Ah ja.... Dein Vermieter akzeptiert, dass Du nicht zahlst, wenn Du die Wohnung nicht nutzen kannst, ohne dass er dafür verantwortlich ist? Spannend. Und ein Mitglied, das vielleicht von Kurzarbeit etc. betroffen ist, zahlt weiter für etwas, das es nicht bekommt? Wenn Corona im April durch ist, werden sich beide Fragen nicht stellen, ich rechne aber damit, dass es deutlich länger dauern wird. Hausgemacht ist da bei dieser, meiner Erwartung zur Dauer gar nichts. Zumal das nur ein Beispiel von Zigtausend Existenzen ist, die durch Corona vernichtet werden, wenn es zu lange dauert. Siehe mein SPIEGEL Link oben. Da sprechen längst nicht nur Leute, die zu hohe Kredite aufgenommen haben. Wir kommen, davon bin ich fest überzeugt, in diesem Land - und weltweit - in erhebliche wirtschaftliche Probleme, gerade auch für Selbständige/Freiberufler und Kleinunternehmer und deren Mitarbeiter, wie u. a.
@Fliegenfänger und
@Bremen ja auch schon festgestellt haben. Und zwar ohne, dass diese zu blöd wären, sich darum zu kümmern, wie sie da rauskommen (denn so kommen Deine Einwände - Stichwort "hausgemacht" - bei mir an). Wer das nicht sieht, ist mMn ziemlich blind, sorry
Warum gleich so aggressiv
@opalo?
Ich kenne natürlich eure Verhältnisse nicht genau, deswegen bin ich von den unsrigen (Kleinstadt) ausgegangen. Hier ist es zumeist so, das Sportvereine die städtische Großsporthalle mieten, Trainer oft ehrenamtlich oder als Nebenjob arbeiten.
Nun ist es so, das die Sportvereine nicht mehr trainieren dürfen, unsere Stadt nimmt seitdem auch keine Hallenmiete mehr (Erlass). Ehrenamtliche Trainer bekommen eh keine Honorare in dem Sinne, diejenigen, die das nebenberuflich machen bekommen jetzt natürlich nicht ihren Nebenverdienst, keine Arbeit, kein Geld, logisch. Die werden nach abgeleisteten Trainerstunden bezahlt. Mitgliederaustritte bei uns sind mir bisher nicht bekannt.
Siehst Du, so einfach ist das bei uns. Nennt man übrigens glaub ich Solidarität...

Bei euch herrschen dann offenbar rauhere Sitten und bestehen offensichtlich dumme (sorry) Trainerverträge. Tja, Egoismus kennt manchmal keine Grenzen, da wird lieber auf Vertragsbedingungen gepocht als in solchen Extremsituationen Solidarität zu zeigen und dem Verein zum Überleben zu helfen...
Zum Thema "hausgemacht" noch ein paar allgemeine Anmerkungen:
Das diese Krise (die momentan "nur" der Beginn einer Gesundheitskrise ist, die Wirtschafts/Finanzkrise kommt erst danach mit den ganzen Auswirkungen) viele, viele Existenzen gefährdet und teilweise kaputtmacht steht außer Frage.
IN TEILEN ist sie aber auch ein wenig "hausgemacht", weil auch Folge unserer Konsum- und Auf Pump Leben- Gesellschaft. Nicht nur in den USA, auch bei uns wird immer mehr fast alles nur noch mit Krediten finanziert, wird der finanzielle Spielraum bis zum Anschlag eingeengt. Geringste "Turbulenzen" können da schon existenzbedrohend sein. Oft braucht es aber schon gar keine Turbulenzen mehr, denn jeder zehnte (!!!) Deutsche ist schon überschuldet. Zum einen aus Eigenverschulden (komme ich gleich noch drauf zurück), zum anderen wegen der Auswirkungen des Niedriglohnsektors. Dieser wird in unserem Land immer größer, immer mehr müssen die Arbeiter die Zeche unserer Geiz ist geil-Mentalität und des Profitdenkens mancher Unternehmen zahlen. Und die Bundesregierung rühmt sich damit, das wir die niedrigste Arbeitslosenquote seit einer Ewigkeit haben. Ja, haben wir, aber zu welchem Preis?
