Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Pingy
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
das mit den schnellen Läufen spricht für mich nicht nur für zu wenig Aufwand - es spricht für zu wenig Spieltempo einerseits, aber eben auch für fehlende Dynamik andererseits. Wenn ich sehe, wie z.B. Hartherz läuft und man das mit unserem AV-Duo der letzten Saison, Silvestre/Fritz also, vergleicht, dann hat der, um es überspitzt zu sagen, in einem Spiel mehr schnelle Läufe als die in einer saison. Es bestant und teilweise besteht ein Mangel an schnellen und technisch guten Spielern. Hinzu kommt das teilweise sehr verschleppte Spieltempo.
 
@Blacki84
Was steht oft, wenn ich sage, dass Werder sich damit auskennt? Wo wurde behauptet, dass einzig Dynamik mit Aufwand gleichgesetzt wird. Bin auf das eingegangen, was Du fragst. Du versuchst gerade, die Debatte ins Nonsens zu ziehen, um den Gegenüber lächerlich zu machen.

Es ist doch alles grad im FLUSS, quasi fluid.
Das schlussfolgerst Du aus dem letzten Spiel?
 
Das Gerede über die heutige Generation gibt es in jeder Generation....
:tnx:
Tatsächlich?
Also ich kenne regionale DFB-Stützpunkte und unterhalte mich öfter mit Übungsleitern, die dort tätig sind (zugegeben in den letzten 3-4 Jahren weniger) und da gibt es andere Meinungen. Zum Beispiel, dass die Burschen von heute in der Gesamtheit nur noch wenig mit denen zu tun haben, die in den 90ern da am Ball waren.

Wer sich an die Zeit Mitte der 90er an Sachsen-Anhalts Juniorenauswahlen mit Maltritz, Sandmann, Tiffert oder Maik Franz erinnert und das nur vergleicht mit der Zeit 2003-2005, der immerhin u.a. Leute wie Schmelzer, Petersen oder Schorch entsprangen, der wird feststellen, dass das schon etwas anderes war. Und heute ist`s noch extremer. Denen wird einerseits viel zu viel abgenommen, andererseits werden sie gewissermaßen entmündigt, wodurch sich Eigenständigkeit oder Selbstverantwortung nur rudimentär entwickelt.

Meinem persönlichen Empfinden nach konzentriert sich die überwältigende Mehrheit der jungen Spieler heute entweder viel zu sehr darauf, cool zu sein oder eben auf pragmatische Ein- und Unterordnung ins Team, aber weniger auf` s Besondere und setzt sich deshalb nicht selbstkritisch und konstruktiv genug mit den Erfordernissen ihres Berufs auseinander. Schaaf spricht doch immer und immer wieder davon, dass die "Klarheit" in den Aktionen fehlt, um die spielerische (und vermutlich auch taktische) Linie "durchzubringen". Da hat er vollkommen recht, die Frage stellt sich aber, ob es ausreichend angegangen wird, sowohl auf der mentalen Ebene, als auch in Bezug auf handwerkliches Rüstzeug. Vielleicht ist Schaaf in dieser Beziehung zu sehr Traditionalist und hängt Altbewährtem nach.

Und, @der_1910, da ändert eben auch die "heute im Jugendbereich umfangreichere und bessere Ausbildung" wenig dran. Wenn die Burschen das Prinzip nicht verstehen, muss es im Männerbereich weitergehen bzw. gefestigt werden. Sonst fehlt immer wieder die "Klarheit" in den Aktionen. Dabei fordert doch gerade Schaaf augenscheinlich, wie Du es detailliert beschrieben hast, Fussball für "Fortgeschrittene".

Die Kiebitze berichten ja ständig vom Training der Laufwege, Handlungsschnelligkeit, 5-gegen-2, Ordnung und Abstände in einzelnen Situationen. Physis. Alles gut und schön, nur fällt auf dem Rasen bspw. seit gefühlten Ewigkeiten auf, dass der druckvolle, punktgenaue 10-12m-Pass selten und dessen Verarbeitung vom Mitspieler noch weniger gelingt (was eine Folge davon sein könnte, dass Spieler nur lernen, Bälle auf kurzen Wegen prallen zu lassen, dafür aber kaum Ball-/ Pass-/ Schusstechniken?). Oder dass die Mannschaft eine gewisse Grundordnung scheinbar zwar halten will, aber oft nicht weiss, wie sie diese immer wieder erzwingen kann. Oder Werder`s Truppe überhaupt nicht in der Lage ist, Eigeninitiative zu entwickeln, wenn irgendetwas im Spiel schief läuft.

