Was seid ihr von Beruf?

Das zum Einen, zum Anderen fehlen sehr vielen Schülern heute wichtige Voraussetzungen. Eine Sache, die ich sehr bedaure, ist der Fakt, dass kaum ein Schüler mal ein Buch in die Hand nimmt. Da laufen nicht wenige -durchaus auch intelligente- bis zum 16. Lebensjahr durch die Schule, Lesen spielt überhaupt keine Rolle mehr privat, bestenfalls noch die Schullektüre. Da fehlt etwas ganz Wichtiges. Neil Postman hätte mE so Unrecht nicht, als er vor langer Zeit das Fernsehen kritisierte, in der heutigen Welt mit Spielkonsolen und PCs, Tablets und Co wäre er wohl durchgedreht. Die Schüler sind nicht dümmer als früher, natürlich nicht, aber es fehlen sehr wichtige Voraussetzungen wie zB sinnerfassendes Lesen oder abstraktes Denken. Andere Dinge kommen erschwerend hinzu, so zB dass erschreckend viele ihren Vater kaum kennen, die traditionelle Mutter- Kind- Geschwister- Familie findet man fast nur noch in der migrantischen Community, wobei einem dort dann wieder andere Probleme begegnen, zB Traumata und Aufwachsen unter absolut bildungs- und lebensfeindlichen Bedingungen, zB in Flüchtlingslagern in der Türkei. Die sprachlichen Barrieren ebenso, du kannst nicht in einem Jahr Deutsch lernen wie ein hier Geborener, da fehlen oft der Hälfte der Klasse einfachste Wörter aus dem Grundwortschatz, sodass viele Schulbücher zB nicht mehr im Unterricht verwendet werden können. Nat0rlich leidet das Niveau, wenn die Majorität der Klasse Deutsch nicht als Muttersprache gelernt hat, da darf man sich nichts vormachen. Inklusion übrigens genauso, da kommt dann pto I- Kind und Woche bestenfalls mal eine Doppelbesetzung für 1,5 Stunden und das dann, ohne im Thema zu sein. Wollte man, macht man, aber Kosten dürfen da nicht entstehen, lieber Sparen.Was die Schwiegermutter von @LotteS so berichtet, kann ich so unterschreiben, zumindest für die Gemeinschafts- und Grundschulen. Könnte hierzu auch endlos weiterschreiben, wollte sogar mal ein Buch drüber verfassen, aber dann war Frau Freitag schneller. Das bitte lesen, so ist heute Schule leider schon an sehr vielen Orten.

Danke fuer Deine ausfuehrliche Beschreibung :tnx:
 
Das zum Einen, zum Anderen fehlen sehr vielen Schülern heute wichtige Voraussetzungen. Eine Sache, die ich sehr bedaure, ist der Fakt, dass kaum ein Schüler mal ein Buch in die Hand nimmt. Da laufen nicht wenige -durchaus auch intelligente- bis zum 16. Lebensjahr durch die Schule, Lesen spielt überhaupt keine Rolle mehr privat, bestenfalls noch die Schullektüre. Da fehlt etwas ganz Wichtiges. Neil Postman hätte mE so Unrecht nicht, als er vor langer Zeit das Fernsehen kritisierte, in der heutigen Welt mit Spielkonsolen und PCs, Tablets und Co wäre er wohl durchgedreht. Die Schüler sind nicht dümmer als früher, natürlich nicht, aber es fehlen sehr wichtige Voraussetzungen wie zB sinnerfassendes Lesen oder abstraktes Denken. [...]
Unser Chef (IT-Dienstleister) meinte mal, dass wir weniger Handbücher schreiben sollen, sondern vielmehr kurze Videos, weil die Leute heute ja alle nicht mehr lesen würden. Das ist auch wirklich ein Knackpunkt und führt zu unfassbar kurzen Aufmerksamkeitsfähigkeiten. Natürlich trifft das längst nicht auf alle zu. Aber eben auf viele. (Richtiges) Lesen ist eine sehr wichtige Fähigkeit, der nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.
 
