Man erinnere sich sogar mal an König Otto. Wie oft sollte der laut Fanmeinung gehen. Auch die Jahre nach dem Titel 1988. Er blieb, und dann ging es Schlag auf Schlag. 1991 Pokalsieger, 1992 Europapokalsieger, 1993 Meister, 1994 Pokalsieger. 1995 bei seinem Abschied zu den Bayern denkbar knapp an der Meisterschaft vorbei. Diese fulminate Zeit möchte ich nicht eine Minute missen. Müßte ich aber, wenn man nörgelnden Fans nachgegeben hätte. Schaaf ist Werder, nicht die Mannschaft ist das. Die ist für mich weit auswechselbarer als der Trainer.
Ich kann mich gut daran erinnern. Allerdings hat es von 1988 bis 1991 nicht lange gedauert, bis der erste Titel kam. Und dann in jedem Jahr ein weiterer. Wenn wir von 2010 bis 2004 zurücksehen (immerhin schon 6 Jahre), sieht es übersichtlicher aus.
Was mich an der ganzen Situation und eigentlich schon immer unter TS ärgert ist, dass die Mannschaft nicht oder zu selten ihr Potential (und das ist groß) abruft - mit Ausnahme der Saison 2004. Vorletztes Jahr den DFB-Pokal gewonnen und dabei nur Auswärtsspiele gehabt - unglaublich.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das Problem mehr die fehlende oder riskante taktische Ausrichtung oder mehr der fehlende Biss im Zweikampf, LAufbereitschaft, usw. ist. Aber wahrscheinlich liegt die Wahrheit dazwischen und es variiert von Spiel zu Spiel.
Ich denke (und das schon länger), dass Werder mit einem Taktiker als Trainer erfolgreicher sein würde. TS ist keiner und wird es auch nicht mehr werden.
Er hat sein System und hält daran fest, egal ob 3:0 oder 0:3. Die Mannschaft hat unter TS noch nie ein Ergebnis verwalten können. Auch defensivere Taktiken zusammen mit Konterfußball kann die Mannschaft nicht. Selbst einfache Dinge wie taktische Fouls oder das Erarbeiten von Eckbällen oder Freistößen gelingen nicht, da sich die Mannschaft naiv anstellt.
Gelobt sei die Zeit, als wir einen echten Trainer-Fuchs hatten, der mit überraschenden Taktiken, Aufstellungen, Einwechslungen, usw. immer wieder Punkte geholt hat.