Der geliebte Sportjournalismus..

Erstmal wundert mich das es hier so ein Thema noch nicht gibt, wenn doch dann war ich zu doof zum suchen :)


Aus aktuellem Anlass ( Wesley - Foto ) möchte ich im Allgemeinen mal Fragen, für wie seriös und informativ ihr den Sportjournalismus heutzutage noch haltet?




Ich persönlich finde auf das Meiste kann man gern verzichten, dazu gehören zu den tollen Transfers die "fast" abgeschlossen sind, unter anderem auch die so oft sinnlosen Fragen in vielen Interviews und die Berichte über Privates. (mich interessiert nicht , in welcher Badehose und mit wem ein Spieler den Urlaub verbringt)
 
Hmm...ansich finde ich die Informationen von den Sportjournalisten ganz gut, aber es gibt immer wieder Sachen, die ich für überflüssig halte. Wie z.b die Berichte über die Spielerfrauen, während der WM. Das war eine Fußball-WM und keine F***-WM.


Lg
JuLi
 
also gestern bei Sport1 O-Ton:
JAJA Genua ist nicht gerade schlecht, werders gegner hat sich mit Rafinha und Toni zwei Bundesliga Erfahrene Spieler geholt ! :rolleyes: :wall::wall::stirn:
 
sport1 ist doch ein möchtegern-sportsender, denen nur die inkompetenten journalisten übrig bleibt.

wer guten fussballjournalismus haben will, sollte 11freunde lesen. die bestechen zwar nicht durch aktuelle themen, dafür aber alles andere rund ums fussball, worüber die anderen medien nicht berichten wollen/können.
 
Das ist doch nicht nur im Sportjournalismus so, sondern der Journalismus allgemein hat bedenklich nachgelassen. Wenn selbst in der Tagesschau 2006 als erster Bericht über die Torwartfrage zwischen Kahn und Lehmann berichtet wurde, könnte ich kotzen. Wobei vieles der öffentlich Rechtlichen immer noch gut ist, nicht alles aber vieles.
Das Sport1 grottenschlecht und völlig inkompetent ist, ist ja nichts neues.
 
also gestern bei Sport1 O-Ton:
JAJA Genua ist nicht gerade schlecht, werders gegner hat sich mit Rafinha und Toni zwei Bundesliga Erfahrene Spieler geholt ! :rolleyes: :wall::wall::stirn:

Oh ja, das war gestern echt ein Highlight. Der einzige Grund, auf diesen Sender zu schalten ist es, wenn man nachts Titten sehen will.

Gestern ging es dbei "Bundesliga Aktuell" ja auch noch auch um einen möglichen Transfer von Weis nach Stuttgart. Der Moderator schwadronierte davon, dass der ehemalige deutsche Nationalspieler gerne zum VfB wechseln würde. Gegen Mitter der Sendung, nachdem der Beitrag gelaufen war, merkte er dann, dass es keineswegs um Tobias Weis ging, sondern um Vladimir Weiss, einen Slowaken von Manchester City.

Und dann war während der Sendung ja noch die "Weltpremiere" zu sehen, dass Ribery erstmals ein Fernsehinterview auf Deutsch gab. Ein Interview, bei dem der Reporter vor lauter Bewunderung gar nicht mehr rauskam aus dem Rektum des Franzosen. ("Wenn Sie dieses Jahr so gut Fußball spielen, wie Sie deutsch können, dann wird Bayern ja Deutscher Meister, Pokalsieger und Champions-League-Sieger. Das ist ja perfekt, wie Sie Deutsch könne.")

Überhaupt: da gab es gestern eine Pressekonferenz, weil der Spielmacher der Deutschen Nationalmannschaft zu Real Madrid wechselt. Und unterbricht Sport1 sein Programm, übertragt evtl. sogar live?
Nee, ging ja nicht. Weil sie darauf warten mussten, dass endlich jemand anruft und sagt, welches Streichholz man verschieben muss, damit die mathematische Gleichung korrekt wird. Wobei: Streichhözer waren es noch nicht mal, sondern kleine Hockeyschläger - man ist ja schließlich Sportsender. Was dann zu der etwas zweideutigen Fragestellung führte: "Welchen Schläger muss man umlegen, damit die Gleichung stimmt."
 
die für mich besten sendungen sind sport inside und zeiglers wunderbare welt des fussballs, was beides auf wdr und leider ziemlich spät ausgestrahlt wird.
 
Ein Muster für schlechten Sportjournalismus ist auch Christoph Biermann, weil er sich in seinen "Analysen" oftmals von seiner Abneigung gegen Werder leiten lässt. Seit Jahren prophezeit er für Werder den Absturz, und das um so verbissener, je länger der Absturz auf sich warten lässt. Ein herausragend schlechtes Beispiel dafür ist seine aktuelle Kolumne bei Spiegel Online: Klick!
 
