Uni-Thread

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Alte Frau ! ;) :bier: :beer:

Ich lehre in Hannover, Grundschule, bin momentan Klassenlehrer einer 2ten Klasse.
Meine ursprünglichen Fächer sind Deutsch, Sachkunde und Sport, aber ich durfte auch schon in Werken, Musik und Mathe vertreten.
Ist echt wahnsinn was für ein Lehrermangel herscht, bzw. wie einfach nicht genug eingestellt werden, sind mal 2 krank bricht alles zusammen, aber das ist kein Thema für hier und selbst?
 
Realschule in Ba- Wü, Europalehramt auf Englisch, Geschichte und Deutsch. Bin momentan in einer 6., 8. und 10. Klasse; habe unter anderem EWG bilingual fachfremd unterrichtet :ugly:

Ich bewerbe mich auf jeden Fall außerhalb Ba- Wü für nach dem Ref... In Ba- Wü herrscht auch Lehrermangel, aber stattdessen werden Stellen gestrichen... Ich sag besser nichts :ugly: Aber erst muss ich das Ref überstehen :p

Vor Grundschule habe ich Respekt :beer:
 
Wo du grade Geschichtslehramt schreibst: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig fachliches Wissen außerhalb der klassischen Curricula-Themen so mancher Geschichtsstudent/-lehrer hat. Das fällt mir in dem Fach besonders auf.
 
Ich will hier auch mal meinen Senf dazu geben. Ich studier Biochemie in Greifswald...der Namensgeber der Uni war sicher NICHT der Grund für die Uniwahl...ich bin mal gespannt auf nächste Woche, wenn die ersten Vorlesungen und das erste Praktikum losgehen, die Komilitonen und Tutoren sind jedenfalls nett.
 
Das Leute keine Ahnung haben, obwohl sie studieren , gehört einfach dazu.
Ich war auch damals nicht der "alleschecker", aber ich behaupte ich verstehe mein Handwerk, aber was da teilweise rumlief, da dachte ich mir einfach nur "unglaublich".

Aber interessant, dass es hier 2 Damen gibt, die ebenfalls unterrichten, jetzt würde mich ja interessieren, wie ihr optisch so ausschaut. :D:grinsen:
 
Wo du grade Geschichtslehramt schreibst: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig fachliches Wissen außerhalb der klassischen Curricula-Themen so mancher Geschichtsstudent/-lehrer hat. Das fällt mir in dem Fach besonders auf.

Das kann ich nur unterschreiben. Ich habe eine Geschichtswissenschaft (nicht auf Lehramt) studiert. Allerdings gibt es dafür eine Vielzahl von Gründen:

  • An der Uni bekommt man gerade in Geschichte Inselwissen. Selbst die Proseminare behandeln schon ziemliche Spezialgebiete.
  • "Faktenwissen" wird kaum vermittelt. Bei uns gab es Epochen-Überblicksvorlesungen, die allerdings keine Pflichtveranstaltungen für Lehramtler waren.
  • Deskriptive Geschichtsschreibung (beschreibende Geschichtsschreibung - was ist passiert?) spielt an der Universität kaum eine Rolle, das reine Auswendiglernen von historischen "Fakten" wäre auch ziemlich langweilig. Es geht viel mehr um die Frage warum ist etwas passiert. Wie in jeder (geistes) Wissenschaft sind die Antworten meist umstritten und nicht eindeutig. Man könnte Geschichtsschreibung auch als ist eine Literaturwissenschaft auf der Grundlage von historischen Quellen bezeichnen. Somit lernt man an der Universität hauptsächlich die Fähigkeit historisches Wissen kritisch zu erarbeiten und zu interprestieren - Eine Fähigkeit, die für einen Lehrer in der Schule nur bedingt wichtig ist.
  • Hinzu kommt noch, dass viele Lehramtsstudenten Geschichte studieren, weil sie noch ein 2. Fach brauchen. Sie sitzen desinteressiert in den Seminaren, ohne die Texte gelesen zu haben, weil sie am Ende nur einen unbenoteten Schein machen müssen. Am Ende lernen sie die Spezialthemen für ihr Examen und kommen durch.
 
