Tim Borowski

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Das kann ein Jensen (fast) alles besser als Borowski! Torgefährlichkeit lasse ich als Gegenargument gelten.

Ich zitiere mich mal selbst, um hinzuzufügen, dass Jensen auch nicht die Präsenz eines Borowskis an den Tag legt.

Aufgrund des nicht so sehr vorhandenen Offensivspiels der Berliner war Boro mit vielen Freiheiten ausgestattet. Wenn er diese in der Zentrale nutzen kann, dann ist er am besten. Gestern fand ich ihn zwar sogar in der Defensive stärker als Frings (zumindest hatte er recht häufig mal n Fuß dazwischen und hat für Ballgewinne gesorgt). Allerdings war er ja in der Vergangenheit für seine unabgesprochene Positionsuntreue bekannt (und aus diesem Grund für mich in der Raute gerade NICHT so gut aufgehoben), was natürlich Bedenken in Bezug auf stärkere Gegner hervorruft. Da muss er sein Spiel sicher häufiger deutlich zurückverlagern, als dies Gestern der Fall war. Und ob er dazu bereit ist, das ist eine große Unbekannte.
Wenn er es schafft, sehe ich das größere Problem in seinem Nebenmann...
 
Gutes Spiel von ihm, auch die Präsenz auf dem Platz. Ich war nicht überzeugt von der Rückkehr, aber wenn es so weiter macht, werde ich bald sehr zufrieden sein. Bis jetzt bin ich schon mal mit seinen bisherigen Leistungen und der gezeigten Leistungsbereitschaft zufrieden.

Es scheint auch tatsächlich so zu sein, dass die Doppel-Sechs mit Frings von beiden Spielern sehr gut umgesetzt wird. Allerdings muss man mal abwarten, ob sie das kontinuierlich so hinbekommen.
 
Borowski auf Anhieb eine feste Größe

Tim Borowski sprach aus, was viele dachten. „Es ist so, als wäre ich nie weggewesen“, meinte der Rückkehrer nach seinem starken Auftritt in Berlin. Borowski hatte im Bremer Mittelfeld stark gespielt, defensiv kompromisslos und immer wieder bemüht, nach vorn zu marschieren. Zudem klappt das Zusammenspiel mit Torsten Frings im defensiven Mittelfeld immer besser. „Ich bin zufrieden, doch ich will das Spiel jetzt nicht überbewerten“, sagte der 29-Jährige. Wichtig sei gewesen, dass die ganze Mannschaft gut gespielt habe. „Und am Samstag kommt mit Frankfurt ein ganz anderes Kaliber.“

http://www.werder.de/aktuelles/pres.../15858/Borowski-auf-Anhieb-eine-feste-Groesse
 
Ich muss ja jetzt auch mal zugeben, dass Boro ein (für mich) erstaunlich gutes Spiel gemacht hat gegen Berlin. Ich war und bin allgemein noch nicht sonderlich davon überzeugt, dass er das erfüllt, was auch "Mick-Werder" hier beschreibt, also das Stellungsspiel und die "defensive Intelligenz", jedoch muss man denke ich klar sagen, dass er defensiv, sowie offensiv gegen Union Berlin um Längen besser war als ein Frings. Ich meine mich zu erinnern, dass unser Trainer vor gar nicht so langer Zeit einmal etwas gesagt hat in die richtung, dass die Verteidigung da anfängt, wo der Mittelfeldspieler den Ball verliert und wenn man das ganze so betrachtet, hat Borowski ein verdammt gutes Spiel gemacht, denn seine Pässe kamen fast immer an. Ja ich weiß es war ein recht schwaches Union Berlin an diesem Tag, aber warum schafft ein Frings, dann eine gefühlte Fehlpassquote von 75% ? Wenn der Gegner doch so schwach war.

Was meine Zweifel angeht hat Boro einiges dafür getan, dass sie weniger geworden sind, denn ein MF Spieler, der vernünftig das Spiel nach vorne eröffnet und dabei die Pässe auch an den Mann bringt und das mit einer hohen Prozentzahl, strahlt für mich auch immer eine große Souverenität und Sicherheit im Spiel aus und ich persönlich habe nicht so Angst, dass der Gegner uns andauernd auskontert, denn wenn ich mich an letzte Saison erinnere, dann war einer der Hauptakteure, die verantwortlich waren für die schnellen Konter der Gegner unter anderem Thorsten Frings mit seinen Fehlpässen im Mittelfeld.

Des weiteren war ich auch sehr positiv überrascht von Boro's defensiven Verhalten bei Ballbesitz des Gegners. Klar er rennt nicht quer über den Platz und senst die Leute um, aber ich fand schon, dass man seinen Einsatzwillen nach hinten zu arbeiten sehr deutlich gesehen hat und er doch das ein oder andere Mal den Fuß gut dazwischen gestellt hat und somit den Angriff des Gegners schon früh gestört hat. Wenn er seinen Körper gut einsetzt braucht er nicht überall rumrennen, denn wir haben ja auch noch mehr Spieler, gerade auch auf den Außenpositionen.

Abschließend muss ich sagen hat mich das Spiel gegen Berlin etwas beruhigt, was meine Zweifel für den BuLi-Start angehen. Es ist sicherlich alles noch nicht perfekt, aber ein Borowski hat sich verdammt schnell gut eingelebt in unser neues Mittelfeld und wenn die weiter gut an sich arbeiten und nicht nach 3 Spielen wieder aufhören sich für ihre Mitspieler den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) aufzureißen, dann kann das (meiner Meinung nach) ein richtig ordentliches Mittelfeld werden, defensiv als auch offensiv. :)

Mein Senf ;)
 
Vielleicht hat er durch seinen Urlaub in München endlich begriffen, dass er eben kein Johan Micoud ist oder wird...
Würde mich freuen. Denn vom Potential her ist Boro immer noch ein Mittelfeldspieler der durchaus Nationalteamniveau hat.
 
Das will ich gerne tun. Sofern Du auf meine Meinung Wert legst.

Zunächst einmal ist jede System-Diskussion sekundär, denn es geht nur immer darum, ballorientiert so zu verschieben, dass dem Gegner der Platz zum Aufbau genommen und dem eigenen Spiel Räume und vor allem permanent Überzahl in Ballnähe geschaffen werden. Und dazu müssen die Spieler vorhanden sind, die diesen Anforderungen in dem Maße gerecht werden, wie sie die Ziele des jeweiligen Vereins mit Leben füllen können. Und Werders Ziel sollte doch wohl sein, wenn ich sämtlichen Aussagen hier und der Verantwortlichen folgen konnte, zumindest wieder unter den ersten fünf mitzuspielen.