Und deshalb fragt sich doch der interessierte Beobachter, ob das dringend notwendige Handwerkszeug ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit ist oder es eher stiefmütterlicher Weise vorausgesetzt wird? Würde ich gerne mal wissen……
Der äußere Eindruck, also die Spiele, bestätigen jedenfalls erstmal letzteres und zwar nicht erst seit gestern.

Dass die Truppe jedes Jahr einen gaaanz langen Anlauf braucht, bis die "Dinge" ineinandergreifen, sie sich also selbst einigermaßen initiiert, kommt von ungefähr? Und wenn jene Intuition gar nicht kommt, es auch nur ansatzweise in der Mannschaft nicht passt oder ein Hauch zu wenig Intelligenz auf dem Rasen steht, passiert sowas wie letzte Saison, 2009 oder Rückrunde 03.

Sogar Micoud war 2004 taktisch stärker als 2002. Nimm doch die aus dem aktuellen Kader, die ein paar Jahre hier sind: Fritz, Borowski, Hunt, Pizarro, Rosenberg, Naldo zum Beispiel. Die haben sich mit sicherheit taktisch nicht verschlechtert.
Von verschlechtert war auch nicht die Rede.
Hat sich Micoud mit 30 taktisch noch weiterentwickelt oder seine Erfahrung eingebracht und weitergegeben? Haben Fritz oder Boro ihre strategischen Schwächen jemals in der Form abstellen können, dass man es hätte Entwicklung nennen können? Oder Rosenberg? Inwiefern haben Naldo oder Pizarro ihr Spiel verändert?
Gegen Hamburg spielten sonderbarerweise mit Junuzovic und Trybull zwei Akteure am intelligentesten, die erst kurz da sind.

Zusammenfassend gesagt halte ich die Philosophie (a` la Karlotto "der Ideologe") nach dem Motto, die Jungs, die zu uns wechseln, sind auf hohem Niveau ausgebildet und müssen die Basics nicht mehr lernen bzw. werden ständig daran arbeiten, weil sie ja erwachsen genug sind, im Gegensatz zu vielen Leuten hier für eine Vorgehensweise, die nicht mehr mit der heutigen Entwicklung Schritt hält.
 
@Blacki84
Was steht oft, wenn ich sage, dass Werder sich damit auskennt?

Das hast du geschrieben:


Da kennt sich Werder aus. Nach einem 4:1 herunterschalten und noch Kontertore einfangen, bis es 4:4 steht. Führungen verspielen. usw. Wir haben manchmal nach EC-Spielen gemerkt, wie erfolgreich so eine Vorgehensweise ist. Nämlich so gut wie gar nicht. Stichpunkt unnützer Aufwand.

Und ich finde ehrlich gesagt nicht das man ernsthaft von "auskennen" sprechen kann weil das in 5 Jahren einmal (!) passiert ist. Das ist dann nunmal eher ein sehr polemischer Hinweis.
Das eine solche Vorgehensweise so gut wie gar nicht erfolgreich ist, ist ja ohnehin erstmal lediglich eine Behauptung.


Wo wurde behauptet, dass einzig Dynamik mit Aufwand gleichgesetzt wird.

Das hat niemand behauptet. Trotzdem - und das wirst du nicht bestreiten können - hat die Laufleistung sehr wohl jede Menge mit Aufwand zu tun. Von daher ist der Hinweis auf diese Statistiken und zum Beispiel auf Dortmund doch durchaus angebracht. Die Statistiken scheinen nunmal zu zeigen das Werder in läuferischer Hinsicht nicht mehr Aufwand als die Konkurrenz betreibt. Für mich scheint daher auch der Aufwand nicht der entscheidende Punkt zu sein, sondern vielmehr: Welche Spielweise bietet für Werder möglichst wenig Risiken bei möglichst vielen Erfolgschancen?

