Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Pingy
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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

    Votes: 288 30,4%
  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

    Votes: 231 24,4%

  • Total voters
    946
Status
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Zusätzlich zu den Beiträgen von Campino und Blacki, denen ich zustimme, fällt mir hier noch was auf:

Zitat von mick_666:
Er scheint obige Punkte einfach zu ignorieren oder es als nicht zukunftsorientiert genug einzustufen, davon dauerhaft abzurücken. Denn sehr schnell kommt auf zuverlässige Weise Schaaf`s Saisonphase, in der er meint, seinen Fussball spielen lassen zu müssen und es ist ihm total egal, wie viele Punkte und Gegentore das kostet. Dummerweise kommt diese Phase der Rückfälle in alte, schlimme Muster mittlerweile immer früher, das wirkt ähnlich wie bei Suchtkranken, die nach dem ersten positiven Erlebnis oder nüchternem Tag meinen, sie hätten es überstanden. Und ähnlich wie bei Suchtkranken, die solange nicht verstehen, dass sie süchtig sind, bis sie erst ganz am Boden liegen, sehe ich es auch hier. Solange es so weiter geht wie bisher bzw. TS so weitermachen kann und darf, wird sich im Kern nichts daran ändern.

So richtig, wie die Analysen in Deinem langen Beitrag bezüglich der Taktik sein mögen, so extrem krass finde ich es hier, dem Trainer pure Absicht vorzuwerfen bzw. zu sagen, es wäre ihm egal. Dass es ihm egal ist, daran glaube ich nun wirklich nicht.
 
Du kritisierst Klopp´sche Philosophie und behauptest Schaaf´sche Philosophie ist zukunftsorientierter! Dann meckerst du das Schaaf, diese Philosophie durchbringen möchte, eigentlich doch verständlich oder, wenn es seine Philosophie ist? In den paar Spielen, indem er ein bisschen mehr in Richtung Klopp´sche Philosophie denkt, um wahrscheinlich der Mannschaft wieder eine Hand zu reichen, sie wieder, zum einen mental zu stärken, denn es ist halt einfacher ein striktes Konstrukt zu spielen, und zum anderen gewisse Automatismen, die man auch für die Schaaf´sche Philosophie braucht, aber in der Klopp´schen Philosophie leichter zu erlernen sind, zu lernen, kritisierst du, dass er mit Absicht so spielen lässt, weil er ja stur ist und nur dann so spielen lässt, wenn es eng wird mit dem Tabellenplatz; Das halte ich für gewagt!. Denn diese Spiele benutzt er als Prozess, so eine Art "Kokon" um dann den nächsten Schritt zu wagen! Ich bin überzeugt davon, dass selbst ein Bargfrede ein guter 6er wird, wenn Schaaf, diesen Prozess kontinuierlich so weiter führt. Die Frage ist, welchen Preis zahlt man dafür bis es endlich soweit ist? Bis jetzt zahlt er den Preis, dass man nur auf dem 5.Platz steht, das ist meiner Meinung nach ein sehr guter Preis mit dem ich leben kann!

Was ich kurz gefasst sagen möchte ist, dass eine so schwere Philosophie seine Zeit braucht um irgendwann perfekt zu funktionieren, und wenn man davon überzeugt ist, dass es auch irgendwann funktionieren WIRD, dann kann man gerne warten, und sich "nur" mit Platz 5 begnügen!
 
Es gibt in jedem Fall die Tendenz, dass die gekauften Spieler und die Philosophie nicht mehr passen. Wenn jemand noch so tolle Torten backen kann - er wird trotzdem mit Kapern und sauren Gurken nicht viel ausrichten können.

Ein Verein muss eine Philosophie leben, Spieler holen und ausbilden, die haargenau zu dieser Philosophie passen. Und keine Morenos, Albertos, Wesleys und Arnautovics holen, die damit gar nichts am Hut haben. Das ist grober Unfug. Und lässt mich ernsthaft an der Philosophie zweifeln.
 
Es gibt in jedem Fall die Tendenz, dass die gekauften Spieler und die Philosophie nicht mehr passen. Wenn jemand noch so tolle Torten backen kann - er wird trotzdem mit Kapern und sauren Gurken nicht viel ausrichten können.

