Moin,
vor gut 50 Jahren habe ich Grün - Weiß bereits mit der Muttermilch aufgesogen und kann mich noch gut erinnern, wie Willi als neuer Manager Otto Rehhagel zur "Seite gestellt" wurde. Völlig loyal hat er sich aus den sportlichen Dingen (wie heute eigentlich auch noch) raus gehalten und sich auf seine Aufgaben konzentriert.
Als Werder bereits Anfang der 80er zu einer festen Größe wurde und ein gewisser Uli H. aus B. dunkle Gewitterwolken aus dem hohen Norden herannahen sah, zog er auch in diesem Fall wieder sämtliche Register seiner üblichen Machenschaften, um einen vermeintlich herannahenden Konkurrenten auf Augenhöhe in die Schranken zu weisen. Außer einem koksenden Kölner Trainer, der sich zudem auch noch auf ein unhaltbares Niveau herunter ziehen ließ, hatte nur unser Willi das Stehvermögen, dauerhaft gegen die Arroganz aus M. zu bestehen.
Heute wird das natürlich medial immer noch ausgeschlachtet und die Haus - und Hofreporter aus dem Hause Springer und Konsorten, welche schon immer einen Bückling vor der Eminenz von der Säbener gemacht haben, drehen die Dinge ständig zugunsten der sog. Großkopferten um. Dabei haben uns bis Mitte der 90er Jahre viele aus dem Fussballgenre um diese Standhaftigkeit beneidet, das aber nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen (bis auf wenige Ausnahmen). Stattdessen wird heute noch jede Gelegenheit genutzt, den vermeintlichen Klassenfeind von damals zu denunzieren. Ob nun als Schulsenator, UN - Beauftragter oder Aufsichtsratsvorsitzender, es wurde keine bajuwarische Möglichkeit ausgelassen, einen unqualifizierten Kommentar abzugeben. Immer wieder wurde in den letzten, erfolgreichen Werder Jahren darauf hingewiesen, dass man mit KA und TS ja keine Probleme hätte, aber mit dem Lemke wird das nichts mehr.
Wenn nun ein junger Werder - Fan (ab 2000) ständig mit vorgefertigten Halbwahrheiten der Medien (und die sind auch jung und sensationsgeil) konfrontiert wird, ist es kein Wunder, dass solche Kommentare wie oben zustande kommen. Warum sollte man auch hingehen und eine 30 jährige Erfolgsgeschichte aus Sicht eines "alten Werderaners" Lemke aufarbeiten? Da ist ein Pauschalurteil ja viel bequemer!
Natürlich hat Willi, egal in welcher Werder - Funktion, auch Fehler gemacht und würde vielleicht das Ein - oder Andere heute anders machen. Aus meiner Sicht hat er aber immer den Verein in den Vordergrund gestellt und situative Entscheidungen getroffen. Wenn nun durch einige Medien wieder gern in den Raum geworfen wird, ein Nachfolger von Allofs wird wohl auch eine interne Lösung sein, da bei Werder das Ja - Sager Prinzip gepflegt wird, müssten sich diese nun eigentlich positiv zur voraussichtlichen Verpflichtung eines externen Managers äußern. Aber so sind die Experten ja nicht gestrickt.
Ich will damit nur sagen, dass man auch mal die ganze Geschichte eines W.L. verfolgen sollte, um sich ein Pauschalurteil erlauben zu können. Aber das scheint ja aus der Mode gekommen. Überhaupt schaue ich hier kaum noch rein, da nur noch selten konstruktive Beiträge zu verzeichnen sind. Einige wenige aus der Forums - Anfangszeit,
als sogar noch Arni Lust hatte, sich zu beteiligen, haben bis heute durchgehalten, werden aber durch die schnelllebige Klientel, die nur mal eben was loswerden muss, gar nicht mehr gehört. So what, so ist das eben.
Auf den nächsten Sieg in Frankfurt!