Erinnere mich nich konkret, aber wieso kotzen? Man kann bei so einem Welt-Ereignis im eigenen Land doch auch mal mit einem Sportthema aufmachen, erst recht, wenn "nichts Großes" im Bereich Politik, Katastrophen o. ä. passiert ist?!

Da gab es allerdings durchaus wichtige Themen. Und die Bekanntgabe der Nr.1 war weit vor der WM. Ich fand´s halt einfach eine Schande für die Tagesschau soetwas nebulöses wie die Nr.1 bei der WM als erste Meldung zu bringen.
 
Da gab es allerdings durchaus wichtige Themen. Und die Bekanntgabe der Nr.1 war weit vor der WM. Ich fand´s halt einfach eine Schande für die Tagesschau soetwas nebulöses wie die Nr.1 bei der WM als erste Meldung zu bringen.

Wobei die Tagesschau und Sportjournalismus für mich eher nicht wirklich zusammen gehören - dass in einer generellen Nachrichtensendung über Sport informiert wird, logisch. Und wie die Themenreihung aussieht, hängt von der Nachrichtenlage ab, von der vermeintlichen Wichtigkeit des Themas, von der Laune des CvD, was weiß ich. Dieser Einzelfall definiert eher die generelle Ausrichtung von Nachrichtensendungen im dt. Fernsehen heutzutage und weniger die sportjournalistische Qualität.

Da gibt es ganz andere Kategorien, von denen hier ja schon einige angesprochen worden sind, wobei immer einzuschränken bleibt, dass Sportjournalismus nicht gleich Sportjournalismus ist, genausowenig wie sich realistisch gesehen generell über "die Politiker" oder "die Bayern" herziehen lässt.

Ich nenne mal einige Beispiele: Die großen Patzer des Möchtegernsportsenders Sport1 vom vergangenen Dienstag sind hier ja bereits genannt worden, das darf für meine Begriffe einem Sender, der sich insbesondere dem Fußball verschrieben hat, nicht passieren. Wenn doch, dann doch bitte auch mit seriöser Korrektur. Die Nummer mit Rafinha und Toni ist sonst nämlich nicht nur peinlich, sondern Falschinformation. Allerdings ziehen sich diese Fehler durch das gesamte Nachrichtenangebot bei Sport1, ob im TV oder online. Leider habe ich persönlich den Eindruck, dass es online ohnehin keine wirklich vernünftige Plattform gibt, die seriös und hintergründig aus der Welt des Sports berichtet (11Freunde schließe ich mal aus, weil es mir um Sportjournalismus generell geht und nicht um den rein fußballspezifischen). Weder Sport1, noch Spoxx, noch Eurosport stellen mich da wirklich zufrieden.

Bei den Tageszeitungen ist das was anderes, je nachdem, für welche man sich zu entscheiden pflegt. Bei der BILD ist zwar meist nicht alles wahr und noch öfter alles halb so wild, aber wer sich von der populistischen Meinungsmacherei nicht blenden lässt, kann auch aus den vier Seiten Sport einen gewissen Informationsgehalt ziehen. Die Sportteile kleinerer Regionalblätter sind meist eh nur aus Agenturmeldungen zusammengebaut, die lesen sich so weg, ohne dass es in den Hintergrund geht. Die Sportteile der Überregionalen, wie FAZ und SZ, sind nach wie vor meine bevorzugten Zeitungsteile. Ich war auch lange Jahre der Überzeugung, dass es in Deutschland durchaus den Markt für eine reine tägliche Sportzeitung gibt, aber online und dieses abschreckende Beispiel hier http://www.der-sport-tag.de/html/index.html haben dem sicherlich ein für allemal einen Riegel vorgeschoben. Den Sport-Tag hab ich mir einmal gekauft, ein stümperhaft zusammengestelltes, miserabel "gelayoutetes" Stück Papierverschwendung.

Letztlich noch Sportübertragungen im Fernsehen, gerade in den ÖR und bei Eurosport. Wenn man´s unkritisch-enthusiastisch haben will, nimmt man Eurosport. Bei den ÖR wundert mich immer wieder, wie man sich nach außen den seriösen, hinterfragenden Anstrich gibt (den man z.B. mit dem Ausstieg aus der TdF-Berichtererstattung eindrucksvoll zu untermauern gedachte), der aber in unzähligen Interviews und Berichten, die einzig und allein der Heroisierung oder der Buckelei dienen, konterkariert wird. Das ist aber weniger "den" Sportjournalisten vorzuwerfen, sondern eher Marktstrategien. Die Journalisten sind da auch nur ausführendes Element einer vorgegebenen Linie. Es macht ja auch mit Sicherheit den Kollegen von Sport1 oder Sky keine große Freude, siebenmal in einem Spiel auf Gewinnspiele oder Abos hinweisen zu müssen.

