Wer macht den sowas?
Oooch, gibt Leute die können sich mit Entscheidungen nicht abfinden
Thema Demokratiefähigkeit: Ich denke, neben den genannten Punkten im Corona-Thread ist ein wesentlicher Punkt für die Akzeptanz einer Regierung, gleich welcher Art, das Funktionieren des Staates. Weimar damals stand von vielen Seiten unter Beschuss, ist also nicht nur daran gescheitert, dass die Bevölkerung nicht so weit gewesen wäre. Da sind die harten Bedingungen von Versailles, die Wilson ja von einem verlängerten Waffenstillstand haben sprechen lassen (wie recht er hatte), dessen Folgen auf Wirtschaft und Industrie und auch die Besetzung durch Frankreich und Belgien, da ist die große Polarität von Rechts und Links die beide den Staat bekämpfen, der überraschende Tod des Reichspräsidenten Ebert und der dann folgende Ruck nach rechts (ich kann mir nicht vorstellen, dass Ebert Hitler zum Kanzler gemacht hätte, so wie der greise Hindenburg es dann tat), die Weltwirtschaftkrise. Um mal sehr viel in sehr wenigen Worten zusammenzufassen.
China: Kann sein, daß es zu groß ist um zentral demokratisch regiert zu werden, wie
@Lübecker sagt. Das aber mMn. nicht, weil die Menschen nicht demokratiefähig wären, sondern weil eine Verwaltung nach Mehrheitsprinzip ggf. überfordert sein könnte mit der schieren Größe. Das bedeutet aber nicht, dass Diktatur die Alternative wäre, sondern zb. Föderalisierung nach dem Vorbild der USA. Also ein Staatenbund unter außen- und finanzpolitischer Einheit, mit weitreichender Eigenständigkeit nach innen. So wie es auch für die EU geboten wäre, und in manchen Bereichen de facto schon so ist, nur das man sich den nächsten Schritt nicht zutraut. China ist ja bereits heute in 31 Verwaltungseinheiten gegliedert, das geht ja auch gar nicht anders, in den USA sind es 50, in Deutschland 16, in der EU 27. Nennt man sie Bundesländer, Bundesstaaten, Verwaltungseinheiten, spielt am Ende keine Rolle. Sie alle haben hohe Eigenständigkeit gegenüber der Zentralregierung, unterstehen ihr aber gleichzeitig. Warum sollte man da keine demokratischen Strukturen aufbauen können
@Lübecker? Die Demokratie in Russland hat nicht deswegen einen Schlag bekommen, weil die Russen grundsätzlich demokratiefeindlich wären, im Gegenteil, sondern weil der Staat unter Jelzin nicht funktioniert hat. Unter Putin tat er es wieder, vor allem dadurch das Vertrauen in ihn, was er zu nutzen wusste und seine Macht autoritär festigt. Aber die Russen haben nicht das Autoritäre gewählt, sondern die (relative) Stabilität.