Ein Verein muss eine Philosophie leben, Spieler holen und ausbilden, die haargenau zu dieser Philosophie passen. Und keine Morenos, Albertos, Wesleys und Arnautovics holen, die damit gar nichts am Hut haben. Das ist grober Unfug. Und lässt mich ernsthaft an der Philosophie zweifeln.

:tnx:
 
Es gibt in jedem Fall die Tendenz, dass die gekauften Spieler und die Philosophie nicht mehr passen. Wenn jemand noch so tolle Torten backen kann - er wird trotzdem mit Kapern und sauren Gurken nicht viel ausrichten können.

Ein Verein muss eine Philosophie leben, Spieler holen und ausbilden, die haargenau zu dieser Philosophie passen. Und keine Morenos, Albertos, Wesleys und Arnautovics holen, die damit gar nichts am Hut haben. Das ist grober Unfug. Und lässt mich ernsthaft an der Philosophie zweifeln.

Das ist doch genau DANN passiert, wo man von der Philosophie "Raute" abhanden gekommen ist und auf ein 4-2-3-1 umgestellt und dafür eingekauft hat. Das ging letztes Jahr aber gehörig schief und hat fast den Abstieg gebracht, deswegen ist man wieder zurück gerudert, aber das alles hat Campino letztens glaub ich schon einmal irgendwo geschrieben!

In diesem Sommer hat man Iggy(DM) , Schmitz( offensiver AV ) , Ekici ( OM ) , Trybull ( DM ) , Sokratis ( IV ) verpflichtet, und das sieht meiner Meinung nach wieder nach Einkäufen für eine Raute aus!
 
Hab' gerade mal nachgesehen, ob es hier noch Werder-Anhänger gibt, die Bock drauf haben, sich mit den Anti-Trainer-Ergüssen auseinanderzusetzen.

Wie ich sehe, sind - bis auf ein paar wenige Ausnahmen - alle zurückgetreten, um der kollektiven Jammerei ("falsches Personal für das falsche System, ich sag' nur 2007, etc...") das Feld zu überlassen.

Schmolle's Aussage, was die Jungs hier im Falle des Triple-Gewinns noch zu kritisieren hätten, ist sicher bewusst überzeichnet - da kann man mal getrost davon ausgehen, ohne ihm "schwache" oder gar "polemische" Beiträge zu attestieren. Dennoch trifft diese - überzeichnete - Prognose genau die Seltsamkeiten, die hier so fachmännisch diskutiert werden.

Erst hab' ich mich noch aufgeregt über diesen Unsinn, inzwischen geht mir das am A... vorbei. Dass dieses negative Zerpflücken all der positiven Ansätze dieser Saison definitiv nicht ansatzweise representativ ist, weiß ich einfach. Und das reicht mir, um diesen Quark hier einfach nur müde zu belächeln. Meinen Spaß im Stadion und meine Begeisterung über die positive Entwicklung in der aktuellen Saison lass' ich mir sicher von diesen Statements nicht nehmen. Einfach nur traurig, dass hier Leute hergehen und sämtliche tollen, z.T. hart erkämpften Siege mit Gewalt kleinreden, alle positiven Entwicklungen einfach ausblenden und sich nur die - sicher auch verhandenen - unglücklicheren Momente herausgreifen, um auf Trainer und Mannschaft einzudreschen und den Untergang zu proklamieren.

Aber - ich sehe, der Trend ist wohl nicht zu stoppen im Moment - muss wohl mit der allgemeinen "Weihnachtsdepression" zusammenhängen. Dann mal viel Spaß beim weiteren fröhlichen "Rumhacken" !

Na ja, ich weiss nicht was du gelesen hast, aber ich sehe lediglich wie sich hier auf den letzten Seiten differenziert und argumentationsstark über den derzeitigen Stand (und damit meine ich nicht den Tabellenstand) ausgetauscht wurde.

Dabei haben einige angesichts der derzeitigen Verfassung Bedenken geäussert und diese Bedenken auf schöne Art und Weise Stück für Stück mit Argumenten untermauert, belegt und vorgetragen.

Dass dir das auf den Magen schlägt kann ich in einem Diskussionsforum wenig nachvollziehen und das zeugt für mich, sorry, eher davon dass einigen hier grundsätzlich auf den Magen schlägt, wenn Kritik an unserem Klub geäussert wird.