Bei Borowski hatten wir ähnliche Diskussionen schon vor über zwei Jahren. Warum? Weil er ähnliche Defizite bereits auf der Halbposition der Raute offenbarte. Daher @Linienrichter, rühren schließlich auch die Befürchtungen einiger User in Bezug auf seine Defensiv-Tauglichkeit. Wie vorweg genannt halte ich es für gar nicht so relevant, ob nun Raute oder Doppelsechs, wichtiger ist es doch, dass vier Mann im Mittelfeld spielen und sowohl ihre Sicherungs-, als auch ihre Kreativaufgaben zu erfüllen in der Lage sind.

Viel hängt von der Spielintelligenz ab und m E gibt es da noch Unterschiede zwischen Spielintelligenz in offensiver und in defensiver Hinsicht. Was den Offensivpart angeht, erfüllt Boro sicherlich alles, was er dafür braucht: Kreatives Passpiel, Fähigkeit zum One-Touch, aber auch gescheite lange Bälle, Torgefährlichkeit und Instinkt, auch aus der Distanz. Aber defensiv, wo es darauf ankommt, zu antizipieren, mit klugem Spiel im Raum Laufwege zu verkürzen um evtl. Schnelligkeitsdefizite auszugleichen und vor allem, um Aufwand und Kräfte nicht nur für sich, sondern fürs gesamte Team zu sparen, da sehe ich bei Boro Schwächen. Und gebe 5vor12 recht, dass Union heuer dafür nicht der richtige Prüfstein war, warum auch immer. Das Ganze wird interessanter, wenn z. Bsp. Teams wie Stuttgart (wobei ohne Veh und Gomez es hier vermutlich einfacher wird), Schalke oder Wolfsburg kommen, die ein starkes Konterspiel mit versierten Stürmern aufziehen.

Im System mit Baumann, Micoud und Ernst kamen Borowskis Stärken mehr zum Tragen, weil schnell gespielt wurde. Denn das hatte den Vorteil, dass sich bei Ballverlust doch mehr Leute hinter dem Ball befanden, bei Ballverlust mehr Spieler Räume zustellten, also Boro helfen konnten. Zumal gerade Ernst so ein Spieler war, der die idealen defensiv-konstruktiven Eigenschaften in sich vereinbarte. Während der Zeit mit Diego, als der Ball langsamer nach vorn getragen bzw. verteilt wurde, traten Boro` s Schwächen dann doch einmal öfter zu Tage. Nicht ohne Grund fiel in den Diskussionen im alten Forum wegen der Konteranfälligkeit so 2007 und 2008 öfter Timbos Name. Ich denke, das war auch einer der Gründe, warum Borowski speziell zwischen 2003 und 2006 glänzte und den Sprung zur WM 2006 schaffte, allerdings danach nie wieder diese Form erreichte.

Was bedeutet das nun für die jetzige Mannschaft genau?
Zuerst möchte ich den Einwand bringen, dass Frings auch in der Vergangenheit seltenst den alleinigen Sechser spielte, denn so oft fehlte Baumann dann doch nicht bzw. war Frings selbst verletzt. Wir können also nicht wissen, wie so eine Raute über eine komplette Spielzeit funktionieren würde. Derzeit haben wir offensiv mit Özil und Marin zwei Akteure, deren Stärken vermutlich nicht im Spiel gegen den Ball liegen. Bei Marin ist mir in Berlin zudem eine Diego-ähnliche Spielweise aufgefallen, er machte mehr mit Ball als ohne, schaffte sich Räume lieber selbst, um diese zu nutzen, als diese für die Mitspieler nutzbar zu gestalten, suchte oft die Einzelaktion, nicht den One-Touch. Unter diesen Vorrausetzungen bedarf es normalerweise zweier strategisch denkender Akteure dahinter, die mMn zwei Eigenschaften insbesondere haben müssten: a) das Spiel mit blitzgescheiter Eröffnung schnell machen, ob nun diagonal, direkt steil oder über eine Zwischenstation (wie ehemals Baumann) und b) die angesprochene defensive Spielintelligenz. b) erfüllt Frings relativ zufrieden stellend, Boro weniger, in puncto a) erfüllen beide nicht das Optimum, wobei hier eher noch Timbo den Anforderungen gerecht werden könnte. Ist insgesamt zwar nicht schlecht, aber ob das für die Maßgabe reicht, um die CL-Plätze mitspielen zu können, da habe ich eben meine Zweifel. So sind mir drei nominell offensiv orientierte Spieler mindestens einer zuviel.

Und so kommt dann auch wieder Thomas Schaaf ins Spiel. Ich denke, ihm vorzuwerfen, er würde Fehler nicht sehen oder grundsätzlich eindimensional spielen zu lassen, passt nicht zur Realität. Denn ihm soweit Inkompetenz zu attestieren, ist natürlich Unsinn und steht keinem User zu. Aber ich glaube, Schaaf ist mitunter doch derart gefangen in seiner Offensiv-Ideologie, dass es ihm enorm schwer fällt, Spieler nach ihren defensiven Qualitäten zu bewerten. Momentan haben wir wieder überwiegend technisch starke Spieler im Mittelfeld, dafür aber weniger Strategen. Ich glaube, für TS sind technische Qualitäten wesentlich erheblicher als defensive Stärken. Er stellt lieber mehr offensiv starke Akteure auf, in der Hoffnung, dass diese auch defensiv alles leisten können. Ein Niemeyer bspw., der technisch und vom Passspiel her nicht die Option wäre wie Borowski, landet schnell wieder auf der Bank, dabei wird aber (unbewußt) übersehen, dass Niemeyer einige sehr gute defensive Qualitäten mitbringt wie Stellungsspiel im Raum, Zweikampstärke. Schaaf erkennt sicher die Möglichkeiten eines jeden und er sieht auch die Mängel, aber ich denke, er wertet sowohl die Mängel als auch die Stärken hinsichtlich ihrer Qualifikation für die Offensive viel höher als für die Defensive. Er sorgt mMn aber gerade dadurch indirekt für eine Instabilität des gesamten Gefüges, die immer dann problematisch wird, wenn die Mannschaft nicht genug eingespielt ist wie nach Sommer- und Winterpause oder wenn die IV oder Frings mal unter Form agieren. In Berlin war das nun weniger der Fall, da funktionierte die gesamte Mannschaft von der ersten Minute an, trotz des ersten Pflichtspiels. Aber letztlich ist es das, was ich bei TS stets kritisiert habe. Und deshalb habe ich dem vom Linienrichter propagierten "Boro ist doch viel zu offensiv für die Position neben Frings" – Spruch hin und wieder zugestimmt.