Auch deshalb bin ich ein Verfechter des Mindestlohns, der aber viel zu niedrig ist!
Und zum Eigenverschulden mancher: Das klingt jetzt hart, ist aber die Realität! Nicht wenige der überschuldeten Menschen haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem! Das Konsumdenken ist dermaßen ausgeprägt, das man oft ohne jeden Verstand seine Finanzen selber ruiniert. Ich habe drei Wochen mal als ehrenamtlicher Finanzhelfer gearbeitet, dann hatte ich die Schnauze voll und habe damit aufgehört. Die Uneinsichtigkeit vieler ist geradezu unfassbar. Wenn einer überschuldet ist, muß man Lösungen suchen. Diese Lösungen beinhalten aber automatisch Verzicht auf so manches, anders geht es gar nicht. Aber bei allem, was ich vorgeschlagen habe, wurde nur rumgewütet und mich angeschnauzt. Die Kinder sollen ohne Markenklamotten in die Schule, nicht das neueste Smartphone haben? Unmöglich, dann sind sie sofort out. Verzicht auf Sky? Niemals, ich will Fußball gucken. Ein kleines preiswertes Auto statt BMW/Mercedes? Was soll der Nachbar denken, die Automarke ist eine Prestigesache. Eine kleine, preiswerte Flat fürs Smartphone? Niemals, ich will unbegrenztes Hochgeschwindigkeitssurfen. Und so weiter, und so weiter... Lediglich bei Versicherungspreisvergleichen, Stromanbietervergleichen und solchen Dingen gab es Einsicht.
Man muß sich das mal vorstellen, da leistet sich eine Verkäuferin im Niedriglohnsektor aus Prestigegründen einen teuren BMW, der an Kreditraten und Unterhalt allein weit mehr ihr halbes Gehalt auffrisst. Und dann gibt es jede Mengen Deppen (sorry), die lieber unwichtiges bezahlen aber die Stromrechnung nicht begleichen. Mit der Folge, das der Stromzugang gesperrt wird und die Entsperrung dann ein vielfaches des Abschlagbetrages kostet. Das ist doch alles Wahnsinn! Aber leider oft Realität...
Ich denke aber auch, das es oft an der Erziehung im Elternhaus liegt. Ich bin so erzogen worden, das ich mir nur Dinge kaufte/anschaffte, die ich mit vorhandenem Geld bezahlen konnte. Für größere Aschaffungen wie ein Auto wurde frühzeitig ein Sparvertrag abgeschlossen. Dann wurde mir von meinen Eltern immer nahe gelegt, für "schlechte Zeiten" Rücklagen zu bilden. In meinem ganzen Leben habe ich nur einmal einen Kredit aufgenommen, den für meine Eigentumswohnung. Und den wollte ich immer so schnell wie möglich wieder zurückgezahlt haben, was mir auch gelang. Und nein, ich war KEIN Großverdiener, sondern hatte ein normales Durchschnittsgehalt eines Angestellten.
Mir ist klar, das heutzutage extrem mit billigen Krediten und Finanzierungen gelockt wird. Das ist mittlerweile fast das einzige, woran Banken noch verdienen (dank der Geldpolitik von EZB und Co). Und das die Bonität denen fast schon egal ist, je schlechter die ist, desto höher eben der Zinssatz. Aber das alles ist für mich kein Grund, den "Verstand" in finanziellen Dingen zu verlieren.
Und damit wieder zurück zum Ausgangspunkt: Unverschuldet, aber teilweise eben auch (mit)verschuldet haben oder werden bald viele Menschen die Auswirkungen der Coronakrise schmerzhaft spüren.