Die Tatsache dass nur sehr wenige "Gegenposts" sich auf die derzeitige sportliche Situation beziehen sondern komplett andere Dinge (wie die Vergangenheit, oder die Spanne der Vereinszugehörigkeit von TS) behandeln bestärkt mich da nur in meiner Meinung.

So schaffen es z.B du im o.g. Post oder Nicole vor ein paar Seiten alle ellenlangen fundierten Beiträge der Kritiker mit einem Schlag auszukontern, ohne einmal auf sportliche Belange einzugehen?!?! :confused:

Sorry, aber so sehe ich ehrlich gesagt keine Grundlage für eine Diskussion gegeben, wenn auf fachlich fundierte Posts wie z.B. von Mick die Gegenargumente lediglich lauten "Schluss mit der Jammerei" oder "TS ist Werder Bremen"...
 
Das ist doch genau DANN passiert, wo man von der Philosophie "Raute" abhanden gekommen ist und auf ein 4-2-3-1 umgestellt und dafür eingekauft hat. Das ging letztes Jahr aber gehörig schief und hat fast den Abstieg gebracht, deswegen ist man wieder zurück gerudert, aber das alles hat Campino letztens glaub ich schon einmal irgendwo geschrieben!

Raute und 4-2-3-1 sind keine Philosophien, sondern eine ausgesprochene Nebensächlichkeit, die in diesem Thread vollkommen überbewertet wird. Man kann mit beiden (und noch mit ca. 15 anderen taktischen formationen) das umsetzen, was ich für Schaafs "Philosophie" halte, nämlich schnell und offensiv orientiert zu spielen. Gerade in Schaafs Philosophie ist es egal, wie man das System nennt, da sein System gerade nicht auf hoher Positionstreue basiert. Leute, die glauben, dass es mit dem 4-2-3-1 besser wäre, haben, so hart muss man es leider sagen, von Fußball keine Ahnung. Als ob es darauf ankäme, wo man einen Namen auf der taktiktafel aufmalt.
 
Raute und 4-2-3-1 sind keine Philosophien, sondern eine ausgesprochene Nebensächlichkeit, die in diesem Thread vollkommen überbewertet wird. Man kann mit beiden (und noch mit ca. 15 anderen taktischen formationen) das umsetzen, was ich für Schaafs "Philosophie" halte, nämlich schnell und offensiv orientiert zu spielen. Gerade in Schaafs Philosophie ist es egal, wie man das System nennt, da sein System gerade nicht auf hoher Positionstreue basiert. Leute, die glauben, dass es mit dem 4-2-3-1 besser wäre, haben, so hart muss man es leider sagen, von Fußball keine Ahnung. Als ob es darauf ankäme, wo man einen Namen auf der taktiktafel aufmalt.


Man kann es glaube ich noch deutlicher machen, in dem man sagt, dass eine hohe Positionstreue von TS gar nicht so gewollt ist, sondern viel mehr, dass sich die Spieler viel bewegen und eben auf dem Platz so den entsprechenden Schlüssel für den entsprechenden Gegner finden.
 
eben deswegen ist es auch total wurst, wie das System heißt, das wir spielen. Der grund warum die Raute etwas besser funktioniert hat zuletzt liegt darin, dass wir dort nur 3 reine Offensivspieler auf dem Platz haben. 4-2-3-1 haben wir teilweise vorletzte saison gespielt und das ging nur mit einem für 3 rennenden Bargfrede und einem Frings im letzten Frühling einigermaßen, dazu mit der individuellen Klasse von Özil und Pizarro. Als da nur ein Baustein fehlte, haben wir 5 Spiele hintereinander verloren.
 
Raute und 4-2-3-1 sind keine Philosophien, sondern eine ausgesprochene Nebensächlichkeit, die in diesem Thread vollkommen überbewertet wird. Man kann mit beiden (und noch mit ca. 15 anderen taktischen formationen) das umsetzen, was ich für Schaafs "Philosophie" halte, nämlich schnell und offensiv orientiert zu spielen. Gerade in Schaafs Philosophie ist es egal, wie man das System nennt, da sein System gerade nicht auf hoher Positionstreue basiert. Leute, die glauben, dass es mit dem 4-2-3-1 besser wäre, haben, so hart muss man es leider sagen, von Fußball keine Ahnung. Als ob es darauf ankäme, wo man einen Namen auf der taktiktafel aufmalt.