Eben. :beer:

"You made my day". Endlich mal n bissl echte Taktikschulung im Forum. Biste vlt selber Trainer?
Aber eine Anmerkung muss ich doch machen. Speziell in der RR der letzten Saison hat TS versucht, der Def. mehr Stabilität zu verleihen. Dass Ergebnis waren dann oftmals lang gespielte Bälle auf die Stürmer. Im Ergebnis hiess das : Viele Spieler hinter dem Ball bei Ballverlust, Stürmer immer in Unterzahl und schwierige Ballkontrolle. Da wir nun mal eben Stürmer haben, die nicht gerade gesegnet sind mit 1:1 Qualitäten, war der ballverlust vorprogrammiert. Das war m.Mn. nach eine grosse taktische Schwäche von TS und hat vor allem dazu geführt, kaum noch Torgefahr auszustrahlen und den Gegner defensiv zu binden. Im Ergebnis spielten wir schlecht, hatten weniger Gegentore aber gewannen kaum noch Spiele. Eigentlich ist Werders Spiel auf Ballbesitz und Spieldominanz ausgelegt. Lange hohe Bälle sind genau das Gegenteil davon!!
 
Das war m.Mn. nach eine grosse taktische Schwäche von TS und hat vor allem dazu geführt, kaum noch Torgefahr auszustrahlen und den Gegner defensiv zu binden. Im Ergebnis spielten wir schlecht, hatten weniger Gegentore aber gewannen kaum noch Spiele.

Räusper. Wir haben aber genug Spiele gewonnen, um in zwei Finals einzuziehen und TS hat dadurch die Gegentorflut der Vorrunde eingedämmt und die Mannschaft dazu gebracht, in der Rückrunde eine der besten Hintermannschaften zu besitzen.

Dass die Gesamtbalance manchmal nicht hingehauen hat ist keine "taktische Schwäche", sondern liegt in der Natur der Sache, wenn man ein so massives Problem wie die zahlreichen Gegentore der Hinrunde ausmerzen muss. Dass TS Maßnahmen ergriffen hat, um die Abwehr zu stabilisieren, kannst Du nicht im Ernst als groben taktischen Fehler hinstellen.

Und im Übrigen standen wir nach der Vorrunde auf Platz 7, hatten die drittmeisten Gegentore und hier haben alle rumgeheult, dass TS zu doof sei, um dieses Problem in den Griff zu kriegen... und dass wir mit so einer Abwehr keine Chance haben, oben nochmal einzugreifen.

Dass das Spiel nach vorne nicht mehr geklappt hat war kein Resultat der gefestigten Abwehr. Und wir haben auch nicht "kaum noch Torgefahr besessen", sondern auch in der Rückrunde noch mit die meisten Chancen aller Vereine herausgespielt. Wir haben sie nur nicht mehr reingemacht.
 
Linienrichter, auch wenn ich in Sachen Boro anderer Meinung bin als Mick-Werder, finde ich er hat von Dir auf seinen langen und interessanten Beitrag schon eine Antwort verdient.

Immerhin hat er auf Deine Frage geantwortet und sich viel Muehe gemacht.
 
Bei Borowski hatten wir ähnliche Diskussionen schon vor über zwei Jahren. Warum? Weil er ähnliche Defizite bereits auf der Halbposition der Raute offenbarte. Daher @Linienrichter, rühren schließlich auch die Befürchtungen einiger User in Bezug auf seine Defensiv-Tauglichkeit.

Und warum haben wir dann nie über Özils, Jensens oder Hunts Defensiv-Fähigkeiten geredet? Die haben auch auf den Halbpositionen gespielt.

Wie vorweg genannt halte ich es für gar nicht so relevant, ob nun Raute oder Doppelsechs, wichtiger ist es doch, dass vier Mann im Mittelfeld spielen und sowohl ihre Sicherungs-, als auch ihre Kreativaufgaben zu erfüllen in der Lage sind.

Da befürchte ich bei Marin das Schlimmste. Warum reden wir nicht über ihn sondern reflexartig immer über Borowski?

Viel hängt von der Spielintelligenz ab und m E gibt es da noch Unterschiede zwischen Spielintelligenz in offensiver und in defensiver Hinsicht. Was den Offensivpart angeht, erfüllt Boro sicherlich alles, was er dafür braucht: Kreatives Passpiel, Fähigkeit zum One-Touch, aber auch gescheite lange Bälle, Torgefährlichkeit und Instinkt, auch aus der Distanz. Aber defensiv, wo es darauf ankommt, zu antizipieren, mit klugem Spiel im Raum Laufwege zu verkürzen um evtl. Schnelligkeitsdefizite auszugleichen und vor allem, um Aufwand und Kräfte nicht nur für sich, sondern fürs gesamte Team zu sparen, da sehe ich bei Boro Schwächen.

Das ist Deine Meinung. Meine Meinung ist, dass uns genau jemand wie Borowski im Mittelfeld eine ganze Saison lang bitter gefehlt hat, und zwar nicht aufgrund "offensiver Spielintelligenz". Davon hatten wir genug. Uns ist aber fürchterlich jemand abgegangen, der taktisch intelligent spielt, der auch mal Gift ins Spiel bringt, notfalls mal einen Gegner an der Seitenlinie wegflext und sich auch als Führungsspieler in die Schlacht wirft, wenn Werder unter Druck steht. Das alles sind Fähigkeiten, die viel mit dem Defensivverhalten einer Mannschaft zu tun haben, und da hat Borowski bei uns immer schon eine wichtige Rolle gespielt, auch im Spiel bei Union wieder. Ich kehre also einfach mal um: Gerade WEGEN seiner Spielweise ist es im POSITIVEN SInn egal, ob Du Boro auf die Halbposition oder auf die defensive Position neben Frings stellst. Und im Übrigen haben bis vor einem Jahr alle von unserem Offensivfußball geschwärmt und wir hatten ein galaktisches Torverhältnis, als Borowski noch hier gespielt hat. Sicher nicht, weil er so massive Defizite offenbart hat.

Und gebe 5vor12 recht, dass Union heuer dafür nicht der richtige Prüfstein war, warum auch immer. Das Ganze wird interessanter, wenn z. Bsp. Teams wie Stuttgart (wobei ohne Veh und Gomez es hier vermutlich einfacher wird), Schalke oder Wolfsburg kommen, die ein starkes Konterspiel mit versierten Stürmern aufziehen.