Bin auf das eingegangen, was Du fragst. Du versuchst gerade, die Debatte ins Nonsens zu ziehen, um den Gegenüber lächerlich zu machen.

Mick, das finde ich jetzt ganz schwach von dir.
Ich versuche keineswegs die Debatte ins lächerliche zu ziehen, vielmehr habe ich dir eine klare Frage gestellt, vor deren Beantwortung du dich aber zu drücken scheinst.
Die Frage ist übrigens mein voller Ernst. Vielleicht habe ich davor nicht deutlich genug gemacht was ich meine, aber spätestens mit dem letzten Beitrag sollte das behoben sein.

(Genaugenommen ärgert es mich mir Nonsens zu unterstellen, wenn du selber aus der Statistik das Werder von allen Bundesligateams letzte Saison am wenigstens Sprints bestritten hat, ableitest dass dies ja beweise das Werder mehr Aufwand als andere Teams betreiben müsse).

Ich fände es zudem auch interessant welche Faktoren - neben Laufleistung und Dynamik - für dich noch unter Aufwand zu fassen sind.
Das zu klären wäre vielleicht auch ganz allgemein sinnvoll, wenn wir hier darüber diskutieren wie aufwendig Werders Spielweise im Vergleich zur Konkurrenz ist. Vielleicht liegen hier ja auch einfach unterschiedliche Vorstellungen, was unter Aufwand zu fassen ist, vor.
 
Mir scheint es jedoch wichtig zu sein, dass man bei der Auswahl neuer Spieler auf Dynamik setzt und Leute wie z.B. Silvestre, Fritz, Wagner, Borowski etc. die keine haben, sukzessive ersetzt. Mit Sokratis, Hartherz und Junuzovic geht das in die richtige Richtung, wogegen Ekici die Dynamik einer Wanderdüne ausstrahlt.
 
Das könnte man jedenfalls auch aus der Statistik und den Beobachtungen der (zumindest) letzten 1 1/2 Jahre so ableiten.
Grundsätzlich ist das aber natürlich nicht nur eine Frage der Dynamik sondern auch eine der Laufbereitschaft. Sich anzubieten, die Wege zu gehen die weh tun. Kein langsames Herumgetrabe.
 
Für mich mangelt es bei z.B. Fritz nie am Willen und der Bereitschaft, der war auch in Hasmburg in der Hinsicht vorbildlich. Wenn ich jetzt aber schätzen müsste, wie viele schnelle Läufe der hatte...
 
Mir scheint es jedoch wichtig zu sein, dass man bei der Auswahl neuer Spieler auf Dynamik setzt und Leute wie z.B. Silvestre, Fritz, Wagner, Borowski etc. die keine haben, sukzessive ersetzt. Mit Sokratis, Hartherz und Junuzovic geht das in die richtige Richtung, wogegen Ekici die Dynamik einer Wanderdüne ausstrahlt.

Ich weiss das es eigentlich in den Ekici-Thread gehört, aber ich war doch sehr überrascht, dass Hecking im Interview gesagt hat, Ekici habe in ihrem 4-1-4-1 System meist den offensiven Außen gegeben. Und das variabel auf beiden Seiten gegen den jeweils schwächeren AV des Gegners. Also die Dynamik für einen offensiven Außen geht ihm doch völlig ab oder?? ich hatte seine Rolle in Nürnberg auch ganz anders in Erinnerung, aber Hecking muss es ja wissen.
 
