Ich muss gestehen, als ich die Aufstellung vor der Partie las, hatte ich kurzzeitig überlegt, die Konferenz anzumachen.
Allein bei Ansicht der Sturmreihe. Ich war doch sehr irritiert, daß man der Elf, die ein recht passables Spiel gegen Everton bestritt, nicht als Lohn eine Aufstellung bescherte. Stattdessen gab man der desolaten Hheim-Elf erneut eine Chance, nunja...
Auch nach dem Match bin ich nicht wirklich überzeugt von dieser Konstellation. Sicher, man hat gewonnen, somit hat man "alles richtig" gemacht. Theoretisch jedenfalls. Bei Licht betrachtet, war es allerdings ein recht zähes Spiel gegen einen völlig harm- und konzeptlosen Gegner, so daß die Frage erlaubt sein musss, ob man aufstellungstechnisch überhaupt etwas "falsch" machen konnte!?
Was TS an einem L. Thy findet, bleibt mir absolut im Verborgenen. Wie bereits in Hheim, so fiel er mir auch gegen Lautern lediglich dadurch auf, daß ich ihn nicht wahrnahm. Erst recht nicht vor dem Tor.
In Abetracht der Tatsache, daß sich ein Wagner in der letzten Saison seine Lorbeeren veriente und der Astronuat scheinbar zu begreifen scheint, was im Fußball wirklich wichtig ist, ist deren Nichtberücksichtigung ein Schlag ins Gesicht. Insbesondere wenn man sieht, wer ihnen vorgezogen wird. Rosi rette sicherlich seine zwei Tore, auch wenn ansonsten wenig von ihm zu sehen war.
Marin blieb leider kpl. blass und TS´s "Fetisch", Fritz krampfhaft im MF zu platzieren, fängt langsam an, lästig zu werden.
Ich hoffe ehrlich gesagt nicht, daß wir in Lev. mit der selben Aufstellung zu Werke gehen werden. Gegen Lautern mach das noch reichen, auf Sicht habe ich bei dieser Startformation ziemliche Bauchschmerzen.
Als die Aufstellung kam, hatte ich die gleichen Gedanken/Bedenken.
Jedoch sollte man offen genug sein, anzuerkennen, das etwas ganz anders läuft, als man es sich gedacht hatte. So sehr ich viele Deiner Beiträge sehr schätze, aber der obige wirkt wie von einem Meckeronkel, der eben nichts anderes als Meckern kann.
Viele der vergangenen schweren taktischen Fehler wurden in sehr überraschender Weise komplett abgestellt. Stichwörter Absicherung, Spiel ohne Ball, Arbeit gegen den Ball und eigene Spieler hinter den Ball bekommen. Alle diese taktischen Dinge wurden sehr viel besser gemacht als in den letzten Jahren. Und daran wird der Trainer wohl entscheidenden Anteil haben.
Obwohl es die erwähnte Phase mit der Unordnung nach dem Ekici-Bargfrede Wechsel gab, die erst mit dem überfälligen Wechsel Wesley-Marin bewältigt wurde, obwohl Werder sich in HZ 2 stellenweise einlullen ließ, war es ein sehr guter Saisonstart.
Das Werder gerade in taktischer Hinsicht ungewohnt gut agierte, zeigten die Aussagen von Kurz, das seine Mannschaft es zu keinem Zeitpunkt geschafft hätte, die "Werder-Raute zu stellen" sprich ihre grundsätzlichen Risiken in eigene Vorteile umzumünzen, so wie es so viele Gegener über Jahre geschafft haben.
Gerade diese disziplinierte Leistung und mannschaftliche Geschlossenheit sowie das viel direktere Spiel im MF geben mir durchaus Mut für die Saison.
Eine Raute, die etwas von ihrer Offensivkraft einbüsst, dafür viel an Stabilität gewinnt - das könnte durchaus die Grundlage für eine erfolgreiche Saison werden - auch ohne Mertesacker.
Der Trainer hat damit zugleich psychologisch richtig gehandelt, die Pleitenheim-Elf quasi "auf Bewährung" antreten zu lassen (nur Merte für Boro, Papas auf RAV und Fritz ins MF verschoben).
Er hätte im Nachhinein betrachtet nur Wesley für Bargfrede und dann Ekici für Marin bringen sollen und er hätte Thy, der am Ende sichtlich platt wirkte, raus nehmen und dafür Wagner oder Arnautovic bringen sollen. Bei dem jetzt wieder breiten Kader sollte das Wechselkontingent möglichst immer genutzt werden. Es wäre armselig, auf dem Wege der Nichteinwechslung von Spielern Prämien (Gehalt) sparen zu wollen.