Das kann ich nur unterschreiben. Ich habe eine Geschichtswissenschaft (nicht auf Lehramt) studiert. Allerdings gibt es dafür eine Vielzahl von Gründen:

  • Deskriptive Geschichtsschreibung (beschreibende Geschichtsschreibung - was ist passiert?) spielt an der Universität kaum eine Rolle, das reine Auswendiglernen von historischen "Fakten" wäre auch ziemlich langweilig. Es geht viel mehr um die Frage warum ist etwas passiert. Wie in jeder (geistes) Wissenschaft sind die Antworten meist umstritten und nicht eindeutig. Man könnte Geschichtsschreibung auch als ist eine Literaturwissenschaft auf der Grundlage von historischen Quellen bezeichnen. Somit lernt man an der Universität hauptsächlich die Fähigkeit historisches Wissen kritisch zu erarbeiten und zu interprestieren - Eine Fähigkeit, die für einen Lehrer in der Schule nur bedingt wichtig ist.

Zu erforschen, warum etwas passiert ist, ist genau der richtige Ansatz. Damit brüsten sich v.a. Universitäten, wenngleich viele Dozenten fachunabhängig doch wieder in Auswändiglernen zurückfallen. Aber ich habe bei so manchem Geschichtsstudenten das Gefühl, dass die warum-Frage selten eigenständig beantwortbar ist. Die können dann Gründe für etwas nennen, was eingehend erforscht ist. Dabei reproduzieren sie Gründe, die im grunde eh weitestgehend anerkannt sind. Was ich vermisse: Eigene Ideen, eigene Ansätze, warum etwas passiert, statt das vorgesetzte "Warum" nachzuerzählen. Denn das wäre ja grade wiederum Faktenwissen - die Zusammenhänge werden quasi als Fakt gespeichert.
 
Zu erforschen, warum etwas passiert ist, ist genau der richtige Ansatz. Damit brüsten sich v.a. Universitäten, wenngleich viele Dozenten fachunabhängig doch wieder in Auswändiglernen zurückfallen. Aber ich habe bei so manchem Geschichtsstudenten das Gefühl, dass die warum-Frage selten eigenständig beantwortbar ist. Die können dann Gründe für etwas nennen, was eingehend erforscht ist. Dabei reproduzieren sie Gründe, die im grunde eh weitestgehend anerkannt sind. Was ich vermisse: Eigene Ideen, eigene Ansätze, warum etwas passiert, statt das vorgesetzte "Warum" nachzuerzählen. Denn das wäre ja grade wiederum Faktenwissen - die Zusammenhänge werden quasi als Fakt gespeichert.

In einem Geschichtsstudium ist es leider nur bedingt möglich "neues" Wissen zu produzieren. Man hat einfach kaum die Möglichkeit in einem Archiv unbearbeitete Quellen zu erschließen. Deswegen stützt man sich auf die Sekundärliteratur und schreibt im Prinzip Texte über Texte. Ich glaube die erste wissenschaftlich sinnvolle Arbeit ist die Dissertation. Ansonsten hat man einfach nicht die Zeit um sich tief in ein Thema reinzufuchsen, alle Literatur zu lesen, die relevanten Quellen ausfindig zu machen und diese auszuwerten. Bis dahin ist es, wie du es beschrieben hast. Man schaut zu welchen Antworten die Forschung gekommen ist und kommt dann zu seinem Ergebnis: Der Grund für XYZ war ein Bündel von verschiedenen Faktoren ;)
 
In einem Geschichtsstudium ist es leider nur bedingt möglich "neues" Wissen zu produzieren. Man hat einfach kaum die Möglichkeit in einem Archiv unbearbeitete Quellen zu erschließen.

Wir reden nicht von einem explorativen Durchbruch in den Universitätsarchiven. Ich rede ganz banal davon, auch mal eigene Thesen zu Themen aufzustellen statt nur Thesen von anderen zu übernehmen.
 
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