Dem kann ich nur vehement widersprechen. TS ist in erster Linie so lange hier Trainer weil er praktisch über seine gesamte Zeit hier sehr erfolgreich gewesen ist.
:tnx:
Richtig, deswegen sind wir 2007 mit der wahrscheinlich bestbesetzten BL-Truppe (Wiese, Merte, Naldo, Baumann, Diego, Frings, K+K) Dritter, 2009 mit einer Mannschaft mit Wiese, Merte, Naldo, Baumann, Diego, Frings, Pizarro souverän Zehnter geworden und in der CL zuletzt 4mal in immer stärkeren Gruppen gegen europäische Supermächte wie Famagusta, Athen, Piräus, Lazio oder Twente weitergekommen. :tnx:

Mittlerweile kommen die Einschläge im 2-Jahres-Rhythmus, das jedesmal heftiger und die Jahre dazwischen mit immer überschaubareren Resultaten. Liegt daran, dass wir eine ungemein flexiblen und ausgeklügelten Masterplan haben, der den jeweiligen Gegebenheiten des Fussballs immer einen Schritt voraus ist.

Ausserdem sind die ganz seltenen Mißerfolge alles Schuld der Spieler. Ob die nun Fritz, Frings und Boro oder Owomoyela und Schulz oder Verlaat, Stalteri und Krstajic hiessen, die zeigen alle absichtlich die immer gleichen Defizite.

Ich versuche keineswegs die Debatte ins lächerliche zu ziehen, vielmehr habe ich dir eine klare Frage gestellt, vor deren Beantwortung du dich aber zu drücken scheinst.
Ich drücke mich vor was? Deshalb ja schon im letzten Beitrag die Nachfrage.
Und klar versuchst Du das, wenngleich der Begriff "ins Lächerliche" sicherlich unglücklich gewählt ist.

Zum Beispiel ging es ursprünglich um intelligenten Aufwand, Abwägung/ Sinnhaftigkeit des Für und Wider einer Spielweise und der Hinweis der Statistiken war eben nur einer von mehreren, der das Gesamtbild unterlegt. Aber genau daran hängst Du dich extrem auf, an Toren und Gegentoren, bis es nur noch um reinen Aufwand (Laufleistung, Dynamik, Dortmund- und Werder-Statistiken, Spiegel) geht. Es ging aber immer um die Art des Aufwands, wann es sinnvoll oder eben nicht angebracht ist, so zu spielen, wie es Werder oft tat.

Dazu passt auch, wie Du dich am Absatz mit dem "Auskennen" aufhängst, denn das ist eine völlig allgemeine Aussage (natürlich etwas sarkastisch gemeint) und beinhaltet überhaupt nicht, dass es oft passiert sein soll. Den Beisatz mit den EC-Spielen dagegen ignorierst Du wohlwollend, gerade da liegt aber ein wichtigerer Hinweis. Werder war bspw. 2008 bei der 0:1-Niederlage oder der 3:6-Niederlage, 2009 beim 1:2 in HH auf Schneeboden, jeweils nach kräftezehrenden EC-Partien/ Reisen vollkommen falsch eingestellt, hat ziemlich dümmlich gespielt

So kann natürlich leicht am inhaltlich Wesentlichen vorbeigeschrieben, das eher Nebensächliche zum Wesentlichen gemacht und nicht zuletzt ganz nebenbei die Meinungsführerschaft ("das finde ich jetzt ganz schwach") übernommen werden.

Selbstverständlich versuchst Du – zugegeben clever - auf diese Weise, die Debatte mehr auf die unsinnige Ebene zu lenken bzw. auf eine, mit der die Argumentation des Diskussionsgegners recht leicht auseinandergenommen und diesen letztlich dumm aussehen lassen kann. Und bei jedem Versuch, wieder auf` s Wesentliche zurückzukommen, kommt der Hinweis, warum man nicht auf die Fragen eingeht. Ist eigentlich eher 5vor12 oder Paul Tergat-Stil und kenne ich so noch gar nicht von Dir. Daher unterstelle ich Dir hier keine Absicht, ändert aber letztlich nichts dran.
 
:tnx: Ja sehe ich auch so.
Inwiefern? Sehe ich nicht unbedingt so.

Schaaf hat auch schon in der Hinrunde NEUES probiert und das sogar bisweilen mit Erfolg. Werderlike kamen die Neuzugänge 4 Wochen zu spät. Sei es drum. Jetzt gehts um die Wurst äh, um die Punkte. Es gilt, einem jeden ein Bein zu stellen, der vor uns postiert ist und darüber hinaus auch die vermeintlichen Punktelieferanten zu melken.