Das mag sein. Aber ist es nicht völlig müßig, nach einem guten Spiel anzuführen, dass es gegen viel stärkere Gegner bestimmt ganz anders aussieht, weil man Argumente braucht? Natürlich sieht es gegen starke Gegner anders aus als gegen Union Berlin. Aber ausgerechnet Borowski war nun wirklich noch nie jemand, der gegen Klassemannschaften abgefallen ist. Er war vor allem in Auswärtsspielen in der CL sehr oft auffällig, ebenso bei der WM 2006. Es gäbe bei Werder ganz andere Kandidaten, bei denen man mal genau hingucken muss, wie sie sich gegen stärkere Gegner machen.

Im System mit Baumann, Micoud und Ernst kamen Borowskis Stärken mehr zum Tragen, weil schnell gespielt wurde. Denn das hatte den Vorteil, dass sich bei Ballverlust doch mehr Leute hinter dem Ball befanden, bei Ballverlust mehr Spieler Räume zustellten, also Boro helfen konnten. Zumal gerade Ernst so ein Spieler war, der die idealen defensiv-konstruktiven Eigenschaften in sich vereinbarte. Während der Zeit mit Diego, als der Ball langsamer nach vorn getragen bzw. verteilt wurde, traten Boro` s Schwächen dann doch einmal öfter zu Tage. Nicht ohne Grund fiel in den Diskussionen im alten Forum wegen der Konteranfälligkeit so 2007 und 2008 öfter Timbos Name. Ich denke, das war auch einer der Gründe, warum Borowski speziell zwischen 2003 und 2006 glänzte und den Sprung zur WM 2006 schaffte, allerdings danach nie wieder diese Form erreichte.

Timbos Name fiel oft, weil ihn manche Leute als Feindbild brauchen. Deine Theorie ist an dieser Stelle reichlich abstrus, wenn Du mir diese Kritik erlaubst. Ein Mittelfeld mit Baumann, Micoud, Ernst und Borowski hat sich möglicherweise etwas schneller vom Ball getrennt als das Mittelfeld der Vorsaison. Schneller bewegt haben sich die Spieler deswegen nicht, und weshalb wir mit Micoud, Borowski, Baumann und Ernst automatisch mehr Spieler hinter dem Ball hatten, erschließt sich mir leider auch nicht. Frings spielt nun auf Baumanns Position, nur etwas schneller. Und Borowski steht komplett defensiver als auf der Halbposition. Wenn man dieses System gut spielt (so wie am Sonntag), dann hat man im Rückwärtsbewegen ebenfalls ausreichend Spieler hinter dem Ball.

Was bedeutet das nun für die jetzige Mannschaft genau?
Zuerst möchte ich den Einwand bringen, dass Frings auch in der Vergangenheit seltenst den alleinigen Sechser spielte, denn so oft fehlte Baumann dann doch nicht bzw. war Frings selbst verletzt. Wir können also nicht wissen, wie so eine Raute über eine komplette Spielzeit funktionieren würde. Derzeit haben wir offensiv mit Özil und Marin zwei Akteure, deren Stärken vermutlich nicht im Spiel gegen den Ball liegen. Bei Marin ist mir in Berlin zudem eine Diego-ähnliche Spielweise aufgefallen, er machte mehr mit Ball als ohne, schaffte sich Räume lieber selbst, um diese zu nutzen, als diese für die Mitspieler nutzbar zu gestalten, suchte oft die Einzelaktion, nicht den One-Touch. Unter diesen Vorrausetzungen bedarf es normalerweise zweier strategisch denkender Akteure dahinter, die mMn zwei Eigenschaften insbesondere haben müssten: a) das Spiel mit blitzgescheiter Eröffnung schnell machen, ob nun diagonal, direkt steil oder über eine Zwischenstation (wie ehemals Baumann) und b) die angesprochene defensive Spielintelligenz. b) erfüllt Frings relativ zufrieden stellend, Boro weniger, in puncto a) erfüllen beide nicht das Optimum, wobei hier eher noch Timbo den Anforderungen gerecht werden könnte. Ist insgesamt zwar nicht schlecht, aber ob das für die Maßgabe reicht, um die CL-Plätze mitspielen zu können, da habe ich eben meine Zweifel. So sind mir drei nominell offensiv orientierte Spieler mindestens einer zuviel.

Dann habe ich in Berlin einen anderen Marin gesehen als Du, fürchte ich. Nur weil er dribbelstark ist, spielt er nicht automatisch eigensinnig. Er hat seine Dribbelstärke eingesetzt, meistens starkt, ein oder zweimal etwas unbedacht. Er hat aber auch extrem oft Almeida oder Özil eingesetzt. Einen dribbelstarken Offensivspieler automatisch gleichzusetzen mit jemandem, der deshalb nicht strategisch spielen kann halte ich für sehr eindimensional gedacht. Und wie schon gesagt: Boro "offensive Spielintelligenz" zuzubilligen und ihm "defensive Spielintelligenz" einfach mal vorab abzusprechen halte ich für sehr, sehr abenteuerlich. Das ist ein reines Scheinargument, das Du durch nichts belegen kannst. Wenn er auf dieser Position so große Defizite hätte, weshalb hat ihn dann Jogi Löw 2006 für diese Position vorgesehen? Weil er die "fehlende Defensiv-Spielintelligenz" im Gegensatz zu Dir nicht erkannt hat?

Und so kommt dann auch wieder Thomas Schaaf ins Spiel. Ich denke, ihm vorzuwerfen, er würde Fehler nicht sehen oder grundsätzlich eindimensional spielen zu lassen, passt nicht zur Realität. Denn ihm soweit Inkompetenz zu attestieren, ist natürlich Unsinn und steht keinem User zu. Aber ich glaube, Schaaf ist mitunter doch derart gefangen in seiner Offensiv-Ideologie, dass es ihm enorm schwer fällt, Spieler nach ihren defensiven Qualitäten zu bewerten.

Findest Du so eine Aussage nicht doch ein bisschen sehr anmaßend...?

Schaaf hat in der vergangenen Rückrunde aus einer hinten anfälligen Mannschaft eine der besten Hintermannschaften der Rückrunde gemacht. Mit EINEM Sechser und einem offensiver agierenden Frings. Die Logik, dass ein defensiverer Frings und ein neben ihm spielender Borowski nun wieder anfälliger stehen sollen, ist auch weiterhin in jeder Hinsicht unlogisch.

Momentan haben wir wieder überwiegend technisch starke Spieler im Mittelfeld, dafür aber weniger Strategen. Ich glaube, für TS sind technische Qualitäten wesentlich erheblicher als defensive Stärken. Er stellt lieber mehr offensiv starke Akteure auf, in der Hoffnung, dass diese auch defensiv alles leisten können. Ein Niemeyer bspw., der technisch und vom Passspiel her nicht die Option wäre wie Borowski, landet schnell wieder auf der Bank, dabei wird aber (unbewußt) übersehen, dass Niemeyer einige sehr gute defensive Qualitäten mitbringt wie Stellungsspiel im Raum, Zweikampstärke.

