Seit Jahren ist es in Bremen Usus gewesen auf heile Welt zu machen. Die Harmonie in Bremen hat schon häufig in der Vergangenheit dafür gesorgt, daß leistungsmindernde Zufriedenheit sich breit gemacht hat. Im Gegensatz dazu gibt es in München (soll und kann jetzt nicht als generelles Vorbild dienen, in diesem Punkt aber schon) regelmäßig auch nach Siegen von unterschiedlichen Leuten generell harsche Kritik. Ziel war und ist es die Spannung aufrecht zu halten. Nicht wie in HH, lähmende Spannung, aufgrund vollkommen falscher Erwartungen, sondern leistungsfördernde Spannung ... und zwar in Form von antizyklischer, aber auch prozyklischer Kritik/Motivation. Gerade wenn man gewonnen hat und sich alle auf die Schulter klopfen ist es wichtig den Spannungsbogen hoch zu halten und das klappt meines Erachtens nicht nur mit der Floskel; "das nächste Spiel zählt, aber wir machen alles genauso". Nein, man muß konkret neu motiviert sein und sich neue kleine Ziele vornehmen und genau das führt zur Konstanz!
Ich persönlich habe das schon in den letzten Jahren der Ära KATS vermisst. Die Bremer Familie ist unser Trumpf, kann aber auch in Form von leistungsmindernder Genügsamkeit zum Nachteil werden. Unter Dutt mit ausschließlich interner Anspannung war es eine Katastrophe. Eichin hat sich nun in den letzten Monaten zu einem Wachrüttler entwickelt, der auch gerne mal die Bremer Gepflogenheiten umkrempelt und ehrlich gésagt konnte uns nix besseres passieren.
Viktor bläßt nun ins gleiche Horn und ehrlich gesagt finde ich das prima. Da wird kollektives Versagen zeitnahe angesprochen und auch mit einer kollektiven Maßnahme belegt. Und nicht erst gewartet bis der Negativstrudel in vollem Gange ist. Gemäß wehret den Anfängen wird da eingegriffen. Genau das erwarte ich von einem Trainer. Dazu hat er die Stimmung von 2004 verinnerlicht und diesem herausragenden Team Spirit von damals als Zielbild vor Augen. Und natürlich kann er beurteilen ob seine Spieler gerade brennen oder vielleicht mal eben auf Autopilot geschaltet haben. Und die Bank hat gefälligst die Spieler aufm Platz zu unterstützen, da bin ich voll bei ihm. Der Bremer Weg wird nicht über das Materielle laufen (da haben andere deutliche Vorteile), sondern über Kompetenz auf dem Transfermarkt und der Mannschaftsführung .... und da haben wir momentan zwei vorbildliche Meister ihrer Art, die schon nachweislich abgeliefert haben .... also wäre Vetrauen angesagt.
Na ja und was die Presse betrifft ist die Reaktion ja klar. Die brauchen Aussagen von Spielern um produzieren zu können, um Auflage zu machen und verkaufen zu können. Wenn se da nix haben, müssen se halt über den Maulkorb negativ berichten, weil es langfristig, wenn das Schule macht, Arbeitsplatzgefährdernd für die Presse wäre. Letzten Endes, unabhängig von der Presse, ist die Maßnahme aber vollkommen richtig von Skripnik! VS und TE zeigen uns das neue leistungsorientierte Werder Bremen und wenn der Maulkorb das derzeit probate Mittel zur Fokussierung sein soll, dann ist das eben so .... und WIR (auch die Presse) sollten das jetzt nicht unbedingt kaputt reden, sondern erstmal abwarten, wie es funktioniert.
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