Unser Chef (IT-Dienstleister) meinte mal, dass wir weniger Handbücher schreiben sollen, sondern vielmehr kurze Videos, weil die Leute heute ja alle nicht mehr lesen würden. Das ist auch wirklich ein Knackpunkt und führt zu unfassbar kurzen Aufmerksamkeitsfähigkeiten. Natürlich trifft das längst nicht auf alle zu. Aber eben auf viele. (Richtiges) Lesen ist eine sehr wichtige Fähigkeit, der nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.
Un-be-dingt!!!!!
 
Unser Chef (IT-Dienstleister) meinte mal, dass wir weniger Handbücher schreiben sollen, sondern vielmehr kurze Videos, weil die Leute heute ja alle nicht mehr lesen würden. Das ist auch wirklich ein Knackpunkt und führt zu unfassbar kurzen Aufmerksamkeitsfähigkeiten. Natürlich trifft das längst nicht auf alle zu. Aber eben auf viele. (Richtiges) Lesen ist eine sehr wichtige Fähigkeit, der nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.
Ganz besonders weil am Ende des Tages "kurze" Videos als Anleitung/Tutorial dann doch immer mehr aufhalten, als ein gutes Manual. Im Video zum richtigen Punkt springen ist eben nicht so einfach wie dort.

Es müssen mMn auch nicht unbedingt richtige Bücher sein, ich merke selbst bei Kindern, was für ein Leseverständnis, nebst Spracherweiterung alleine z.B. die Lustigen Taschenbücher vermitteln.
 
Gegen die LTBs gibt es gar nichts einzuwenden, lese ich heute noch gelegentlich. Als Kind habe ich die gesammelt, zT sprachlich hohes Niveau. Mit "Micky Maus" - Heften habe ich vor Schuleintritt lesen gelernt, weil ich unbedingt wissen wollte, was in den Sprechblasen steht. Berufswunsch war bei mir Comiczeichner, kann ich aber nicht gut genug. Im Studium ganze Vorlesungen mit Zeichnen verbracht.
 
Das driftet ja ein bisschen ab, aber man kann ja nicht immer on-topic bleiben. Gewisse Ausflüge sind ja wohl durchaus erlaubt.
Tatsächlich habe ich viel LTB gelesen. Ich hatte auch ein paar Jahre ein Micky Maus Abo ;)
Heute lesen wir unseren kleinen jeden Abend was vor. In der Absicht, dass sie das später mitnehmen und das dann auch später selber machen. Bei unserem Großen (15) hat das auch lange geklappt, bis er zuletzt der Unterhaltungselektronik verfallen ist... Naja, kommt wohl vor. Trotzdem kann er auch viel lesen.
Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass man nicht automatisch Fachliteratur gut verarbeiten kann, nur weil man viele Geschichten liest. Aber das "Tool" ist schon mal da...
 
Es müssen mMn auch nicht unbedingt richtige Bücher sein, ich merke selbst bei Kindern, was für ein Leseverständnis, nebst Spracherweiterung alleine z.B. die Lustigen Taschenbücher vermitteln.
Unser liest gerne Dog Man, mittlerweile schon Band 7, wenn man möchte auch in englisch. DOG MAN
I
ch denke, es geschieht bei den Kindern demnach, wie es von zu Hause vorgelebt/abgeschaut wird: erst wurde viel vorgelesen, dann alsbald selber lesen lassen. Jetzt kommt der Automatismus.
 
Unser liest gerne Dog Man, mittlerweile schon Band 7, wenn man möchte auch in englisch. DOG MAN
I
ch denke, es geschieht bei den Kindern demnach, wie es von zu Hause vorgelebt/abgeschaut wird: erst wurde viel vorgelesen, dann alsbald selber lesen lassen. Jetzt kommt der Automatismus.
Nicht unbedingt. Manchmal muss auch der Zufall nachhelfen. Denn als wir klein waren, hat meine Mutter meiner Schwester und mir jeden Abend eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und sie las auch sehr viel. Meine Schwester eiferte ihr nach, meine Lektüre beschränkte sich dagegen i.d.R auf Comics wie LTB, Micky Maus sowie Clever & Smart. Ich hatte zwar unterschiedliche Belletristik-Bücher geschenkt bekommen, die langweilten mich jedoch alle, sogar eines, in dem es um Fußball ging. Erst mit 15 fing ich an, "richtige" Bücher zu lesen. Auslösend war dafür ein Buch aus dem Schulunterricht: im Jahr 1984 "1984" von George Orwell.
 
