Also die Kopfpauschale, egal ob jemand 1.000 € oder 10.000 € verdient? Abgesehen davon, daß sie unsozial ist, wie soll das funktionieren? Ist sie zu hoch, fällt die Versorgung für Menschen mit zu geringem Einkommen weg, oder der Steuerzahler muß blechen, wird sie zu niedrig angesetzt, kollabiert das Gesundheitssystem finanziell erst recht.
Wenn man es Kopfpauschale nennen will, dann kann man das gerne so nennen. Es bleibt sozial und solidarisch, da die Gesunden immer für die Kranken zahlen, genauso wie es in anderen Versicherungen auch der Fall ist. In anderen SVen führt ein höheres Einkommen, damit höherer Beitrag zu höheren Leistungsansprüchen. Damit wären diese nach deiner Ansicht ebenfalls unsolidarisch. Wer gleiche Leistungen will, der muss gleiche Beiträge zählen. Und ich habe kein durchgerechnetes Modell, aber wenn ich allein daran denke wie viele beitragsfreie Ehegatten wir derzeit in den GKVen haben, so bin ich davon überzeugt, dass die Versicherungsprämie insgesamt im Rahmen bleiben wird. Wie gesagt derzeit liegt der maximale Beitrag zur GKV bei 296,25€. Auch hier zahl derjenige, der im Monat 3.675 € verdient genauso viel wie derjenige, der im Monat 10 000 € verdient.
Und für Menschen, die sich das derzeit nicht leisten können den Grundbeitrag zu bezahlen, der bekommt dies über den Staat ausgeglichen. Genaus wie es ja im Grunde bei Arbeitslosen und Geringfügigbeschäftigten heute schon der Fall ist. Extraleistungen kann dann jeder dazu buchen.
So lange den Menschen ein neues Auto mehr wert ist als die eigene Gesundheit, wird es natürlich gemosert werden, aber es wird auf Dauer nicht anders gehen.
Edit: Zu den Spiegel-Zitaten
Erstens wird ja durch die derzeitige Bundesregierung die Pharamindustrie an die Kette gelegt. Es wird genau diese Preisverhandlungen zwischen den Kassen und der Industrie geben. Das Gesetz wird im übrigen gerade in diesem Moment in der ersten Lesung beraten.
Ansonsten gibt es sicher Missbrauch bei Dingen, die gemacht werden aber nicht nötig werden. Aber auch genau diese schwarzen Schafe habe ich bei jedem Handwerker, der dem Unkundigen Reperaturen andreht, die völlig unnötig sind. Aber mit Missbrauch zu argumentieren ist dann schlicht falsch.
Ansonsten akzeptiere ich das Apotkerargument. Ich verstehe diesen Schutz, den Apotheken genießen nur bedingt. Eine Öffnung des Marktes wäre ohne weiteres möglich, wenn man auch hier klare Regelungen trifft. Völlig unproblematisch.
Edit2: Nochmal zum letzten Zitat. Für mich ist das übrigens ein Beispiel von billigem, populistischen Schmierenjorunalismus. Will auch mal eben begründen warum: Wenn die derzeitige Bundesregierung, den Arzneimittelmarkt liberalisieren würde und dadurch die qualifizierten Arbeitsplätze in Apotheken wegfallen würden, weil dann Verkäuferinnen, beschäftigt nach dem "Schlecker- oder Lidlprinzip", diese Aufgabe übernehmen würden, dann würde genau dieses Journalie schreiben, dass die FDP qualifizierte Arbeitskräfte in prekäre Beschäftigung abschieben würde.