Whisk(e)y

...(ok erst im 2. Jahr) kommt der Christmas Big Peat vor Weihnachten auf den Markt und eine Flasche davon hat am Samstag den Weg zur mir gefunden. :grinsen:

Der Christmas Big Peat ist ein Islay-Blend aus Ardbeg, Bowmore, Caol Ila sowie Port Ellen (!) als nicht kältegefilterte Faßstärke. Er verfügt über ein dunkles, jedoch klares Gelb, kräftige, aber ausgewogene Torfnoten mit Noten von Meersalz, wenig Rauch, und ausgeprägten Toffee-Aromen. Sein warmes Finish ist lang anhaltend und würzig.

Fazit: Für seine 53,6%vol. ist der Christmas Big Peat 2012 erstaunlich leicht und daher angenehm zu trinken. Anders als der 2011 verfügt der 2012 über für einen Islay wenig Rauchnoten; imho etwas zu wenig, aber vllt. ist er dadurch ein "Türöffner" bei denjenigen, die mit Islay nur wenig Erfahrung haben bzw. kräftige Raucharomen als unangenehm empfinden.

Sláinte! :bier:
 
Thema Tagesform:

An manchen Tagen schmecken mir irgendwie alle Whiskys sprittig und bitter. Sogar so Karamell-Bomben wie der Three Wood. Leider weiß ich das nicht vorher, sondern frühestens beim ersten Schluck. Der Dram ist dann leider für die Katz.

Hat von euch jemand eine Erklärung für dieses Phänomen und ggf. auch ein Gegenmittel?

Man liest öfters, dass man vorher einen schwarzen Kaffee trinken solle. Davon halte ich allerdings nicht ganz so viel. Trinke ohnehin kaum Kaffee. Abends dann natürlich erst recht nicht.

Vorher einen Schluck von einem milden, relativen neutralen Whisky (z. B. Glengoyne 10) zu nehmen, finde ich auch nicht so gut, da dieser die Geschmacksnerven ja bereits beeinflusst. Helfen tut es im übrigen auch nicht wirklich.
Einziger Vorteil ist, dass man sich spart, den für danach angedachten guten Tropfen zu verschwenden, wenn einem der Einstiegs-Whisky schon nicht schmeckt...
 
Mein Tipp ist der: Whiskey nur trinken, wenn man richtig Lust drauf hat und einem beim Gedanken an den Whiskey schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Dann schmeckt er auch.

Wenn das nicht der Fall ist: Verzichten.
 
Mein Tipp ist der: Whiskey nur trinken, wenn man richtig Lust drauf hat und einem beim Gedanken an den Whiskey schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Dann schmeckt er auch.

Wenn das nicht der Fall ist: Verzichten.

Im Prinzip richtig. Aber es ist mir eben auch schon unter dieser Voraussetzung passiert, dass es nicht so recht geschmeckt hat. Kommt zum Glück nur selten vor, aber ärgerlich ist es dann natürlich trotzdem.

An richtig guten Tagen schmeckt man dann hingegen sogar Nuancen heraus, die einem vorher noch gar nicht aufgefallen waren. Das müsste im Prinzip doch was mit der Mundflora zu tun haben. Und darauf kann man ja evtl. unterstützend einwirken...
 
Thema Tagesform:

An manchen Tagen schmecken mir irgendwie alle Whiskys sprittig und bitter. Sogar so Karamell-Bomben wie der Three Wood. Leider weiß ich das nicht vorher, sondern frühestens beim ersten Schluck. Der Dram ist dann leider für die Katz.

Hat von euch jemand eine Erklärung für dieses Phänomen und ggf. auch ein Gegenmittel?

Beim ersten Schluck sollte man es tunlichst vermeiden, sich schon dann ein Urteil über sein eigenes Geschmacksempfinden bzw. des zu sich genommenen alkoholischen Getränks zu bilden, denn erste Schluck Alkohol am Tag schmeckt i.d.R. bitter, auch wenn die Tagesform und das Getränk noch so gut sind.