Dafür bringt Niemeyer im Aufbauspiel nach vorne nicht mal halb soviel wie Borowski, was nach der letzten Rückrunde, in der wir zeitweise einen Großteil unserer Offensivstärke eingebüßt haben, vielleicht aber das treffendere Argument sein könnte?

Schaaf erkennt sicher die Möglichkeiten eines jeden und er sieht auch die Mängel, aber ich denke, er wertet sowohl die Mängel als auch die Stärken hinsichtlich ihrer Qualifikation für die Offensive viel höher als für die Defensive. Er sorgt mMn aber gerade dadurch indirekt für eine Instabilität des gesamten Gefüges, die immer dann problematisch wird, wenn die Mannschaft nicht genug eingespielt ist wie nach Sommer- und Winterpause oder wenn die IV oder Frings mal unter Form agieren. In Berlin war das nun weniger der Fall, da funktionierte die gesamte Mannschaft von der ersten Minute an, trotz des ersten Pflichtspiels. Aber letztlich ist es das, was ich bei TS stets kritisiert habe. Und deshalb habe ich dem vom Linienrichter propagierten "Boro ist doch viel zu offensiv für die Position neben Frings" – Spruch hin und wieder zugestimmt.

Und ich bleibe dabei: Hier zum Ausdruck zu bringen, dass Thomas Schaaf durch seinen "Offensiv-Wahn" quasi verblendet ist und deshalb die Defensiv-Fähigkeiten unserer Spieler schlechter beurteilen zu können als z.B. Du (nichts anderes schreibst Du ja, etwas verklausuliert zwar, aber Du schreibst es), halte ich für sehr, sehr anmaßend.

In diesem Sinne: Warten wir es ab. :beer:
 
Also ich finde die Rückholaktion von TimBo gut.

1. Ein Spion aus dem Bauernfeindesland zurück mit heißen Infos.

2. Er hat selbst bei den Bauern im vergleich mit dem Rest der Tölpel gut ausgesehen.

3. wir brauchen gute Allrounder im Mittelfeld, vor allem wenn noch innerhalb der Saison wieder irgendwoher eine neue Nummer 10 kommt...ich denke KA und TS sind schon auf der Suche bzw. habe noch was in petto.
 
Mick-Werder und Linienrichter Jablonski

Vieleicht solltet ihr beiden euch am Samstag mal auf ein Bier treffen, aber erst nach dem Spiel, sonst verpasst ihr es bestimmt :D
 
Und warum haben wir dann nie über Özils, Jensens oder Hunts Defensiv-Fähigkeiten geredet? Die haben auch auf den Halbpositionen gespielt.

Häää...? :confused:
Ging es hier nicht einzig und allein um Borowski und darum, festzustellen, weswegen er evtl. nicht der geeignete DM ist? Deshalb der Querverweis auf die Halbposition, wo bereits damals schon ähnlich offensichtliche Schwierigkeiten auftraten. Was das nun mit Özil, Hunt, Jensen direkt zu tun hat, die gar nicht für diese Position momentan zur Debatte stehen, bleibt Dein Geheimnis. Abgesehen davon wurde über die genannten drei auch in dieser Hinsicht genug gesprochen, gerade Jensen von vielen eine zentrale DM-Rolle zugetraut.

Da befürchte ich bei Marin das Schlimmste. Warum reden wir nicht über ihn sondern reflexartig immer über Borowski?

Vielleicht, weil es hier um Borowski geht, der eine zentrale, defensive Rolle spielen soll? Über Marins Defizite in der Rückwärtsbewegung wurde darüber hinaus in dessen Thread gesprochen.

Uns ist aber fürchterlich jemand abgegangen, der taktisch intelligent spielt, der auch mal Gift ins Spiel bringt, notfalls mal einen Gegner an der Seitenlinie wegflext und sich auch als Führungsspieler in die Schlacht wirft, wenn Werder unter Druck steht.

Das stimmt. Und nicht nur in der letzten Saison, sondern schon einige Spielzeiten lang. Aber so einen Spieler siehst Du ausgerechnet in Borowski??? :confused: Das ist, zugegeben, eine sehr merkwürdige Sicht der Dinge, war doch Boro bereits vor über einem Jahr, gerade WEIL er NICHT unbedingt für intelligentes Spiel im Raum stand und darüber hinaus Kampfkraft im Verbund mit Laufbereitschaft und Zweikampfstärke vermissen ließ, was ihm letztlich den ,,Stehgeiger" -Ruf einbrachte (im übrigen ein unmöglicher Begriff, den ich sonst auch nie verwenden würde), ein heisses Diskussionsthema auf der Halbposition. Und das insbesondere, weil diese Defizite in vielen Spielen offensichtlich doch aufgefallen sein müssen?! Ausserdem ist ,,einen Gegenspieler an der Seitenlinie wegzuflexen" kein Zeichen für taktisch-strategische Fähigkeiten, weil es im Umkehrschluß bedeutet, dass der Spieler entweder schlecht antizipiert oder falsches Stellungsspiel offenbart, wenn er erst dann in den direkten Zweikampf und damit zu spät kommt.

Das alles sind Fähigkeiten, die viel mit dem Defensivverhalten einer Mannschaft zu tun haben, und da hat Borowski bei uns immer schon eine wichtige Rolle gespielt, auch im Spiel bei Union wieder.

Bezogen auf dieses eine Spiel in Berlin ist das absolut richtig. Dass das schon immer so gewesen sein soll.. nun ja, das ist eben Deine Meinung. Aber vielleicht ist es tatsächlich so, dass Boro nun geläutert zurückgekehrt ist und es noch einmal wissen will. Wenn dem so ist und sich das kontinuierlich bestätigt, der Eindruck von der Union-Partie sich verfestigt, bin ich gerne bereit anzuerkennen, dass Timbo es gepackt hat. Warum auch nicht? Mit Willen und Einsatz, so wie in Berlin, kann viel erreicht und auch manche (defensive) Unzulänglichkeit kaschiert werden.

Ich kehre also einfach mal um: Gerade WEGEN seiner Spielweise ist es im POSITIVEN SInn egal, ob Du Boro auf die Halbposition oder auf die defensive Position neben Frings stellst. Und im Übrigen haben bis vor einem Jahr alle von unserem Offensivfußball geschwärmt und wir hatten ein galaktisches Torverhältnis, als Borowski noch hier gespielt hat. Sicher nicht, weil er so massive Defizite offenbart hat.