Sorry, aber das ist doch völliger Schwachsinn...

Du denkst also es ist im Endeffekt egal ob man mit 4 oder 5 Mittelfeldspielern spielt oder mit Dreierkette oder mit Libero?? :lol:

Ich kann in Ansätzen schon verstehen was du sagen willst und vielleicht ist das in der reinen Grundidee nicht mal ganz verkehrt, aber zu sagen dass jemand der zwischen einer Raute oder einem 4-5-1 einen Unterschied erkennt keine Ahnung von Fußball hat, das ist schon der größte Knaller den ich seit langem gelesen habe! :lol:

Ich häng hier mal ne m.M.n interessante Analyse aus dem Spielformationsthread an die jemand aus dem Internet gezogen hat. Da hat irgend ein völlig ahnungsloser Journalist ausführlich die unterschiedlichen Spielsysteme aus dem Schalke-Werder Spiel verglichen... ;)






"Bremen. Werder Bremen befindet sich in einem Dilemma: Trotz einer guten Rückrunde, bei der am Ende der fünfte Platz heraussprang, ist die Stimmung an der Weser gedrückt. Die 0:5-Niederlage im Topspiel auf Schalke war der Schlusspunkt einer traurigen Auswärtsserie: Zuletzt gab es ein 0:5 in Gladbach, ein 1:4 in München und nun diese Schlappe. Bremen ist zwar punktetechnisch nahe an der Spitzengruppe, doch im direkten Vergleich scheinen sie meilenweit entfernt von der Konkurrenz.

Die Probleme der Mittelfeldraute

Das Bremer Problem ist vor allem ein taktisches: Thomas Schaafs 4-4-2 System mit Mittelfeldraute stößt gegen die Top-Teams an seine Grenzen. Das Gastspiel in Gelsenkirchen legte dies wieder einmal offen. Gegen Teams, die ein Fünfermittelfeld aufbieten, haben die Bremer mit ihrem Vier-Mann-Mittelfeld ein numerisches Defizit. Gerade in Punkto Ballkontrolle können sie gegen große Teams nicht mithalten.

Die größte Schwächen zeigt das Bremer System auf den Außen: Da die Mittelfeldspieler allesamt zentral stehen, muss die Breite im Offensivspiel durch aufrückende Außenverteidiger erzielt werden. Gegen München und Gladbach rückten diese oft auf und hinterließen hinter sich eine lückenhafte Dreierkette. Die Gegner bedankten sich dafür mit pfeilschnellen Kontern über die Außen.

Gegen Schalke wollte Schaaf es offensichtlich besser machen und schickte mit Prödl einen defensiv orientierten Rechtsverteidiger auf das Feld. Doch auch diese Taktik ging nach hinten los: Die Außenverteidiger Schalkes hatten durch diese tiefe Rolle keinen natürlichen Gegenspieler. Dieses Loch ist schön auf der Spielfeldgrafik zu erkennen. So fand speziell Linksverteidiger Fuchs direkt hinter der Mittellinie Freiräume für Flanken aus dem Halbfeld vor, von denen er sonst nur nachts träumt. Nach Flanken waren die Bremer im Zentrum anfällig, und so fiel das 1:0 nach einer Hereingabe Jurados. Bereits zuvor hatte Schalke zwei große Möglichkeiten nach Flanken.

Bremer im Mittelfeld immer in Unterzahl

In der Folge änderte Bremen ihre Spielweise: Die zwei Halbspieler in der Raute rückten weiter nach außen, um die Schalker Außenverteidiger zu decken. Hierdurch blieb aber oft Raul, der zusammen mit Pukki leicht hängend hinter Raul agierte, im Halbraum frei, er fand besser und besser ins Spiel. Der Angriff, den er zum 2:0 einnetzte, wurde von ihm selbst aus dem Zentrum eingeleitet. Die Glanzleistung des Spaniers war in erster Linie Bremer Verschulden, sie ließen ihn im Zentrum zu oft ungedeckt. Zuerst die Außenverteidiger ungedeckt, dann Raul – egal, wie Bremen ihre Strategie im Mittelfeld drehte, die numerische Überzahl des Schalker Tannenbaum-Systems (4-3-2-1 mit fünf Mittelfeldspielern) konnten sie nicht kontern.

