Valérien Ismaël (FC Watford/England)

Guter und sympathischer Spieler! Alles Gute! Ein schönerer Abschied wär echt passender gewesen, als sowas vom Doc gesagt bekommen und dann Schluss!
 
http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/0910/Artikel/valerien-ismael-interview.html

SPOX: Wie schauen Sie auf Ihre Karriere zurück?
Ismael: Ich habe meinen Körper geopfert. Ich habe zu 100 Prozent für meinen Sport und meine Leidenschaft gelebt. Ich habe alles gegeben, auch meine Gesundheit. Aber ich bin nicht frustriert, ich bin stolz auf meine Karriere. Und zum Glück ist es jetzt erst passiert. Es wäre schlimm gewesen, wenn ich mit 24 Jahren hätte aufhören müssen, ohne etwas erreicht zu haben.


SPOX: Müssen Sie sich noch einmal operieren lassen?
Ismael: Auf lange Sicht werde ich ein künstliches Kniegelenk bekommen. Im Moment geht es noch so, ich darf nur nicht zunehmen. Mein Feind im Moment ist mein Gewicht (lacht).
 
Valerien Ismael: Der Körper spielt nicht mehr mit

Was macht eigentlich...? „Was macht eigentlich“ ist eine beliebte Rubrik, aber dass Valérien Ismaël in der Rubrik auftaucht, ist nicht besonders lustig. Er ist ein Fußballer mit dem Herz am richtigen Fleck, das darf man wohl sagen. Er ist erst 34, jünger als Beckham. Seit Montag gilt er ganz offiziell als Sportinvalide. „Ich habe meinen Körper geopfert“, sagt er. Sein rechtes Knie ist kaputt.

Ein Häufchen Elend sitzt während des Gesprächs aber gar nicht am anderen Ende des Tisches. Valérien Ismaël, der große Verteidiger, der immer wie eine Krake durch die Strafräume eilte und auf wundersame Weise irgendwie immer noch ein Abwehrbein vor das Stürmerbein stellte, kann derzeit nur ein wenig Rad fahren. Joggen wäre Quälerei, sagt er. Laut medizinischem Gutachten bleibe „letztendlich auf lange Sicht nur der endoprothetische Kniegelenksersatz“. Ein Kunstknie.

Er sei nicht enttäuscht, sagt Ismaël. Der Fußball hat ihm viel gegeben, sagt er. Der Fußball ist sein Leben, er wird es auch weiterhin bleiben. Ismaël hat ein 20-wöchiges Praktikum begonnen bei Hannover 96. Er will Manager werden. Vielleicht in Hannover, womöglich woanders, am liebsten in Deutschland. „Tja, schon wieder: danke an mein Knie“, sagt er. Er lacht dabei. Ohne die Verletzung wäre er Trainer statt Manager geworden.

Ismael: "Du denkst nicht an die Konsequenzen"

Der Fußball, der ihm so viel gab, kann aber auch als Teufel erscheinen. Er schenkte ihm eine aufregende Karriere und nahm sich dafür ein Kniegelenk. Jeder Vertrag mit einem Fußball-Klub kann auch ein Pakt mit dem Teufel sein, wie in Goethes „Faust“. Schon als Jugendlicher lernt Valérien Ismaël die Ellbogengesellschaft Leistungssport kennen. Er hält den Drill aus an der Sportschule in Straßburg, er lernt, dass er alles dem Erfolg unterordnen muss, wenn er vorankommen will. „Wenn du Leistungssportler bist“, sagt er, „dann hast du nur ein Ziel.“ Den Erfolg. „Du denkst nicht an die Konsequenzen.“

Ismaëls Karriere ist kein Stoppschild an alle Mädchen oder Jungen, an alle besorgten Eltern: Bloß die Finger vom Leistungssport lassen!! Aber sie ist ein Warnschild. „Passt auf euch auf“, könnte auf dem Schild stehen. Schon früh, mit 22, geht er ins Ausland. Er fühlt sich fremd bei Crystal Palace in England. Er setzt sich nicht durch, aber es macht ihn trotzdem stark. Zurück in Frankreich, in Straßburg und Lens, wird er nach und nach ein wichtiger Spieler. Und ein Spieler, der eine eigene Meinung vertritt, der abgehärtet genug ist, sich nicht immer zu ducken. Er bekommt ein Problem mit dem Trainer.

Als Werder ihn holt im Sommer 2003, ist er schon 27 und ein erfahrener Profi. Man kann Werders Aufstieg in jener Saison nicht nur an ihn ketten, aber man kann sagen, dass Werder vor Ismaël ein anderer Verein war als nach Ismaël. Wenn im Double-Jahr Johan Micoud das Hirn der Mannschaft war, dann war er das Herz. Er war der Abwehrchef. Er war der, der die Ärmel aufkrempelte und die anderen mitriss. Er hatte einen unbändigen Willen. Er lernte schneller Deutsch als andere Autofahren.

