Diese Polemik 1. gibt es auf beiden Seiten, in jeglicher Form .
Die Argumentation für Schaaf beschränkt sich meistens, wer hat denn, den Fehler gemacht, jetzt war es mal Luki und genau diese Argumentation ist genau so banal, wie TS raus Rufe ohne Begründung. Anstatt aufzuzeigen von den Befürwortern, warum gerade TS es schafft Bremen aus dieser Krise zu führen.
Was für ihn in den letzten Jahren spricht, warum man die Hoffnung nicht aufgeben soll?
Ich kann ja nur für mich sprechen: Ein Trainer der es schafft, zusammen mit so einer jungen und unerfahrenen Mannschaft spielerisch so einen guten Saisonstart hinzulegen und es selbst jetzt in Zeiten der Krise schafft, zusammen mit einer verunsicherten mit vielen Ausfällen gebeutelten Mannschaft (wie es zumindest im letzten Spiel ja war) eine derartige Leistung wie in HZ 1 des letzten Spieles aufs Feld zu bringen, ist nicht verbraucht, überlebt, überholt, ausgebrannt, geschweige denn taktisch "dumm" oder inkompetent, eben ganz gegenteilig. Weiterhin, und das ist in dieser Situation in der wir uns auch "dank TS" befinden (Stichwort: Transferpolitik der letzten Jahre) nicht ganz unerheblich: Wir haben einfach gewisse Spieler jetzt "am Hals", und aufgrund Schaafs Art, sich auch vor diese Spieler zu stellen, diese auch mal zu schützen, auch vor sich selber, trotzdem jeden Montag mit denen wieder akribisch und genau und geduldig weiterzuarbeiten, finde ich ihn im Moment als eine sehr gute Besetzung des Trainerpostens. Immerhin sind gerade diese Spieler unser Kapital und wir können es uns nicht leisten, sie aufzugeben. Und da sehe ich bei TS eben sehr ausgeprägte Comeback-und-Aufsteher-Qualität, quasi der Rocky Balboa der Bundesliga.
Ein weiterer Punkt für mich ist die Schaaf'sche Philosophie: Nicht reagieren, sondern agieren. Selber zu versuchen die Initiative aufs Feld zu bringen, sich also weniger an den Schwächen des Gegenübers zu orientieren, sondern an den eigenen Stärken. Selber das Spiel zu gestalten als die stumpfe H96-Kontertaktik.
Zudem, wenn man etwas ändern möchte, sollte man es auch benennen können, sprich mit Namen unterfüttern. Und hier sehe ich keinen Trainer, der a) für Werder zu haben ist, b) dann auch noch Werder nicht nur als Durchlauferhitzer für höhere Aufgaben ansieht (wie es vielleicht einige Spieler tun) und dann auch noch c) nahezu einhellig von fachkompetenten Menschen so für seine Arbeit gelobt wird.
MMn sehen wir bei so einigen gehypten Trainern der letzten Jahre schon die ersten Abnutzungserscheinungen.
Wenn ich den Saisonverlauf so resümiere, dann hat eben nicht viel gefehlt, eben nur ein, zwei Ticks. Eine Zahnrad hier, eine Unterlegscheibe da. Und an diesen Stellen muss zwingend nachgebessert werden. Die Spielergebnisse und letztendlich die Tabelle geben mMn nicht wieder, was tatsächlich im Laufe des Spiels passiert ist und schon gar nicht wie es passiert ist. So ist es nun mal mit Kennzahlen: Verdichtete Informationen bedeuten auch immer Informationsverlust.
So, jetzt können sich die "Hyänen" (Scherz!) an meinem Statement abreagieren.