Auch offensiv machte sich diese Unterzahl bemerkbar: Bremens Spiel war durch die fehlende Breite darauf ausgelegt, den Spielaufbau durch die Zentrale zu suchen. Hier hatte Schalke mit drei Spielern vor der Abwehr, inklusive dem tiefstehenden Jones, die totale Kontrolle. Der nominelle Zehner Trinks fand so überhaupt nicht statt, auch Pizarro und Rosenberg waren aus dem Spiel genommen. Werder hatte so praktisch keine Anspielmöglichkeiten im letzten Drittel.

Schalke kontert eiskalt

In der zweiten Halbzeit waren es dann drei Konter, die eine normale Auswärtsniederlage zu einer Demontage werden ließen. Bremens Verteidiger agierten nicht flink genug gegen Schalkes brutal-effektive Konter. Sobald in den letzten Auswärtspartien die Abwehrreihe nach einem Rückstand aufrückte, öffnete dies Tür und Tor für gegnerische Gegenstöße.

Trotz einer guten Ausgangslage für die Rückrunde kann bei Bremen von Festtagsstimmung keine Rede sein. Die Mittelfeldraute, an der Thomas Schaaf eisern festhält, offenbarte große Schwächen gegen Top-Teams. Gegen Gegner aus dem Tabellenkeller sind die Vorteile der Mittelfeldraute ersichtlich (zwei Anspielmöglichkeiten in der Spitze, vier Spieler im Zentrum plus zwei aufrückende Außenverteidiger, effektives Pressing möglich), in Spitzenspielen kommen vor allem die defensiven Probleme zum Tragen. Mit dieser Formation, so scheint es, kann der Angriff auf die Champions-League-Ränge nicht gelingen."
 
Dennoch ist die These der Unabhängigkeit vom System im Zusammenhang mit der Besetzung auf dem Rasen nicht falsch. Mindestens teilweise.

Du brauchst für kluges Bewegen, Positionen tauschen, kreatives Chaos eben entweder a) die Spieler, die diese Philosophie von vornherein verstehen, idealerweise die nötige (Spiel-) Intelligenz dafür mitbringen, oder b) einen Trainer, der das sinnhaftig vermitteln kann, oder eben c) grundsätzlich und davon unabhängig eine ausreichende Grundordnung auf dem Feld.

Auf Schalke hatten wir genug Defensivspieler auf dem Rasen, jedenfalls nominell.
Positionen und Positionstreue steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang zum Aufgabenbereich der Spieler auf dem Platz und gerade der ist bei Schaaf klar definiert und kaum zu übersehen. Egal, wie die Spieler im Verlauf und je nach Spielsituation nun hin oder her verschieben. Mal verschiebt sich die Raute zum Quadrat, mal agiert Fritz in der Rückwärtsbewegung als Sechser und nach Ballgewinn als Eröffner, mal zieht Hunt vor der Box nach innen und gibt den kreativen Fixpunkt, während Marin in die Gasse bzw. auf Aussen kreuzt.
Trotzdem geben von der Ausgangsposition her bei Beginn jeden Angriffs/ in der Eröffnung und auch fast immer in der Weiterleitung/ Verarbeitung des Spielzugs im Mf der Sechser und der Zehner den Verteiler und Strukturgeber. Hier liegt sehr wohl eine Systemabhängigkeit und Zuordnung vor.

