Auch wenn es hart klingt, aber ich hoffe sehr, dass die Konsequenz aus dem schrecklichen Unglück ist, dass dies die letzte Loveparade war.
Ich glaube nämlich nicht, dass es auf irgendeinem Gelände - egal wo - möglich ist, eine geordnete An- und Abreise sowie Sicherheit für 1,4 Millionen Leute zu gewährleisten, erst recht nicht, wenn diese zum Teil stark alkoholisiert sind.
Meine kurze Begegnung mit der Loveparade gestern nachmittag: ich wollte gegen 14:00 Uhr mit dem Zug von Essen nach Düsseldorf fahren und war naiv genug zu glauben, dass bis dahin wohl die meisten auf dem Gelände angekommen sein dürften und man eine Chance hat, in einen Zug zu kommen. Weit gefehlt. Die Züge waren hoffnungslos überfüllt, und zum Teil wurden in Essen schon Betrunkene von ihren Kumpeln und Sicherheitskräften aus dem Zug getragen, weil sie nicht mehr in der Lage waren, selbst zu stehen. Es gelang mir irgendwann in einen Zug einzusteigen. Komplett klebriger Boden, überall leere Flaschen - Bier genauso wie jede Menge harte Alkoholika - und angetrunkene Jugendliche, zum Teil nicht älter als 12 oder 13. Von Zügen bei BuLi-Spielen bin ich einiges gewöhnt, aber das sind die berühmten Peanuts im Vergleich zu dem, was ich gestern gesehen habe, so dass ich mich da schon gefragt habe, wie im Ernstfall ein Sicherheitskonzept greifen könnte.
Was ich damit sagen will - ob und welche Fehler gestern gemacht worden sind, kann ich als Außenstehende nicht beurteilen. Aber bei solchen Massen wie denen, die gestern unterwegs waren, hat meiner Meinung nach kein Sicherheitskonzept eine Chance.