Wir haben gegen Hamburg mE ähnlich gespielt, wie wir auch schon gegen Augsburg angetreten sind. Nur mit dem Unterschied, dass wir weitaus kompakter standen.
 
:tnx:
Richtig, deswegen sind wir 2007 mit der wahrscheinlich bestbesetzten BL-Truppe .........

Mich, bei aller großen persönlichen Sympathie, bei allem Respekt für soviele gute Taktik-Beiträge, aber meinst Du nicht, das Du bei Deiner Kritik über jedes Maß und Ziel hinaus schiesst ?

Es macht in letzter Zeit wirklich den Eindruck, das Du selbst in Zeiten, in denen es nicht nur von den Ergebnissen befriedigend läuft, sondern auch mit der unerfahrenen jungen Truppe ein klarer spielerischer Aufwärtstrend festzustellen ist, geradezu zwanghaft die Kritik am Trainer aufrechterhalten musst.

Intelligente Leute mit etwas Fußball-Sachverstand (zu denen ich uns beide wie auch etliche andere hier zähle) können letztlich immer aus der langen Werder-Historie irgendwelche Vergleiche aus der Mottenkiste zaubern und zwar so, das man dann Ergebnisse erhält, die man passend zur eigenen Meinung interpretieren kann.

Die Vergleiche mit den tollen Teams seit 2006, die zwar immer ganz vorne dabei waren, aber obwohl sie den schönsten Fußball spielten keinen nationalen oder internationalen Titel holten und noch nicht mal das Viertelfinale der Champions-League erreichten mit der Gurkentruppe der Vorsaison und dem im totalen Umbruch befindlichen jungen Team von jetzt "hinken" doch wie ein grippekrankes Walross auf der A27 nachts um halb zwei nach zuviel Appelkorn.

Worüber willst Du Dich eigentlich beschweren ? Für mich liest sich als einzige Konstante heraus, das Schaaf zu Deinem Bedauern immer noch Trainer ist.

Hak doch endlich mal die Vergangenheit und die übel hinkenden Vergleiche von nicht vergleichbarem ab und konzentrier Dich bitte auf das hier und jetzt.

Denn viele Dinge sind anders: Die Mannschaft hat "ein anderes Gesicht". Es sind mittlerweile viele neue Leute gegangen und gekommen, der Altersdurchschnitt hat sich stärker verändert, es sind viel weniger Ausländer da (die deutschsprachigen Österreicher und unser Schweizer sind für mich keine "RICHTIGEN" Ausländer, auch wenn ich Österreich-Fan bin und ihre Eigenstaatlichkeit respektiere, aber das ist nunmal eine besondere Kiste). Als Führungsspieler sind eigentlich nur noch Wiese, Fritz und Piza da, Naldo ist als mittlerweile einziger Brasilianer und dauerverletzter ein wenig außen vor und die drei älteren Führungsspieler pflegen einen anderen Stil als zB. Frings.

Es gibt auch insbesondere keine Extrabratwurstleute wie Diego oder Almeida mehr und vor allem machen die jungen Nachwuchsspieler mit ihren Leistungen allen anderen, auch den halb-jungen Spielern wie zB. Schmitz mittlerweile richtig Druck.

Den größten Unterschied zu den Zeiten, als die Balance nie stimmte und dadurch immer wieder mit den tollsten Teams und dem schönsten Fußball mehrere Titel leichtfertig verspielt wurden sehe ich jetzt darin, das die aktuelle junge Mannschaft auf dem Feld offenbar wieder die persönlichen Interessen mehr hinten an stellt und der Trainer durch diesen Umbruch bei den jungen Spielern wieder mehr Macht hat und sie mehr auf ihn hören.

Noch ist man offensiv-spielerisch lange nicht wieder auf dem Niveau wie mit Micoud,Diego oder Özil, aber dafür bekommt man zunehmend wieder eine Einheit auf dem Platz zu sehen, die es schafft, wie in Hamburg eine ganze Halbzeit lang konzentriert das gegnerische Spiel mit "elender Laufarbeit ohne Ball" zu stören und das trotzdem schon wieder ansatzweise schönen Kombinationsfussball spielen kann und wie in Hamburg sogar wieder das Kontern für sich entdeckt.