Was ist denn das nun wieder für eine Aussage? Ich halte von Borowski sehr viel, auch und gerade wegen seiner Fähigkeiten in der Offensive. Das ,,galaktische Torverhältnis" mit der hohen Anzahl geschossener Tore, aber auch einer alljährlich wiederkehrenden, hohen (Konter)Gegentor-Quote, ist also unter anderem auch auf Boros defensiv-strategische Klasse zurückzuführen? Das musst Du mir nochmal erklären......

Das mag sein. Aber ist es nicht völlig müßig, nach einem guten Spiel anzuführen, dass es gegen viel stärkere Gegner bestimmt ganz anders aussieht, weil man Argumente braucht? Natürlich sieht es gegen starke Gegner anders aus als gegen Union Berlin. Aber ausgerechnet Borowski war nun wirklich noch nie jemand, der gegen Klassemannschaften abgefallen ist. Er war vor allem in Auswärtsspielen in der CL sehr oft auffällig, ebenso bei der WM 2006. Es gäbe bei Werder ganz andere Kandidaten, bei denen man mal genau hingucken muss, wie sie sich gegen stärkere Gegner machen.

Vollste Zustimmung. Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt, sondern generell das systematische Defensivverhalten zu beurteilen versucht. Wobei ich selten ,,nie" sagen würde. Darüber hinaus halte ich mich nicht für einen Teil jener Fraktion, die verzweifelt Argumente suchen, um einem unserer Spieler Schwächen zu unterstellen. Aber ich werde schnell allergisch, wenn ich meine, schematisch wiederkehrende Fehler wie eine zu offensive Aufstellung erkennen zu können. Das hat rein gar nichts mit dem Namen eines bestimmten Spielers zu tun, oder weil ich - wie es hier manche User scheinbar handhaben - irgend einen Spieler weniger mag. Als Trainer musste ich lernen, jeden zu akzeptieren und mit verschiedenen Charakteren umgehen zu können, die soziale Komponente, den zwischenmenschlichen Bereich nicht zu vernachlässigen. Aber auch Entwicklungen im richtigen Moment entgegenzuwirken, wenn diese sich als kontraproduktiv zum Mannschafts-Erfolg herausstellen. Daher bin ich mitunter schneller skeptisch, was nicht damit einhergehen muss, Spieler permanent niederzumachen.

Timbos Name fiel oft, weil ihn manche Leute als Feindbild brauchen. Deine Theorie ist an dieser Stelle reichlich abstrus, wenn Du mir diese Kritik erlaubst.

Erlaube ich Dir. ;) Aber im Ernst: Ich für meinen Teil versuche zumindest, niemanden als Feindbild zu sehen, jeden Spieler, der ein grün-weisses Trikot mit dem W darauf trägt, zu tolerieren. Ebenso wie es mir stets und ständig um Werder Bremen geht und damit verbunden um den Gesamterfolg. Und mehr, als hier ein paar beschissene Posts zu verfassen, kann ich ohnehin nicht tun, höchstens ein Gefühl ausdrücken. Ich glaube, es ist keine ,,abstruse Theorie", sondern viel mehr die Feststellung, dass über Timbo in Bezug darauf überhaupt diskutiert wurde und diskutiert wird letztlich kaum ohne irgendeinen triftigen Grund oder weil grundsätzlich Ansätze gesucht werden, Schlechtes zu finden.

Ein Mittelfeld mit Baumann, Micoud, Ernst und Borowski hat sich möglicherweise etwas schneller vom Ball getrennt als das Mittelfeld der Vorsaison. Schneller bewegt haben sich die Spieler deswegen nicht, und weshalb wir mit Micoud, Borowski, Baumann und Ernst automatisch mehr Spieler hinter dem Ball hatten, erschließt sich mir leider auch nicht.

Erkläre ich Dir gerne noch einmal. Da behaupte ich, dass dieses System, welches Werder seinerzeit mit Micoud, Lisztes, Baumann und Ernst, nach 2004 mit Boro für Lisztes, praktizierte und perfektionierte, in etwa das war, was Thomas Schaaf prinzipiell zu spielen beabsichtigt. Als zu dieser Zeit System und Spieler noch zusammenpassten, bleibt bei mir in Erinnerung, dass die Mannschaft damals nicht unbedingt defensiver agierte. Im Gegenteil - im Aufbau wurde genauso weit aufgerückt, die Abwehr stand damals ähnlich hoch. Der Unterschied zu 2006-2009 war allerdings, dass alles viel schneller und konsequenter war - sowohl bei Ballbesitz, als das Spielgerät über wenige Stationen mit (viel) weniger Ballkontakten und vor allem geradliniger nach vorn getragen wurde - als auch bei der Balleroberung, dem geschickteren Pressing. Dem Gegner blieb kaum Zeit, Raumgewinn zu schaffen, zu organisieren, da er, oft ständig schon früh vorm eigenen Strafraum effektiv gestört wurde. Ausserdem wurden Konter so nicht selten schon im Entstehungsprozess verhindert. Die insgesamt höhere Spielgeschwindigkeit und dennoch bessere Spielkontrolle sorgte dafür, dass auch im Umkehrschluß mehr Akteure schneller hinter den Ball kamen. Weil Bewegung in allen Mannschaftsteilen insofern sinnvoller genutzt werden konnte, da alle Spieler erheblich effektiver ins Spielsystem eingebunden wurden und ihrerseits - etwa bei Ballverlust - mehr Zeit hatten (auch Borowski), sich rückwarts zu orientieren und zu stellen. Die Spieler mussten sich nicht schneller bewegen, aber ihre Bewegung war sinnhaftiger.
Das änderte sich ab 2006, wo z. Bsp. Diego mit viel Ballbesitz oder Frings mit anteilig Quergeschiebe und Sicherheitspässen - anders als die vorgegebene Benchmark Baumann und Micoud/Ernst - schnell gespielten Fussball und Tempo variieren nur noch sehr bedingt vorzutragen wussten. Das ernste Bremer Probleme wurde nun, dass Taktik und System unverändert blieben. Statt dieses dem vorhandenen Spielermaterial anzupassen, wurde Werder als Resultat dessen abhängiger von der Individualität einzelner. So konnte/musste bspw. Diego, angesichts der Fehlerhaftigkeit in der Umsetzung der Schaaf`schen Philosophie, allein durch seine fussballerische Klasse das Niveau mitbestimmen. Und damit einher ging ein weiteres Problem - war Werder 2002 bis 2006 noch das agierende Team, weil mehr spielkontrollierend, wurde es danach -auch wenn`s anders aussah - in Wirklichkeit eher das reagierende Team. Weil das systematische Provozieren von Fehlern beim Gegner und auch das schnelle Erkennen und Nutzen der Spielsituation abnahmen, geriet Werders Offensivfussball, wenn nicht alle Automatismen auf dem Platz sofort griffen, kein früher Tor gelang oder dem Gegner keine groben Abwehrpatzer unterliefen, tatsächlich sehr oft zum Anrennen ohne Sinn und Verstand. Der Gegner kontrollierte dann defensiv das Spielgeschehen und gewann zusätzlich genug Zeit und Raum, um mit ein paar schnellen Pässen Konter zu setzen, die Werder erfolgreich knackten. So war es - bis März 09 - nicht selten erst Tim Wiese, der den Konter unterband, während diese früher schon in des Kontrahenten Hälfte verhindert werden konnten. In dem Maße, wo Werder nun anfälliger wurde, wo Werder mehr denn je auf das Reagieren der Gegebenheiten auf dem Spielfeld angewiesen war, wo die Defensive noch wesentlich effektiver antizipieren und sich stellen musste, wo höhere Laubereitschaft erforderlich war, summasummarum wo wegen des zunehmend langsameren Vorgehens und ideenloseren Vortrages weniger Spieler hinter dem Ball waren, zeigten sich auch die Schwächen eines Tim Borowski.