Ich bin über Comics und dann Was ist Was ans ablesen gekommen. Vor allem Letzteres hat dann sicherlich auch Einfluss auf meine schulische bzw dann spätere "Laufbahn" genommen. Eins meiner ersten nicht-Kinderbücher (also, es ist schon für junge Leser, aber halt nicht Disney oder so) war dann Z wie Zacharias. Faszinierend wie verstörend zugleich.
 
Ich bin über Comics und dann Was ist Was ans ablesen gekommen. Vor allem Letzteres hat dann sicherlich auch Einfluss auf meine schulische bzw dann spätere "Laufbahn" genommen. Eins meiner ersten nicht-Kinderbücher (also, es ist schon für junge Leser, aber halt nicht Disney oder so) war dann Z wie Zacharias. Faszinierend wie verstörend zugleich.
Na ja. Was ist Was war in den 70er und kenne sogar ich noch als alter Sack. Ich habe sehr viel Klassiker gelesen u.a Shakespeare. Dazu Belletristik zB von Michael Ende als Kind.
Die heutige Generation ist fast nur in den Social Media behaftet. Das Leben findet auf YouTube, Instagram etc statt. Die Allgmeinbildung ist erschreckend und Orthographie gleich Null. Interessant ist, dass selbst an Uni-Kliniken ärztliche Mitarbeiter ohne Promotion arbeiten. War zu meiner Zeit undenkbar.
 
Interessant ist, dass selbst an Uni-Kliniken ärztliche Mitarbeiter ohne Promotion arbeiten. War zu meiner Zeit undenkbar.

Wobei, ich will dir nicht zu nahe treten, Dr. nicht gleich Dr. ist. Mein Kinderarzt war auch "nur" Arzt. Aber ein phänomenaler. Eine Promotion über mehrere Jahre und der Dr.med. sind nicht gleichwertig, ein Arzt ohne den Med. für mich nicht abzuwerten. Eher wie ein Ingenieur ohne Diplom. Komisch zwar, wie ohne Abschluss, aber erst mal nicht mehr. Wobei es bei uns ohne das Diplom keinen Abschluss gab.
 
Ist wohl auch eine Folge des allgemeinen Fachkräftemangels, oder?

Nicht zwingend. Ein guter Freund von mir hat auf den Dr. verzichtet. Der arbeitet ganz normal als Arzt, hat halt den Dr. so lange vor sich her geschoben, bis er darin keinen Sinn mehr sah. Ist halt voll beschäftigt in einer Gemeinschaftspraxis und hat keine Vorteile durch die eine verbleibende Prüfung. Ich an seiner Stelle hätte sie gemacht, weil es gesellschaftlich kleinere Vorteile bietet und der Aufwand im Vergleich zur Ausbildung überschaubar ist. Aber ich verstehe, warum er es hat sein lassen.

Edit: Ich verstehe aber auch den syker bez. undenkbar. Wenn bei uns plötzlich reihenweise Ingenieure ohne Dipl.,MSc oder BSc aufschlagen würden, würde ich mich auch am Kopf kratzen.
 
LTB, Lucky Luke, Asterix, Yps in der Kindheit, Jugend.
Was ist Was.
Dann später erst beim Fachabi die alten Meister, Goethe,Schiller, Büchner, Lessing.
Danach dann Herr der Ringe, Das Lied von Eis und Feuer und paar Stephen King u.A. der dunkle Turm.
Mag Epen wohl offenbar auch.
Länger nix gelesen, müsste wohl mal wieder.
Bin ich einmal dran, geht's auch oft fix.
 