Wissenschaftlich kann ich das nicht erklären, aber die Fähigkeit des Schmeckens ist von vielen Faktoren abhängig wie z.B. Gesundheits- und Gemütszustand, vorher zu sich genommene Speisen und Getränke, Tabakkonsum, Medikamente, Umgebungsluft, Witterung/Klima etc.


Man liest öfters, dass man vorher einen schwarzen Kaffee trinken solle. Davon halte ich allerdings nicht ganz so viel. Trinke ohnehin kaum Kaffee. Abends dann natürlich erst recht nicht.

Ich halte das für Mumpitz, denn Kaffee, Tee oder andere aromenreiche Lebens- und Genußmittel beeinflussen das Geschmacksempfinden erheblich negativ. Deswegen werden bei einem Tasting die armonenintensiven Produkte auch erst am Ende ausgeschenkt.


Vorher einen Schluck von einem milden, relativen neutralen Whisky (z. B. Glengoyne 10) zu nehmen, finde ich auch nicht so gut, da dieser die Geschmacksnerven ja bereits beeinflusst. Helfen tut es im übrigen auch nicht wirklich.
Einziger Vorteil ist, dass man sich spart, den für danach angedachten guten Tropfen zu verschwenden, wenn einem der Einstiegs-Whisky schon nicht schmeckt...

Wie bereits erwähnt, der 1. Schluck sollte kein Gradmesser sein. Falls der 2. Schluck ähnlich schmeckt, einfach mal versuchen, wie bei einem Tasting mit stillem Wasser und/oder ungesüßtem Weißbrot die Geschmacksnerven zu neutralisieren. Falls das nicht hilft, den Genuß lieber auf einen anderen Abend verschieben.
 
An richtig guten Tagen schmeckt man dann hingegen sogar Nuancen heraus, die einem vorher noch gar nicht aufgefallen waren. Das müsste im Prinzip doch was mit der Mundflora zu tun haben. Und darauf kann man ja evtl. unterstützend einwirken...

Die Mundflora hat nur positive Auswirkung auf das Geschmacksempfinden, wenn sie einigermaßen "gesund" ist, sprich man wenig bis keinen Mundgeruch hat. Dieser kann wiederum vor allem von alkoholischen Getränken, Kaffee und eiweißhaltigen Speisen ausgelöst werden.
 
:tnx:
Wasser trinke ich ohnehin immer nebenher. Das mit dem Weißbrot werde ich mal probieren...

denn noch zum eigentlichen Thema:
Hatte gestern zum ersten Mal einen Ardbeg (Uigeadail) im Glas. Dieses Erlebnis hat mich einmal mehr darin bestätigt, dass die "medizinischen" Raucher nicht so meins sind. Er hat interessant geschmeckt, aber als lecker würde ich ihn wohl nicht bezeichnen. Ich musste die ganze Zeit an Jod, Teer und kalte Asche (außerdem ein wenig Citrus-Aroma) denken. Sind jetzt nicht unbedingt Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen.

Aber auch hier kann es abhängig von der Tagesform beim nächsten Versuch natürlich schon wieder ganz anders aussehen...
 
Da die Frage eben untergegangen ist: Wie lange hält eine Flasche im Schnitt bei euch?

Lässt sich so nicht beantworten. Kommt immer darauf an, wie viele Flaschen man geöffnet hat und worauf man gerade vermehrt Lust hat. Zudem trinke ich manchmal wochenlang überhaupt keinen Whisky und dann auch mal gleich an mehreren Abenden in der Woche. Allerdings nur sehr selten mal mehr als 2 Drams am Abend.
Zudem bin ich immer sehr spendabel, wenn ich Freunde da habe und die Interesse zeigen. Wenn der Abend dann etwas länger wird, kann es auch schon mal teuer werden, was wiederum zu einer kürzeren Lebensdauer einiger Flaschen führt...
 
denn noch zum eigentlichen Thema:
Hatte gestern zum ersten Mal einen Ardbeg (Uigeadail) im Glas. Dieses Erlebnis hat mich einmal mehr darin bestätigt, dass die "medizinischen" Raucher nicht so meins sind. Er hat interessant geschmeckt, aber als lecker würde ich ihn wohl nicht bezeichnen. Ich musste die ganze Zeit an Jod, Teer und kalte Asche (außerdem ein wenig Citrus-Aroma) denken. Sind jetzt nicht unbedingt Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen.