Frings spielt nun auf Baumanns Position, nur etwas schneller. Und Borowski steht komplett defensiver als auf der Halbposition. Wenn man dieses System gut spielt (so wie am Sonntag), dann hat man im Rückwärtsbewegen ebenfalls ausreichend Spieler hinter dem Ball.

Also, dass Frings das Spiel schneller macht als Baumann, da gehen eben unsere Ansichten, wie sich auch in deinem gesamten, diesen post zeigt, weit auseinander. Zudem zeigt sich die Funktionalität eines Systems weniger, wenn früh alles passt, die Tore fallen, ein Team beruhigter auf- und seine fussballerische Überlegenheit ausspielen kann, dazu der Gegner mitspielt (wie der Union-Torhüter :D) Dann greifen eben die genannten Automatismen, System und taktische Ausrichtung werden mit zunehmender Spielzeit zweitrangiger.

Dann habe ich in Berlin einen anderen Marin gesehen als Du, fürchte ich. Nur weil er dribbelstark ist, spielt er nicht automatisch eigensinnig. Er hat seine Dribbelstärke eingesetzt, meistens starkt, ein oder zweimal etwas unbedacht. Er hat aber auch extrem oft Almeida oder Özil eingesetzt.

Das gebe ich zu, es war etwas überspitzt formuliert. Weil es basierte mehr auf dem vorher gewonnen Gesamteindruck aus N11/U21/Gladbach/Werder-Testspiele, daher habe ich das umgehend in den Spielverlauf bei Union reininterpretiert. Wohl ein Fehler.

Einen dribbelstarken Offensivspieler automatisch gleichzusetzen mit jemandem, der deshalb nicht strategisch spielen kann halte ich für sehr eindimensional gedacht.

Ich setze überhaupt nichts gleich. Aber wie eben erwähnt - sind Offensivaktionen schön und effektiv zu zelebrieren, wenn es insgesamt läuft. Strategische Fähigkeiten dagegen zeigen sich, wenn es im Team weniger läuft, wenn bspw. ein tiefstehender Gegner Anti-Fussball praktiziert und es darauf ankommt, Spiel und Tempo dahingehend zu verlagern, dass es entweder gelingt, den Gegner rauszulocken oder Räume zu schaffen, um dann den entscheidenden Pass in die Schnittstellen einer dichtgestaffelten Deckung zu spielen.

Und wie schon gesagt: Boro "offensive Spielintelligenz" zuzubilligen und ihm "defensive Spielintelligenz" einfach mal vorab abzusprechen halte ich für sehr, sehr abenteuerlich. Das ist ein reines Scheinargument, das Du durch nichts belegen kannst. Wenn er auf dieser Position so große Defizite hätte, weshalb hat ihn dann Jogi Löw 2006 für diese Position vorgesehen? Weil er die "fehlende Defensiv-Spielintelligenz" im Gegensatz zu Dir nicht erkannt hat?

Also so weit ich mich erinnern kann, haben Klinsmann/Löw unseren Borowski vor allem im offensiven Mittelfeld gesehen, so wie ich auch, wobei er im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica den gesperrten Ballack auf dessen Position ersetzte. Ob Löw nach der WM ihn etwa als Sechser einplante, weiss ich nicht mehr, nur ist mir nicht bewusst, dass Boro das allzu oft in der N11 spielte. Somit ist das ebenfalls ein Scheinargument, dass Du wiederrum bisher nicht belegt hast.

Und so kommt dann auch wieder Thomas Schaaf ins Spiel. Ich denke, ihm vorzuwerfen, er würde Fehler nicht sehen oder grundsätzlich eindimensional spielen zu lassen, passt nicht zur Realität. Denn ihm soweit Inkompetenz zu attestieren, ist natürlich Unsinn und steht keinem User zu. Aber ich glaube, Schaaf ist mitunter doch derart gefangen in seiner Offensiv-Ideologie, dass es ihm enorm schwer fällt, Spieler nach ihren defensiven Qualitäten zu bewerten.
Findest Du so eine Aussage nicht doch ein bisschen sehr anmaßend...?

Warum denn? Wie viele Menschen in unserer Gesellschaft denken komplett und rationell erfolgsabhängig sowie leben allein in diesem Sinne danach? Jeder hat seine Idealvorstellungen, der eine bleibt realistischer, der andere lebt den Zweck-Pessimismus, ein weiterer ist durchgängig Optimist, noch ein anderer reagiert emotionaler bis hin zum Choleriker, der öfter Grenzen verkennt.

Die Offensive samt deren Inhalte systematisch zu bevorzugen halte ich durchaus für einen völlig normalen Wesens-Zug. Schaaf ist auch nur ein Mensch wie wir alle. Auch ich mache genug Fehler, Du vielleicht weniger. Weiss ich nicht. Warum aber soll so eine Feststellung gleichzeitig anmassend sein? Ich schrieb, dass es ihm evtl. schwerfällt. Habe ich gepostet, TS wäre einfach zu blöd?

Schaaf hat in der vergangenen Rückrunde aus einer hinten anfälligen Mannschaft eine der besten Hintermannschaften der Rückrunde gemacht. Mit EINEM Sechser und einem offensiver agierenden Frings. Die Logik, dass ein defensiverer Frings und ein neben ihm spielender Borowski nun wieder anfälliger stehen sollen, ist auch weiterhin in jeder Hinsicht unlogisch.

Nicht, dass sie es grundsätzlich sollten, sondern im Beitrag ging es darum, dass es sein könnte. Begründung weiter oben!
Dass Schaaf dies geschafft hat, habe ich schon öfter erwähnt und auch, dass ich ihm das hoch anrechne.

