Ich möchte weniger es als Glück bezeichnen, denn als gute Arbeit seitens der Spielerbeobachter und der Trainer bezeichnen, dass Spieler, wie Micoud, Vale, Kris, Ernst, Baumann, Klose, Ailton, Özil oder Diego und wie sie alle hießen, hier so gut einschlugen. Sie sind entsprechend den Anforderungen gescoutet, ausgebildet und ins System eingegliedert worden. Dieses Glück, vielmehr diese Qualität, fehlt uns derzeit in der sportlichen Leitung. Inwieweit da auch die Personalie Born eine Rolle spielt, ist nur hypothetisch zu beantworten. Auffällig ist nur, dass seit eben jener Jürgen L. Born hier nicht mehr tätig ist, bei vielen Neuverpflichtungen, die erhoffte Entwicklung ausgeblieben ist.
Was die heute Neuen, Sokratis, Ignjovsky, Ekici Hartherz, Trybull oder Schmitz angeht, muss man weiterhin Geduld haben, denn sie stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung hier und sind allesamt noch sehr jung. Nichtsdestotrotz sehe ich in deren Verpflichtung ein verfolgtes Konzept und durchaus das Potenzial, an die gute jüngere Vergangenheit anknüpfen zu können. Im Grunde fehlt es nicht an offensivstarken AV, vielmehr mangelt es an Erfahrung, Effektivität vor dem Tor und konsequenten Defensivverhalten. Hierzu gibt es im Grunde nur wenige Schlüsselpositionen, die hier alle schon genannte wurden - insbesondere die Position des Sechsers.
Dass so "wenig über die Außen kommt" liegt ja nicht an den mangelnden Offensivqualitäten z.B. von Schmitz oder Fritz - das Problem liegt vielmehr an unserem behäbigen und einfallslosen Aufbauspiel, geprägt von Quer-Fehlpässen, in dem die AV überhaupt nicht in Position gebracht werden, Druck aufbauen zu können. Sie sind in erster Linie damit beschäftigt, nach hinten abzusichern. Das ist aus besagten Gründen, auch angebracht. Insofern sehe ich bemessen an unserer Personaldecke, Fritz und Schmitz als unsere Bestbesetzung an, was die AV-Position angeht. Inwieweit jetzt Boenisch da der Hoffnungsträger sein kann, erschließt sich mir nicht, da er nicht gerade durch präzise Flanken aufgefallen ist bisher. Ich sähe da vielmehr die Gefahr, dass seine Seite für den Gegner wieder aufgemacht wird, da es ihm an Disziplin mangelt, was die Verteidigung angeht.