In Stuttgart war die Mannschaft prima auf den Gegner eingestellt und jeder, der Augen im Kopf hatte konnte sehen, wie schwierig es für die Stuttgarter war, damit klar zu kommen. Die konnten froh sein, das Werder durch einen kollektiven Aussetzer vor dem 1:1 dem Gentner seinen Traumschuß ermöglichte.
..........
Es gibt weitere Beispiele dafür, dass Werder gut eingestellt war, es aber dann aus diversen Gründen nicht mit den 3 Punkten funktionierte.
Es gibt viele Mannschaften, die mal bis zum Rückstand oder eine Halbzeit lang gut funktionieren. Die bis dahin "gut eingestellt" sind. Wie oft habe ich hier schon gelesen,
.bis ein individueller Fehler alles über den Haufen wirft,
.bis zum 0:1 oder
bis zum Ausgleich war dies und das gut.
Das ist aber nicht der Punkt. Werder verfügt über keinerlei Repertoire an variabler Spielführung und das war schon immer so, auch in guten Zeiten quälend. Hier liegt das Urproblem unter Schaaf. Was Du beschreibst, sind doch letztlich die typischen Muster. Dass seine Mannschaften keine Eigeninitiative entwickeln, außerstande sind zu reagieren, wenn irgendwas nicht wie gewünscht läuft, sich in dem einen, bekannten Mittel verrennen.
Wenn Schaaf in der Pressekonferenz nach dem Stuttgart-Spiel da was erzählt, von "der Vorsprung habe keine Sicherheit gegeben, obwohl es das müsste" und "man habe die Aktionen nicht mit Überzeugung geführt" usw., den üblichen Quark eben, dann zeigt das für mich nur einmal mehr die mittlerweile zementierte Betriebsblindheit. Das klingt für mich wie die Spieler hätten kein Vertrauen in die eigenen Stärken oder dem Gegner nicht Paroli bieten wollen oder gar können. Sowas kann er doch aber nicht ernst meinen. Es ist seine Aufgabe, der Truppe diesen Halt zu geben, ihnen mögliche Lösungen auch dann zu vermitteln, wenn der eine Weg nicht gelingt. Danach sieht es aber in schöner Regelmäßigkeit nicht aus. Und dafür kassiert TS mehr Kohle an einem Wochenende als wir beide zusammen vermutlich in einem Jahr.
Wir haben nicht gegen Stuttgart, Mainz verloren und in Köln sowie gegen Augsburg Punkte gelassen, weil die Einstellung der Truppe zur Sache nicht stimmte. Jedenfalls nicht zuerst. Sondern weil die Mannschaft wieder mal an dem, was sie da tun soll verzweifelte, weil sie mit dem Freiraum nichts anzufangen wusste, weil einzelne Spieler auf Positionen und in einer Formation Aufgaben bewältigen sollen, die sie kaum leisten können und weil ihr durchaus vorhandenes Engagement genau aus diesen Gründen nur mit viel Glück und Zufall Erfolgserlebnisse zulässt. Und wenn das immer und immer wieder so abläuft, ist es dann unerklärlich, dass bei zunehmend zermürbendem Frust innerhalb von 90 Minuten die Lust nachlässt?
Es behauptet doch auch niemand hier, dass es den Spielern nicht beigebracht werden soll, keine Versuche existieren. Schaaf trainiert seit Jahren Abstände, Laufwege, 5 gegen 2, jetzt wieder Standards. Aber dass es nicht ankommt, dass es demzufolge wohl nicht richtig vermittelt wird, ist doch klar zu sehen. Ich könnte dazu jetzt noch was schreiben, was wieder den Rahmen hier sprengen würde.
Wo ich Dir allerdings recht gebe ist, dass das Stuttgart Spiel nun nicht gerade herhalten muss zur Intensivierung der Kritik, dort ist nichts Überraschendes passiert. Nichts anderes als sonst auch, bis auf die Naldo-Sache und ein wenig Abweichungen im System, ansonsten aber weigert sich der Trainer weiterhin, aus Gegebenheiten wie dem zur Verfügung stehenden Kader, eigener Form oder Verfassung des Gegners oder der Tabellensituation entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Deshalb ist da weiterhin keine Struktur, kein Aufbäumen, keine Sicherheit und sehr wenig taktische Flexibilität zu sehen.
Aber die Verantwortung hierfür, darf man gerade dann nicht der Mannschaft allein aufbürden. Erst recht nicht, wenn deren Durchschnittsalter 23,x Jahre beträgt - und dabei Spieler, wie Fritz, der selbst zu den Orientierungslosesten gehört, den Schnitt noch deutlich anhebt.
Genau.