Also, wenn Boro noch nicht wieder in Form ist, dann verstehe ich nicht, warum man ihn einwechselt. In der Situation brauchten wir eine Verstärkung und keine Aufbaumaßnahme für einen Spieler.
Boro ist aus meiner Sicht einer der Spieler, deren Fehlen im Laufe der Saison überkompensiert werden konnte. Natürlich ist er ein netter Mensch. Ich mag ihn auch. Allerdings sind die "jungen Männer" Profis. Insofern müssen Sie sich dann auch den Gesetzen des Marktes unterwerfen. Ich halte Boro zurzeit nur für einen Ergänzungsspieler mit einer Perspektive für die Startelf.
Bargfrede gefällt mir da persönlich besser.
Die Einschätzung kann man durchaus teilen.
Aber man sollte schon auch erstmal auf den gesamten Kader vom Schalke-Spiel schauen, bevor man eine solche Aussage trifft.
Schaaf wollte das Mittelfeld stärken und hat einen erschreckend schwachen Daniel Jensen herausgenommen. Auf der Bank hatte er Prödl, Pasanen, Niemeyer, Boworski sowie die Stürmer Rosenberg und Pizarro. Angesichts der Alternativen ist die Einwechslung von Borowski die naheliegendste Lösung. Dass man nun hinterher nach dem "ich-hab's-ja-gleich-gewusst"-Prinzip diesen Wechsel kritisiert, passt nur zu gut in dieses Forum, ohne jemanden direkt anzusprechen
Einzige Alternative wäre gewesen, schon eher einen dritten Stürmer aufzubieten. Wer Schaaf kennt, weiß aber auch dass er das in der 55. Minute beim Stand von "nur" 0:1 noch nicht tut. Ob das nun richtig ist, hier schon den Druck durch einen 3. Stürmer zu erhöhen oder ob man schon so früh die Defensive schwächen soll, ist natürlich diskussionswürdig. Ähnlich hätte es sich verhalten, wenn man Marin für einen Stürmer ins Mittelfeld gezogen hätte. Dann hätten wir im MF 3 Kräfte auf dem Platz gehabt, die sehr offensiv ausgerichtet sind. Das wäre gefährlich geworden, Schalke hätte dieses Mittelfeld wahrscheinlich relativ schnell durchspielen können.
Ich glaube daher schon, dass der Wechsel zumindest nachvollziehbar war. Denn die Probleme lagen am Samstag nicht nur an der fehlenden Durchschlagskdaft im Sturm, sondern vor allem auch an der Ideenlosigkeit und vielen kleineren schlampigen Fehlern im Mittelfeld. Boro bringt ja auch eine gewisse Spielintelligenz mit, was er in der derzeitigen Verfassung aber leider nur selten einbringt. Zumindest aber hätte er die Fehlerquote insgesamt vermindern können.
Etwas übertrieben finde ich es, dass kritisiert wird, er habe das Spiel nicht an sich reißen können. Ich glaube, ein solches Spiel an sich zu reißen, kann man ohnehin nur von einer Handvoll spieler erwarten. Borowski ist nicht Diego. Er glänzt selten durch Einzelaktionen, sondern ist ein Teamplayer. Gerade im Hinblick auf den schnellen Offensivfußball, für den Thomas Schaaf steht, kann er ein sehr wichtiger Baustein sein. Dazu muss dann auch der gesamte Baustein "Mittelfeld" funktionieren. Aber ein Alleinunterhalter, der Spiele allein entscheiden kann, war er noch nie und wird er auch nicht mehr werden. Das sollten die Foren-User eigentlich wissen, wenn sie solche Anforderungen an ihn stellen.