Achja, Sky. Haben den Schuss nicht gehört, seit 15 Jahren nicht. Aber auch das kein Vorwurf an die Journalisten, sondern an die Geschäftsführung. Ich brauche genau 0 Semester BWL oder Medienmanagement, um den Leuten zu erklären, was sie alles falsch machen...

Fazit: Gibt ein paar Perlen (das hier auch schon genannte Sport inside oder auch die durchaus gut zu schauende Portrait-Reihe Sportclub Stars im NDR, feuilletonistische Sportteile in der Tagespresse, ab und an sogar Highlights in der Liveberichterstattung (dafür eignet sich Radio meiner Meinung nach am besten, die Leute sind jedenfalls mit einer gewissen, nachvollziehbaren Emotion ausgestattet und beschreiben meist sehr angenehm, was sie sehen, anstatt einen mit 70minütigen Zahlenkolonnen verbal zuzumüllen), leider aber auch viel Mittelmaß und gesteuerten Blödsinn. Wer was wissen will, findet´s aber meist, denke ich.
 
Wie bei allem gilt auch für den Sportjournalismus: es gibt herrausragende Beispiele und platten, niveaulosen Mist.

Es liegt doch an dir selber, wo du dich mit Informationen versorgst.
Wenn du nur Sport1 und BLÖD nutzt, darfst du dich halt nicht über Boulevardmeldungen und nebensächtlichen Quark beschweren.
Wenngleich man fairerweise sagen muss, dass beide durchaus nah dran am Geschehen sind und deshalb oft die wichtigsten Infos zuerst haben.

Es steht dir frei, 11 Freunde zu lesen, den Sportteil von der Süddeutschen sowie der FAZ zu nutzen und eben das Hirn einzuschalten.

Hier in Dtl wird genau das angeboten, wonach der Nutzer schreit. Würden mehr nach Niveau und sorgfältiger Recherche schreien, würde diese auch vermehrt angeboten werden- und nicht nur als Sparte.
 
Der Grund, warum der dt. Sportjournalismus heutzutage so verkommen ist, sind die Spieler. Heute sind die Spieler langweilig, keine krassen Aussagen mehr, jeder labert den gleichen Jux...
Was sollen die dann noch schreiben? Da müssen die ja alles was so geht ausschlachten bis nix mehr geht...
 
Der Grund, warum der dt. Sportjournalismus heutzutage so verkommen ist, sind die Spieler. Heute sind die Spieler langweilig, keine krassen Aussagen mehr, jeder labert den gleichen Jux...
Was sollen die dann noch schreiben? Da müssen die ja alles was so geht ausschlachten bis nix mehr geht...

Und genau das nervt mich so. Dass sich immer an einzelnen Personen aufgehangen wird. Jemand sollte mal den Journalisten erklären, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Bremen ist nicht nur Özil. Leverkusen ist nicht nur Ballack. Bayern ist nicht nur Robbery.
Ich hätte kotzen können, als der Kommentator von Sat1 gestern meinte, die Bremer strengen sich so richtig an, um zu zeigen, dass sie es auch ohne Özil können. Ja, warum sollten die denn sonst in die CL wollen?! :rolleyes:

Um das ganze Kommentatoren-Gelaber zu ertragen, sammle ich immer die seltsamsten Sprüche, die in Sportstudio/Sportschau/Radio fallen, und küre am Ende der Saison meinen Meister.
 
Wie bei allem gilt auch für den Sportjournalismus: es gibt herrausragende Beispiele und platten, niveaulosen Mist.

Es liegt doch an dir selber, wo du dich mit Informationen versorgst.
Wenn du nur Sport1 und BLÖD nutzt, darfst du dich halt nicht über Boulevardmeldungen und nebensächtlichen Quark beschweren.
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Ich weiß, auf Sport1 ist seeehr viel mist. Aber es gibt zwei Sachen, für die dieser Sender absolut gut ist. Zum einen der Livesport, da sie auch Dinge übertragen, die sonst nirgends übertragen werden (Moto GP, FIA GT1-WM, 24H-Rennen Nürburgring und andere). und zum anderen der Doppelpass, ein Format, das es so nur ein Mal gibt und das oft mit komptenten Leuten besetzt ist (ok ab und zu auch nicht) und aus dem man wirklich interessantes Hintergrundwissen erfahren kann. Andere Dinge kann man da aber nicht gebrauchen...ach ja DoPa dei dank arbeitet da ein wirklich guter Sportjournalist, Wonti, der ja auch im Werder-Aufsichtsrat ist.
 
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