"Kettenreaktion" nach dem Beinbruch in München

Aber der Einsatz war hoch. Erste Knieprobleme tauchten auf, auch seine Ehe litt unter der Fokussierung auf den fußballerischen Erfolg. Seine Frau mochte Deutschland nicht so wie er. Die Ehe, in der es schon lange ein Kind gab, ging in die Brüche. Böse Zungen unterstellten ihm 2005 sogar, er würde nur deswegen zum FC Bayern wechseln, weil die kostspielige Scheidung so viel Geld verbrannt hat.

Ismaël schrieb einen öffentlichen Brief an die Werder-Fans und bat um Verständnis für den Wechsel nach München. Heute sagt er: „Emotional gesehen, war der Wechsel vielleicht falsch. Für meine Entwicklung war es richtig und Gold wert.“ 2006 holt er auch mit Bayern das Double, aber die Knieprobleme nehmen zu. Er lässt sich in einer Klinik in Lens am Meniskus operieren. Am rechten Meniskus ist nun ein Stückchen weg. Es folgt prompt die nächste schwere Verletzung. Schien- und Wadenbeinbruch links. Fast die gesamte Saison fällt flach, erst Anfang März 2007 tritt er wieder zu einem Pflichtspiel an. Er schießt sogar ein Tor dabei, aber davon nimmt kaum jemand Kenntnis. Es ist das Spiel von Bayern II in der Regionalliga beim SV Elversberg, das am Ende auch noch 1:2 verloren geht.

Um das gebrochene Bein nicht zu stark zu belasten, macht er nicht viel mit links. Ein Verhängnis. „Eine Kettenreaktion“, sagt er. Weil er links entlastet, überlastet er rechts. Das rechte Knie, ohnehin beeinträchtigt durch den geflickten Meniskus, hält das immer weniger aus. Am 19. September 2008, inzwischen schon nicht mehr beim großen FC Bayern, sondern beim nicht ganz so großen Klub Hannover 96, erhält er in Leverkusen in einem Allerweltsfreistoß einen Schlag auf das sensible Gelenk. In der Statistik steht: 96 verliert 0:4, Ismaël Note 5, ausgewechselt nach 28 Minuten. Der Schlag hat die Schmerzen bis zur Unerträglichkeit verstärkt. Es bildet sich Knorpel, ein Knochenödem. Er wird nie wieder spielen.

Studium statt Profi-Fußball

Er kämpft. Er macht Reha, er nimmt auch Schmerzmittel. Er geht sechs Monate lang an Krücken. Er will das nicht wahrhaben, dass er womöglich schon mit 33 vor dem Karriereende steht. Die Freunde spornen ihn an. Seine Freundin fragt: „Was ist los? Lass uns spazieren gehen.“ Er bleibt aber lieber auf der Couch liegen. Das Knie tut so weh beim Gehen. Es ist Ismaëls Körper, der Ismaël dazu bringt aufzuhören. Sein Körper zwingt ihn zur Vernunft. „Ich will noch Kinder haben“, sagt er. „Und ich will mit ihnen im Garten spielen.“ Er will sein Knie nicht so sehr ramponieren, dass selbst das nicht mehr geht. Seine Freundin, aus Bremen, ist längst zu ihm gezogen, das Paar wohnt am Nordrand von Hannover.

Sportinvalide. Das hört sich doof an, beängstigend. „Aber ich hatte ein Jahr Zeit, mich darauf vorzubereiten“, sagt er. An der Fachhochschule Hannover hat er eine Zeit lang die Fächer BWL, Spanisch und Englisch belegt. Er will nicht verblöden. Als Spieler habe man viel Freizeit. „Für den Intellekt, für die Persönlichkeit“, sagt er, „fängt das Leben erst danach an.“ Ismaël hat es geschafft, auch sein zweites Leben anzupacken. Das ist, wenn man so will, auch ein Erbe seines Leistungssports. Anpacken, kämpfen. Das erste Leben hat ihm sein Knie genommen. Er blickt ohne Zorn zurück. „Ich bin dankbar für all die Erfahrungen“, sagt er. Er vermisst nichts. Außer: dass er nie in der Nationalmannschaft stand.

Er will jetzt jungen Profis helfen. Die jungen Profis würden zu schnell aufs schnelle Geld schauen. Viele sportlich unsinnige Vereinswechsel belegen das. Sein Sohn, der abwechselnd bei ihm und der Mutter in Straßburg lebt, ist inzwischen schon 14. „Ein Monster“, sagt Ismaël und lacht. Er meint damit, dass der kleine Ismaël mit 14 fast schon so lang ist wie der große. Der Kleine misst 1,88 Meter und trägt Schuhe mit der Größe 46. Er ist auch längst im Sport gelandet, spielt Rugby und Fußball-Torwart. Was wird ihm der Vater wohl raten?

