Wahl-O-Mat

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[x] Piratenpartei

Alles andere bis auf die Grünen würde ich auch nicht wählen, erst recht nicht CDU/CSU und SPD. Die haben bei mir auf ewig verschissen.
 
Mein Stimmzettel ist ausgefüllt und geht per Briefwahl morgen raus. Für wen auch immer (naja fast) ihr euch entscheidet - geht auch wählen!
 
Ich muß Waechter hier kräftigst unterstützen.
Unser "System" ist nur auf dem Papier - den entsprechenden Gesetzen hierzu - so etwas ähnliches wie demokratisch. In der Tat - durch seine Ausführung über Wahllisten, über die Art, wer auf diese Listen erscheinen darf und wer nicht und wer darüber befinden kann, wer über die Kabinettsbildung befindet, ja wer und wie das europäische Parlament bildet, muß man sagen, daß es sich um eine gewählte Autokratie handelt - von Demokratie kann da keine Rede sein.

In diesem Sinne ist Waechters Verhalten urdemokratisch anzusehen: Wenn es nämlich vierlerlei halten, 50% + 1, dann ist die Wahl null und nichtig weil die Mehrheit ferngeblieben ist und der alte, unendlich alte APO soruch "Stell dir vor es ist Wahl und keiner geht hin!" hätte sich endlich bewahrheitet. Wenn ich die Wahl habe, dann kann ich auch nichtwählen. Son "Wahlzwang" wie im real existierenden Sozialismus haben wir in einem freiheitlichenm Staat noch nicht nötig - wäre er die Konsequenz aus solchem Verhalten? Die Vermutung sagt ja, die Politiker haben Angst vor dem Souverän, deswegen sind in dem Grundgesetz seine Rechte zum Teil beschnitten.

Warum Nichtwählen? Die Kuh wählt sich ihren Schlachter auch nicht aus - wir sollen es aber aber tun? - Was ist daran demokratisch und was ist dran so schützenswert, das man es tun sollte - sich den Henker oder das Bolzenschußgerät, den Genickschlag oder den Genickschuß - selbst aussuchen können?

Das sich durch das "Kreuzchen machen" seitdem ich wählen gehen darf, egal wer auch immer in all den Jahren, die ich waählen durfte gewann oder verlor nichts aber auch nichts für mich änderte bestätigt meine These. Unsinnigerweise wurde das Wahlrecht von der Generation meines Groß- und Urgroßvaters blutig erstritten und wofür?
Im Grunde für nichts außer einem Genickschuß.
Da bleib ich doch lieber zu Hause.
Womit ich wieder bei Waechter wäre.

Gibt übrigens ein aktuelles Buch darüber, daß "Nichtwählen" der radikalere Akt ist, als zu versuchen über die gezielte Wahl einer bestimmten Wahl eine "Veränderung" herbeizuführen.
Die einst als "andre" Parteien gestarteten Alternativen haben sich mittlerweile mit dem Verkrusteten vorhandenen PolitSystem arangiert. Andere sind in ihrer Radikalität schon mal gar nicht wählbar und in bester Reinkultur verfassungsfeindlich.
Die Wahl jedweder Parte zementiert die zum Teil unzumutbaren Zustände in diesem Land - für die also, die in der BRD was ändern wollen, die müssen fernbleiben. Je mehr es sind: Ab (spätestens) 50%+1 zu Hause gebliebenen, muß die Wahl annuliert werden. Für alle die, die sich hier gut arrangiert haben: Geht wählen. Euer Status Quo wäre sonst gefährdet!
 
Lange Rede, aber wo bleibt der Sinn? Überleg mal, es gingen tatsächlich 50%+1 nicht wählen: Was wäre dann? Was wäre die Alternative?

Generell: Was ist für dich der "Genickschuss", den wir da wählen?
 
@Schmolle
Du willst also was verändern, indem du nichts tust?
Wenn dir irgendwas Konkretes nicht passt, dann gibt es neben Wahlen auch noch andere Möglichkeiten der Partizipation, z.B. könntest du dich für irgendeine Partei (die Alternative stellt sich aber wohl nach deinen Ausführungen nicht) oder für irgendetwas Anderes engagieren, du könntest "richtig" demonstrieren gehen.
Aber sich bequem zurücklehnen und meckern, ohne wirkliche Alternativen zu nennen, ist in meinen Augen ein kontraproduktiver Weg. Und sich einfach darauf zu verlassen, dass vielleicht irgendwann Mal eine bestimmte Anzahl an Wählern nicht wählen geht, scheint mir keine gute Lösungsstrategie zu sein.

In deinem Post lese ich zynisch formuliert nur Folgendes raus:
"Alles ist scheiße, die Politik kann mich mal" ;)

Versteh mich nicht falsch, wir brauchen hier jetzt keine Patentlösung suchen, die wir sowieso nicht finden werden, damit alle zufrieden sind, aber ich wehr mich gegen die Behauptung: Nichtwählen ist besser als Wählen.
 
@Raynor

a) War spät und ich hatte gerade nicht viel zu tun. Also habe ich mir das Ding mal angeguckt.

b) Ich war auf die Reaktionen hier gespannt.

c) Vielleicht schaffen es ja einige hier, dass ich meine Meinung mal ändere und wirklich einen ungültigen Stimmzettel abgebe.

Ich denke das ist hier in einem Forum nicht der richtige Ort, weil man für solche tiefgreifenden Veränderungen nach meiner Erfahrung persönliche Gespräche braucht. Festgefahrene Meinungen hier aufzubrechen ist wohl fast ein Ding der Unmöglichkeit, wie man an vielen anderen Diskussionen erkennt. Einen Versuch wars trotzdem wert ;)

@DepoV: vollste Zustimmung, aber leider ist es in unserer deutschen Kultur eher üblich sich zurückzulehnen und so zu tun, als würde es einen nichts angehen. Das ist zwar schade, würde sich aber wohl nur durch einschneidende Erlebnisse ändern.

Bin gespannt auf die Wahlbeteiligung bei der Europawahl, so besonders hoch dürfte sie ja leider nicht liegen, was aber wohl auch auf den Umstand zurückzuführen ist, dass vielen gar nicht bewusst ist, welchen Einfluss die EU mittlerweile auf unseren Alltag nimmt. Leider hat das EP als einzige demokratisch legimitierte europäische Institution noch nicht den Einfluss, den es meiner Meinung nach haben sollte.
 
Ich freue mich, hier auf ein Interview mit einem EU-Politiker hinweisen zu dürfen. Für mein Blog Hingesehen kontaktierten wir Jan Philipp Albrecht, der auf Platz zwölf der Grünen-Liste steht und sich damit berechtigte Hoffnungen machen darf ins Parlament gewählt zu werden. Wer also wissen will, wie er über einige Streitpunkte der europäischen Politik denkt, darf gerne mal reinklicken und auch dort kommentieren ;)
 
Wer nichts macht, kann nichts falsch machen. Schöne Einstellung.

Ich sehe das eher so: Wer nichts macht, kann auch nichts richtig machen.
 
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