1) Geht mir zum Beispiel überhaupt nicht so. IOch erinnere natürlich auch mehrere Spielszenen in einer Saison (alle Tore in München 2004 gehören dazu, auch die Stimmung vor dem Elfer von Skripnik gegen den HSV), aber letzten Endes sind es doch nicht diese Momente, um die es geht. Es ist die absolute "peak- experience", wenn dein Team einen Titel holt, dieses unglaubliche Glücksgefühl, dieser Schwebezustand wie auf Droge, der mehrere Tage (oder bei mir 2004) sogar Wochen anhält. Schon beim Aufstehen denkt man: "Wir sind Deutscher Meister". Respektvoll wird man dann von wildfremden Menschen auf der Straße wegen des Werderschals angesprochen, das ist einfach so unglaublich geil. Auf keinen Fall erinnere ich mich nur an 2,4 Spielzüge, sondern an dieses Feeling, das nicht jeder Fan eines jeden Vereins mal erleben darf. Und da sind wir auch bei Punkt 2)
Natürlich war der 96er- Fußball nicht so ausgefeilt wie heute, aber 96 war das letzte Mal, das man mit der Nationalelf dieses absolute Orgasmus- Gefühl hatte. Da kommt auch kein Argentinien 96 oder England und wieder Argentinien 2010 heran, eben weil der letzte Kick fehlte. Deine Sichtweise kann ich in keinster Weise nachvollziehen und ich glaube, dass es den meisten anderen Fans auch so geht: Nur Titel flashen so richtig!
Hevorragender Beitrag !

:daumen:
Jedes Wort wahr. Und man komme mir jetzt nicht mit "Erfolgsfan" usw.
Es kann mir doch keiner erzählen, dass Fans, die ins Stadion gehen ehrlicher Weise sagen: "Ich will ein paar schöne Spielzüge sehen" "Ich will ein schönes Spiel sehen und wenn es das des Gegners ist" oder: "Lieber verlieren aber dafür schön gespielt".
Natürlich will man auch sehen, das die eigene Mannschaft gut spielt, aber letzten Endes will man Tore der eigenen Mannschaft bejubeln, möglichst viele und möglichst mindestens eins mehr als man welche des Gegners sieht.
Und in der Summe wird daraus eben der Titel.
Ich habe bei den Vizemeisterschaften, die ich miterleben musste (1983, 1985, 1986, 1995, 2006, 2008) immer Wehmut darüber empfunden, dass es nicht geklappt hat. Am allerschlimmsten war es 1983 und 1986, als man quasi schon Meister war und dann wegen des Torverhältnisses bzw. wegen dem Kutzop-Elfer scheiterte.
Dem stelle ich die Erlebnisse 1993 in Stuttgart und 2004 in München im Stadion gegenüber: Etwas Größeres gibt es nicht !
Es gab viele tolle megageile Superspiele, die ich live im Stadion erlebt habe, zB. der erste Werder-Sieg in der Bundesliga in München überhaupt, seit dem die Bayern nach der ersten Werder-Meisterschaft 1965 aufgestiegen waren, das war im Oktober oder November 1991, das legendäre 4:3 mit Oli Recks Kopfball-Eigentor. Das 8:1 gegen Bielefeld, einmal ein 4:0 gegen den Club in Nürnberg, aber nichts, absolut nichts davon kommt auch nur annähernd in die Nähe der Gefühle vom 8. Mai 2004, als Werder in München die Meisterschaft holte und danach 10.000 Werderfans im Olympiastadion feierten.
Und genau diese Titelhungrigkeit fehlt mir, fehlte mir in all den Jahren nach 2004, als man 4 Jahre lang den besten und den schönsten Fußball in Deutschland spielte, aber nie den Titel holte.
Wie gesagt, mit Erfolgsfan hat dies alles nichts zu tun. Ich bin auch in den 70er Jahren bis zum bitteren Abstieg 1980 fast immer im Weserstadion gewesen, obwohl es da immer nur um den Klassenerhalt ging.