Billige Polemik bringt hier gar nichts.
Werders Philosophie ist es doch Talente auszubilden und weiterzuverkaufen, um dann von dem Geld wieder neue Spieler zu kaufen, die dann auch irgendwann den Sprung zu einem größeren / anderen Verein schaffen. Ohne dieses Prinzip wäre ein Özil überhaupt nicht in Bremen gelandet, sondern wäre wahrscheinlich irgendwo anders, vielleicht bei Arsenal oder ManU in der 2. Mannschaft, versauert. Er wäre jetzt kein WM Held und würde nicht bei den großen Vereinen auf dem Zettel stehen.
Dass er dafür etwas Dankbarkeit zeigen und dem Verein helfen soll das bisherige Modell aufrecht zu erhalten, ein Modell von dem er PERSÖNLICH UNGEMEIN PROFITIERT HAT, ist hier sicher nicht zuviel verlangt, oder?
Vater Da Cunha ist nun auch nicht grad der Goldfisch im Haifischbecken der Spielerberater, aber er hat seinem Sohn so eine Verfahrensweise nicht eingeflüstert, wie es Fazeli gerade bei MÖ versucht.
Dass dieses einem Fan mit Leib und Seele dann nicht passt, ist dann doch wohl mehr als verständlich.
Er ist sicherlich in erster Linie hier gelandet, weil er ziemlich gut Fußball spielen kann - und nicht weil irgendeinen vermehrbaren Marktwert darstellt. Darauf ist auch sein Vertrag ausgerichtet und nicht zum Dienste der Vermehrung des Tafelsilbers des Vereins. Von daher, hat er schon mal überhaupt keine Verpflichtungen dem Verein gegenüber. Wir müssen nun nicht so tun, als hätte Werder in den letzten 2,5 Jahren nicht von diesem Vertrag profitiert - auch ohne eine eingeplante Ablöse.
Klaus Allofs und seine Kollegen sind sich, da kann man sich sicher sein, durchaus der Risiken, die dieses System, welches Du benennst, bewusst und werden das Risiko, dass mal der eine oder andere aufstrebene Jungstar ablösefrei geht, eingeplant haben. Nicht immer läuft es so, dass eben ein Herr da Cunha kurz vor Vertragsende, mal eben für erhöhte Bezüge, den Vertrag um ein Jahr verlängert, damit der Verein am Ende mit kassiert. Das ist die Ausnahme in der Regel.
Es ist natürlich emotional nicht einfach, als Fan da ganz nüchtern zu betrachten, aber Werder und Özil sind ein Arbeitsverhältnis eingegangen, welches nun im Sommer 2011 endet. Dass aufgrund der Leistung, Werder nun daran interessiert ist, dieses aus verschiedensten Gründen zu verlängern, es aber nun ganz offensichtlich lukrativere Angebote gibt, ist leider ein unglücklicher Umstand für den Verein. Aber eben ein Risiko, welches in der Natur dieses Systems liegt. Andererseits: Brächte Özil keine Leistung, würde man ihm auch nicht das Gehalt verdoppeln, sondern ihn vielmehr vor die Tür setzen. Dann wäre eben Werder nicht daran interessiert: Sh. Vranjes, sh. Rosenberg oder Fahrenhorst, oder, oder... Die marktwirtschaftlichen Mechanismen greifen eben bei beiden Vertragsparteien.
Im Übrigen finde ich das, was Fezli macht, einen jungen Spieler wegen seines eigenen Reibachs, zu beeinflussen, auch nicht in Ordnung. Auch er müsste wissen, dass er hier 1-2 Jahre noch bestens aufgehoben wäre und es für seine sportliche Entwicklung, wohl das Beste wäre, hier zu bleiben und weiter zu lernen. Aber das Thema "Spielerberater" ist noch ein ganz Anderes.