Von Olaf Dorow

http://www.werder.de/aktuelles/pres...rien-Ismael-Der-Koerper-spielt-nicht-mehr-mit
 
Ich wünsche niemanden eine verletzung oder eine krankheit,
aber ismael interessiert mich nicht den trauer ich nicht nach, und leid tun, tut er mir schon mal überhaupt nicht, sein abgang war fast genau so wie der vom u
 
Ich wünsche niemanden eine verletzung oder eine krankheit,
aber ismael interessiert mich nicht den trauer ich nicht nach, und leid tun, tut er mir schon mal überhaupt nicht, sein abgang war fast genau so wie der vom u

Ok, deine Meinung, die ich aber überhaupt nicht teile. VI hat sich immer loyal gegenüber dem Verein verhalten.
Aber wenn er dich nicht interessiert, warum schreibst du dann hier rein? :rolleyes:
 
Ich wünsche niemanden eine verletzung oder eine krankheit,
aber ismael interessiert mich nicht den trauer ich nicht nach, und leid tun, tut er mir schon mal überhaupt nicht, sein abgang war fast genau so wie der vom u

Dumm ist der, der dummes schreibt! Der Abgang von Vale war ordentlich und mit dem vom U nicht zu vergleichen- und wie Biju schon geschreiben hat, wenn er dich nicht interessiert, was schreibst du dann hier?
 
Ich wünsche niemanden eine verletzung oder eine krankheit,
aber ismael interessiert mich nicht den trauer ich nicht nach, und leid tun, tut er mir schon mal überhaupt nicht, sein abgang war fast genau so wie der vom u

:stirn:
Der Abgang war genauso ordentlich wie der von Dir vergötterte Diego, nach dem Du sogar Dein Kind benennst. Was ich im Übrigen total bescheuert finde.
 
Naja, es war schon so, dass Ismael ein halbes Jahr vor seinem Wechsel oder so eine Art "Treueschwur" für Werder abgegeben hat, kann mich noch gut an die Meldung im Sat 1-Text erinnern. Aber das ist ja mittlerweile normal und gehört zum Standardrepertoire eines jeden Profis. "Fühle mich in XXX wohl", "denke nicht an einen Wechsel" usw usf. Da gibt man ja nichts mehr drauf.
Immerhin hat er, als es soweit war ganz klar gesagt, dass er zu Bayern will, das war okay.
 
astrein war der abgang sicherlich nicht, dennoch ist sein weiterer werdegang traurig... es ist jedoch mehr als fraglich, was er heute machen würde, wenn er sich damals bei den bayern den fuß (?) nicht gebrochen hätte
 
Vor der Verletzung war er meiner Erinnerung zufolge zwar Stammspieler, aber nicht gerade unantastbar, sozusagen. Darum hat man ja seinerzeit den van Buyten geholt.
Naja, "was wäre gewesen wenn", ist müßig, da drüber zu spekulieren. Karriereende wegen Verletzung ist immer scheiße, Punkt.
 
Naja, es war schon so, dass Ismael ein halbes Jahr vor seinem Wechsel oder so eine Art "Treueschwur" für Werder abgegeben hat, kann mich noch gut an die Meldung im Sat 1-Text erinnern. Aber das ist ja mittlerweile normal und gehört zum Standardrepertoire eines jeden Profis. "Fühle mich in XXX wohl", "denke nicht an einen Wechsel" usw usf. Da gibt man ja nichts mehr drauf.
Immerhin hat er, als es soweit war ganz klar gesagt, dass er zu Bayern will, das war okay.
Ich muss zugeben, dass ich damals auch leicht erbost war. Heute sehe ich das ein wenig anders...
Mit seiner Lüge hat er damals in einer ganz entscheidenen Phase für etwas Ruhe gesorgt. Desweiteren hat er sich bis zur letzten Minute für Werder zerrissen. Beide Faktoren hatten am Ende einen großen Anteil daran, dass Werder in der Saison 04/05 in einem fulminanten Schlussspurt noch Platz 3 eroberte und somit die Grundlage für weitere erfolgreiche Jahre geschaffen hat. Hätte sich Werder nur für den Uefa-Cup oder gar nur für den UI-Cup (das war damals durchaus denkbar) qualifiziert, wäre vielleicht dieses super Jahr 2004 verpufft.
 
Ob er zu dem Zeitpunkt schon die Absicht hatte zu wechseln und sein "Treueschwur" demnach wirklich eine Lüge war kann man nicht wissen. Wäre auch möglich, dass das zu dem Zeitpunkt wirklich das war, was er fühlte. Und sich das erst bei einem konkreten Angebot vom Wurst-Uli geändert hat. Könnte, könnte, popönnte...:18:
 

Und einige weise Dinge er von sich gibt.


Lest im zweiten Teil unseres Interviews mit Valérien Ismael, wie er einst von Klaus Allofs nach Bremen gelockt wurde, welche Fähigkeiten es braucht einen Fußball-Verein erfolgreich zu führen und warum er niemals mit Ailton zusammen wohnen wollte.

»Liebe ist die Basis« – Morgen, 14. Januar, auf 11freunde.de!

Da freu' ich mich drauf.
 
supergeiler typ. ich mag ihn. vor allem, weil er auch nicht son dummbrot ist. traue ihm ne gute karriere als manager zu.

schöne interviews. hab mir auch mal das aus 2008 durchgelesen. in puncto klinsmann-poldi-spielfreude hat er nicht ganz richtig gelegen. :D
 
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