"Mitglied der HJ" war kein Privileg. Das war der Normalfall. Kinder, die nicht der HJ bzw dem Bund Deutscher Mädel (BDM) angehörten, waren Außernseiter.Er wurde nicht seiner Jugend beraubt, wenn dann hat er sich selber seiner Jugend beraubt. Abgesehen davon wird er einen Großteil seiner Jugend als Mitglied der HJ und als guter Sportler ziemlich privilegiert verbracht haben.
Trautmann war durch sein sportliches Talent vermutlich privilegiert. Dennoch weiß ich nicht, wie Du darauf kommst, er hätte "sich selbst seiner Jugend beraubt". Er hatte nicht die Wahl, zur HJ zu gehen oder nicht. Er hatte nicht die Wahl, in den Krieg zu ziehen oder nicht. Sofern er nicht negativ auffallen und als "Volksverräter" dastehen wollte, musste er mit dem Strom mitschwimmen. Und als Jugendlicher, der gerade mal der Pubertät entwachsen ist, dürfte kaum jemand so gereift sein, um sein Handeln in langfristiger Hinsicht voll zu überschauen. Zumal in einer Zeit, in der keine andere Meinung als die der NSdAP erwünscht war.
Sorry, aber Dein Kommentar verkennt einfach die Tatsachen...
Gerade beendet: Graham Moore, "The Last Days of Night" (deutsch: "Die letzten Tage der Nacht"). Ein spannender Blick hinter die Kulissen des Wirtschaftskriegs zwischen Thomas Edison und George Westinghouse im Zuge der Elektrifizierung der Städte und Regionen der USA. Zentral ist der Prozess um das Patent der Glühbirne, das Edison eingereicht hat und das Millionen an Dollar verspricht (in den 1880er Jahren noch wesentlich viel mehr Wert als heute). Im Zuge dessen wird ein Bild der damaligen US-amerikanischen Gesellschaft zwanzig Jahre nach dem Bürgerkrieg durchaus überzeugend dargestellt.
Ein paar Längen hat das Buch, ist aber insgesamt sehr lesenswert, da auch der Plot einige spannende Wendungen aufweist.