Ein Niemeyer bspw., der technisch und vom Passspiel her nicht die Option wäre wie Borowski, landet schnell wieder auf der Bank, dabei wird aber (unbewußt) übersehen, dass Niemeyer einige sehr gute defensive Qualitäten mitbringt wie Stellungsspiel im Raum, Zweikampstärke.
Dafür bringt Niemeyer im Aufbauspiel nach vorne nicht mal halb soviel wie Borowski, was nach der letzten Rückrunde, in der wir zeitweise einen Großteil unserer Offensivstärke eingebüßt haben, vielleicht aber das treffendere Argument sein könnte?

Nur reden wir hier speziell in Bezug zur Systemumstellung, darüber hinaus wurden mit Marin und Borowski zwei Spieler mit diesen Eigenschaften neu installiert, nicht einer. Und lediglich darum ging es.

Und ich bleibe dabei: Hier zum Ausdruck zu bringen, dass Thomas Schaaf durch seinen "Offensiv-Wahn" quasi verblendet ist und deshalb die Defensiv-Fähigkeiten unserer Spieler schlechter beurteilen zu können als z.B. Du (nichts anderes schreibst Du ja, etwas verklausuliert zwar, aber Du schreibst es), halte ich für sehr, sehr anmaßend.

Du sprichst von ,,Wahn", ,,verblendet", ,,anmassend". Was soll das? Habe ich jemals TS in dieser Weise kritisiert? Wie gesagt, ich werfe es TS kaum vor, höchstens denen, die darauf zu wenig einwirken.

Anmassend ist eher, anderen Usern genau das vorzuwerfen und dabei selbstredend negative Superlative zu gebrauchen.


:beer:
 
Also, dass manche User hier ihre Antipathie in recht offensichtlich zurechtgebogene Pseudo-Argumente kleiden, ist ja nicht neu. Aber die Mühe, die Du Dir dabei gibst, setzt wirklich neue Maßstäbe dafür.

:)
 
Also, dass manche User hier ihre Antipathie in recht offensichtlich zurechtgebogene Pseudo-Argumente kleiden, ist ja nicht neu. Aber die Mühe, die Du Dir dabei gibst, setzt wirklich neue Maßstäbe dafür. :)

Wo bitte liest Du Antipathie heraus? Gegen wen? Ich habe bei vorangegangenen Diskussionen immer einer Boro-Verpflichtung zugestimmt, die Gründe dafür auch genannt, lediglich da schon mit dem Einwand, dass ich ihn zunächst als Back-Up für die Offensive sehe. Warum zum Geier muss der Versuch, einen Spieler ob seinen Fähigkeiten zu bewerten, zeitgleich Antipathie ausdrücken? Und dass Thomas Schaaf nach wie vor für mich der Richtige am richtigen Ort ist, habe ich ebenfalls desöfteren betont. Was sollen nun Deine Angriffe, beim geringsten Schein, etwas kritischer bewerten zu wollen? Wie definierst Du ,,zurechtgebogene Pseudo-Argumente", wenn ich lediglich versuche, den Umstand, dass ich deine Argumente nicht so bestätigen kann und das aus meiner Sicht klar und deutlich unterlege?
Und deine Argumente sind die einzig und allein geltende Wahrheit? Soviel zu der besonders oft von Dir eingeforderten Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen sowie dem Vorwurf, anmassend zu sein .....

Wo wir schon mal bei ,,offensichtlich zurechtgebogenen Pseudo-Argumenten" oder abenteuerlichen Sichtweisen sind, wie soll Otto-Normalverbraucher dann die Aussagen:
- Bororwski wäre plötzlich eine absolute Kämpfernatur und ein taktisch äußerst klug agierender Spieler
- Frings macht das Spiel schneller als Baumann
- Marin ist ein taktisch denkender Stratege
werten? Aussagen, die allesamt sehr, sehr exklusiv klingen und die ich persönlich eben nicht so sehe und auch von noch keinem anderen User hier so bestätigt gelesen habe.

Wie Dir aufgefallen sein müsste, bin ich ansonsten in vielen Bereichen des Forums deiner Meinung. Soviel sollte Dir bereits in Deiner unentwegten, die Kritiker antagonisierenden Art und Weise schon aufgefalllen sein. Aber warum es deine grosse Mission hier zu sein scheint, jede noch so kleine Kritik - und es sind ja lediglich ein paar Bedenken, die ich äußere aus Beweggründen, welche in der Vergangenheit begründet liegen, und keine wirkliche Kritik - sofort im Keim ersticken zu wollen, ist schon bemerkenswert. Ist es so schwer, auch mal zuzustimmen oder zumindest eine Sichtweise zu akzeptieren, ohne umgehend alles in dieser Hinsicht niederzumachen? Statt dessen kommst Du mit Pseudo-Argumenten...
 
Der Linienrichter scheint manchmal nicht zu merken, dass seine "Argumente" halt eben auch nur seine Sicht der Dinge darstellen und letztlich oftmals genauso angreifbar sind wie die der anderen User.

Wobei an dieser Stelle zu bedenken wäre, dass der Linienrichter aus meiner Sicht sehr wohl und sehr oft viele gute Argumente bringt, die ich meist unterschreiben würde.

Eigentlich hatte ich erst auch keine Lust, so ausschweifend abzuhandeln, aber die in der Summe diesmal so vielen Aussagen, die mMn im Kern nicht zutreffen, hatten mich dann doch zu diesem ellenlang gewordenen Beitrag verführt. Tschuldigung Leute! :svw_schal:
Und zunächst dem User zu bescheinigen, dass dessen Argumente ausgehen und er sich deshalb reinen Scheinargumenten bedient, und dann sogleich, als diese Scheinargumente und die Sichtweise dazu begründet wiedergegeben werden, mit einem Zweizeiler ohne Gegenargumente abzukanzeln, ist letztlich pure Arroganz und mangelnde Toleranz.
 
Schaaf hat in der vergangenen Rückrunde aus einer hinten anfälligen Mannschaft eine der besten Hintermannschaften der Rückrunde gemacht. Mit EINEM Sechser und einem offensiver agierenden Frings. Die Logik, dass ein defensiverer Frings und ein neben ihm spielender Borowski nun wieder anfälliger stehen sollen, ist auch weiterhin in jeder Hinsicht unlogisch.

Sehe ich genauso...
Bei Mannschaften die mit nominell 2 Sechsern spielen werden meist die Rollen des 6ers unterteilt in Offensiv und Defensiv wie auch bei der WM 2006...
So gesehen finde ich die Position der zweiten(offensiveren) 6 neben Frings absolut nachvollziehbar...
 
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