Das sehe ich nicht so. Vorweg, ich halte den Begriff "Welle" für fürchterlich. In Deutschland haben sich zig tausende Menschen für MigrantInnen engagiert, geholfen, aufgenommen, etc. Es ist eine Frechheit ihnen Versagen zu unterstellen. Und das tust du mit "alle". Dann gibt es zig tausende MigrantInnen die heute sauberes Deutsch sprechen und arbeiten. Es ist, erneut, eine Frechheit, die Leistung dieser Menschen und derer die ihnen dabei geholfen haben derart durch den Schmutz zu ziehen. Und das tust du mit "alle".
Mir gefällt der Begriff "Welle" in dem Zusammenhang auch nicht, aber so war der Sprachgebrauch unserer Politik und Presse.
Ebenso die Bezeichnungen Flüchtlingswelle, Flüchtlingskrise. War ständig zu lesen und zu hören, rauf und runter. Gefallen? Tuts mir nicht wirklich.
Mit dem "alle" war ausschließlich die Politik, wie auch Firmen gemeint, daher im Kontext mit Politik und Firmen genannt.
Nicht die, auch teilweise hier im Forum aktiven, Ehrenamtlichen Helfer-/ innen.
Beim besten Willen nicht. Das, was diese Menschen getan haben und immer noch tun - Hochachtung und unbezahlbar.
Ebenso das Pflegepersonal aktuell.
Ja, es gibt sie. Natürlich. Noch besteht unsere Gesellschaft ja nicht komplett aus Unmenschen.
Die ehrenamtlichen Helfer - die, die man auch nicht hoch genug loben kann und die seitens Politik teils komplett alleine gelassen hat, teilweise das Helfen sogar verboten hat.
Diese Leute gehören in die Kategorie lobenswerte und bewundernswerte Menschen, nicht in die Politik.
Diese hat in dieser "Krise" mMn vollständig versagt. Viele Dinge einfach ausgesessen und die Kleinen einfach machen lassen.
Das es keine Vollkatastrophe wurde, ist einzelnen Menschen zu verdanken.
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Was nun eure nervige Situation angeht: Wenn ihr nicht bereit seit genug Geld zu bezahlen und dann eben zurück greifen müsst auf Menschen ohne Ausbildung, dann ist die Konsequenz sehr einfach: IHR bildet euer eigenes Personal aus. Wenn ihr auch dazu nicht oder nur unter Protest (genervt) bereit seit, dann stellt sich erneut die Frage nach dem Geschäftsmodell. Fachkräftemangel betrifft nicht nur eure Branche, es betrifft alle. Es ist also ein Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Und nach dem was du so berichtest, stellt sich deine Branche in diesem Wettbewerb nicht gerade geschickt an.
Nochmal: wer aktuell, in unserem Bereich der Logistik, deutlich drüber (über Mindestlohn) zahlt, schreibt entweder rote Zahlen oder nutzt das Geschäft für was anderes, da die großen Abnehmer halt nicht mehr bezahlen wollen.
Ein neues Luxusfahrzeug von Daimler sagen wir AMG, kostet um die 240.000.
Die Verpackungs- und Transportkosten für ein Exemplar liegen da bei maximal 4% - und das erscheint mir eigentlich noch zu hoch, wenn ich sehe was Daimler zu zahlen bereit ist..
Will man, als in Deutschland ansässiges Unternehmen, am Markt bleiben, muss man sich dem, was die großen zahlen wollen, beugen.
Konkurrenz / Mitbewerber, insbesondere aus dem östlichen / südöstlichen europäischen Raum gibts mehr als genug.
Qualität und Nachhaltigkeit? Werden propagiert, aber nicht gelebt, nicht von den Riesen jedenfalls.
Selbst schon erlebt, wir haben genug Aufträge in diese Richtung verloren, weil wir schlicht zu teuer sind.
Ja nun, das ist ganz normales Marktgeschehen. Wenn die Logistikbranche, obwohl sie glänzend da steht, nicht als attraktiver Arbeitnehmer wahrgenommen wird, dann liegt das einzig und allein an den beteiligten Unternehmen. Firma B wird übrigens mittelfristig vom Markt verschwinden, weil das qualifizierte Personal sich nach und nach zu Firma A verabschieden wird, die händeringend Leute sucht und(!) faire Löhne zahlt.
