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Mick_666
Guest
Streiche das "bewusst" und ich stimme Dir 100% zu.das zusammenspiel hat aber soweit funktioniert, das er dies auch bewusst einsetzte um seine mitspieler von der bewachung "zu befreien" und ball-staffetten in der offensive einleitete, wovon unsere stürmer sehr profitierten.
Denn die Diskrepanz bei Diego besteht darin, dass seinen individuellen Fähigkeiten, die teilweise Weltklasseformat verkörpern, ein vergleichsweise geringes Spielverständnis gegenübersteht. Das ist auch der Grund dafür, dass Diego nur schwierig in ein taktisches Raster zu pressen ist, dass er seinerzeit bei Porto nicht ins System passte, dass er derzeit bei Juve nicht ins System passt (wie zu lesen ist) und dass er schließlich nicht ins System der brasilianischen Nationalelf passte, übrigens schon bei verschiedenen Trainern.
Bei Thomas Schaaf ist das anders. TS versteht es wie kaum ein anderer seiner Zunft, die Individualität von Spielern zu fördern und zu fordern. Er gab Diego alle Freiheiten, was den Effekt hatte, dass dieser sich zur schillernden Figur der Bundesliga aufschwang. Was aber als Kehrseite der Medaille eben die vielzitierten Nebenwirkungen mit sich brachte, auch weil TS diese Freiheiten nur innerhalb seines Systems gewährte.
Doch nur ganz wenige Trainer ticken wie TS, der voll auf die Trumpfkarte individuelle Qualität des Einzelnen setzt (und damit manchmal auch viel Erfolg hat). So dass die Frage bleibt, welcher Trainer noch dies über die Funktionalität des eigenen Systems stellt. Wird mehr Wert auf Einhaltung der taktischen Disziplin und Struktur gelegt, geschieht das fast zwangsläufig unter Inkaufnahme eines Diego, der seine Stärken nur begrenzt nutzen kann.
Es sei denn, und das ist wahrlich eine Herkulesaufgabe, es gelingt so, wie....
das im MÖ beschreibt. In die Diskussion passt auch...Zu Diego vs. Özil: Das hätte sicherlich vorletzte Saison besser gepasst, wenn Özil zentraler gespielt hätte, Diego als hängende Spitze. Ich wäre mal gespannt, wie das System ausschauen würde, käme Diego zurück, nach Özil´s Abgang. Die Spielgestaltung müsste aus dem zentralen Bereich kommen (ist deswegen vielleicht Wesley angedacht?). Marin, Arnautovic oder Diego sind jedenfalls keine Spielgestalter, ergo wäre Diego auch kein Özil-Ersatz, sondern wieder einmal ein Baustein zum Umgestalten des gesamten Systems. Es gäbe keine zentrale, offensive Figur mehr bei uns.
Ich glaube, dass das bei uns möglich ist. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass es bspw. Wolfsburg oder Hamburg gelingt.Und genau da liegt der Knackpunkt. Das würde nicht einfach werden. Für möglich halte ich das, aber ich sehe auch die Gefahr, dass es nicht hinhaut.Das liegt ja einzig und allein am System und darin, das es einzig und allein auf Diego zugeschnitten war. Wenn man ihn in das heutige System integrieren kann, ist ein Spieler mit diesen Fähigkeiten ein Riesengewinn!
Würde ich vorsichtig sein. Marin hat in der vergangenen Hinrunde in der Hinsicht Dinge gezeigt, die ich bei Diego, wenn überhaupt, nur ganz, ganz selten gesehen habe und gleichzeitig angedeutet, dass er Özil auf gewisse Weise ersetzen könnte. Im Kollektiv.und im gegensatz zu z.B. marin, der ähnlich ballverliebt ist, hat er ein wenig mehr übersicht.
Aber gerade das Schaffen von Räumen für die Mannschaft, die diese effektiv nutzen kann, ist doch eine Schwäche dieses Spielertyps. Deshalb hoffe ich, dass MA nicht auch noch so ein "verdribbelter" Spieler ist. Das wäre Gift.wir waren in den jahren nur zu leicht ausrechenbar, weil unsere gesamte offensive von dem "goldjungen" abhing. dadurch das wir jetzt ein ganzes arsenal an solchen leuten im offensiven mittelfeld haben die ähnlich in der spielweise veranlagt sind, wird das meiner meinung nach aber eher in die breite gezogen und würde so für noch mehr räume sorgen.
Auch da bin ich anderer Meinung. Ein Messi wäre nicht die Hälfte wert, wenn er nicht Spieler wie Iniesta, Xavi und Busquets hinter sich hätte, die allesamt für die nötige Struktur sorgen. Ich denke eher, die Individualisten sind abhängig vom funktionierenden Gefüge. Als Messi fälschlicherweise in der argentinischen N11 in einer Raute hinter den Spitzen eingesetzt wurde, haben wir gesehen, was passiert, wenn diese Balance fehlt. Sowie die individuelle Klasse allein nicht mehr reichte....und wenn man sich ansieht, das große vereine zwar ihre taktik halten, aber oftmals sehr abhängig sind von den aktionen ihrer individualisten, denke ich eher, das wir uns dann auf augenhöhe begeben, wenn das mittelfeld so ausgestattet ist.
Nur sind Diego, Marin und Hunt, abgesehen von der Klasse, schon von ihrer Spiel-weise/übersicht/intelligenz her nicht wie Iniesta, Xavi und Busquets.
Wenn Du plan- und phantasielos einkaufende Vereine wie Real Madrid oder ManCity meinst, dürftest Du allerdings recht haben. Nur bekamen die bisher auch die Quittung dafür in den Ergebnissen. Deshalb waren das in der letzten Saison auch keine ganz grossen Vereine, zumindest vom Abschneiden her.

Und - weil`s hierher passt, Spieler solcher Veranlagung benötigt Werder m.E. dringend. Wesley?
