:face: Ist es wirklich so schwer zu begreifen, dass es Sofatester nicht darum geht ob gut verteidigt wird, sondern wie das Defensivspiel an sich angegangen wird.
Wenn ich ihn richtig verstehe (auch wenn ich zugegeben die Kritikpunkte selbst nicht erkennen kann, nie versucht Spiele zu analysieren und deswegen da auch kein Auge für) würde selbst eine komplette Halbserie ohne Gegentor nicht zwingend etwas an seinen Kritikpunkten ändern, wenn das nur dadurch hervorgerufen wird, dass man einfach "blind" nachsetzt und den Ball zurückholt.
Wie er schon öfter geschrieben hat, geht es ihm um einen Punkt, den er "defensives Positionsspiel" nennt, auch auf die Gefahr hin, da jetzt danebenzuliegen, aber ich stelle mir da etwas ähnliches drunter vor, wie unter fest einstudierten Angriffszügen in der Offensive. Sprich sobald der Gegner an Punkt X den Ball erobert, weiß jeder Spieler auf dem Feld, wie sein Laufweg jetzt aussehen muss um möglichst schnell in eine abgestimmte Defensivordnung überzugehen, die Räume eng zu machen usw.
Danke. Du hast es im Wesentlichen richtig verstanden und -natürlich nur im Groben- beschrieben.
Nur im Groben, weil im derzeit modernen Fussball die Trainer, die so spielen lassen, das je nach Dauer ihrer Beschäftigung bei einem Verein, Kontinuität bei der Mannschaft (hat man 7 oder mehr Wechsel beim Stammpersonal in einer Pause und kommen neue Spieler, die das nicht so kennen, geht es teilweise von vorne los) und Qualität der Spieler immer weiter verfeinern.
Bei Werder sehe ich dieses systematische Spiel im Verbund in der Defensive nach wie vor nicht, sondern ich sehe individuelles Verhalten einzelner Spieler mit wechselnder Disziplin.
Es mag ja durchaus sein, das man dann, wenn diese Disziplin von mehreren MF-Spielern individuell zur gleichen Zeit gemeinsam beachtet wird, eine Verbesserung erkennbar wird, es nicht mehr ganz so gewaltige Räume für den Gegner gibt und diese das Tore schiessen nicht mehr so dermaßen leicht gemacht bekommen wie in den letzten 7 Jahren, es mag sogar die berüchtigte "bessere Balance" oder gar wieder zu-Null-Siege geben. (Hoffentlich)
Das bedeutet aber noch lange nicht, das sich 3-5 der Mittelfeldspieler und Offensivkräfte systematisch und in Bezug zueinander im Feld richtig bewegen, wenn der Ball verloren geht (bzw. 1-2 dieser Spieler zudem versuchen, so etwas zu antizipieren). Das ist die momentan erfolgversprechende moderne Entwicklung im Fussball.
Ich sehe leider die Gefahr, das Thomas Schaaf sich nicht nur in Bezug auf die Dauer seines Trainerengagements in eine Nähe zu seinem "Ziehvater" Otto Rehhagel begibt, sondern auch dabei, eine wichtige moderne Entwicklung im modernen Fussball zu verschlafen und dann dem Nachfolger diesbezüglich einen Scherbenhaufen zu hinterlassen.
Bei Rehhagel war es ja so, das er zuletzt die Erneuerung des überalterten Kaders verschlafen hatte, gerne mit älteren Spielern arbeitete und dann folgerichtig, weil diesen die "Grundausbildung" fehlte und weil er gute Liberos hatte, weiter mit Libero spielte, als dies zunehmend unmodern wurde und zu Nachteilen führte. Die Viererkette musste dann mühevoll unter Aad de Mos gelernt werden, was nicht auf Anhieb klappte und danach mehrere Jahre zu einer "fehlenden Balance" und Defensiv-Ärger führte.
Bei Schaaf mache ich mir ähnliche Sorgen bezüglich des Defensivspiels.
Ich kann nur nochmals darauf verweisen, das mittlerweile schon gute Viertligisten, moderner mit einem Defensiv-Verbund spielen.
Ich gebe gerne zu, das unterklassige Mannschaften niemals auch nur entfernt solch ein Offensivspiel aufziehen wie Werder und ich weiß selber nicht, ob unter den von mir geforderten Änderungen (für die man mindestens eine längere Pause benötigt, um das einzuüben) nicht unser im Moment überraschend gutes Offensivspiel, das man nicht so schnell auf diesem Niveau erwarten durfte, leiden würde. Es ist sicher auch so, das auch Mannschaften, die so ein Positionsspiel pflegen auch ihre Fehler machen und nicht alles gewinnen.
Letzten Endes ist es aber eben so, das mir das, was Werder defensiv nun schon seit Jahren darbietet, einfach viel zu niveaulos und schlecht ist und dazu führt, das man bei einer "Werder-normalen" Defensivleistung dann offensiv fünfmal besser sein muss, um noch zu gewinnen. Das geht eben nicht immer und das ist so furchtbar frustrierend, wenn man unseren schönen und tollen Offensivfussball sieht, sieht wie wir mit enormem Aufwand die gegnerische Defensive knacken und dann immer wieder selten dämliche, einfache Gurkentore kassieren und dann alles für die Katz war.
Wenn also TS andere Verbesserungen findet, wäre das auch interessant, nur verbessern muss sich da Vieles und bloßes beschönigendes "Balance- Gerede" hilft nicht mehr, das hören wir nämlich schon 7 Jahre lang.