseite dürfte kaum noch Spielraum nach oben sein; der Sponsorvertrag ist schon sehr gut, die Eintrittspreise recht hoch. Allenfalls bei den Fernsehrechten nimmt man in der Bundesliga ja deutliche weniger ein als in anderen Spitzenländern, ich bezweifle allerdings, dass sich jemand finden wird, der mehr zahlt als sky zur Zeit.