Erst einmal Danke an Gojira für eine wirklich sachliche, gut nachvollziehbare Beleuchtung der "Personalaustauschangelegenheit" und der hieran zu knüpfenden Erwartungen ! Da sind Gedankenanstöße/Sichtweisen drin, über die es sich nachzudenken lohnt (wenn man nicht völlig zugemauert ist, was die Diskussion um diese Vorgänge angeht).
Das macht wirklich Spaß, sowas zu lesen !
Wir hatten drei Katastrophensaisons. Es gab eben KEINE Anzeichen, dass die Mannschaft sich unter Schaaf wieder hätte fangen können. Schaaf ist mit seiner Philosophie abseits des System- und Teamfußball eben "Flasche leer".
Eine "Philosophie abseits des System- und Teamfußballs" ??? Häh ???
Ich will das Wort "Mumpitz" jetzt nicht überstrapazieren, aber hier scheint es wirklich treffend.
Thomas Schaaf hat gerade in der letzten Spielzeit eine ganze Menge neue Ideen in die Mannschaft und die taktische Ausrichtung/das Spielsystem gebracht. Da wurde auch neues Personal, ausgerichtet auf das neue Spielsystem, verpflichtet. Selbst dem größten Dummmbatz sollte wenigstens aufgefallen sein, dass der SV Werder nicht alle Jahre mit nur einem reinen Stürmer aufgelaufen ist (um nur mal eine markante Veränderung des Spielsystems und der taktischen Ausrichtung zu nennen). Selbst hartgesottene Befürworter der "Strategie Frischer Wind" haben längst eingeräumt, dass sie über die Auftritte des SV Werder zu Beginn der abgelaufenen Saison und über weite Teile der Hinrunde durchaus positiv überrascht, wenn nicht begeistert waren und sehr wohl anerkannt, dass Thomas Schaaf hier einen neuen Ansatz verfolgt hat (auch wenn sie dann gleichwohl den Trainer als Alleinverantwortlichen für die schlechte Rückrunde sehen und seine Entlassung gutheißen).
Hier jetzt weiterhin um die Ecke kommen mit einer Aussage wie "es gab drei Jahre lang KEINE Anzeichen, dass unter Schaaf noch irgendwas gegangen wäre" ist gerade auch im Lichte der Erkenntnisse der letzten Saison einfach nur platt. Von "Analyse" und "Steine umdrehen" ist so etwas jedenfalls sehr weit entfernt.
Ich gehöre zu denjenigen, die neuen Spielern (und dementsprechend selbstverständlich auch sonstigen neuen Werder-Verantwortlichen, wie Trainer und Geschäftsführung/Aufsichtsrat) immer einen "Startkredit" geben. Da gilt erstmal jeder als gewinnbringend und positiv, bis er sich ggf. anders entpuppt.
Auch die Verpflichtung Thomas Eichins habe ich anfangs recht positiv aufgenommen und war von seinen anfänglichen Kommentaren - gerade auch zur Arbeit des Trainers und in Richtung Einstellung mancher Spieler - durchaus angetan. Das Agieren in Sachen Trainerentlassung hat mir dann aber deutlich nicht gefallen - wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass er aus dieser Entscheidungsfindung so oder so nicht gänzlich "unbeschadet" rausgekommen wäre.
Die Verpflichtung des neuen Trainers ist - neben der Entlassung des bisherigen - (sinniger Weise) die erste wichtigere Amtshandlung des neuen Geschäftsführers für den sportlichen Bereich.
Robin Dutt kommt ganz sympatisch rüber und versprüht durchaus Kompetenz. Ohne die Episode in Leverkusen wäre mir zwar noch wohler mit dieser Neuverpflichtung - aber sein Scheitern dort hat ja wohl auch andere Hintergründe gehabt und er mag ja gerade daraus auch dazugelernt haben.
Bis zur Winterpause wird man jetzt auf jeden Fall erstmal sehen müssen, was da entsteht. Wenn das ähnlich vielversprechend wäre, wie die Hinrunde der letzten Saison, kann man durchaus zufrieden sein. Und wenn dann das neue Führungsduo auch noch unter Beweis stellen sollte, dass es auch "Rückrunde kann", müsste ja eigentlich erstmal Ruhe einkehren.
Auf jeden Fall wird es spannend sein, zu sehen, ob auch für Eichin/Dutt der alleinige Maßstab bei der Beurteilung ihrer Arbeit am Ende der Saison die erzielten Punkte und der erreichte Tabellenplatz sein wird.