Zur Analyse der Saison 2009/ 2010: Wir haben damals nicht durchweg 4-2-3-1 gespielt. In der ersten Saisonpartie gegen Frankfurt agierten wir im 4-2-2-2 mit Außenspielern Marin/ Özil im Mf (wie bereits in der Vorbereitung getestet und nicht funktionierte), was erwartetermaßen brachial schiefging, weil Boro/ Frings das Zentrum nicht dichtmachen konnten, da der eine gegen den Ball zu schwach und der andere kein Stratege war. Obendrein stimmte die Mischung nicht und Özil erwies sich außen als verschenkt. Danach haben wir fast die komplette Hinrunde Raute gespielt, mit Marin im Sturm neben Pizarro. Richtig ist, dass es "nur mit einem für 3 rennenden Bargfrede und einem Frings im letzten Frühling sowie der individuellen Klasse von Özil und Pizarro" funktionierte und bei Wegfall nur eines der Bausteine das Ganze in sich zusammenbrach. Das war allerdings mit der Raute. Ab dem ersten Spiel (gegen Hertha), als Schaaf auf 4-2-3-1 umstellte und damit die defensive Schieflage im Mf ausglich, gewannen wir nach einer Serie von 10 Spielen mit nur einem Sieg und 5 Pleiten in Folge wieder. Verloren danach nur noch einmal.

Nichtsdestotrotz sehe ich derzeit keine zwingenden Argumente pro 4-2-3-1.
Denn diese Spiele benutzt er als Prozess, so eine Art "Kokon" um dann den nächsten Schritt zu wagen! Ich bin überzeugt davon, dass selbst ein Bargfrede ein guter 6er wird, wenn Schaaf, diesen Prozess kontinuierlich so weiter führt. Die Frage ist, welchen Preis zahlt man dafür bis es endlich soweit ist? Bis jetzt zahlt er den Preis, dass man nur auf dem 5.Platz steht, das ist meiner Meinung nach ein sehr guter Preis mit dem ich leben kann!

Was ich kurz gefasst sagen möchte ist, dass eine so schwere Philosophie seine Zeit braucht um irgendwann perfekt zu funktionieren, und wenn man davon überzeugt ist, dass es auch irgendwann funktionieren WIRD, dann kann man gerne warten, und sich "nur" mit Platz 5 begnügen!
Aber darum geht es doch. Die Zeit hatte Schaaf. Nur stehen wir nicht mehr bei 1999 oder 2003 und heuer siehst Du nur noch ganz wenig, was damals Hoffnung auf eine Entwicklung ausmachte. Zudem spielen wir guten Fussball mit ganz wenigen Ausnahmen wie phasenweise Saison 2009/ 2010 schon seit Februar 2007 nicht mehr.

Ausserdem stellt sich doch die Frage, wie viel Zeit wir noch haben. Bis der Kader gänzlich runtergewirtschaftet ist und 90% unserer Spieler ihre Qualität nicht mehr auf dem Rasen bringen können, weil sie sich 1,5 Jahre in Formkrisen befinden und in den Wirren des losen taktischen Korsetts nicht klarkommen?

Zudem - was irgendwo schon mal diskutiert wurde - hilfst Du einem Spieler nicht, wenn Du ihn mit Aufgaben betraust, die er schlicht nicht oder zumindest nicht annähernd mit dem Effekt lösen kann, der nötig wäre, um die gewollte Spielausrichtung einigermaßen gut umsetzen zu können. Ich halte es eben für grob fahrlässig, Spielern gewissermaßen die Handlungsvollmacht auf dem Platz zu überlassen, die es von den Anlagen her nicht können und denen sowohl die erfahrenen Nebenspieler an der Seite, als auch ausreichend handwerkliches Rüstzeug in Form taktischer Schulung fehlt. Ganz offensichtlich will man mit Bargfrede/ Hunt/ Marin/ Fritz heute noch einen Fussball im Mf spielen, der mit Baumann/ Micoud/ Lisztes/ Ernst am Ehesten möglich war (und selbst da sind wir noch genug ausgekontert oder Opfer einer naiven Spielweise geworden). Um diese Fehleinschätzung geht`s.

Und so hast Du dann die Effekte wie in den letzten Wochen - eine Ansammlung verirrter Einzelpersonen auf dem Rasen, die überhaupt nicht kapieren, was sie da eigentlich spielen, geschweige denn umsetzen sollen.
 