Aber auch hier kann es abhängig von der Tagesform beim nächsten Versuch natürlich schon wieder ganz anders aussehen...

Den hohen Gehalt von Phenolen in Islay-Whiskys wird man auch mit einer noch so guten Tagesform nicht wegbekommen :D - und bei Ardbeg ist der Gehalt der Phenole besonders hoch.
 
OK...ich denke meine beiden Flaschen halten bedeutend länger als die 6 Monate, die drauf stehen.

Die 6 Monate sind schon ein passender Richtwert, wobei die Haltbarkeit das kleinere Problem ist, denn der Alkoholgehalt "konserviert" das Produkt (deswegen entfällt übrigens bei Getränken mit >10%vol. Alkoholgehalt die gesetzliche Vorschrift der Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums). Was sich bei längerer Lagerung einer Flasche im Anbruch bemerkbar macht, ist der Verlust von Geschmacks- und Aromastoffen, auch wenn man die Flasche wieder verschlossen in die Tube und diese z.B. in das dunkle Barfach stellt. Denn durch den Kontakt mit der Luft verflüchtigen sich diese Stoffe, so daß der Flascheninhalt an Geschmack und Aromen verliert. Mit Vakuum-Verschlüssen kann man diesem Prozess zwar verzögern, aber nicht gänzlich verhindern.
 
Den hohen Gehalt von Phenolen in Islay-Whiskys wird man auch mit einer noch so guten Tagesform nicht wegbekommen :D - und bei Ardbeg ist der Gehalt der Phenole besonders hoch.

Das ist mir jetzt ein wenig zu pauschal. Den "Lagerfeuer-Rauch" im Bowmore oder Lagavulin mag ich ja sehr gern. Nicht so gern mag ich hingegen diesen speziellen Jod/Teer-Geschmack bei Ardbeg und Laphroig. Für mich sind das grundverschiedene Geschmacksrichtungen.
 
Das ist mir jetzt ein wenig zu pauschal. Den "Lagerfeuer-Rauch" im Bowmore oder Lagavulin mag ich ja sehr gern. Nicht so gern mag ich hingegen diesen speziellen Jod/Teer-Geschmack bei Ardbeg und Laphroig. Für mich sind das grundverschiedene Geschmacksrichtungen.

:tnx: den Ardbeg 10 kann man trinken und den Laphi Triple Wood auch
Ich empfehle dir mal den Ardmore Traditional Cask
 
Die 6 Monate sind schon ein passender Richtwert, wobei die Haltbarkeit das kleinere Problem ist, denn der Alkoholgehalt "konserviert" das Produkt (deswegen entfällt übrigens bei Getränken mit >10%vol. Alkoholgehalt die gesetzliche Vorschrift der Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums). Was sich bei längerer Lagerung einer Flasche im Anbruch bemerkbar macht, ist der Verlust von Geschmacks- und Aromastoffen, auch wenn man die Flasche wieder verschlossen in die Tube und diese z.B. in das dunkle Barfach stellt. Denn durch den Kontakt mit der Luft verflüchtigen sich diese Stoffe, so daß der Flascheninhalt an Geschmack und Aromen verliert. Mit Vakuum-Verschlüssen kann man diesem Prozess zwar verzögern, aber nicht gänzlich verhindern.

Das Problem ist, dass ich selten 2 Mal in einer Woche Whisky bzw. Whiskey trinke.
Das Problem sind sicherlich nicht nur die Aromastoffe. Alkohol oxidiert zu Essig, der Stoff ist irgendwann bestimmt sauer.
 
:tnx: den Ardbeg 10 kann man trinken und den Laphi Triple Wood auch
Ich empfehle dir mal den Ardmore Traditional Cask

Die Beschreibung liest sich schon mal sehr gut. Und ich bin ohnehin gerade auf der Suche nach einer etwas günstigeren Flasche, um die nächste Bestellung voll zu bekommen. Nachdem der Auchentoshan schon ein Volltreffer war, werde ich den in jedem Fall in die engere Auswahl nehmen...
 
Back
Top