Das kann ich einfach nicht glauben (obwohl ich es möchte). Der Airbus erreicht mal gerade seine Flughöhe. Schon kurze Zeit später wird ein Sinkflug eingeleitet. Da dieser nicht angekündigt war, werden viele Passagiere das wohl etwas später gemerkt haben. Wenn die Maschine innerhalb von 8 Minuten 10T Meter Flughöhe verliert, werden das die meisten vermutlich schon früher gemerkt haben. Vielleicht nicht sofort. Aber sicherlich nicht erst nach 7 Minuten, als der Flieger schon einige tausend Meter Flughöhe verloren hat. Ich fliege recht häufig und habe trotzdem immer noch ein flaues Gefühl in der Magengegend. Umso aufmerksamer ist man ja, wenn sich etwas subjektiv "Ungewöhnliches" tut. Und das ist dieser Sinkflug allemal.
Dann waren die Wenigflieger vllt. im Vorteil. So ein Sinkflug außer der Reihe wird normalerweise rechtzeitig angekündigt und meistens auch begründet. Zu diesem Zeitpunkt war er sehr ungewöhnlich und unangekündigt. Ich hätte mir da mit Sicherheit schon deutlich früher ernsthafte Sorgen gemacht. Davon ab, reicht es doch aus, wenn genügend Passagiere merken, dass etwas nicht stimmt. Das Gemurmel und die Geräuschkulisse nimmt zu. Das bekommen die anderen Passagiere auch mit.
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Ich fliege auch recht viel und meine zumindest bei mir bekannten Flugzeugtypen ziemlich genau zu wissen, wann welche Geräusche "normal" sind und wann etwas anders als üblicherweise ist. Den Sinkflug hat man vielleicht deswegen nicht so schnell bemerkt, weil ja die Geschwindigkeit nicht gedrosselt wurde. Und zu Beginn war man ja noch über dem Meer bzw. Flachland, da ist es nicht so leicht zu sehen, ob man jetzt 10.000 m oder doch nur 5.000 hoch fliegt. Dazu kommt, dass das Bergmassiv (wenn ich die Simulationen des Fluges, die im Fernsehen gezeigt wurde, richtig gesehen habe), in das die Maschine geflogen ist, das erste höhere auf dem Weg. Insofern dürfte die Maschine noch bis kurz vor dem Aufprall einiges an Höhe gehabt haben ... zumindest, wenn man als Passagier nur zur Seite raus sehen kann.
Äußerlich völlig cool bleibende Flugbegleiter/innen schirmen einen immer hektischer werdenden Piloten nach außen hin ab, oder wie stellst Du Dir das vor?
Du kannst davon ausgehen, dass zunächst einmal der Vorhang zwischen Kabine und Eingangsbereich geschlossen war. Und dann ist es auch in modernen Flugzeugen so laut, dass man schon wirklich laut an der Kabinentür schreien muss, damit man in Reihe 5 etwas hört. Insofern kann es wirklich recht lange gedauert haben, bis alle Passagiere etwas mitbekommen haben. Wenn man davon ausgeht, dass die ersten 4-5 Minuten der Sinkflug von den wenigsten mitbekommen wurde, könnte sich vielleicht aufgrund der Geschehnisse am Cockpit Unruhe ausgebreitet haben, aber eine Panik, die das kollektive Schreien aller Passagiere auslöst, gab es da wohl eher noch nicht.
Was die Tonaufzeichnungen angeht, so muss man neben der Lautstärke in einem fliegenden Flugzeug auch beachten, dass die Cockpittür extra verstärkt ist und Schüsse mit kleinkalibrigen Waffen aushält. Dementsprechend wird die auch Schall dämpfen und dementsprechend laut müsste mMn in der Kabine geschrien werden, damit man das im Cockpit auch hört. Aus dem Grund sollte man mMn eigentlich nicht anhand der Schreigeräusche auf dem Voicerecorder erkennen, ab wann die Passagiere etwas mitbekommen haben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zu wenig über den Flightrecorder weiß und damit auch nicht, wo evt. überall Mikrofone hängen, die die Nebengeräusche aufnehmen.
Was die Festlegung der Staatsanwaltschaft auf die Absturzursache angeht, so gehe ich schon davon aus, dass man sich
ziemlich sicher gewesen sein muss, um so klare Aussagen zu machen, die ja auch nicht ohne Sprengkraft waren. Allerdings sollte man auch nicht vergessen, welche Interessen ein Staatsanwalt haben könnte: da ist erst einmal, die fragende Öffentlichkeit mit Antworten zu versorgen, damit seine Behörde nicht der Unfähigkeit bezichtigt wird. Dann ist es natürlich sicher auch seiner Karriere zuträglich, wenn er einen solchen Fall so schnell aufklärt. Und dann sollte man nicht vergessen, dass Airbus zu großen Teilen in französischer Hand ist und dass eine Unfallursache, die eindeutig nicht auf technische Fehler zurück zu führen ist, keine schlechte Nachricht für Airbus ist. Ich würde nicht so weit gehen, dass ich behauptete, der Staatsanwalt könnte lügen (ganz bestimmt nicht), aber vielleicht reichen solche Gründe, auch eine "ziemlich sichere" Annahme als "gesicherte Erkenntnisse" zu bezeichnen.
Nicole hat ja auch ein sehr gutes Beispiel gebracht, das einen zumindest kritisch solchen Aussagen gegenüber sein sollte.
Großartige Geste
Gänsehaut...!

:daumen:

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