Manchmal habe ich das Gefühl,ich müsse einen Trainerschein besitzen,um hier mitreden zu können!
Nach 17 Tagen mit laienhaftem Beobachtungssinn ist bei mir hängen geblieben:
1.)Platz 5 ist wichtig,aber täuschend schmeichelhaft.
2.)Das Torverhältnis ist alarmierend.
3.)Es gibt keine eingespielte Mannschaft.
4.)Die Abhängigkeit von wenigen Leistungsträgern ist signifikant
5.)Millionenschwere Einkäufe erbringen durchschnittliche bis unbefriedigende
Leistungen.
6.)Der Nachwuchs hinkt den notwendigen Leistungsanforderungen hinterher
7.)Die Kommentare der Verantwortlichen(Trainer und GF)zu inakzeptablen
Leistungen erfüllen in ihrer monotonen Wiederholung und Inhaltslosigkeit
zunehmend den Tatbestand der Körperverletzung.(letzte Interviews
bestätigen das)
8.)Mittel-oder langfristige Visionen werden entweder unter Verschluß gehalt
en oder nicht für nötig gehalten.
9.)Es fehlt der knallharte Wille,über das bisherige Niveau hinaus zu wachsen.

Fazit:Diese Mannschaft wird keine Purzelbäume in der Rückrunde schlagen,
sie wird es sehr schwer haben,die gesteckten Ziele zu erreichen.Man kann nur hoffen,daß alle anderen sich weiterhin so wechselhaft zeigen,wie dies bei uns bisher der Fall war!
 
Ich hab das auch schon anderenorts diskutiert und scheue mich auch nicht, dies hier nochmal zu tun.
Unser Problem ist erst in zweiter Hinsicht ein Personelles - in erster Linie aber ein systematisches. Ob man es nun aufgrund der flexiblen Auslegung des Systems anerkennt oder nicht, steht da für mich völlig ausser Frage.
Auch wenn man mir komplett den fussballerischen Sachverstand absprechen will, werde ich dies nun dennoch schreiben:

Als wir 09 im 4-2-3-1 gespielt haben, habe ich ständig geflucht über die ineffektivität vor dem Tor. Ich hab ständig darüber geflucht das Pizarro nicht die Räume bekommt, die er in einem 2-Spitzen-System mit Hugo gehabt hätte. Mittlerweile bin ich auf der Gegenüberliegenden Seite der Ansichten angelangt, einfach weil unser Spielaufbau und die Raumdeckung in dieser Phase um einiges runder lief. Wir hatten die Kontrolle auf dem Platz.. haben Gegner dominiert, teilweise nach Strich und Faden.. Nun.. ich glaube ich habe von der jetzigen Hinrunde nur 2 Spiele nicht gesehen, und nach Betrachtung der gesehenen Spiele komme ich für mich zu folgendem Ergebnis..

Nahezu alle Klatschen, die wir uns eingefangen haben, liegen meiner Meinung nach an der Tatsache, dass das Mittelfeld der Top-Teams der Liga, entweder 2-3 oder 3-2 heisst und viel mehr Möglichkeiten bietet für die Kontrolle über das Geschehen. Ob man diese nun als Pyramide oder Tannenbaum auf dem Zettel hat, scheint völlig egal. Und auch egal ob Dortmund, Bayern, Schalke (und neuerdings Gladbach) - jede dieser hat sich vom Vierer-Mittelfeld verabschiedet und auf ein Fünfer umgestellt, ob dies nun auf dem Papier so steht oder nicht ist irrelevant, denn so sieht es auf dem Platz aus. Warum haben die das getan? Da dort die Raumaufteilung besser ist - sowohl defensiv, als auch offensiv. Selbst Freiburg hat so gegen uns gespielt und war verflucht gefährlich in etlichen Situationen und das nicht nur dank Cissé (auch wenn er einen zugegebenermaßen enormen Torriecher hat) - und das dieses Spiel nicht Unentschieden oder mit einer Niederlage ausging, haben wir meiner Ansicht nach nur der relativschwachen Defensivarbeit des SC und dem festen Willen unserer Jungs zu verdanken. Oder schaut euch Gladbachs Kader an - losgelöst vom derzeit gehypten Reus, wer ist denn da an Spielern so herausragend? Das ist eine reine Teamleistung mit passendem System. Wer war Dortmund denn, bevor Klopp da den Laden übernommen hat? Die letzten versuche des Aufbäumens eines alten Riesen der von seinem Schatten lebte. Was seitdem dort abgeht kann man mit Liga-dominanz gut beschreiben, denke ich. Und das liegt sicher ebenfalls nicht daran, das Klopp da einfach seine Lieblinge hat, die systemunabhängig die karre ausm Dreck holen.