Wenn ich einen Vergleich suchen müßte, dann würde ich das derzeitige Werder mit dem im Aufbau befindlichen BVB von vor 2-3 Jahren vergleichen, als dort Stück für Stück die aktuelle Mannschaft heran reifte - und damals von den Ergebnissen noch nicht so weit war wie wir aktuell.

Ich sehe das im Moment so, das der Trainer Thomas Schaaf es offenbar für seinen Erfolg bitter nötig hatte, das dieser Umbruch statt findet, damit wieder mehr Spieler da sind, die ihm zuhören und die das machen, was er vorgibt.

Werder ist also nicht den Weg gegangen, die überteuerte und relativ erfolglose Mannschaft zu halten und den Trainer raus zu schmeissen, man ist den Weg gegangen, den Trainer zu halten und die Spieler auszutauschen. Der Effekt ist der Gleiche: Die Spieler hören dem Trainer wieder zu.

Jetzt muss diese junge Truppe nur noch zusammen reifen und besser werden und dann vorsichtig und punktuell hier und da verstärkt werden.
Der Erfolg des derzeitigen Umbruchs wird sich erst in 1-2 Jahren feststellen lassen.
 
@ sofatester:

Hervorragender Beitrag!

Ich verstehe diese ewige Trainer-Schelte von Mick schon lange nicht mehr! Du hast es hervorragend formuliert!

Nach meinem Dafürhalten hatten wir, Werder Bremen, noch nie den besten Kader der Liga! Der Kader der Bayern war immer, auch 2007, besser und teurer. Wir hatten damals eine gute 1. Elf, die Bayern aber haben stets 18-22 Nationalspieler!

Es ist gerade ein Verdienst von KATS, dass man den Unterschied nicht gemerkt hat.
 
Nach meinem Dafürhalten hatten wir, Werder Bremen, noch nie den besten Kader der Liga! Der Kader der Bayern war immer, auch 2007, besser und teurer. Wir hatten damals eine gute 1. Elf, die Bayern aber haben stets 18-22 Nationalspieler!

:tnx:
Seit Mitte der 90er trifft das auf jeden Fall zu.

Mir gefallen diese Spekulationen auch nicht, ob ein anderer Trainer noch mehr aus der Mannschaft rausgeholt hätte. Ich fand es absolut beeindruckend, dass wir Jahr für Jahr in die CL eingezogen sind.
 
@Sofatester:

Die Kritik ist angebracht. Schaaf zeigt aber auf, dass auch er sich selbst nicht aus der Kritik herausnimmt. Er verändert, arbeitet. Vielleicht werden wir erleben, dass Mick keine Kritik mehr übt, ...... dann wirds aber ne ganze Spur langweiliger hier.
 
:tnx:
Richtig, deswegen sind wir 2007 mit der wahrscheinlich bestbesetzten BL-Truppe (Wiese, Merte, Naldo, Baumann, Diego, Frings, K+K) Dritter, 2009 mit einer Mannschaft mit Wiese, Merte, Naldo, Baumann, Diego, Frings, Pizarro souverän Zehnter geworden und in der CL zuletzt 4mal in immer stärkeren Gruppen gegen europäische Supermächte wie Famagusta, Athen, Piräus, Lazio oder Twente weitergekommen. :tnx:

Spätestens wenn man anfängt nur noch die (vermeintlichen) Mißerfolge aufzuzählen geht das ganze komplett an einer sachlichen Diskussion vorbei.
Aber klar, wir hatten mit TS keinen Erfolg, wir waren in den letzten 10 Jahren mit TS nur zufällig nach den Bayern die erfolgreichste Bundesligamannschaft mit einer Konstanz die kein anderes Team vorzuweisen hatte.

Von einer negativen Entwicklung der letzten Jahre, habe ich ja auch gesprochen. Man kann vor diesem Hintergrund sicherlich darüber streiten ob dieser Kredit für TS berechtigt und vor allem richtig und gut für Werder Bremen ist - es sollte doch aber außer frage stehen das TS sich diesen Kredit erarbeitet hat und das ganz sicher nicht nur weil er "seit 40 Jahren bei Werder ist" und man sich "einer Tradition der Kontinuität" verschrieben hat.