Wobei, ich will dir nicht zu nahe treten, Dr. nicht gleich Dr. ist. Mein Kinderarzt war auch "nur" Arzt. Aber ein phänomenaler. Eine Promotion über mehrere Jahre und der Dr.med. sind nicht gleichwertig, ein Arzt ohne den Med. für mich nicht abzuwerten. Eher wie ein Ingenieur ohne Diplom. Komisch zwar, wie ohne Abschluss, aber erst mal nicht mehr. Wobei es bei uns ohne das Diplom keinen Abschluss gab.
Ein Doktortitel in der Medizin beweist nur eines, dass man bereit ist, sich über Jahre an einem Thema durchzubeißen. Sagt nix über die Qualifikation aus. War nur zu meiner Zeit Grundvoraussetzung, um überhaupt Zugang als Arzt an eine Uni-Klinik zu bekommen.
Unser Problem ist die Generation Y und Z sowie ihre soziologischen Besonderheiten. Die machen in allen Bereichen massive Probleme.
 
Ein Doktortitel in der Medizin beweist nur eines, dass man bereit ist, sich über Jahre an einem Thema durchzubeißen. Sagt nix über die Qualifikation aus. War nur zu meiner Zeit Grundvoraussetzung, um überhaupt Zugang als Arzt an eine Uni-Klinik zu bekommen.
Unser Problem ist die Generation Y und Z sowie ihre soziologischen Besonderheiten. Die machen in allen Bereichen massive Probleme.

Ah moment, für eine Uniklinik hätte ich gedacht, ist das immer noch Voraussetzung. Ist es nicht? Weil genau das ist ja der Witz an einer Promotion, der Fokus auf eine wissenschaftliche Einrichtung bzw Karriere. So wie man an einer Uni ohne Promotion langfristig eben auch "nur" technischer Mitarbeiter werden kann.
 
Ah moment, für eine Uniklinik hätte ich gedacht, ist das immer noch Voraussetzung. Ist es nicht? Weil genau das ist ja der Witz an einer Promotion, der Fokus auf eine wissenschaftliche Einrichtung bzw Karriere. So wie man an einer Uni ohne Promotion langfristig eben auch "nur" technischer Mitarbeiter werden kann.
Schau einfach mal auf die ärztliche Mitarbeiterliste bei den Uni-Kliniken. Sehr oft keine Promotion. Früher undenkbar, heute eher normal.
 
Schau einfach mal auf die ärztliche Mitarbeiterliste bei den Uni-Kliniken. Sehr oft keine Promotion. Früher undenkbar, heute eher normal.

Woher kommt das dNm? Sind die "normalen" Kliniken als AG deutlich unattraktiver? Oder liegt mehr Arbeit bei den einzelnen, sodass keine Zeit mehr bleibt? Ich kenne wie gesagt einen, der auch auf die Promotion verzichtet hat. Ich hätte darauf zwar nicht verzichtet, weil der Titel mMn, im Verhältnis zum Aufwand und der Ausbildung bis dahin, nur noch einen kleinen Kraftakt bedeutet (znd weil es gesellschaftlich mMn Vorteile bietet). Aber ich kann es bei ihm verstehen, der braucht das einfach nicht weil er eine gute Stellung hat. Also Fachkräftemangel, wie @Bremen sagte?
 
Ist wirklich eine Generationsproblem. Deswegen Y und Z sind zurzeit am Start und haben andere Prioritäten. Musst mal in soziologischen Abhandlungen zu dem Thema schauen. Dann verstehst Du, warum so mancher junge Mensch nach Deinen Maßstäben antizyklisch agiert.
 
Ob Promotion oder nicht, ist mMn a) vom Fachbereich und b) von den persönlichen Zielen abhängig. Bei Naturwissenschaftlern ist meiner Einschätzung nach eine Promotion fast schon obligatorisch. Ebenso in den anderen Fachbereichen, sofern dort eine akademische Karriere angestrebt wird. In der Wirtschaft kann eine Promotion wohl auch hilfreich sein, zumindest bei Großunternehmen. Im Mittelstand dagegen ist dagegen ein Trend zu flacheren Hierarchien unübersehbar, so dass ein Dr. dort wohl eher weniger hinpasst. Bzw. achten dort auch viele Arbeitgeber weniger auf Titel und Zeugnisse, sondern verstärkt darauf, dass die praktischen Fähigkeiten adäquat sind.
 
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