Aber zum eigentlichen..
Eine weitere Krux an unserem Rauten-System, ist die Tatsache, das wir nicht das passende Spielermaterial für solch ein Mittelfeld zu haben scheinen, erst Recht nicht, wenn man der Überzeugung zu sein scheint, aus dem derzeitigen Team ein 2003-Remake machen zu wollen - zumindest nicht in der Form wie sich die Mannschaft derzeit präsentiert. Aber auch wenn sie es wären, wäre der Lauf- bzw. Arbeitsaufwand für jeden um ein vielfaches höher, beim Spiel mit- als auch gegen den Ball mit der Raute, wenn es gegen eines der genannten Topteams geht. Wir können quasi von Glück reden, das wir diese in der Rückrunde zu Hause empfangen und dann die Moral noch ein wichtiger Faktor werden wird für die Begegnungen. Aber das löst diese meiner meinung nach vorhandene systematische Schwäche nicht in Luft auf - selbst wenn ein paar Siege am Ende herausspringen.

Ich glaube im derzeitigen Kader gibt es mit einem Wesley, Arnautovic oder dem offensiveren Stevanovic der beiden, Spieler die auf der "falschen 10" im 4-2-3-1 funktionieren könnten.
Aber das wird man nicht herausfinden, wenn man weiter an diesem Unzeitgemäßen System festhält und anderen Teams hinterherläuft, wie in den 90ern, als die vorherige größere Umstellung kam, weg von der Dreier-Libero-Abwehr hin zur Viererkette. Was in dem genannten Zeitraum passiert ist, dürfte jedem längeren Fan ein Begriff sein - Dies war ebenfalls eine schwierige Zeit für einen Werderfan.

Und wenn das nicht umgehend angegangen wird, waren die Klatschen aus der letzten und diesen Saison nur ein Vorgeschmack dessen, wohin die Reise geht. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, wessen Verträge in naher, sowie etwas weiter entfernten, Zukunft, auf dem Zettel stehen, die diese Situation derzeit noch vereinzelt durch Momente vor dem Desaster retten (ich sage da nur Glanztaten Wiese oder König vorm Tor Pizarro).

Das was die Hinrunde denke ich ganz gut auf den Punkt bringt, ist das Wort Schadensbegrenzung und nicht "zu hohe Ansprüche" oder "personelle Fehleinschätzungen".
 
Ich hab das auch schon anderenorts diskutiert und scheue mich auch nicht, dies hier nochmal zu tun.
Unser Problem ist erst in zweiter Hinsicht ein Personelles - in erster Linie aber ein systematisches.

Netter Beitrag und du hast dir offensichtlich Gedanken gemacht, doch meines Erachtens wird dem Spielsystem sowieso schon zuviel Beachtung geschenkt und erinnert mich immer an ein Managerspiel.
In Wirklichkeit ist doch jede Formation obsolet, wenn ich Spieler habe die keinen Willen, keinen Einsatz, keine Laufbereitschaft zeigen.
Auf Bundesliga.de gibt’s ziemlich ausführliche Statistiken und wenn ich dort z.B. sehe, dass ein Prödl sich in der 1.Hz gg Schalke nur einmal im Sprint über den Platz bewegt hat, dann wundere ich mich nicht das es gegen gute Mannschaften jedes Mal eine auf die Mütze gibt.
 
Einsatz und Wille war oft genug in den Partien vorhanden - wie sonst hätten wir diese Serie hingelegt mit den meisten noch umgedrehten Spielen in dieser Hinrunde.
Ich denke also schon das die Einstellung stimmt, auch wenn die letzten Partien Auswärts augenscheinlich andere Worte sagen. Den Ausgang dieser Spiele ordne ich persönlich irgendwo ein zwischen Ausdrücken wie "Perplex" und "Überrannt".
Und das ein Prödl eine so geringe "Sprintarbeit" abliefert, liegt für mich in erster Linie daran, das er recht defensivorientierter IV ist - im Gegensatz zu zB Naldo, der ja öfter mal bei der Eröffnung mit nach vorn geht. Das selbe gilt auch für Wolf, der hier oft gnadenlos zerrissen wird, als könne er keinen Balle 5m Fehlerfrei bewegen.
 
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