Ich sehe Werder im Moment übrigens auf einem positivem Weg und freue mich sehr über die jungen Spieler (und darüber das nicht mehr die Rede von "zu wenig angeboten ist, sondern von "Phasenweise setzen wir das gut um", was sich mit meinen Beobachtungen deckt).
Ich bin aber auch skeptisch ob das länger oder dauerhaft anhält.


Mittlerweile kommen die Einschläge im 2-Jahres-Rhythmus, das jedesmal heftiger und die Jahre dazwischen mit immer überschaubareren Resultaten. Liegt daran, dass wir eine ungemein flexiblen und ausgeklügelten Masterplan haben, der den jeweiligen Gegebenheiten des Fussballs immer einen Schritt voraus ist.


Ausserdem sind die ganz seltenen Mißerfolge alles Schuld der Spieler. Ob die nun Fritz, Frings und Boro oder Owomoyela und Schulz oder Verlaat, Stalteri und Krstajic hiessen, die zeigen alle absichtlich die immer gleichen Defizite.

Hast du diesen unsachlichen Sarkasmus eigentlich nötig? Sonst keine Argumente? Da brauchst du mir dann auch nicht mit 5vor12- oder PaulTergat-Stil kommen.

Welche gleichen Defizite bei den genannten Spielern meinst du denn?

Ich drücke mich vor was? Deshalb ja schon im letzten Beitrag die Nachfrage.
Und klar versuchst Du das, wenngleich der Begriff "ins Lächerliche" sicherlich unglücklich gewählt ist.

Zum Beispiel ging es ursprünglich um intelligenten Aufwand, Abwägung/ Sinnhaftigkeit des Für und Wider einer Spielweise und der Hinweis der Statistiken war eben nur einer von mehreren, der das Gesamtbild unterlegt. Aber genau daran hängst Du dich extrem auf, an Toren und Gegentoren, bis es nur noch um reinen Aufwand (Laufleistung, Dynamik, Dortmund- und Werder-Statistiken, Spiegel) geht. Es ging aber immer um die Art des Aufwands, wann es sinnvoll oder eben nicht angebracht ist, so zu spielen, wie es Werder oft tat.

Es ist aber eben, das zeigen die Statistiken sehr gut (und das ist letztlich eben auch das was ich damit Ausdrücken wollte) nunmal nicht immer so eindeutig zu bestimmen wann ein Aufwand intelligent und sinnvoll ist, wie du es hier darstellst. Das wollte ich aufzeigen. Ich wollte lediglich das der Fokus mal nicht nur in die eine Richtung gerichtet ist. In dieser Hinsicht habe ich dich dann gefragt wie du den großen Aufwand von zum Beispiel Borussia Dortmund bewertest. Was ist an dieser Frage schlimm? Man könnte sich dabei zum Beispiel auch Fragen ob ein derartig hoher Aufwand wie bei den beiden "Borussias", besonders bei Doppelbelastung, auf Dauer wirklich durchzuhalten ist. In diesem Punkt mögen auch gewisse Parallelen zu Werder zu erkennen sein.
Es hat auch nie jemand behauptest das es "nur" um Laufleistung gehe. Aber diese ist nunmal eindeutig ein Aspekt des Aufwands. Warum also nicht darüber sprechen?

Zumal auch klar die Aussage kam, das Werder mehr Aufwand betreiben müsse als andere Teams um Punkte einzufahren - und auch das ist alles andere als in Stein gemeißelt. Im Gegenteil.
Ich will damit auch gar nicht sagen das du Unrecht hast. Du hast in vielen Punkten sicherlich recht.