Ich bekomme immer etwas Pickel wenn Firmen ihr eigenes Unvermögen auf den Staat abwälzen....
Logistik ungleich Logistik. gibt Zweige, die regional laufen und welche, die überregional / weltweit laufen.
Je regionaler, desto spezialisierter und desto besser das Geld für alle.
Je weiter der Bereich, desto größer die Konkurrenz aus anderen Ländern zu anderen Preisen. Für Gesetze des Marktes kann eben keiner.
Angebot, Nachfrage und das, was der Kunde am Ende bereit ist zu zahlen. Quantität / Qualität?
Gerade bei Daimler wird mehr auf Quantität denn Qualität Wert gelegt, sehr zum Ärger der Zwischenfirmen, die lieber Qualität statt Quantität haben.
Aber sind nun mal alle dran gebunden, was der Geldbeutel von oben hergibt.
Firma B in meinem Bereich wird auch mittelfristig am Markt bleiben.
Da Firma A gar nicht viel teurer werden kann, aufgrund des Geldes, das vom Kunden fließt.
Steigt hingegen der Mindestlohn, kann Firma A trotz ursprünglich "zu teuer" auf "ok akzeptabel" springen und neben Firma B existieren.
Jedoch ohne groß Personal aufbauen zu können, da der Abnehmer schön dafür sorgt, das immer ausreichend Mitbewerber und damit der Preis möglichst tief liegt.
Hatte mit
@Bremen gerade das Thema Mangel bei den LKW-Fahrerern. Ähnliches Problem.
Die Osterweiterung der EU inklusive Karbotageregelung haben u.A. (nicht alleine, klar) zu einem Preisverfall im Transportwesen geführt.
Denn das Geld, was man vor 15 Jahren für nen Transport bezahlt hat, war schon deutlich über dem aktuellen Markt. Auch wenn der dank Corona lustigerweise wieder ansteigend ist vom Preis her, aber bei Transporten fährt man oft +-0, mal kleines + mal kleines -, gerade bei Schwankungen im Preis wie aktuell vor Feiertagen, da viele Firmen aus dem Südosten / Osten ihre Fahrer früher nach Hause holen als üblich.
Da sagt der Kunde dann: Pech, entweder du fährst zu deinen Kosten oder ich streich dir die Aufträge also greift man halt in die Tasche.
Fahrer, die vor 20 Jahren noch ihre 4.500 / 5000 brutto verdient haben (alte Verträge) findest du heute in Deutschland nur noch selten und das in Spezialbereichen, wo Qualität halt ihren Preis auch wert ist und die Unternehmen dafür bezahlen.
Ich bezweifle überhaupt nicht, dass das alles nicht einfach ist. Gibt aber ja hochbezahlte Manager um das zu lösen. Nur ausgerechnet über jene zu sprechen die wirklich GAR NICHTS dafür können, ja die sogar eine Hilfe sind, das ist das berühmte nach unten treten. Wenn ihr die Hilfe nicht braucht, ja mei, dann halt nicht. Zwingt die Firmen doch niemand...
P.S.: Aus "eurer"
Zeitung:
Das alles überstrahlende Thema in 2022 wird allerdings der Fachkräftemangel sein.
...
Ein modernes Einwanderungsrecht zu schaffen, sollte daher ein zentrales Projekt der Ampel schon in den ersten Monaten der neuen Legislaturperiode sein.
Davon geht die Konkurrenz aber auch nicht weg, im Gegenteil, bei einem modernen Einwanderungsrecht können die Firmen ganz gezielt um Arbeitskräfte im Ausland werben. Und müssen entsprechend was bieten.
Ja, wenn Fachkräfte gesucht werden, da gibts nen Mangel, gar keine Frage, wird auch entsprechend was angeschoben an Ideen
Das Thema war aber explizit der Niedriglohnsektor. Und da gibts beileibe keinen Mangel der Quantität, aber eben der Qualität.
Und da sind wir wieder beim Ausgangsthema: Versagen der Politik auf der einen, wie auch der Firmen auf der anderen.
Dieses Schiff ist derart in Schieflage, da helfen nicht "nur" 1-2 Stellschrauben, aber die (geplant kräftige) Erhöhung des Mindestlohns würde da seinen Teil zur positiven Entwicklung beitragen - da würden nämlich dann alle von profitieren.