Die Mitgliedschaft bei Werder hat sich über die Jahre als sinnlos erwiesen. Ich kann dazu nicht raten. Daher habe ich sie beendet.
1. Die "bevorzugte Kartenvergabe" habe ich nie erlebt. Speziell die Kartenbestellung fürs Pokalfinale hat NIE zu einer Kartenlieferung geführt, obwohl ich alle denkbaren Kriterien erfülle müsste.
2. Das Werder Magazin ist verzichtbar, da kein ordentlicher Journalismus stattfindet. Es schreiben da ja nur Angestellte, die natürlich nichts Schlechtes über den Arbeitgeber berichten dürfen, auch wenn sie vielleicht privat anders über Werder reden. Das WM bzw. nun das Werder Heimspiel sollte mehr Unabhängigkeit vom Verein haben. Ich vermute, daß der Weser Kurier aber auch nicht durch freien Journalismus glänzen wird. Das tut er ja beim unfähigen Bremer Senat und der fast 70jährigen Herrschaft der StaatsPartei Deutschlands auch nicht.
3. Mangelhaftes demokratisches Bewusstsein. Der Umgang mit den Fans ist schlecht. Die Mitglieder haben nichts zu bestimmen, kontroverse Debatten finden nicht statt und werden vom dünnhäutigen Präsidenten abgewürdigt und die MHV an einem Montag Abend zu terminieren ist schlecht für alle Buten Bremer. Damit bleibt der stimmberechtigte Kreis unter sich. Die MHVs bei Werder sind sehr langweilig. Ich war vor Jahren einmal da. Den Begriff Gegenkandidat bei Wahlen ist in der grün-weissen Monarchie nicht existent. Wahl heisst, daß man überhaupt mal eine Wahl zwischen mind. 2 Personen hat. Ich frage mich da schon, wieso sich div. Persönlichkeiten aus der Werder Geschichte nicht mal zur Wahl stellen und der Opposition im Verein ein Gesicht geben.
Dazu ist das Wahlrecht an die Zahlung der Vollmitgliedschaft gebunden, auch wenn man vielleicht keinen Sport im Verein betreiben will.
4. Das weiß vielleicht nicht jede/r: Die Mitglieder haften für die Schulden.
Ich habe mir vor meiner Kündigung mal die Satzung genauer durchgelesen und da steht drin, daß der Verein von allen Mitgliedern eine Schuldenumlage kassieren kann. Die Mitglieder haften also für alles, was die Herren an "Glanzleistungen" erbringen. Der Verein würde im Ernstfall die Kapitalgesellschaft mit Geld füttern müssen, um eine Insolvenz zu vermeiden. Der Verein ist bekanntlich der einzige Gesellschafter. Durch die Beteiligung steckt das verlustreiche Stadion mit im Haftungszwang. Werder hat eine Millionen-Bürgschaft für die Stadionkredite bei der Bank hinterlegt und muss die Raten zahlen, falls die Stadion GmbH kein Geld hat. Durch die geringe Auslastung (17 Spiele in 52 Wochen pro Jahr) werden die Finanzen weiter angespannt sein. Das ist in der Bilanz nachzulesen (
www.unternehmensregister.de). Die Herren können defacto keine Interessenten nennen, die das Stadion für Veranstaltungen (TV Shows, Konzerte, Sportereignisse wie Boxkämpfe) mieten wollen. Es wird keine Konzerte geben, weil man keine modernen Tribünen kostengünstig ins Stadion transportieren kann. Also steht das Stadion überwiegend leer da und kostet. 70 Mio kreditfinanzierte Umbaukosten: Für was eigentlich?
Wenn man ehrlich ist, dann ist das unschöne Weserstadion kein Muss für einen Veranstalter einer Deutschlandtour. Es wird also keine Pacht/Miete von Dritten geben. Die Stadionkosten wird Werder als einziger Mieter auffangen müssen.
In § 9 der Satzung steht: "Zur Finanzierung besonderer Vorhaben oder zur Beseitigung finanzieller Schwierigkeiten des Vereins können Umlagen erhoben werden."
Wenn ich also bedenke, daß ich für die Fehlleistungen der Geschäftsführung und des Präsidiums zur Kasse gebeten werden kann, dann enthält die Mitgliedschaft auch ein gewaltiges wirtschaftliches Risiko.