Dazu passt auch, wie Du dich am Absatz mit dem "Auskennen" aufhängst, denn das ist eine völlig allgemeine Aussage (natürlich etwas sarkastisch gemeint) und beinhaltet überhaupt nicht, dass es oft passiert sein soll. Den Beisatz mit den EC-Spielen dagegen ignorierst Du wohlwollend, gerade da liegt aber ein wichtigerer Hinweis. Werder war bspw. 2008 bei der 0:1-Niederlage oder der 3:6-Niederlage, 2009 beim 1:2 in HH auf Schneeboden, jeweils nach kräftezehrenden EC-Partien/ Reisen vollkommen falsch eingestellt, hat ziemlich dümmlich gespielt

Das mag durchaus sein, auf der anderen Seite ist es aber eben nicht ungewöhnlich das sich Teams nach Europacup-Spielen sehr schwer tun.
Es stellt sich daher schon die Frage ob eine andere Spielweise nicht trotzdem ähnliche Schwierigkeiten mit der Frische mit sich gebracht hätte.
Du stellst das nur auch hier wieder so dar als sei es geradezu alternativlos. Klar ist doch auch: Auch Mannschaften mit defensiverer Spielweise haben nach Europacupspielen immer mal wieder ihre Problemen und verlieren dann vielleicht auf andere Weise.

Ist stimme dir aber in so weit in diesem Punkt zu - da hätte man sicher cleverer agieren können (und sollen).
Ich glaube auch das man in anstrengenden englischen Wochen damit erfolgreicher sein könnte. Ich habe aber keine wirkliche Ahnung wie Werder im Vergleich zu anderen Mannschaft bei so etwas abgeschnitten hat und bewerte dabei die Vorzüge von Werders Spielweise wohl etwas positiver als du.

So kann natürlich leicht am inhaltlich Wesentlichen vorbeigeschrieben, das eher Nebensächliche zum Wesentlichen gemacht und nicht zuletzt ganz nebenbei die Meinungsführerschaft ("das finde ich jetzt ganz schwach") übernommen werden.

Jetzt komm mir nicht so Mick. Ich schreibe ganz klar "ich finde das schwach", und du wirfst mir vor ich würde die Meinungsführerschaft beanspruchen? Ich schreibe ja nicht "es ist schwach".
Aber wenn du die Diskussion schon auf diese Metaebene ziehen willst (Maddin mag das gar nicht :D): Ich glaube eher das es dir gut stehen würde wenn du manchmal Konjunktive oder Formulierungen wie "meiner Meinung nach" verwenden würdest.

Ich wollte lediglich einige Fragen aufwerfen. Ich weiß daher auch nicht was du daran so schlimm findest das du darauf immer mit beißendem und unsachlichem Sarkasmus antworten musst.

@ Sofatester

Schöner Beitrag :tnx:
 
@Sofatester:

Die Kritik ist angebracht. Schaaf zeigt aber auf, dass auch er sich selbst nicht aus der Kritik herausnimmt. Er verändert, arbeitet. Vielleicht werden wir erleben, dass Mick keine Kritik mehr übt, ...... dann wirds aber ne ganze Spur langweiliger hier.

Auch wenn du mich jetzt nicht angesprochen hast, denke ich, dass keiner hier will, dass Mick aufhört zu kritisieren. Er soll seine Sicht der Dinge schreiben und gut ist.
Aber man kann ja auch Micks Kritik kritisieren.... :D
 
Nach meinem Dafürhalten hatten wir, Werder Bremen, noch nie den besten Kader der Liga! Der Kader der Bayern war immer, auch 2007, besser und teurer. Wir hatten damals eine gute 1. Elf, die Bayern aber haben stets 18-22 Nationalspieler!

Ich stimme zwar zu, daß unser Kader 2007 nicht der beste der Liga war, aber er zumindest einer der besten in der Buli-Historie von Werder Bremen. Und dieser Kader hat nach einer furiosen Hinrunde den Meistertitel hergeschenkt, und zwar nicht an die mit 18-22 Naionalspielern bestückten Bayern, sondern an den VfB Stuttgart, hinter dessen Kader der unsrige sich mit Sicherheit nicht verstecken mußte, ganz im Gegenteil.

Und das ist das Phänomen der Ära Schaaf, daß neben der Tatsache, daß seine Mannschaften durchaus zu großartigen Taten in der Lage waren, seine Teams sich in einem Wettbewerb sehr oft unter Wert verkauft haben, in den letzten Jahren mit steigender Häufigkeit.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Back
Top